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Hallo zusammen,

wollte mich näch längerer Zeit mal wieder melden. Bin "hart" eifersüchtig und habe mich vor einiger Zeit entschlossen eine Therapie zu machen (Gruppenmäßig). Hatte Glück gehabt und nach kurzer Suche eine Gruppe in meiner Nähe gefunden, wo ich auch herzlich aufgenommen worden bin. Leider habe ich mir den Anfang selber nicht leicht gemacht und erst mal gedacht, ich habe die Weisheit mit löffeln gegessen und die anderen haben sowieso keine Ahnung. Wobei ich die war, die sich gesperrt hat. Ich wollte mehrmals die Gruppe hinwerfen und meinen Dickkopf durchsetzen damit das ich es alleine schaffe. Allerdings kann ich für mich das nicht. Ich habe bis jetzt gelernt das ich nur weiterkomme, wenn ich mich der Gruppe gefühlsmäßig total öffne, damit hole ich für mich das meiste Gedankengut heraus. Halbherzigkeit bringt nichts. Nur völlige Offenheit und wirklich das ich will an meine Probleme herangehen. Es ist anstrengend, aber schaffbar. Deshalb hoffe ich dass ihr euch nicht jahrelang alleine mit dem düsteren Gedanken herumqält sondern euch Hilfe sucht, die es auch gibt. Und der Psychotherapeut/in ist kein Wundermensch, der mit Schnipp eure Probleme löst, sondern nur eine lebendige Betriebsanleitung, die bei dem Finden des eigenen Weg Hilfestellung gibt. Gehen müsst ihr alleine und dürft nicht nur auf Wunder warten.

06.12.2010 21:47 • 09.12.2010 #1


6 Antworten ↓


hallo knaffty,

ich habe auch bereits öfter überlegt, eine therapie zu machen, weil ich langsam das gefühl habe, mit meiner eifersucht nicht selber fertigwerden zu können. und bevor es mir das leben endgültig kaputtmacht, sollte ich vielleicht doch professionelle hilfe aufsuchen.

allerdings bezahlt so etwas ja sicherlich nicht die krankenkasse, oder? ist eine soche therapie teuer? über eine gruppentherapie hatte ich bisher noch nicht nachgedacht, aber jetzt wo du darüber schreibst, denke ich, dass es vielleicht sogar die bessere alternative wäre. was meinst du?

liebe grüße,
konstantin

07.12.2010 11:43 • #2



Mache gerade eine Therapie um mit der Eifersucht umzugehen

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Du sprichst mir aus der Seele. Man könnte den gesamten Abschnitt von Dir nehmen und für alle Probleme Alk Ängste Phobien usw.nehmen. habe 3 Langzeitherapien hinter mir. Allerdings nicht wegen Eifersucht

Es ist aber genau so wie Du es beschreibst. Viele denken siehätten die Weisheit mit Löffeln gefressen und müssen dann auf die schmerzhafte Weise erfahren das dem nicht so ist

Die Frau die mich 2 Jahre mit ihrer Eifersucht geplagt hat habe ich verlassen. Sie war die sich selbst erfüllende Prophezeiung. Du verstehst was ich meine. ?

Auch nach mir ging eine Partnerschaft nach der anderen kaputt und sie kam mich besuchen. Ich erklärte ihr zum wievielten Male das es nicht an den männern liegt sondern sie sich nur ändern könne und riet Ihr zu einer Therapie. Eingeschnappt fiuel die Tür hinter ihr ins Schloss und weg war sie .

Habe nie wieder was von Ihr gehört. Gott sei es gedankt und gepriesen. Eifersucht wenn sie krankhaft ist ,ist schrecklich. da kannste machen was de wilst ,für die Kranke Person machste immer irgendeinen Fehler und prompt kann ja nur wieder eine andere dahinter stecken.

Es blieb mir nichts übrig als auszuziehen..

Es ist nun schon 15 Jahre her, aber das Grauen sitzt mir immer noch im Nacken.

