Hallo,
Ich bin am überlegen, für einen Monat in eine psychosomatische Klinik zu gehen. Ich bin erst 19 Jahre alt und hab ein bisschen Angst, dass sich das dann schlecht auf meine Zukunft auswirkt. Was soll ich dann z.B. im Lebenslauf schreiben, was ich in der Zeit gemacht habe? Ab 15.1.16 fange ich eine Verhaltenstherapie an, weil mich täglich Krankheitsängste plagen. Nur der Klinik stehe ich ein bisschen kritisch gegenüber, weil man schnell abgestempelt wird. Ich hab auch ein bisschen Angst, die Zeit mit anderen psychisch Kranken zu verbringen :/
Zudem habe ich noch ein anderes Problem. Ich brauche von einem Hausarzt eine Überweisung zum Psychologen. Ich will jedoch damit nicht zu meinem Hausarzt gehen, weil ich eben ein Hypochonder bin und das Auswirkungen auf meinen späteren Krankheitsverlauf haben wird, weil er dann immer diesen Hintergedanken hat! Aber wenn ich zu einem fremden Arzt gehe, wird es auch problematisch, weil er mich nicht kennt und ich ja eigentlich woanders in Behandlung bin. Was meint ihr?

13.12.2015 12:54 • 16.12.2015 #1


29 Antworten ↓


Zitat von lili90:
Nur der Klinik stehe ich ein bisschen kritisch gegenüber, weil man schnell abgestempelt wird. Ich hab auch ein bisschen Angst, die Zeit mit anderen psychisch Kranken zu verbringen


Psychosomatik ist nicht Psychiatrie. Ich könnte heute noch schmunzeln, mit welchen Vorstellungen ich damals 1998 zur Psychoklinik am Chiemsee, St. Irmingard in Prien, gefahren bin.
Die Suppe wird nie so heiß gegessen wie sie gekocht wird. Auch wird man heute nicht mehr abgestempelt, weil ** burn-out** ja schon fast eine Modekrankheit ist. Und ich glaube nicht, dass heute irgendein Arzt Dich abstempeln wird,

lg
FH

13.12.2015 13:03 • #2


Ich muss mal sehen, was die Therapeutin über mich denkt und sagt. Wenn sie mir das vorschlägt, werde ich es auf jeden Fall machen.
Ich will nur meinen Freund nicht so lange alleine lassen bzw. soll es auch niemand anderes mitbekommen außer er! Ich hab irgendwie Angst, dass er mich irgendwann mal verlässt wegen dem ganzen Mist!

13.12.2015 13:06 • #3


Rick Grimes
Zitat von lili90:
Hallo,
Zudem habe ich noch ein anderes Problem. Ich brauche von einem Hausarzt eine Überweisung zum Psychologen. Ich will jedoch damit nicht zu meinem Hausarzt gehen, weil ich eben ein Hypochonder bin und das Auswirkungen auf meinen späteren Krankheitsverlauf haben wird, weil er dann immer diesen Hintergedanken hat! Aber wenn ich zu einem fremden Arzt gehe, wird es auch problematisch, weil er mich nicht kennt und ich ja eigentlich woanders in Behandlung bin. Was meint ihr?



Wieso wird das Auswirkungen auf deinen Krankheitsverlauf haben nur weil du eine Überweisung benötigst ?

13.12.2015 13:13 • #4


Also in einer psychosomatischen Klinik, laufen ganz normale Menschen rum, die keineswegs einen an der Waffel haben. Ob es allerdihngs was bringt, ist die andere Sache.

13.12.2015 13:13 • #5


Rick Grimes
Zitat von lili90:
Ich will nur meinen Freund nicht so lange alleine lassen bzw. soll es auch niemand anderes mitbekommen außer er! Ich hab irgendwie Angst, dass er mich irgendwann mal verlässt wegen dem ganzen Mist!


Ich finde er sollte schon verständnis aufbringen und dich dabei unterstützen das du wieder gesund wirst

13.12.2015 13:14 • #6


Ich habe es bei meiner letzten Hausärztin gemerkt. Die hat meine Symptome zwar ernst genommen aber meinte dann z.B. als meine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt wurde "Ja, da hast du ja jetzt mal was richtiges, nicht so wie bei deinen anderen Symptomen". Zudem brauch ich auch für meine Ausbildung Atteste, die meine physische und psychische Gesundheit bestätigen usw. Ich denke schon, dass es da Probleme geben könnte.

13.12.2015 13:17 • #7


@Hoping: Wieso sollte es nichts bringen?

13.12.2015 13:17 • #8


Schlaflose
Zitat von lili90:
ch bin am überlegen, für einen Monat in eine psychosomatische Klinik zu gehen. Ich bin erst 19 Jahre alt und hab ein bisschen Angst, dass sich das dann schlecht auf meine Zukunft auswirkt. Was soll ich dann z.B. im Lebenslauf schreiben, was ich in der Zeit gemacht habe?


