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Guten Abend zusammen

Leider gibt es aktuell sehr lange Wartezeiten um in einer Rehaklinik aufgenommen zu werden.
Bin jetzt schon 7 Monate krankgeschrieben. war in der psychosomatischen Klinik, anschließend Tagesklinik. Habe schon Fortschritte gemacht aber habe soooo Angst wieder rückfällig zu werden wenn ich wieder arbeiten gehe. Leide an Depressionen, Angststörung und Insomnie.

Bekomme nun leider erst in 6 Monaten den Rehaplatz.

Wie war das bei euch? Wart ihr wieder arbeiten und seid dann in die Reha?
Habe die Befürchtung dass mir die Krankenkasse und mein Hausarzt dann stress machen wenn ich so lange auf den Platz warten muss. Habt ihr da Erfahrungswerte?

Lieben Dank schon mal

Stephi

18.06.2025 21:18 • 03.07.2025 #1


12 Antworten ↓


Meine Situation war ähnlich deiner jetzigen. Bei mir war das kein Thema. Die Krankenkasse hat keinen Druck gemacht und auch seitens der Ärzte gab es keine Probleme. Beide wissen ja auch wie lange man warten muss und das es u.U. erst danach weiter gehen kann.

A


Lange Wartezeiten bei der Reha-vorher wieder arbeiten?

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Zitat von STEPHI1988:
Guten Abend zusammen Leider gibt es aktuell sehr lange Wartezeiten um in einer Rehaklinik aufgenommen zu werden. Bin jetzt schon 7 Monate ...

Ich war die ganze Zeit krank geschrieben. Wenn Du wieder arbeiten gehst, könnte man es Dir auch anders auslegen, nämlich das es bei Dir nicht so schlimm sein kann. Warte doch ab, was passiert.

Eine Reha ist zu eigentlich dazu da, die Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen. Wenn du jetzt schon arbeiten kannst, bedeutet das eigentlich, dass du gar keine Reha brauchst. Das Arbeiten könnte aber auch dazu führen, dass deine bisherigen Fortschritte zunichte gemacht werden.

@Samishi

Lieben Dank für deine Antwort Ja du hast recht. Hab bald einen Termin beim Hausarzt. Bin mal gespannt was er meint

@Abendschein

Ja den Gedanke hatte ich auch schon.
In mir ist irgendwie immer der Stress so schnell wie möglich wieder arbeiten zu müssen. Liegt wohl auch an meiner Erziehung

@Schlaflose

Ja das wäre sehr ärgerlich wenn alles umsonst gewesen wäre. Die Zeit war unglaublich anstrengend und ist es auch immer noch. Hab einfach Angst wieder in mein Muster zu fallen...

Hallo Stephi,

ich kenne es selber auch so, dass die meisten Patienten vor dem Aufenthalt krankgeschrieben sind, ich selber war es auch immer.
Bislang habe ich noch nicht gehört, dass jemandem daraus Probleme entstanden wären.
Möchtest du die Reha von dir aus machen, hat dein Arzt das vorgeschlagen oder wurdest du von offizieller Seite dazu aufgefordert?
Möchtest du dort deine Arbeitsunfähigkeit attestieren lassen oder möchtest du wieder arbeitsfähig entlassen werden? Ich kenne es von den Reha-Mitpatienten so, dass es im Wesentlichen diese zwei Gruppen von Patienten gibt, eine Reha kann ja für beides sein, also entweder die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit oder die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit. Was ist es bei dir?

Ich war auch schon mehrfach in Kliniken.

Eine Nachfrage zum Verständnis (und das ist wirklich zum Verständnis gemeint und überhaupt nicht als Kritik):
Du warst innerhalb der letzten 7 Monate bereits zweimal in der Klinik (einmal vollstationär und einmal Tagesklinik) und die Reha wird jetzt der dritte Aufenthalt?
Also 3 Klinikaufenthalte in etwas über einem Jahr?

Was machst du denn ambulant für deine Psyche, machst du Therapie, hast du einen Psychiater, eine Selbsthilfegruppe, nimmst du Medikamente?

Ich frage das, weil ich schon bei ganz vielen Mitpatienten erlebt habe, dass manche Patienten von einem Klinikaufenthalt zum nächsten Klinikaufenthalt leben, ohne sich ambulant ein tragfähiges Hilfsnetzwerk aufzubauen. Das führt dann oftmals dazu, dass sich keine Verbesserung einstellt und das Leben irgendwann nur noch aus Klinikaufenthalten besteht, was fast nie dazu führt, dass es den Menschen langfristig besser geht.

Wie gesagt, das ist überhaupt nicht als Vorwurf gemeint, absolut nicht. Ich war ja selber schon oft in Kliniken. Ich kann nur aus meiner Erfahrung heraus sagen, dass 3 Klinikaufenthalte innerhalb von 13 oder 14 Monaten schon nicht wenig sind. Darum meine Frage nach deinem ambulanten Netzwerk (Psychotherapie, Psychiater, Selbsthilfegruppe, psychiatrische Ergotherapie, sozialpsychiatrischer Dienst usw. usw.).

Falls du noch kein gutes Netzwerk hast, würde ich die Zeit bis zur Reha dafür nutzen, mir ein tragfähiges Netzwerk aufzubauen, damit du aus diesem Klinik-Karussell herauskommst und langfristig auch ohne Klinik klarkommst. So nutzt du die Zeit sinnvoll und investierst in deine Zukunft, was langfristig mehr hilft als jetzt darüber nachzudenken, vor der Reha noch arbeiten zu gehen. Vor allem wenn du noch keinen Therapeuten hast, würde ich mich auf möglichst viele Wartelisten setzen lassen.

