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C

Chiron
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Wisst Ihr, wie viel Prozent der Klienten nach einer Therapie gesund sind? Sagen wir mal 100 Einzelstunden.

15.08.2024 #1


88 Antworten ↓
P

Phönix
Gast

Zitat von Cbrastreifen:
Ich widerspreche auf ganzer Linie. Psychotherapein können die Persönlichkeit verändern, wenn das gelungen ist, sind oft viele der Symptome einer Persönlichkeitsstörung deutlich besser oder verschwunden. Das darf man guten Gewissens Heilung nennen. Dass nicht jede Therapie gelingt und es Fallstricke gibt, gehört ...

Ich widerspreche und führe die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Hirnforschung an, die überprüfbar belegen, dass die Persönlichkeit sehr früh und kaum veränderbar angelegt wird. Ab dem vierzehnten Lebensjahr ist eine Veränderung der Persönlichkeit extrem schwer zu erreichen. Ab dem zwanzigsten so gut wie ausgeschlossen. Ich hätte es auch gerne anders. Aber nach dreißig Jahren Therapieerfahrung kann ich die Ergebnisse der Hirnforschung voll unterschreiben. Sie decken sich mit meinen eigenen Beobachtungen und ich sprach das sogar bereits 1997 in der Therapie an, ohne damals von diesen Forschungsergebnissen Kenntnis zu haben. Wenn die Symptome einer Persönlichkeitsstörung oder Neurose nachlassen oder verschwinden, liegt es nicht an Therapie sondern an einem Umfeld und einer Lebenssituation, die sie nicht ausbrechen lässt. Das erklärt auch den traurigen Umstand, dass bei vielen Menschen nach Jahren der „Gesundheit“ wie aus heiterem Himmel die alten Symptome und Leiden wieder ausbrechen, von denen man dachte, sie seien verschwunden. Es hat sich nämlich trotz Therapie nichts an der Persönlichkeit geändert.

https://www.youtube.com/watch?v=wqMIC2QSN10

13.08.2024 21:03 • x 3 #44


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Erfolgsquote bei Therapien gegen die Angst

x 3


C

Chris_ohne_BBBB
Mitglied

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Das Problem von Therapie und deren Wirksamkeit ist, dass es für viele Patienten nur eine unzureichende Möglichkeit gibt nach einem Kontrollverlust über „handfeste” Bereiche des Lebens zu lernen wie man die Kontrolle Stück für Stück wiedererlangen kann. Die eigenen Angelegenheiten (Finanzen, Behörden, Gesundheit (Ärzte, Therapien, Vorsorgeuntersuchungen und benötigte Behandlungen etc.) und vieles mehr) haben sich bei fast allen Menschen mit psychischen Erkrankungen (die mir im Laufe meines Lebens begegnet sind) zu einem riesigen Berg aufgetürmt mit großen teilweise dringendem Handlungsbedarf. Es sind nicht nur Probleme im zwischenmenschlichen Bereich in Partnerschaft (sofern vorhanden), Familie, am Arbeitsplatz (falls vorhanden). Das bemerkenswerte ist, dass das Nutzen von Hilfangeboten oft schon eine Handlungsfähigkeit verlangt, die viele Menschen mit psychischen Krankheiten nicht haben. Die Menschen kommen in die Psychiatrie werden dort behandelt und kommen dann in ihr alltägliches Leben zurück, dass oftmals auch für gesunde Menschen schon eine Herausforderung ist. Ich versuche neben einem Vollzeitjob meine Angelegenheiten zu regeln und mache eine Psychotherapie. Ich erledige das ein oder andere trotz Erschöpfung und Tagesmüdigkeit, die z.T. je nach Tagesform ziemlich stark ist, meinen Krankheiten und meiner Behinderung. Es kommt aber immer etwas neues dazu und oft wird es finanziell sehr knapp. Ich habe vor einiger Zeit zugestimmt einem nahen Angehörigen (nicht meine Eltern) finanziell zu helfen. Es war so abgesprochen, dass ich nach und nach das Geld zurückbekomme. Das ist aber in den letzten Jahren und bis heute nie passiert und wenn dann bei mir unvorhergesehene größere Kosten (Auto, Zahnersatz usw.) auftauchen, habe ich ein Problem, dass das dann teilweise weitere Probleme nach sich zieht. Von daher empfinde ich es als Hohn wenn jemand über mich urteilt und mir unterstellt meine Motivation wäre nicht groß genug.
Bei den wenigen Menschen mit psychischen Erkrankungen, die einen familiären Rückhalt haben, der es ihnen ermöglicht in geregelten Angelegenheiten zu leben, die z.B. Angst vor Verarmung haben bei denen es aber keinen objektiven Grund für diese Befürchtung gibt, kann in einer Psychotherapie daran gearbeitet werden, dass zwischen Vorstellung und Realität ein großer Unterschied besteht. Der Patient muss mit Hilfe der Therapie sein Denken verändern.
Ein Patient mit realen finanziellen Problemen muss mit Hilfe der Therapie einen Weg finden aus der inneren Lähmung herauszukommen und so gut es geht Schritt für Schritt die Probleme zu lösen. Es wird immer wieder zu inneren Lähmungen kommen. Diese müssen immer wieder überwunden werden. Das ist sehr mühsam. Auch von denen, die ich finanziell unterstütze, hagelt es „gute” Ratschläge. Ich soll auf mich acht geben, für mich sorgen. Ich soll mich krank schreiben lassen usw. Wer nichts zur Lösung beträgt oder sogar zur Verschlimmerung beiträgt, sollte einfach mal den Mund halten und seine bzw. ihre Weisheiten für sich behalten.

10.08.2024 09:20 • x 3 #41


Zum Beitrag im Thema ↓


Katrin88
@Chiron dies hängt von der Diagnose ab. Da gibt es keine Prozentzahl. Angsterkrankung lassen sich beispielsweise gut behandeln, wogegen Persönlichkeitsstörungen schwerer zu therapieren sind. Es hängt auch davon ab, inwiefern motiviert ist, an sich zu arbeiten

x 1 #2


C
@Chiron
Ich glaube so etwas wie „gesund” gibt es nicht. Wer einmal eine psychische Krankheit hatte wird meistens nicht mehr ganz gesund. Es ist schon ein großes Ziel stabil zu werden, es zu bleiben und ein gewisses Maß an Lebensqualität zu haben. Es gibt auch genug Umweltbedingungen, die Krankheiten auslösen oder verstärken, die niemals verschwinden werden. Das sind dann keine guten Voraussetzungen für das Gelingen einer Therapie. Sinnlos finde ich Therapien aber nicht. Aber es ist sehr mühsam.

x 3 #3


C
Zitat von Chiron:
Wisst Ihr, wie viel Prozent der Klienten nach einer Therapie gesund sind? Sagen wir mal 100 Einzelstunden.

Das hängt vom vielen Faktoren ab.
Selbst Persönlichkeitsstörungen kann man oft viel besser heilen, als gewöhnlich erzählt wird, hilfreich ist die richtige Therapie, dass Patient(in) und Therapeut(in) gut miteinander können, manchmal auch das Lebensalter.

Können wir, wenn Du willst, vertiefen.

x 1 #4


Kruemel_68
@Chiron Diese Frage ist so nicht zu beantworten, da Psychotherapie und psychische Krankheiten durch Studien und Wissenschaft schwer bis gar nicht zu erfassen sind. Es ist von zu vielen Faktoren abhängig und hängt zu sehr vom subjektiven Empfinden ab.

x 1 #5


C
Wie viele würden dann die Therapien machen, wenn sie diese komplett selbst bezahlen müssten?

#6


Karin-H
@Chris_ohne_BBBB Kann mich dem so anschließen. War selbst über 20 Jahre relativ stabil. Hatte zwar ab und an Phasen, in denen es mir nicht so gut ging, konnte sie aber immer ganz gut abfangen. 2022 hatte ich dann ein einschneidendes Erlebnis, das mich wieder total vom Hocker gehauen hat. LG

x 1 #7


S
Psychische Erkrankungen kann man nicht heilen. Man kann damit lernen zu leben. Gut zu leben. Aber gesund werden? Never.

x 2 #8


C
Zitat von Smarty_:
Psychische Erkrankungen kann man nicht heilen. Man kann damit lernen zu leben. Gut zu leben. Aber gesund werden? Never.

Kannst Du das beweisen?

