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Hi,
ich wollte mal fragen, ob ihr irgendwelche Tipps habt für einen längeren Klinikaufenthalt.
Ich kann jetzt doch sehr kurzfristig in eine psychosomatische Akutklinik. Auf der einen Seite freue ich mich, dass es jetzt doch so schnell geht (Aufnahme innerhalb von 1,5 Wochen), da ich von anderen Kliniken Wartezeiten von 1-2 Jahren kenne, aber auf der anderen Seite geht es mir jetzt doch fast schon zu schnell und ich bin jetzt komplett überfordert mit der Situation.

Ich war bereits dreimal in der Psychiatrie, aber immer nur 1-3 Nächte zur Krisenintervention und dann habe ich mich selbst entlassen. Jetzt ist es das erste Mal, dass ich für mehrere Wochen in einer psychosomatischen Klinik sein werde, die genaue Dauer weiß ich noch nicht, das ist ja bestimmt auch sehr individuell. Dazu ist die Klinik noch 700km weit weg, sodass ich mir auch nichts vorbei bringen lassen kann, evtl. nur per Post, aber da weiß ich auch nicht, ob das überhaupt geht.

Habt ihr irgendwelche Tipps, die euch bei euerm ersten Aufenthalt evtl. geholfen hätten?
Was sollte man auf jeden Fall mitnehmen, außer die normalen Dinge, wie Klamotten, Sportsachen, etc.?
Ich habe auch keine Ahnung, wie ich das ganze in einen Koffer bekommen soll, gerade mit Sport- & Schwimmsachen geht ja doch viel Platz verloren.
Durften ihr das Gelände verlassen, um im Ort einkaufen zu gehen & evtl. Kosmetikartikel nachzukaufen, wie Creme, Zahnpasta, etc.?
Und wie wurden die Therapien (Musik-,Mal-,Sporttherapie, etc.) verteilt, wurdet ihr einfach zugeteilt oder durfte ihr euch das aussuchen? Hattet ihr gleich ab dem zweiten Tag Therapien oder erstmal nicht? Haben die auch Schmerzmedikamente oder andere Medikamente, die nicht für psychische Dinge sind, da, falls man welche benötigt oder sollte ich mir jetzt lieber schon welche besorgen, für den Fall, dass man mal krank wird?

Wahrscheinlich bin ich auch einfach zu aufgeregt und daher die ganzen Fragen. Bei längeren Reisen habe ich vorher immer alles komplett durchgeplant und war auf alles vorbereitet. Jetzt geht es zum ersten Mal nicht, auf der Homepage der Klinik findet man auch nur wenig Infos und zugeschickt bekommen hab ich auch kaum was.
Ich weiß nur, dass alle ein Einzelzimmer haben und die Klinik hat ganz gute Bewertungen, das beruhigt mich zumindest etwas.

Danke schonmal fürs Durchlesen!

LG flowergirl

22.07.2021 21:17 • 01.08.2021 #1


14 Antworten ↓


Cati
Hallo,
ich war einige Wochen stationär in einer psychosomatischen Klinik.
Ich habe ab dem zweiten Tag das komplette Tagesprogramm mitgemacht.
Die einzelnen Therapiepunkte waren größtenteils vorgegeben, nur einige Punkte konnte ich auswählen, zum Beispiel konnte ich zwischen Klangschalentherapie und Progressiver Muskelentspannung wählen.
In der Nähe gab es Einkaufscenter, Rossmann etc. Nach den Therapien konnten wir jederzeit raus, bis abends um 22 Uhr.
Bei mir wurde dort Bluthochdruck festgestellt und ich bekam dann einen Blutdrucksenker.

Alles Gute

22.07.2021 21:46 • x 1 #2



Fragen zum Ablauf in psychosomatischer Akutklinik

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Schlaflose
Zitat von flowergirl:
Ich habe auch keine Ahnung, wie ich das ganze in einen Koffer bekommen soll, gerade mit Sport- & Schwimmsachen geht ja doch viel Platz verloren.

Man kann doch mehrere Koffer mitnehmen. Und wenn man mit der Bahn fährt, gibt es die Möglichkeit, die Koffer aufzugeben. Ansonsten gibt es in jeder Klinik Waschmaschinen und Trockner, Handtücher und Bettwäsche werden normalerweise auch gestellt.

23.07.2021 07:34 • x 1 #3


@flowergirl Hey, ich bin auch ab übernächster Eoche stationär in einer psychosomatischen Klinik. HAbe auch schon etwas Angst aber die Freude überwiegt doch. Bin auch schon am hin und her überlegen und nachdenken was ich alles brauche und ob das reicht... Ist schon eine aufregende Zeit

23.07.2021 07:52 • x 1 #4


zukunft-2021
Hallo flowergirl

Ich war vor fünf Jahren in Buching, psychosomatische Klinik. Mein Rat lautete, nimm soviel wahr wie Du kannst. Alle Therapien, Wanderungen und sonst noch, was Dich nicht überfordert

23.07.2021 08:23 • x 1 #5


Neben den üblichen Sachen, wie Kleidung und Kosmetik/Hygiene, würde ich noch evtl. 1 kleines Kissen und eine leichte Decke mitnehmen (zum gemütlich machen für abends, wenn es Fernsehzimmer gibt. Hatten bei mir einige, hätte ich auch gerne gehabt), Bücher, wenn du gerne liest, ein ausreichend dickes Notizbuch und Kullis, falls du Gedanken und Erkenntnisse festhalten willst. Evtl einen Bademantel, falls du, wie ich mal nachts durch die Flure wanderst, evtl was zum Stricken oder anders Hobbyzubehör, um dich in der Zwischenzeit zu beschäftigen. Man hat ja nicht den ganzen Tag Therapie. Kopfhörer, mp3 Player mit Hörbüchern, ggf. Ohropax. Persönliche Gegenstände, die dir dein Zimmer für dich gemütlicher/heimeliger machen. Man ist ja doch mitunter ne Weile da.

23.07.2021 19:57 • x 1 #6


Hallo,
vielen lieben Dank für die ganzen Antworten! Es klingt ja alles doch sehr gut.
Bei mir war die letzten Tage wieder ziemlich viel los & mir ging es nicht so gut, deswegen komme ich leider erst jetzt zum Antworten.

Ich habe mir jetzt zumindest schonmal eine Packliste geschrieben und natürlich eure Tipps mit aufgeschrieben. An bisschen Deko fürs Zimmer oder Sachen zur Beschäftigung und gemütliche Sachen hatte ich vorher gar nicht gedacht, danke dafür!
Ich habe mich jetzt auch entschieden mit dem Auto zu fahren, dann brauche ich mir nicht so viele Gedanken darüber machen, wie ich alles in mitbekomme.

@Marylou24 Ich wünsche dir auch auf jeden Fall alles Gute! Aufregend ist es auf jeden Fall, v.a. beim ersten Mal.
Ich versuche jetzt einfach jeden Tag schon ein bisschen zu packen und habe meine Liste liegen, weil mir jeden Tag wieder neue Dinge einfallen, was ich noch erledigen muss oder was unbedingt mit muss. Dann ist es hoffentlich am Vortag nicht mehr so viel.
Morgen habe ich auch nochmal Therapie, da werden wir bestimmt auch darüber etwas reden.
So langsam beruhige ich mich auch wieder etwas und die Vorfreude überwiegt.

26.07.2021 20:02 • x 1 #7


silverleaf
Hallo Flowergirl,

ich wünsche Dir viel Erfolg für den Aufenthalt! Super Sache, dass Du jetzt so schnell aufgenommen werden kannst!

Was das Packen angeht: Mach' Dir keinen allzu großen Stress, die meisten Kliniken haben Läden in der Nähe, wo man vergessene Sachen und Nachschub einkaufen kann. Auch kann man sich Sachen schicken lassen, Pakete werden an der Rezeption der Klinik abgegeben, auch über Amazon kann man sich so versorgen. Bei meinem letzten Aufenthalt wurde Onlineshopping sogar unterstützt, da man so unnötige Außenkontakte in Supermärkten vermeiden konnte. Die Organisation der Rezeption wurde darauf eingestellt.

Die Aufenthaltsdauer variiert von Klinik zu Klinik und Station zu Station, aber im Durchschnitt kann man wohl von 6-12 Wochen ausgehen.