Ich habe auch Patienten erlebt, die vor der Reha arbeiten waren, das gibt es schon auch, das waren aber meistens die Patienten, die wirklich dringend wieder zurück in den Beruf wollten. Die Mehrheit der Patienten, die ich erlebt habe, waren vor dem Aufenthalt krankgeschrieben.
Meine Erfahrung ist auch, dass die offiziellen Stellen wissen, wie lange man auf einen Klinikaufenthalt warten muss und meistens keinen Stress machen, wenn man bereits angemeldet ist.

@darkshadow

Lieben Dank für deine Antwort
Ich bin seit gut 15 Jahre in ambulanter Psychotherapie, bin ein harter Fall Hab mich aber auch lange dagegen gewehrt den Schritt in den stationären Aufenthalt zu gehen als es jetzt aber eskaliert ist, war das Ende letzten Jahres der einzige Weg den mir die Ärzte aufgezeigt haben. War nie wirklich krankgeschrieben, bis eben zuletzt. Hab immer alles dafür getan, dass ich funktioniert habe auf der Arbeit.
Und jetzt hab ich ständig im Hinterkopf dass ich schon lange im Beruf fehle und es kein gutes Licht auf mich wirft. Ich weiss... falscher Denkansatz

Also in die Berufsunfähigkeit möchte ich eigentlich nicht. Aber fit genug um wieder im Berufsleben zu 100% zu stehen, fühle ich mich auch nicht.
Es ist einfach verflixt....

Die Reha hab ich von der Tagesklinik empfohlen bekommen....

Liebe Grüße und einen schönen Tag wünsche ich dir.

@Samishi Die KK zahlt aber nur 78 Wochen Krankengeld, danach ist ALG I dran, dann Harz IV.?

@Immaculatus Sofern man Arbeitslos ist ja, wie es im Job aussieht weiß ich nicht. Du fällst nach dem Krankengeldbezug ins Übergangsgeld, das wird gezahlt bis die Reha anfängt. Das Übergangsgeld wird von der Arge gezahlt. Aber auch hier gibt es Fristen und es ist ein allgemein sehr kompliziertes Thema.

Es soll alles kommen, wie es kommen muss. Ich wünsche mir nur, dass ich weniger Angst haben muss, dann wird es auch wieder was mit dem essen und der Verdauung. Diese Panikattacken sind völlig überflüssig, warum versetzte ich mich in solchen Stress? Ich muss das Loslassen einüben.

Hallo Stephi,

vielen lieben Dank für deine Antwort ! (Und bitte entschuldige meine späte Antwort, bei mir ist das Thema selber gerade sehr aktuell geworden.)

Ich kann gut verstehen, dass die Situation für dich so verzwickt ist.

Ich kann mich in ganz viel von dem, was du geschrieben hast, wiederfinden.
Ich bin auch schon sehr lange in ambulanter Therapie.
Und ich habe mich auch ganz lange gegen den ersten Klinik-Aufenthalt gewehrt, bis es irgendwann einfach nicht mehr ging. Ich wollte einfach unbedingt weiter arbeiten, habe krampfhaft an meinem normalen Alltag festgehalten, aus Angst vor dem, was da sonst auf mich zukommt, auch wenn es körperlich und psychisch schon mehr als grenzwertig war.
Mir hat die Klinik oft gut getan, mal mehr, mal weniger, und bei mir sollten nach dem ersten Aufenthalt noch sehr viele weitere Aufenthalte folgen. Ich habe mich sehr schwer getan, einzusehen, dass es für mich keinen Weg zurück in den Beruf gab. Ich habe gefühlt Ewigkeiten für die Akzeptanz gebraucht, und manchmal habe ich sie selbst heute immer noch nicht. Bei mir haben die Ärzte die Entscheidung getroffen, nicht ich selber, was die Akzeptanz etwas erschwert hat.

Aber das soll dich auf keinen Falle entmutigen, im Gegenteil. Ich bin bei den vielen Mitpatienten, die ich im Laufe der Jahre so kennengelernt habe, eher die Ausnahme. Ganz viele sind nach der Klinik in ihren Beruf zurückgekehrt, manche in Vollzeit, manche in Teilzeit. Einige haben umgeschult, und einige wenige, darunter ich, sind arbeitsunfähig geblieben.

Wenn es dir möglich sein sollte, würde ich mir an deiner Stelle jetzt noch keinen allzu großen Kopf darum machen, wie (oder zu wie viel Prozent) es nach der Klinik beruflich weitergehen soll. Du gehst ja in die Reha, um genau das herauszufinden, und Dein Aufenthalt ist ja noch eine ganze Zeit hin. Und bis dahin würde ich mich an deiner Stelle so gut es geht auf die Genesung konzentrieren. Durch deine Therapie-Erfahrung kannst du die Zeit ja durchaus nutzen, dich emotional und gedanklich auf die Zeit dort vorzubereiten (z.B. schonmal vorzusortieren, welche Themen du dort angehen/ansprechen möchtest, welche Themen du in der Gruppe/ welche Themen du in der Einzeltherapie platzieren möchtest,...), an deiner Tagesstruktur und deiner körperlichen Fitness zu arbeiten usw.
Die Gedanken an den Job und die Kollegen würde ich, so gut es geht, beiseite schieben. Diese Zeit ist jetzt ganz dazu da, dass du dich ganz auf dich und deine Probleme konzentrieren kannst. Das andere Thema hat dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder seinen Platz.

Ich drücke dir die Daumen, dass du die Zeit bis zur Klinik und die Zeit in der Klinik gut für dich nutzen kannst!
Liebe Grüße

A


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Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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