Alles Gute Und ich finde es Klasse das de ne Therapie gemacht hast bzw machst.

09.12.2010 18:48 • #3


Hallo zusammmen,

ich hatte auch erst gedacht, ich müsste die Therapie selber zahlen. Allerdings stimmt das nicht, wenn Du eine Therapie machst bei einer/em Psychotherapeut/in die kassenärztlich abrechnet, zahlst Du nichts, ausser die 10 Euro Praxisgebühren pro Quartal. Meine Kasse hat das auch direkt bewilligt ohne Probleme. Und der Vorteil bei einer Gruppentherapie ist, dass wenn andere ihre Probleme beschreiben, immer was dabei ist, was auf einen selber passt und man viel mehr mitnimmt als bei der Einzelsitzung. Es ist halt straffer vom Thempo, weil mehrere manchmal ein Problem haben, worüber sie sprechen möchten. Ich muss für mich allerdings sagen, dass ich ohne Therapie noch schlimmer dran wäre als mit. Es ist zwar nicht schnipp weg, aber ich versuche mich langsam auf andere Dinge zu konzentrieren als immer dem Gefühl nachzuhängen. Ich wache langsam aus dem grauen Nebel auf, wo mein Leben nur das Wort Eifersucht kannte. Es ist super schwer für mich, was anderes zuzulassen als den Gedanken nachzugehen. Zum Beispiel habe ich mir seit drei Jahren das erste Mal wieder Klamotten gekauft die auch weiblicher und farbiger sind, was ich während der Eifersuchtszeit total vernachlässigt habe. Bei mir ist das so, dass in meinem Kopf für nichts anderes Platz war als das Thema Eifersucht. Ich finde ganz ganz langsam wieder das, was mir früher mal Spass gemacht hat, aber es ist wirklich hart das wieder zum Vorschein zu bringen. Es ist richtge Schwerstarbeit sich aufzuraffen. Ich kann nur wirklich jedem raten sucht Euch früh genug Hilfe und rafft Euch auf (auch wenn es schwer ist rumzutelefonieren), aber ich habe gemerkt das ich mir selber soviel Lebensqualität durch die Eifersucht genommen habe und ich diese Stück für Stück wieder aufbauen muss. Da ich diesen Form auch immer offfene Augen bekommen habe, stehe ich soweit wie mir möglich für Fragen usw. zur Verfügung. Ich wäre froh gewesen, wenn mir einer vorher richtig klargemacht hätte, dass eine Therapie nicht schlimm ist, sonder nur anstrengend. Dann hätte ich den Schritt schon viel früher gemacht.

09.12.2010 21:30 • #4


hallo knaffty,

ich kenne ganz genau das, was du da beschreibst. das nicht-abstellen-können der gedanken, mit denen man sich selbst die ganze zeit peinigt und angst einjagt. es ist schlimm! man macht sich kaputt, hat keine kraft mehr, sich auf irgendetwas zu freuen; die beziehung leidet darunter. ich mache mir inzwischen auch große sorgen um meine arbeit, weil ich auch immer öfter keine kraft mehr habe, meine arbeit zu leisten, mich zu motivieren. manchmal sitze ich einfach stundenlang vor dem bildschirm und die todo-liste wird immer länger und länger. wenn das so weiter geht, kann das zu einer katastrophe führen. das ganze wird bei mir noch dadurch verschlimmert, dass wir eine fernbeziehung haben, wo wir uns nur alle drei bis vier wochen sehen können. wenn man sich nicht täglich sieht, fällt es mir noch schwerer zu vertrauen.

ich lese gerade das buch von Dr. Rolf Merkle über die eifersucht und einige sachen sind für mich ganz hilfreich. aber das reicht mir noch nicht. ich glaube, ich muss mit jemandem darüber sprechen und zwar immer wieder, damit es besser wird. deswegen würde ich gern eine therapie aufsuchen.

liebe grüße,
konstantin

PS: hast du es zuerst mit deiner krankenkasse abgeklärt oder bist du gleich zum therapeuten gegangen? wie hast du einen gefunden? hast du ihn empfohlen bekommen?

09.12.2010 21:59 • #5


ich kenne das mit der Arbeit. Pass nur auf das die Eifersucht nicht deine gesamte Existens kaputtmacht. Du kannst Dich steuern, nicht die Eifersucht dich. Bei einem Schub musst Du durchhalten. Mir wurde gesagt, dass wenn Du den Schub nicht nachgibst, praktisch das Verlangen der Kontrolliererei und Grübelei dann verschwindet dieses Muss gefühl irgendwann. Ich stelle mir das so vor, wenn jemand unbedingt Dro. oder eine anderes Suchtmittel benötigt, damit der Druck verschwindet und ihn nicht bekommt dann hängt er auch durch. Doch man kann es nur mit Aushalten trainieren und nichts anderes. Wenn ich nachgegeben habe, war der Druck nur einen Moment weg und kam dann in immer kürzer werdenden Abständen wieder. Also aushalten und möglichst nicht der Partnerin von dem momentanen Flash erzählen, weil es nervt denjenigen irgendwann, auch wenn er am Anfang verständnisvoll ist. Es ist ein am Anfang ständiger Kampf den man durchhalten muss, um ein bessereres Gefühl zu bekommen. Und ablenken, ablenken und nochmal ablenken. Auch wenn es schwer fällt.

Ich bin relativ naiv an die Therapeutensucher herangegangen. Am Anfang habe ich die Psychotherapeuten angerufen und gefragt, ob es die Möglichkeit gbit eine Therapie bei der Person gegen Eifersucht machen zu können. Ich bin zudem auch eigentlich halbherzig an die Sache herangetreten und hatte den Ernst der Lage nicht im Vollen ausmaß nicht gecheckt. Nachdem ich 3 Absagen von Therapeuten bekommen habe (oder ein halbes Jahr Wartefrist), bin ich im Internet durch Zufall an meine jetzige Therapeutin gestossen. Habe ihr eine E-Mail geschickt und hatte die halbe Hoffnung schon aufgegeben als sie sich meldete und einen Termin mit mir vereinbarte. Und so bin ich in die Gruppe gerutscht. Mit mehr Glück als Verstand am Anfang. Ich habe auch einmal das Handtuch geschmissen, aber im Unterbewusstsein gemerkt das ist die falsche Entscheidung und einen Tag später "gebettelt" das ich wieder in die Gruppe "darf". Seitdem bin ich für mich erst richtig in der Gruppe angekommen und habe den festen Willen, die Chance nicht noch einmal hinzuschmeißen. Ein Lob an meine Therapeuten die mir meinen Platz in der Gruppe direkt wiedergegeben hat.

09.12.2010 22:35 • #6


hey!

ja, darauf bin ich auch schon gekommen, dass man es bei den schüben mal durchhalten muss und nicht nachgeben. aber es ist verdammt schwer! was unser kopf doch für eine kraft über uns hat. und wenn man dazu noch eine lebhafte phantasie hat, wirds richtig schlimm. ich habe dann immer das gefühl, ich MUSS mir das schlimmste vorstellen, warum auch immer. vielleicht damit ich das dann verhindern kann, oder so. aber es ist ja totaler quatsch. dadurch, dass ich mich immer in angst versetze, kann ich ja überhaupt nichts verhindern. und, außerdem, gibt es da ja auch gar nichts zu verhindern. ist alles produkt meiner phantasie.

und du hast natürlich recht damit, dass man den anderen nicht jedes mal etwas merken lassen darf. denn ich kann mir nicht vorstellen, dass man es auf dauer tolerieren kann, obwohl ich selbst eigentlich nur die eine seite kenne.

liebe grüße,
konstantin

PS: deine therapeutin ist nicht zufällig in berlin?

09.12.2010 23:34 • #7




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Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf