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Ostturm
Hey,

war schon mal jemand in einer Akutklinik für Psychosomatik?

Kann mir jemand sagen, wie das mit den Anträgen oder Einweisungen aussieht und wie der Ablauf in der Klinik aussehen könnte?

Ich hatte eine Klinik angeschrieben und bekam eine Kostenliste von 8.400Euro für 2 Wochen.

Ich bin Gesetzlich Versichert und sehe da Schwarz für mich.

Ich hoffe hier auf Hilfe bei den fragen.

04.01.2022 12:28 • 13.04.2022 #1


8 Antworten ↓


Coru
Es ist wichtig, dass die psychosomatische Klinik auch gesetzlich Versicherte annimmt. Du gehst dann zu deinem behandelnden Arzt und der kann der eine Einweisung schreiben. So wie ich das kenne, schreibt der behandelnde Arzt auch einen Bericht und den schickst du zusammen mit der Anmeldung ab. Die Einweisung musste ich zum Tag der Anreise mitbringen.

Das Ganze wird dann von der Krankenkasse bezahlt bis auf die 10 Euro täglich Liegegebühr. Die muss ja jeder bezahlen. Es gibt manchmal noch Wahlleistungen die privat bezahlt werden müssen.

Einige Kliniken sind nur für Privatversicherte oder Selbstzahler leider.

04.01.2022 13:17 • x 5 #2



Akutklinik Psychosomatik Erfahrungen

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Ostturm
OK super

Danke

04.01.2022 15:38 • #3


Es gibt unterschiedliche Abläufe bei gesetzlich versicherten je nach Klinik.

In der Regel findet vorab in der Klinik ein Vorgespräch statt. Hierfür wird z.T. bereits eine Einweisung benötigt. In diesem Vorgespräch wird geschaut, ob tatsächlich eine stationäre Therapie nötig ist, ob die Klinik und angewandten Methoden auf das Krankheitsbild passen und wie lange die Wartezeit sein wird. Das geht natürlich nach Kapazitäten, aber z.T. auch nach Dringlichkeit. Eine Einweisung bekommt du von Hausarzt oder auch Psychotherapeut und hilfreich sind auch Vorbefunde von Psychotherapeut, Hausarzt, Psychiater, falls vorhanden, vorab zur Klinik zu schicken. Manche wollen auch vorab, dass man Fragebögen ausfüllt. Das Vorgespräch findet z.T. in Präsenz, manchmal auch per Telefon oder Video durch Corona statt.

Einige Kliniken verlangen vor dem eigentlichen Klinikaufenthalt eine Kostenübernahmeerklärung von der Krankenkasse. Dazu kannst du einfach eine Kopie oder Foto deiner Einweisung plus ggf. falls vorhanden einen passenden Befundbrief der Krankenkasse schicken.

Zum eigentlichen Aufenthalt brauchst du dann halt die Einweisung. ggf. nochmal eine zweite, falls schon eine beim Vorgespräch notwendig war.

Oft steht es schon auf der Homepage, wie genau der Ablauf für eine Aufnahme in dieser speziellen Klinik sind. Ansonsten kann man überall anrufen oder oft auch eine Mail schreiben. Ich habe sehr positive erfahrungen gemacht, dass sie sehr nett waren an der Patientenaufnahme bzw. -anmeldung.

04.01.2022 16:22 • x 5 #4


silverleaf
Hallo Ostturm,

Deine Frage ist zwar schon ein paar Wochen her, aber vielleicht ja noch relevant, daher wollte ich, auch aus aktuellem Anlass, etwas dazu schreiben:

Es ist wirklich wichtig, vorher mit der Klinik zu klären, ob eine Kostenzusage notwendig ist.
Ich habe ganz aktuell einen Fall von einer Mitpatientin mitbekommen, die ohne die Kostenzusage in die Klinik gegangen ist (sie hatte unterschrieben, dass sie im Fall der Nicht-Kostenübernahme selber zahlt), sie ging davon aus, dass das schon klappen würde....weit gefehlt, das wurde sehr, sehr teuer für sie.
In den meisten Fällen muss für einen psychosomatischen Akut-Aufenthalt ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt werden (psychosomatische Akutkliniken funktionieren da etwas anders als normale Krankenhäuser). Einige Krankenkassen haben Kooperationsverträge mit einigen Kliniken, dann ist das nicht nötig, aber das ist eher die Ausnahme.
Viele psychosomatischen Kliniken nehmen ihre Patienten sogar erst auf ihre Warteliste, wenn die Kostenzusage schriftlich vorliegt (oder man halt als Selbstzahler geht).
Der Antrag auf Kostenübernahme kann sich auch ziemlich hinziehen, viele Krankenkassen lehnen gerne erstmal ab, das ganze Hin und Her kann einige Wochen oder sogar Monate dauern. Zusammen mit der Warteliste der Klinik kommen dann manchmal schon sehr langen Wartezeiten auf einen solchen Klinikplatz zustande.

Natürlich kann es auch schnell gehen, die Krankenkasse muss eigentlich auf den Antrag innerhalb von 2 Wochen antworten, es kann also auch sein, dass die Kostenübernahmezusage schon nach einer Woche da ist, und wenn die Klinik keine langen Wartelisten hat, kann es auch mal sein, dass zwischen Überweisung und Aufnahme nur 2-3 Wochen liegen, das ist aber eher die Ausnahme, real sind die Wartezeiten oft deutlich länger. Sehr viel länger.

Ich kenne es vom Ablauf her so:
1) Klinik auswählen, telefonisches Erstgespräch zur Klärung von Fragen und dem organisatorischen Ablauf
2) Überweisung vom Arzt (bevorzugt Facharzt, sprich: Psychiater) oder vom Psychotherapeuten holen
3) mit der Überweisung den Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse stellen
4) Anmeldeunterlagen vollständig (bis auf die Kostenübernahme) an die Klinik schicken (online oder postalisch), eine Kopie der Überweisung beifügen
5) Zusage der Kostenübernahme an die Klinik schicken, sobald diese da ist

Wie @Lila12345 schon schrieb, führen viele Kliniken im Laufe der Anmeldung irgendwann ein Vorgespräch, oftmals vor Ort. Ob und im welchem Umfang das stattfindet, variiert von Klinik zu Klinik, einige führen das Vorgespräch auch erst dann persönlich, wenn die Krankenkasse das erste Mal ablehnt, einige machen das gleich, und wenn man nicht zum ersten Mal dort ist, kann es auch ganz entfallen.

Viel Erfolg!

LG Silver

17.02.2022 20:28 • x 3 #5


Drummerin
Hallo zusammen ich bin weiterhin auf Klinik suche im Umkreis München, Stuttgart etc....weiß jemand eine gute Psychosomatische Fachklinik? Wo man mit Untergewicht reinkommt ?
Ganz liebe Grüße schöne Woche euch

13.04.2022 09:10 • #6


silverleaf
Hallo @Drummerin,

Zitat von Drummerin:
Wo man mit Untergewicht reinkommt ?

Wenn das Untergewicht nicht ganz heftig ist, sollte das Deine Klinikwahl eigentlich nicht einschränken, das ist für fast alle Kliniken kein Auschlusskriterium.

Es hängt natürlich davon ab, wie der BMI ist und wo das Untergewicht herkommt, sprich: ob eine Essstörung dahintersteckt und ob diese schwerpunktmäßig behandelt werden soll oder nicht, das könnte die Wahl der Klinik beeinflussen, da ja nicht alle einen Essstörungsschwerpunkt anbieten.

Bis zu einem BMI von 15 ist das alles meistens kein Problem, auch wenn es sein kann, dass Du unter einem BMI von 15 mit bestimmten Auflagen rechnen musst (kein Sport, kein Treppensteigen, Klinikgelände oder Klinikgebäude nicht verlassen dürfen), wenn es in Richtung von BMI 13,5 oder darunter geht, wird es kritisch, da geht es dann ja schon langsam los mit Zugang legen / Rollstuhl usw., und das bieten nicht alle Kliniken an.

Aber mit einem Untergewicht im BMI-Bereich zwischen 15 und 18,5 sollte es da keine Probleme geben,
gerade auch, wenn das Untergewicht nicht aus einer Essstörung hervorgeht, da sind die meisten Kliniken dann recht entspannt.

Eine Klinikempfehlung oder Erfahrungsberichte aus der Gegend habe ich leider nicht.

LG Silver

13.04.2022 16:22 • x 2 #7


boomerine
Ich könnte dir die Klinik in Bad Tölz empfehlen (Schlemmer Klinik ) Googel doch Mal
LG boomerine

13.04.2022 21:02 • #8


Grace_99
Ich war seinerzeit in Bad Bevensen zur 6wöchigen psychosomatischen Reha.
Ich hab damals bei einer Größe von 1,74 nur 53 kg gewogen.
Ich hatte keine Eßstörung sondern war allein erziehend mit 2 kleinen Kindern und einer harten Trennung hinter mir.
Musste trotzdem jeden Tag zum wiegen und habe Extrakost bekommen.

13.04.2022 21:19 • x 1 #9




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