#9


S
@Chiron Das ist meine Meinung. Ich bin das Kind zweier psychisch erkrankter Elternteile. Ich bin selbst psychisch krank. Meine Mutter litt jahrelang an Panikattacken und Depressionen und nimmt jetzt noch Medikamente, aus Angst ihre Attacken würden ohne wieder kommen. Also ja, ich bin der Meinung sowas ist nicht heilbar. Sonst müsste mein Verlobter nach den zig Klinik Aufenthalten auch längst geheilt sein.

x 1 #10


C
Zitat von Smarty_:
@Chiron Sonst müsste mein Verlobter nach den zig Klinik Aufenthalten auch längst geheilt sein.

Wenn mein Auto defekt ist und ich gebe es mehrmals jemandem in Reparatur,
der noch nie ein Auto erfolgreich reparierte,
warum heißt das, dass defekte Autos grundsätzlich irreparabel sind?

x 2 #11


U
@Chiron alles hat einen Auslöser wenn man den beseitigt denke ich das man alles schaffen kann. Zu sagen das man nie wieder gesund wird finde ich persönlich nicht richtig. Auch wenn es nicht der Großteil ist aber diese menschen gibt es. Bin deiner Meinung.

#12


Kruemel_68
Zitat von Chiron:
Wie viele würden dann die Therapien machen, wenn sie diese komplett selbst bezahlen müssten?

Ich

#13


S
@Chiron Du kannst keinen Gegenstand mit einer menschlichen Seele vergleichen, also bitte, der Vergleich hinkt massiv. Wenn jemand unter einer leichten depressiven Verstimmung leidet, jo, der könnte womöglich "gesund" werden, wenn es noch nicht so schwerwiegend ist. Aber die Psyche ist komplex. Oder willst du mir wirklich sagen, dass man beispielsweise eine Dissoziative Identitätsstörung heilen kann? Spoiler: not possible

#14


C
Zitat von Kruemel_68:
Ich

Wie viele bist du denn?

#15


C
Zitat von Smarty_:
@Chiron Du kannst keinen Gegenstand mit einer menschlichen Seele vergleichen, also bitte, der Vergleich hinkt massiv. Wenn jemand unter einer leichten depressiven Verstimmung leidet, jo, der könnte womöglich "gesund" werden, wenn es noch nicht so schwerwiegend ist. Aber die Psyche ist komplex. Oder willst ...

Ein Auto ist komplexer.
Wir bilden uns nur das Gegenteil ein.

#16


U
@Chiron ein Auto ist definitiv nicht komplexer als dein Verstand und dein Hirn.

x 1 #17

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Kruemel_68
Zitat von Chiron:
Wie viele bist du denn?

Eine 😁

Ich bin schon seit vier Jahren bei einem privaten Therapeuten.

#18


C
Die Ursachen vieler Krankheiten und gerade auch der psychischen und neurologischen Erkrankungen sind noch gar nicht geklärt. Und es gibt auch nicht nur eine Ursache, sondern mehrere die auch nicht bei jedem Patienten vorhanden sein müssen oder unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Kausale Therapien gibt es nicht. Derzeit werden bei somatischen, neurologischen und psychischen Erkrankungen die Symptome medikamentös behandelt. Welche Auswirkungen Dauermedikationen haben ist ebenfalls noch nicht geklärt (Demenz, Depressionen etc. als mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten). Kann man da von Heilung zu sprechen?
Psychotherapie kann auch nicht die gesellschaftlichen Zumutungen „wegtherapieren”. Familien, die kräftemäßig und oder finanziell sich gerade so über Wasser halten, Menschen, die durch Dauerstress bei der Arbeit krank werden usw. Für mich ist Psychotherapie ein Segen auch wenn es mich nicht heilen wird. Aber es hilft mir meine Fähigkeiten zu nutzen um Richtung grünem Zweig zu robben und, was für mich sehr wichtig ist, ein Mensch hört mir unvoreingenommen zu und urteilt nicht über mich und ich fühle mich verstanden. Meine Eltern können mir nicht mehr Sicherheit geben. Krankheit und Tod verhindern das. Aber ich will mich nicht beschweren, meine Eltern waren mehr als die Hälfte meines Lebens immer da, egal ob es besser oder schlechter lief.

x 1 #19


C
Zitat von Chiron:
Ein Auto ist komplexer. Wir bilden uns nur das Gegenteil ein.

Das ist ein Ablenkungsmanöver.
Die Erfolglosigkeit der Therapien hat ihre Ursache in den mangelnden Fachkenntnissen der Therapeuten.

x 1 #20


A


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Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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