Medikamente sind so eine Sache, das handhaben die Kliniken unterschiedlich. Ich musste z.B. alle Medikamente abgeben, die ich dabei hatte, und durfte nur die Medikamente einnehmen und auf dem Zimmer haben, die mir vom Pflegepersonal ausgehändigt wurden (das galt sogar für Nasenspray). Auch von anderen Kliniken habe ich das so gehört. Medikamente (auch freiverkäufliche) werden zumeist alle von der Klinik verschrieben und ausgeteilt, ich würde mich da vorher schlau machen. Wenn Du speziellere Medikamente einnimmst, würde ich mir davon einen kleinen Vorrat in einen Beutel packen (für 3-5 Tage) und diesen dann bei Aufnahme abgeben, dann bist Du auf der sicheren Seite. Aber ich würde das vorher direkt bei der Klinik erfragen.
Und ja, die haben alles an Medikamenten da, von "schweren" Medikamenten bis hin zu Pfefferminzöl, in der klinikeigenen Apotheke gibt es alles (oder wird bestellt), es muss nur von Deinem Arzt dort verordnet werden (auch der "harmlose" Kleinkram wie Nasenspray). So kenne ich es, wie gesagt, natürlich kann es auch sein, dass Deine Klinik das anders handhabt. Ich würde auf jeden Fall anrufen und nachfragen.

Wir durften das Gelände jederzeit verlassen, mussten nur zur Einschlusszeit wieder da sein. Außerhäusige Übernachtungen waren absolut verboten (auch wg Corona). Apropos Corona: Falls Du noch nicht vollständig geimpft oder genesen bist oder keinen tagesaktuellen negativen Test hast, kann es Dir passieren, dass Du erstmal in Quarantäne musst (auf Deinem Zimmer, bis das Testergebnis da ist).

Mit dem Auto zu kommen ist eine gute Idee, man "wohnt" dort ja für einige Zeit, ich habe auch immer viele Deko-Sachen mitgenommen, auch mein eigenes Bettzeug, viele Sachen zum Zeitvertreib, das hat mir immer viel geholfen. Im Zweifel habe ich beim Packen den Sachen den Vorzug gegeben, die man vor Ort nicht so leicht nachkaufen kann (also eher die Kuscheldecke als die 6. Flasche Shampoo , gerade dieser Bad-Kram kann viel Platz einnehmen und ist schwer, Sachen wie Duschgel, Shampoo etc. kann man vor Ort nachkaufen, also nur die "normale" Menge einpacken). Apropos schwer: Nachfragen würde ich auch, was Sachen wie Handtücher und Bademäntel angeht, die werden oftmals von der Klinik gestellt und nehmen echt viel Platz weg.

Therapie ist anstrengend, gerade die stationäre Therapie. Man muss/soll in dieser Zeit gut für sich sorgen, alles, was tröstet, ist gut. Vielleicht eine Packung vom Lieblingstee mit einpacken, für den ersten Abend, und eine schöne Tasse.

In würde im Vorfeld in Erfahrung bringen, wie das mit der Quarantäne gehandhabt wir, und mir für den Fall, dass das passieren kann, eine Tasche packen, in der Du die wichtigsten Sachen für die erste Nacht drin hast, ich habe Leute erlebt, die echte Probleme bekommen haben, weil sie nicht nochmal zum Auto durften und die Quarantäne abwarten mussten, nachdem sie "eingecheckt" hatten.

Was die Therapien angeht:
Ich hatte ein gewisses Mitspracherecht. Bestimmte Gruppen waren von der Station aus vorgegeben, bei anderen war eine gewisse Flexibilität vorhanden. Es wurde am ersten/zweiten Tag mit dem Bezugstherapeuten besprochen, der hat mich dann für die ausgewählten Therapien angemeldet. Einige Gruppen gingen sofort los, bei anderen Gruppen (wie z.B. Kunst oder bestimmte Sporttherapien) gab es eine Warteliste. Es kann hilfreich sein, sich darüber intensiv mit den Mitpatienten auszutauschen und nachzufragen, machmal denken die Bezugstherapeuten nicht an alles, was es so gibt. Du wirst wahrscheinlich eine Patin/ einen Paten (MitpatientIn) bekommen, die/der Dir alles erklären und zeigen wird.

Ansonsten: Freu' Dich auf die Zeit! Man kann dort tolle Erfahrungen machen.

