@hazakua
Zitat:Eine Depression ist ja durch dysfunktionale kognitionen und Verhaltensweisen gekennzeichnet. Das kann man umlernen. Die klinische Psychologie hat die Mechanismen verstanden.
Die Ursachen von psychischen Erkrankungen sind multikausal. Die klinische Psychologie beschäftigt sich mit einem Teil der Ursachen. Die genetischen Einflüsse und die körperlichen Ursachen (siehe Darm-Hirn-Achse, Nebenwirkungen von Medikamenten etc.) werden nicht mit einbezogen.
Es gibt Menschen, die ihr Leben lang gesund waren und dann durch einen konkreten Auslöser Depression bekommen und nach einer Therapie ein paar Wochen oder Monate später wieder so sind wie sie vorher waren.
Andere waren vorher auch gesund bekommen dann eine schwere somatische Krankheit und oder die Lebenssituation verschlechtert sich massiv und deren Handlungsspielraum ist durch äußere Umstände z.T. (stark) eingeschränkt und bekommen dann eine Depression. Es geht ihnen nach einer Therapie besser, aber richtig gesund werden sie nicht.
Wer hat sich jetzt mehr angestrengt gesund zu werden?
Zitat:will ich etwas ändern, investiere ich Zeit und Kraft ... und dann mache ich automatisch Fortschritte. Ob das 1% ist oder 20% oder 50% hängt mit meinem Ziel zusammen und am Ende mit der Zeit die ich darein investiere.
Ist es wirklich so einfach?
Ein Beispiel: Ein Kind wächst bei seiner Mutter auf, die schwer erkrankt (neurologische Erkrankung) als das Kind gerade von dee Grundschule in die weiterführende Schule gewechselt hat. Die Mutter wird pflegebedürftig und das Kind ist noch nicht strafmündig muss aber schon die Mutter unterstützen. Das Kind pflegt die Mutter voll und muss zur Schule gehen und den Abschluss schaffen. Das Kind ist mittlerweile eine junge Frau. Sie macht keine Berufsausbildung, weil sie sonst ihre Mutter nicht pflegen könnte, die inzwischen so krank ist, dass sie nicht den ganzen Tag alleine zu Hause bleiben kann (kann sich nicht alleine bewegen usw.). Statt dessen studiert sie und macht so viel es geht von zu Hause aus. Stundenweise arbeitet sie. Das Studium zieht sich natürlich hin. Dann stirbt die Mutter. Während der ganzen Zeit gab es so gut wie keine Unterstützung von Verwandten. Die junge Frau bricht nach dem Tod der Mutter zusammen und begibt sich in Behandlung. Wenn sie nach einigen Monaten nicht wieder gesund ist oder wenn es ihr in drei Jahren immer noch nicht gut geht oder sie möglicherweise für den Rest ihres Lebens mit Depressionen zu kämpfen hat, will sie dann nicht gesund werden? Hat sie sich nicht genug angestrengt? Ich kenne diese Frau.