Hallo Stephi,
ich kenne es selber auch so, dass die meisten Patienten vor dem Aufenthalt krankgeschrieben sind, ich selber war es auch immer.
Bislang habe ich noch nicht gehört, dass jemandem daraus Probleme entstanden wären.
Möchtest du die Reha von dir aus machen, hat dein Arzt das vorgeschlagen oder wurdest du von offizieller Seite dazu aufgefordert?
Möchtest du dort deine Arbeitsunfähigkeit attestieren lassen oder möchtest du wieder arbeitsfähig entlassen werden? Ich kenne es von den Reha-Mitpatienten so, dass es im Wesentlichen diese zwei Gruppen von Patienten gibt, eine Reha kann ja für beides sein, also entweder die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit oder die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit. Was ist es bei dir?
Ich war auch schon mehrfach in Kliniken.
Eine Nachfrage zum Verständnis (und das ist wirklich zum Verständnis gemeint und überhaupt nicht als Kritik):
Du warst innerhalb der letzten 7 Monate bereits zweimal in der Klinik (einmal vollstationär und einmal Tagesklinik) und die Reha wird jetzt der dritte Aufenthalt?
Also 3 Klinikaufenthalte in etwas über einem Jahr?
Was machst du denn ambulant für deine Psyche, machst du Therapie, hast du einen Psychiater, eine Selbsthilfegruppe, nimmst du Medikamente?
Ich frage das, weil ich schon bei ganz vielen Mitpatienten erlebt habe, dass manche Patienten von einem Klinikaufenthalt zum nächsten Klinikaufenthalt leben, ohne sich ambulant ein tragfähiges Hilfsnetzwerk aufzubauen. Das führt dann oftmals dazu, dass sich keine Verbesserung einstellt und das Leben irgendwann nur noch aus Klinikaufenthalten besteht, was fast nie dazu führt, dass es den Menschen langfristig besser geht.
Wie gesagt, das ist überhaupt nicht als Vorwurf gemeint, absolut nicht. Ich war ja selber schon oft in Kliniken. Ich kann nur aus meiner Erfahrung heraus sagen, dass 3 Klinikaufenthalte innerhalb von 13 oder 14 Monaten schon nicht wenig sind. Darum meine Frage nach deinem ambulanten Netzwerk (Psychotherapie, Psychiater, Selbsthilfegruppe, psychiatrische Ergotherapie, sozialpsychiatrischer Dienst usw. usw.).
Falls du noch kein gutes Netzwerk hast, würde ich die Zeit bis zur Reha dafür nutzen, mir ein tragfähiges Netzwerk aufzubauen, damit du aus diesem Klinik-Karussell herauskommst und langfristig auch ohne Klinik klarkommst. So nutzt du die Zeit sinnvoll und investierst in deine Zukunft, was langfristig mehr hilft als jetzt darüber nachzudenken, vor der Reha noch arbeiten zu gehen. Vor allem wenn du noch keinen Therapeuten hast, würde ich mich auf möglichst viele Wartelisten setzen lassen.
Ich habe auch Patienten erlebt, die vor der Reha arbeiten waren, das gibt es schon auch, das waren aber meistens die Patienten, die wirklich dringend wieder zurück in den Beruf wollten. Die Mehrheit der Patienten, die ich erlebt habe, waren vor dem Aufenthalt krankgeschrieben.
Meine Erfahrung ist auch, dass die offiziellen Stellen wissen, wie lange man auf einen Klinikaufenthalt warten muss und meistens keinen Stress machen, wenn man bereits angemeldet ist.
23.06.2025 06:39 •
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