Noch eine Anmerkung zum Thema Mitpatienten:
Es ist toll und auch erwünscht, dass man sich mit den anderen Patienten austauscht, unterhält, Zeit verbringt, auch außerhalb der Therapien. Aber das ist ein zweischneidiges Schwert: Achte gut auf Deine Grenzen. Du bist für Dich und Deine Therapie dort, nicht für andere. Du wirst später verstehen, was ich meine. Es gibt viele nette Patienten, mit denen man sich toll unterhalten kann, es gibt aber auch schwierige Leute dort, die das Talent haben, mit ihrem "Drama" eine ganze Station in Atem zu halten und sich ständig in den Mittelpunkt zu spielen. Oder die Patienten, die gleich sofort versuchen, die "Neuen" auf ihre Seite zu ziehen, aber eigentlich ihr eigene Agenda verfolgen, fast wie in der Schule. Also Vorsicht vor den Leuten, die gleich am ersten Tag auf Dich zugestürmt kommen, Dich gleich vereinnahmen wollen und schon nach 10 min anfangen darüber zu sprechen, welche Mitpatienten nicht so toll sind. Du darfst dort jederzeit aus vollem Herzen "nein" sagen, wenn Du an einer Aktivität (außerhalb von Therapie) nicht teilnehmen möchtest. Ich habe es häufig erlebt, dass Leute es nicht geschafft haben, sich abzugrenzen, und dann nach 3 Wochen völlig erschöpft waren von den ganzen Therapien und dem zusätzlichen Sozial"stress", der entstehen kann. Und die sich so mit in irgendwelche Streitereien haben hineinziehen lassen, dass ihre eigene Therapie darunter gelitten hat.

Man kann dort tolle Freunde finden, aber was die schwierigen Menschen angeht: Mach' Dir keinen Stress wegen denen, die wirst Du in Deinem Leben vermutlich eh nie wiedersehen.

Der Fokus sollte immer auf Dir und Deiner Therapie liegen. Manchmal verliert man diesen Fokus. Erinnere Dich immer daran, wofür Du in der Klinik bist.

Und: Deine Einstellung wird viel zum Erfolg der Therapie beitragen. Es wird bestimmt ein paar Probleme geben, aber es wird auch viele Dinge geben, die gut laufen. Konzentriere Dich auf die Punkte, die gut laufen. (Es gibt leider auch immer Patienten, die alles ständig schlechtreden, von denen sollte man sich fernhalten und sich nicht von deren Strudel aus Negativität mit herunterziehen lassen.) Wen in der Therapie etwas nicht so läuft, wie Du es möchtest, versuche, das frühzeitig bei Deinen Therapeuten/Ärzten anzusprechen, man kann viele Veränderungen herbeiführen, wenn etwas nicht klappt. Aber dafür musst Du eine offene Kommunikation mit Deinem Bezugstherapeuten pflegen. Auch die Perspektive ist wichtig (bzw. diese nicht zu verlieren). Wenn mal etwas schlecht läuft, versuche, es immer im größeren Zusammenhang zu sehen. Zum Beispiel: Welche Auswirkungen hat es auf mein weiteres gesamtes Leben, dass jetzt diese Woche die Kunsttherapie ausgefallen ist? Dann erscheinen die Dinge, die einem in der Klinik gerne mal die Laune brutal verderben, gleich in einem viel helleren Licht und verlieren ihre Bedeutung (bzw. lassen sich wieder relativieren).

Oh je, sorry, dass das jetzt so lang geworden ist, das wollte ich gar nicht. Ich wollte Dich auf keinen Fall verwirren oder überfordern.

Die Kurzform: Freu' Dich auf den Aufenthalt, achte auf Deine Grenzen, steh' für Dich ein, verlier' das Positive nicht aus den Augen.

Alles Gute für Deinen Aufenthalt,

LG Silver

29.07.2021 01:16 • x 3 #8


Vielen lieben Dank für deinen so ausführlichen Beitrag @silverleaf !
Mit einem so langen Text habe ich gar nicht gerechnet, das hilft mir (und bestimmt auch ein paar anderen) sehr und gibt mir etwas Sicherheit, danke!
Leider wird die Aufnahme jetzt doch um eine Woche nach hinten verschoben, aber so hab ich wenigstens noch ein bisschen Zeit und so lange ist es ja auch nicht.
Das mit den Paketen klingt ja super. Kuscheldecke steht jetzt auch schon auf der Liste, nur mit Deko muss ich mal schauen, da neige ich immer dazu, leicht zu übertreiben
Die Quarantäne kenne ich sogar schon von der Psychiatrie, da mussten wir auch auf dem Zimmer bleiben bis das negative PCR-Testergebnis da ist, trotz vollständiger Impfung. Aber vielleicht rufe ich nochmal an und frage, wie es dort abläuft.
An die "Probleme" mit den Mitpatienten habe ich bis jetzt noch gar nicht gedacht, aber ich kann es mir sehr gut vorstellen, wie das dann abläuft, aber jetzt bin ich ja ein bisschen vorgewarnt.