Vier Wochen braucht man im Lebenslauf doch nicht anzugeben. Was gibst du denn an, was du seit dem Abi bis jetzt gemacht hast? Ich habe im Juni 1982 Abi gemacht und habe im Wintersemester 1982 angefangen zu studieren. So habe ich das immer in meinem Lebenslauf angegeben, da hat niemand gefragt, was ich in den 4 Monaten dazwischen gemacht habe.

Das einzige, wo sich das negativ auswirkt, wenn man wegen der Psyche in Behandlung war, ist, dass man nicht verbeamtet wird. Auf Zeit schon, während der Ausbildung, aber nicht auf Lebenszeit. In einem anderem Beitrag hast du angedeutet, dass du Lehrerin werden willst.

13.12.2015 13:19 • #9


Hey Schlaflose,
Lehrerin an sich nicht. Ich würde schon in die Richtung gehen wollen. Ich will Pädagogik mit Nebenfach Betrieb/Wirtschaft studieren und bei der Stadt arbeiten. Und da wird man ja in der Regel verbeamtet. Schei***

13.12.2015 13:21 • #10


Schlaflose
Wenn man nicht verbeamtet wird, wird man stattdesen angestellt. Dann ist man Angestellter im Öffentlichen Dienst. Ist bei mir auch so. Man ist zwar finanziell etwas schlechter gestellt, weil man Sozialbeiträge und Rentenbeiträge zahlen muss, aber ansonsten ist es kein Unterschied. Ich bin in der gleichen Gehaltsgruppe wie ich auch als Beamter wäre.

13.12.2015 13:26 • #11


Aber du hast deine psychischen Probleme sicher später als ich bekommen, oder?

13.12.2015 13:27 • #12


Schlaflose
Bei mir war es so, dass zu der Zeit, wo ich eingestellt wurde, im Saarland generell keine Verbeamtungen von Lehrern vorgenommen wurden. Etwa 10 Jahre später wurde dann allen angestellten Lehrern die Möglichkeit angeboten, sich verbeamten zu lassen. Da war ich noch nicht in Behandlung gewesen. Aber mir ging es schon die ganze Zeit psychisch so schlecht, dass mein Schulleiter mir eine so schlechte Beurteilung geschrieben hat (hautpsächlich mangelnde Belastbarkeit und keine Anstrengungen, sich außerunterrichtlich zu engagieren) dass ich aufgrunddessen nicht verbeamtet wurde.

Dass man nach therapeutischer Behandlung nicht mehr verbeamter wird, ist aber erst seit einigen Jahren so.

13.12.2015 13:34 • #13


Ich denke, dass mir das trotzdem die nächsten Jahre dann noch nachhängen wird.
Welcher Arbeitgeber entscheidet sich schon für die psychisch Kranke?

13.12.2015 13:52 • #14


Schlaflose
Einem normalen Arbeitgeber muss man das nicht auf die Nase binden, nur beim Staat als Arbeitgeber ist man dazu verpflichtet.

13.12.2015 14:15 • #15


Haben die eigentlich Einsicht in die Krankenakte? Also angenommen ich beende die Psychotherapie noch vor meinem Studium, gelte ich dann immernoch als psychisch krank oder wie?

13.12.2015 14:17 • #16


Schlaflose
Die haben zwar keine Einsicht in die Krankenakte. Aber wenn es um die Verbeamtung geht, muss man zum Amtsarzt und dort etliche Formblätter über Vorerkrankungen und auch Erkrankungen von Familienmitglieder und Behandlungen/Therapien etc. ausfüllen und mit seiner Unterschrift erklären, dass man alles wahrheitsgemäß angegeben hat. Wenn man das nicht macht und es später irgendwie doch herauskommt, hat es Konsequenzen.

13.12.2015 14:26 • #17


Na prima. Dann kann ich meinen Berufswunsch ja streichen. Bei der Stadt wird man ja immer verbeamtet. Ist das in Deutschland generell so?

13.12.2015 14:28 • #18


Schlaflose
Bei der Stadt wird doch nicht nur verbeamtet. Es gibt da genauso Angestelltenverhältnisse wie auch in anderen Behörden. Ich glaube schon, dass das in ganz Deutschland so ist.

13.12.2015 14:31 • #19


Hab mich gerade dazu belesen.
Da ich bald meine zweite Psychotherapie anfange, stehen die Chancen nicht ganz so gut, weil man denken könnte, dass die erste nicht angeschlagen hat. Besonders bei Persönlichkeitsstörungen oder mittelschweren Depressionen lehnt man Beamtungen ab.

13.12.2015 14:35 • #20




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Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf