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29

C
Zitat von beside:
Stell dir vor, ...


Klingt nach "dumm gelaufen". Fragt sich nur, ob für mich oder alle, die das Pech haben, mir über den Weg zu laufen.

#21


Burn
Zitat von Cousupp:
Ja, damit beschäftigt habe ich mich auf jeden Fall, aber Psychoanalytiker sind ja noch wesentlich rarer gesät als verhaltenstherapeutisch ...

Da hast du natürlich recht… ich dachte man könnte das Verhalten evtl „zwanghaft und schadhaft „ definieren, wie bei einer Sucht und hätte so vielleicht noch einen Ansatz.
Aber ansonsten ist es von der Definition natürlich keine Sucht…letztendlich wird da ja dann auch oft eine Verhaltenstherapie gemacht.

wollte keine unnötige Klugsch.rei betreiben

x 1 #22


A


Reihenweise Absagen - Wie noch Therapie finden?

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B
Zitat von Cousupp:
Klingt nach "dumm gelaufen".

Du hast dir deine Persönlichkeit nicht im Supermarkt oder Onlineshop gekauft. Sie ist vererbt und adaptiert. Kausalität. Ursache-Wirkung-Prinzip. Gegenseitige Wechselwirkung. Deine Persönlichkeit hat sich entwickelt. Eine Persönlichkeit wird als "Störung" begriffen, wenn sie einerseits andere unvereinbar stört, oder die betreffende Person stört. Bei dir liegt nun beides vor. Aber wie soll diese Entwicklung der Persönlichkeit verändert werden? Da wir uns alle durch unser Tun, also unsere Handlungen und unser Verhalten definieren, müsstest du einfach damit anfangen das zu tun was weder andere noch dich stört. Damit entwickelt sich deine Persönlichkeit weiter, bzw. von der gegenwärtigen weg.

Rückfälle? Dafür gibt es Hilfetelefone. Lieber irgendwem an einem Hilfetelefon erzählen, zu was einem die eigene Psyche drängt, als es tun. Da wirst du erkennen, dass es insgesamt wenig Unterschiede in allem gibt und diesbezüglich mit Sucht, wenn es darum geht davon abzulassen.

Deine Pesönlichkeit ist hier gar nicht so fremd. Sie gibt sich in vielen verschiedenn Gestalten zu erkennen. Viele schämen sich, für das was sie getan haben, insbesondere, wenn sie es nicht schaffen an ihrem Verhalten etwas zu ändern und erst recht, wenn dieses ihnen eigentlich fremd ist. Manche schämen sich auch für das, was sie tun könnten und geraten so in eine Angststörung. Vermeidungstaktiken können zur generalisierten Angststörung werden.

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C
Zitat von Burn:
Da hast du natürlich recht… ich dachte man könnte das Verhalten evtl „zwanghaft und schadhaft „ definieren, wie bei einer Sucht und hätte so vielleicht noch einen Ansatz. Aber ansonsten ist es von der Definition natürlich keine Sucht…letztendlich wird da ja dann auch oft eine Verhaltenstherapie gemacht. ...


Macht ja nix.
Diagnose damals im Jugendstrafverfahren durch die psychiatrische Sachverständige war "Störung des Sozialverhaltens", möglicherweise mit Entwicklung hin zu einer paranoiden Persönlichkeitsstörung (sie konnte sich nicht festlegen, da Jugendalter). Anschließender Therapeut machte sich dann auf die paranoide PS (wegen dem situationsunangemessenen Beharren auf eigenen Rechten) fest, nach Konflikten in der therapeutischen Beziehung und (gerichtlich abgesegnetem) Wechsel meinte die anschließende Therapeutin, keine paranoide PS, da ansonsten keine der notwendigen Kriterien feststellbar sei. Diagnose war dann kombinierte PS mit "von allem ein bisschen", aber, wie sie sagte, eigentlich auch gar nicht so wichtig, weil die Behandlung symptom- und nicht diagnoseorientiert erfolgt.

Bei einer späteren Therapie (Anfang/Mitte der 2010er-Jahre) stand dann auch kurzzeitig mal eine wahnhafte Störung bzw. sogar paranoide Schizophrenie im Raum, was sich aber erledigte, weil die äußeren Faktoren objektivierbar waren.

#24


C
Zitat von beside:
Deine Pesönlichkeit ist hier gar nicht so fremd. Sie gibt sich in vielen verschiedenn Gestalten zu erkennen. Viele schämen sich, für das was sie getan haben, insbesondere, wenn sie es nicht schaffen an ihrem Verhalten etwas zu ändern und erst recht, wenn dieses ihnen eigentlich fremd ist. Manche schämen sich auch für das, was sie tun könnten und geraten so in eine Angststörung. Vermeidungstaktiken können zur generalisierten Angststörung werden.


Verstehe ich total. Ich weiß, dass ich hinsichtlich der Persönlichkeitspathologie nichts Besonderes bin oder jeder mit seiner spezifischen Problematik etwas Besonderes ist, je nach Blickwinkel.

Bei mir kommt halt, so sehe ich es jedenfalls, erschwerend hinzu, dass die Trigger, die mein Problemverhalten auslösen, sehr unregelmäßig sind. Falschen Anschuldigungen, gegen die "man" sich dann über alle Maßen wehren muss, tauchen halt nicht jeden Tag auf. Eher alle paar Jahre mal.
Und bei mir ist es dann so, dass ich in das problematische Verhalten hineinrutsche, ohne es so wirklich zu merken. Bei mir sind es halt nicht einzelne Tathandlungen, sondern eher umfangreiche Tatkomplexe, die sich teils über Jahre hinziehen und selten einen echten Abschluss finden. Meist ist ein Abschluss erst dann erreicht, wenn alle (ich eingeschlossen) so erschöpft von der Auseinandersetzung sind, dass der jeweilige Sozialkreis dauerhaft geräumt wird.

#25


B
@Cousupp , wie schon geschrieben geht es bei dir in therapeutischer Hinsicht nur um den Moment des Hineinrutschens. Siehe:

https://de.wikipedia.org/wiki/Selbstreg...ychologie)

https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%B6r...skontrolle

Damit solltest du dich beschäftigen. Ob du deine "Impulse" unter Kontrolle kriegst, liegt bei dir daran, dass du sie frühzeitig erkennst. Auch dafür gibt es Anleitungen. Du kannst dich da auch mit Suchtprävention querlesen.

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C
Zitat von beside:
@Cousupp , wie schon geschrieben geht es bei dir in therapeutischer Hinsicht nur um den Moment des Hineinrutschens. Siehe: (Psychologie) Damit solltest du dich beschäftigen. Ob du deine "Impulse" unter Kontrolle kriegst, liegt bei dir daran, dass du sie frühzeitig erkennst. Auch dafür gibt es Anleitungen. ...


Danke für die Links.
Kommt mir alles bekannt vor. Aber wie es halt so ist: Die Theorie ist das Eine, die Praxis das Andere.
Ich verstehe die Inhalte, könnte wahrscheinlich auch andere sehr gut beratschlagen, aber selbst verpasse ich dann den Moment, an dem ich die Theorie in die Praxis übertragen müsste. Gerade auch, weil jemand, der von außen draufschaut, also ein Therapeut, wohl auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung steht.

Womit ich eigentlich (wieder) zu der Schlussfolgerung komme, dass rein objektiv gesehen die forensische Unterbringung nach §63 StGB optimal wäre. Habe mich da ja viel mit beschäftigt und insbesondere das gestaffelte Lockerungsprinzip wäre ideal, weil die Trigger zwar selten, aber in einigen Abständen eben doch auftreten. Nur dieser Schritt mit seinen unabsehbaren Folgen erscheint mir zu groß.

#27


B
Bei dir geht es scheinbar darum, dass du lernst was erlaubt ist und was nicht. In dem Moment der Entscheidung stehen aber ganz andere Überlegungen zur Sache: Es ist mehr eine Herausforderung, die in Selbstüberzeugung angenommen wird. Dabei ist die Selbstüberzeung noch nicht einmal falsch, sondern die Handlung, die bei der Herausforderung zur Debatte steht: klar krieg ich das hin, darin bin ich geübt, ich weiß was ich machen muss, das ist kein Problem. Doch, ist es. Du musst einen gesunden Selbstzweifel entwickeln, über die Entscheidungen der Handlungen, die zur Debatte stehen. Dass du die Handlung hinkriegst, ist kein Thema. Aber ist sie auf lange Sicht hin in Ordnung? Exakt das ist der Punkt, an dem du (vorerst) starke Zweifel entwickeln solltes.

Inwieweit spielt eine Kränkung deiner selbst eine Rolle bei solchen Vorkommnissen? So wie es zu lesen ist, keine. Die Handlung scheinen als moralisch unbedenklich eingeschätzt zu werden und aus dieser Sicherheit heraus getätigt zu werden. Ählich einem Robin Hood, der aber keinen Unterschied zwischen arm und reich macht, sondern dem es nur um sein Handwerk geht.

Lieber einmal mehr einen Krisendienst / Krisentelefon anrufen als einmal zu wenig. Es geht um das Erlernen von Selbstsicherheit, dass du dir am Ende ganz alleine sicher bist, dass es die richtige Entscheidung war. Du kannst dich dann auch dafür belohnen, zwecks Belohnungssystem.

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C
Was erlaubt ist und was nicht, das weiß ich ja. Also was die rein gesetzlichen Regelungen angeht. Beim moralischen Aspekt ist mir das grundsätzlich ebenso bewusst. Was die juristischen Aspekte anbelangt, habe ich viele Taten so ausgestaltet, dass sie gerade eben ganz knapp nicht strafbar waren.
Wie zum Beispiel die Urkundenfälschungen, wo der rechtliche Tatbestand eine Täuschung im Rechtsverkehr voraussetzt, aber nicht gegeben ist, wenn man mit den Dokumenten "nur" das persönliche Umfeld täuscht.

Also um es in den psychiatrisch-juristischen Kategorien auszudrücken: Meine Einsichtsfähigkeit ist uneingeschränkt vorhanden. Die Steuerungsfähigkeit ist zumindest erheblich eingeschränkt.
Was ich zum Beispiel daran merke, dass ich im Rahmen der genannten Konfliktsituationen praktisch gar nicht anders kann, als auf bestimmte Aussagen, Aktionen etc. zu reagieren, obwohl ich weiß, dass es eigentlich besser wäre, zurückzustecken.

#29


B
Zitat von Cousupp:
dass ich im Rahmen der genannten Konfliktsituationen praktisch gar nicht anders kann

Das ist eine Art Konditionierung. Die ist natürlich schwer wieder loszukriegen.

Es ist eine Art Automatismus, wie ein Reflex. Es wird gar nicht mehr nachgedacht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Konditionierung

Viel weiß ich darüber nicht, nur dass es auch beim Menschen funktioniert ihm etwas anzutrainieren. Etwas abzutrainieren ... keine Ahnung. Nennt sich "Dekonditionierung".

Vielleicht hilft da ein Paradoxon: https://de.wikipedia.org/wiki/Paradoxe_Intervention

Oder schau dir mal den Stroop Effekt an:

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B
@Cousupp , du kannst mal nach "Verhaltensmuster durchbrechen" suchen und schauen was du da so findest. Da gibt es bereits sehr viel.
Zum Thema passend ist die Schematherapie: https://de.wikipedia.org/wiki/Schematherapie

#31


A


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Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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