Die ganzen Tipps werde ich mir auf jeden Fall zu Herzen nehmen und mich auch währenddessen versuchen, daran zu erinnern.

Dankeschön nochmal!
LG flowergirl

29.07.2021 23:05 • x 1 #9


silverleaf
Hallo Flowergirl,

freut mich, dass ich Dir etwas helfen konnte !

Und sorry nochmal, dass die Antwort so lang geworden ist, irgendwie sind mir ständig neue Sachen in den Kopf gekommen, die irgendwie alle wichtig erschienen ...
(Es ist ein bisschen der Länge der Zeit geschuldet, die ich in solchen Kliniken verbracht habe, quasi eine kleine Quintessenz einiger Aspekte von stationärer Klinik, und irgendwann war es dann schwierig, zwischen wichtig und unwichtig zu unterscheiden ...)

Ich hatte nach dem Absenden dann genau die Hoffnung, die Du auch selber schon beschrieben hast: Dass Du erstmal alles Unwichtige wieder vergisst und Dich dann in der konkreten Situation, in der Dir ein solches Problem begegnet, vielleicht daran erinnerst .
Einige der Sachen, die ich geschrieben habe, werden vermutlich auch erst vor Ort bzw. in der jeweiligen Situation richtig Sinn ergeben.

Dass mit der Verschiebung tut mir leid, aber ich freue mich, dass Du die zusätzliche Zeit zu Hause gut für Dich nutzen kannst.
Einer Freundin von mir geht es gerade ganz genauso, ihr Aufenthalt verschiebt sich gerade auch immer und immer wieder nach hinten ...

Falls Du noch weitere Fragen hast: einfach immer raus damit!

Ich wünsche Dir nochmals alles Gute für den Aufenthalt, wünsche Dir nette Mitpatienten, gute Therapeuten und eine insgesamt hilfreiche und aufschlussreiche Zeit!

LG Silver

30.07.2021 03:28 • x 1 #10


Hallo zusammen, ich hatte gestern meinen ersten Tag. Musste nur die erste Nacht, wegen dem corona Test, in einem Einzelzimmer bleiben. Aber die Schwester hat mir am Abend bereits die Station gezeigt und ich habe einige Patienten kennengelernt. Alle sind sehr lieb hier, ich finds auch schön dass die Ärzte und Pfleger ihre privat Klamotten tragen. Generell wirkt alles eher wie eine Wohngruppe, da man jederzeit Küche und Wohnzimmer benutzen kann. Bis jetzt bin ich was diese Punkte angeht sehr zufrieden.

30.07.2021 05:43 • x 1 #11


silverleaf
Hallo Marylou,

freut mich sehr, dass Du gut angekommen bist !

Ich drücke Dir die Daumen, dass es weiter gut läuft!

Wie wär's, hättest Du vielleicht Lust, ein eigenes Thema aufzumachen und uns von Deinen Klinikerfahrungen zu berichten? Eine Art Klinik-Erfahrungsbericht oder Klinik-Tagebuch?
Ich würde mich darüber freuen!

Viel Erfolg weiterhin,

LG Silver

30.07.2021 18:33 • #12


@silverleaf klar das kann ich gerne machen, ich könnte ja am Montag anfangen weil ich erst heute richtig angefangen hab und am Wochenende ja keine Therapien sind

30.07.2021 19:35 • x 1 #13


Hey, ich hab mal noch eine Frage. Wäre es wohl theoretisch möglich, natürlich nur wenn ein Platz frei wäre, von der stationären Behandlung in eine Tagesklinik zu wechseln? Ich hab das jetzt nicht vor, interessiert mich aber irgendwie. Weil meine Klinik das auch anbietet.

31.07.2021 07:39 • #14


silverleaf
@Marylou24,

meinst Du "im Anschluss" oder "grundsätzlich"?

Was genau meinst Du mit "die Klinik bietet das an"? Hat man Dir im persönlichen therapeutisch/ärztlichen Gespräch diesen Vorschlag gemacht oder gibt es von Klinikseite irgendwo einen allgemeinen Hinweis darauf, dass sich "um Anschlussbehandlung gekümmert wird"? Das ist ein großer Unterschied.

Grundsätzlich ist das möglich, hängt aber ein bisschen von dem "Wie und Warum" ab.

Ich kann sagen, dass ich es so erlebt habe, dass eine Anschlussbehandlung grundsätzlich relativ problemlos möglich ist. Ich hatte mal einen mehrmonatigen stationären Klinikaufenthalt in einer psychosomatischen Klinik, war aber noch nicht stabil genug, um vollständig in den "normalen Alltag" entlassen zu werden. Die Klinik hat dann den Antrag und die Formalitäten erledigt und mich für eine Anschlussbehandlung in einer Tagesklinik untergebracht. Zwischen vollstationärer Entlassung und Aufnahme in der Tagesklinik lagen dann ein paar Tage (weniger als eine Woche), und in der Tagesklinik war ich dann nochmal 6 Wochen. Allerdings wurde das erst zum Ende des vollstationären Aufenthalts ein Thema, Du bist ja gerade erst angekommen, Deine Therapeuten werden das, falls es nötig sein sollte, dann zu gegebener Zeit mit Dir besprechen und in die Wege leiten. Und es gibt auch andere Alternativen der Nachsorge nach einem Klinikaufenthalt, aber ich würde erstmal ein paar Wochen abwarten und sehen, wie sich die Therapie entwickelt und was dann im Anschluss notwendig werden wird. Die Therapeuten sind dafür auf jeden Fall die richtigen Ansprechpartner. In den meisten Fällen wird ein solcher Wechsel aber erst nach Abschluss/Beendigung des vollstationären Aufenthalts veranlasst, da beide Aufenthalte unterschiedliche Verfahren und Kostenübernahmeanträge bei der Krankenkasse nötig machen (psychosomatische Klinik ist ein vollstationärer Aufenthalt, Tagesklinik ist ein teilstationärer Aufenthalt und muss neu beantragt werden).

Falls Du jedoch darüber nachdenkst, die Klinik frühzeitig durch die Tagesklinik zu ersetzen, ohne dass Dir von Klinikseite explizit dazu geraten wurde und ohne dass Du irgendwelche persönlichen Notfälle zu Hause hast, die das begründen, könnte es vielleicht etwas komplizierter werden oder zumindest einen merkwürdigen Eindruck hinterlassen. Der folgende Absatz ist nur für diesen Fall relevant, darum setze ich ihn mal in Klammern:

(Natürlich freut sich jede Krankenkasse grundsätzlich, wenn sie Geld sparen kann (und Tagesklinik ist billiger als vollstationär), aber jetzt hat Deine Krankenkasse ja gerade den vollstationären Aufenthalt genehmigt. Wenn Du jetzt stattdessen, kaum dass Du angekommen bist, doch lieber teilstationär gehen möchtest, könnte das, wenn es schlecht läuft, bei der Krankenkasse und bei der Klinik einige Fragen bezüglich Deiner Glaubwürdigkeit aufwerfen, was Deine ursprüngliche vollstationäre Einweisung angeht: Eine diesbezügliche Kostenübernahme und Klinikaufnahme berücksichtigt ja den Aspekt, dass Du bei Deinem Arzt angegeben hast, die Behandlungsintensität einer vollstationären Einrichtung zu benötigen. Und gerade heutzutage sind die vollstationären Plätze ja schwer zu kriegen, viele Patienten warten Monate (bis hin zu Jahren) auf ihre Aufnahme, und das ist sowohl den Krankenkassen als auch den Kliniken sehr bewusst und kann daher viele Fragen aufwerfen, wenn ein solcher Platz vorzeitig freiwillig aufgegeben wird. Man sollte sehr, sehr gute Gründe haben. Ansonsten kann es im schlechtesten Fall passieren, dass die Krankenkasse Dir unterstellt, dass Du bei der Darstellung Deines Zustands bei der Überweisung in vollstationäre Behandlung sehr stark übertrieben hast, was ungünstige Folgen für künftige Kostenübernahmen haben kann. Bei der Klinik, in der Du gerade bist, könnte es auf jeden Fall einen merkwürdigen Eindruck hinterlassen (was nur dann relevant ist, falls Du nochmal dort aufgenommen werden möchtest). Ein solcher Schritt sollte also gut überlegt sein, wenn er nicht von der Klinik ausgeht. Ich schreibe das auch nur für diesen speziellen Fall, da ich es einmal erlebt habe, dass eine Mitpatientin nicht wieder von einer Klinik aufgenommen wurde, nachdem sie einen solchen Schritt gemacht hat.)

Ganz allgemein würde ich Dir raten: Komm' erstmal in Ruhe an, leb' Dich einfach erstmal ein. Alles zu seiner Zeit.

LG Silver

01.08.2021 05:42 • #15



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Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf