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Hallo!

Ich leide jetzt seit ca 3 jahren an Hyperhidrosis, bin komischerweise aber erst heute auf die Idee gekommen, mich mal etwas im Internet zu informieren... Naja, besser spät als nie, und zum Glück hab ich sofort dieses tolle Forum mit all den Gleichgesinnten gefunden...
Naja, jetzt mein Anliegen. Nachdem ich bisher bei tausenden Ärzten und Kliniken war, tausend verschiedene Methoden zur Schweißreduzierung ohne Erfolg durchgeführt hab (Iontophorese, Aluminiumchlorid, Sweatosan-Tabletten,...) , bin ich langsam am Ende meines Lateins.
In letzter Zeit überlege ich jedoch eine Botox- Therapie zu beginnen. Doch da ich bisher noch nicht allzu viel davon gehört habe, und wenn dann nur irgendwelche Horrorgeschichten, wollte ich mal fragen, ob jemand von euch diese Therapie schon hinter sich hat und mir etwas darüber erzählen kann. Wär superlieb...

liebe Grüße Jana

30.07.2002 17:41 • 17.03.2004 #1


17 Antworten ↓


hi jana,
ich bin der yil und habe mich vor ca. zwei jahren an den händen spritzen lassen. die prozedur ist sehr schmerzhaft... ohne betäubung, auf jeder handfläche ca. 25 einstiche! aber... das ergebnis war unglaublich! ich hatte trockene hände. und bei mir ist die hyper... an händen und füssen. an den händen so stark das sie zu hochzeiten regelrecht laufen... selbst wenn ich meine hand auf eine dunkle jeans lege sieht man es! und es ist so peinlich. leider übernimmt die kasse die kosten nicht bzw. ich werde es jetzt mit biegen und brechen versuchen. ich habe zwar auch ein elektrotherapiegerät - iontophoresegerät- zu hause, aber auch da läßt die wirkung jetzt total nach! wenn du magst, kann ich dir noch infos geben...

gruß
yil

02.08.2002 15:41 • #2



Botox - Therapie

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Hi Yil!

Erstmal lieben dank für deine Antwort.
Wär echt cool, wenn du mir noch Infos geben könntest.
Wie lange hat das bei dir denn gehalten nach den Spritzen, dass du gar net mehr geschwitzt hast?
Und stimmt es, dass du für die Behandlung ein paar Tage stationär dableiben musst?
Die Botox- Spritzen wären glaub ich so mit meine letzte Hoffnung, denn alles andere hat wirklich net geholfen, ich bin schon total verzweifelt. Ich hab das schwitzen auch ganz stark an Armen, Füßen und unter den Armen und ich brauch dir wohl nicht zu erzählen, wie sch... das ist. Weißt du eigentlich auch, ob es stimmt, dass die Botox Spritzen auf jeden Fall bei allen, also zu 100%, helfen?
Wär schön wenn du nochmal antwortest...
lieben Gruß
Jana

03.08.2002 18:33 • #3


hi jana,

hier ist wieder der yil. also:
die botoxbehandlung ist erstmal sehr schmerzhaft. du bekommst keine betäubung - ich hab nur eisspray auf die handfläche bekommen. wir haben erst meine linke hand getestet. ich mußte natürlich sämtliches unterschreiben weil das botox für die schweißbehandlung noch nicht zugelassen ist. u. a. wurde aufgelistet, dass lähmungen auftreten können. dies war dann auch bei mir der fall. es war der muskel unterhalb meines daumens. allerdings nur für zwei wochen. danach war alles wieder ok. dannach ließ ich mir die rechte hand behandeln. hier hatte ich keine lähmungserscheinung. die wirkung des botox trat ca. 1-2 tage nach dem spritzen ein. nach ca. 3 tagen hatte ich vollkommen trockene hände, wie noch nie! insgesamt wirkte das botox ca. 4 monate. stationär hast du keinen aufenthalt. mir wurde pro hand 23x die spritze gesetzt! kannst dir vorstellen, dass das höllenschmerzen waren. beim ersten mal saß ich und bin dabei kollabiert. bei der zweiten hand hab ich mich direkt auf eine liege gelegt. das ging dann. und nach den spritzen merkst du nichts mehr vom schmerz. also kann man da drüber wegsehen. vor allem gings recht zügig. die ärztin die mich in der uniklinik behandelt hat, war sehr routiniert und nach ca. 3-5min. war alles gelaufen. das botox soll eingentlich sehr stark anschlagen. erst recht unter den armen. außerdem hab ich an meinen händen eine so starke hyper..., dass selbst die ärzte gesagt haben, oh mein gott, da hilft nur noch botox! an den füssen hab ich es auch. doch leider sagten mir die ärzte damals, hier wirke das botox nicht. warum konnten sie sich selber nicht erklären. wie der jetzige stand ist, weiß ich leider nicht. meines wissens, kostet eine spritze ca. 400 euro pro hand. da mußt du dich mal beraten lassen, ob deine krankenkasse die kosten evtl. übernehmen würde. ich werde es jetzt auch nochmal versuchen.

so, das war's erstmal, ich wünsche dir viel glück... kannst ja mal berichten. hier ist auch meine e-mail adresse :

grüße
yil

05.08.2002 10:47 • #4


Hallo Jana,

Botox hilft auf jeden Fall bei mir. Ich habe gelesen, daß in 10% der Fälle keine Wirkung eintritt.
Mein Artz konnte diese Tatsache nicht bestätigen da es bis jetzt bei jedem gewirkt hat.
Der einzige Nachteil sind wirklich die Kosten. Da die Krankenkassen nicht automatisch diese Kosten übernehmen(gesetzlichen), hängt es wirklich vom Einsatz des Artes ab ob Botox bezahlt wird oder nicht. Um die Krankenkasse zu überzeugen kann der Arzt eine Salbei-Therapie vorschalten und dann auf den Misserfolg hinweise. Das kann helfen.

bb

27.08.2002 16:52 • #5


Hi Stefan!

Lieben dank für deine Antwort. Hab jetzt für den November nen termin für Botox gekriegt, und die Ärztin meinte, ich müsse auf keinen Fall die Kosten übernehmen, wenn ich ne Überweisung vom Neurologen krieg. Kann mir gar net vorstellen, dass das so einfach gehn soll, naja, mal abwarten, ich werds ja dann sehn.
Stimmt es eigentlich, dass es total wehtut beim spritzen? Hab da nämlich etwas Schiss, weil ich da schon horrorgeschichten gehört hab, jemand sei kollabiert dabei und so...
mfg
Jana

27.08.2002 19:08 • #6


Na ja,

Spaß macht es nicht gerade.
Es ist vergleichbar mit einer Spritze beim Zahnarzt. Einige vertragen das sehr gut, andere Fallen um. Es tut also weh, man kann aber viel mental vorbereiten(und nicht das atmen vergessen, Körper lockern). Das mit den Schmerzen ist also auch Typbedingt.

Wenn deine Handflächen behandelt werden, sind 30-40 Pickser/ Hand notwendig.
Bei der Behandlung unter den Armen tut es so gut wie nicht weh.

bb

29.08.2002 13:16 • #7


hi jana, stefan, yil.
ein tip für die botoxbehandlung an den händen: 1 stunde vorher dick lokalanästhesierende salbe auftragen (gibt es in der apotheke oder mit rezept vom arzt, z.bsp. emla-salbe) und plastikhandschuhe ( z. bsp. haushaltshandschuhe) überziehen, damit nicht alles verwischt. die schmerzen sind dann deutlich gemindert und gut zu ertragen.
grüße
dr.wolter

28.10.2002 21:14 • #8


Hallo Jana,
ich habe die Botox-Therapie hinter mir. Diese Therapie hat bei mir nur ein viertel Jahr angehalten. Die Ärzte versprechen aber eine Zeit zwischen sechs bis neun Monate. das schlimmste ist, das die Krankenkassen die Kosten für diese Behandlung nicht übernehmen. Die Kosten liegen bei 600 Euro.
Gruß Mario

26.11.2002 19:48 • #9


hallo mario
tatsächlich sollte botox ca. 6-8 monate in der achselregion halten und etwa 500,- euro kosten (nach der gebührenordnung für ärzte, goä), an den händen hält es 4-6 monate und kostet ca. 750,- bis 800,- euro, jeweils beidseits.
eine unterschiedliche wirkdauer kommt durch verschiedene ursachen zustande, z. bsp. der tatsache, wie frisch das botox ist (sollte nicht länger als 2-3 tage geöffnet sein, da es sonst an wirkung verliert), wie erfahren der arzt ist (ob er es genau in die richtige hautschicht spritzt) und sicher auch von der persönlichen veranlagung.
die zeiten, die ich oben angegeben habe, sind die durchschnittswerte für das nachspritzen, die wirkung hält eigentlich noch deutlich länger (bis zum erreichen des ausgangszustandes). botox zerstört die übertragungsstellen der nerven auf die schweißdrüsen dauerhaft, da sich aber langsam neue verbindungen bilden, beginnt ganz leichtes schwitzen, welches üblicherweise nicht bemerkt wird, schon wieder nach ca. 2 monaten. nach 3-5 monaten schwitzen die behandelten patienten meist nur wenig, aber wieder merkbar. danach hängt es sehr von dem befund vor der behandlung ab sowie von der persönlichen reaktion. nach mehrfacher gabe von botox verlängern´sich die wirkzeiten, da die neubildung der nervenfasern aus noch nicht bekannter ursache langsamer wird.
voraussichtlich wird botox demnächst ( lt. firma sollte sie schon längst da sein, aber die bürokratischen mühlen mahlen lansgsam) eine zulassung für die indikation der hh bekommen und sollte dann auch von der krankenkasse, zumindestens den privaten, regelmäßig übernommen werden. ich denke, daß sich die gesetzliche kassen angesichts der großen verluste mit allen möglichkeiten davor drücken werden, eine so teure dauertherapie zu bezahlen, aber man wird ja sehen.
für mehr infos www.drwolter-berlin.de oder direkt per mail.
gruß
mw

27.11.2002 13:07 • #10


hi,
leide auch schon lange an diesem schwitzen, besonders an händen und füßen..,deshalb habe ich auch schon viel dagegen unternommen, hab mich auch schon spritzen lassen mit botox..und das ist das einzige, was mir bisher wirklich geholfen hat. hab einmal 2 ampullen bekommen, was mind ein halbes jahr sehr gut gewirkt hat und mir gings ganz gut..
hab dann dieses jahr nochmal ne injektion bekommen, allerdings nur eine ampulle, was zuwenig war, deshalb hats nicht so gut gewirkt..
beim ersten mal bin ich ohne betäubung gespritzt worden und das war die hölle. beim 2. mal hatte ich ne betäubung, allerdings sind mir danach oft die hände eingeschlafen und ich hab gemerkt, dass der nerv etwas beeinträchtigt war...deshalb würde ich glaube ich beim nächsten mal, lieber den schmerz auf mich nehmen, also ohne betäubung..
im moment versuche ich mein glück mit homöopathie, mal sehen....
meld dich doch mal, auf jeden fall gute besserung,
steffi

30.11.2002 20:49 • #11


Botox wird ja seit geraumer Zeit auch zur Reduzierung von Falten eingesetzt und wie Langzeituntersuchungen jetzt ergeben haben, kann es zu einer langfristigen Schädigung von Nervenbahnen kommen.

Also, wäre ich damit vielleicht ein wenig vorsichtig. Seltsam ist jedoch, das AlCl bei Dir keine Wirkung gezeigt hat. Hast Du es auch richtig angewendet und war die Konzentration auch hoch genug?

Ich frage deswegen, so blöd, weil ich vor etlichen Jahren ebenfalls AlCl von meinem Arzt verschrieben bekam und das Zeug überhaupt nicht wirkte, weil mir niemand die korrekte Anwendung erklärte. Und jetzt bin ich seit Juni diesen Jahres durch AlCl komplett trocken.

08.12.2002 22:23 • #12


hallo michael.
wenn man mit alcl die hh behandeln ist dies sicher der beste weg, insbesondere, weil es auch eine der kostengünstigsten methoden ist. die krankenkassen fordern vor einer übernahme von anderen therapien daher eben auch häufig den nachweis des versagens der einfacheren methoden. leider reicht alcl (und auch iontophorese, salbei, etc.) bei vielen patienten nicht aus - dann kommen noch die verschiedenen op´s und eben botox als extrem nebenwirkungsarme methode infrage.
zu den "langzeitschäden", die durch botox entstehen können: der artikel wurde vom (britischen) wissenschaftler, auf den er sich bezieht, schon wieder relativiert - er sei falsch verstanden bzw. zitiert worden. tatsächlich verlängert sich die regeneration der nerven in der behandelten region (und nur dort!) mit häufigen gaben - das heißt, die nerven sind zunehmend lange "geschädigt". die anführungsstriche deshalb, weil ja genau das der sinn der botoxgaben ist und eine längere wirkdauer nach wiederholten gaben ja sehr wünschenswert ist.
mehr infos und fragen auch unter www.drwolter-berlin.de
gruß mw

09.12.2002 20:02 • #13


Hey, nicht schlecht, ein echter Dr. med., der hier fachkräftigen Rat gibt, wenn auch nicht ganz uneigennützig wie ich vermute

Aber trotzdem schön einen Sachverständigen an Bord zu haben.

Übrigens wohne ich ebenfalls in Berlin und gehe in der Nähe sogar studieren, aber das nur am Rande...

09.12.2002 20:13 • #14


Hallo,

ich freue mich ebenfalls, dass Dr. Wolter hier ab und an mal reinschaut und mit seinem Fachwissen die eine oder andere Frage beantwortet.
Sicher ist es nicht ganz uneigennützig, wie du vermutest, aber bisher gab es nur hilfreiche Postings von Dr. Wolter. Und wenn er uns damit helfen kann, ist ein wenig Werbung in diesem Forum auch gerne erlaubt.

Von daher an dieser Stelle noch einmal ein Dankeschön an Herrn Dr. Wolter für seine Infos.

Schöne Grüße,

psychic

06.01.2003 01:13 • #15


Hast du eine Behandlung unter den Armen gehabt?

23.01.2003 13:46 • #16


Hallo,
habe die Botox-Therapie hinter mir. Bei mir wurde sie im Rahmen einer Studie in der Heidelberger Hautklinik durchgeführt. Das hatte für mich den Vorteil, daß ich nichts bezahlen mußte. Da die Studien noch nicht zu Ende sind und Botox von den Kassen noch nicht zugelassen ist, ist es eine kostspielige Sache. Zur Wirkung: perfekt. Sofortige 100%ige Wirkung, d.h. ich war sofort trocken unter den Armen. Nachteil: das hielt bei mir nur 6 Monate. Aber diese 6 Monate waren die schönsten in meinem Leben.
Da ich mir Botox (ca. 400 Euro) aber nicht leisten kann, habe ich mir zur OP entschieden. (Curettage) Aber auch dies hatte leider nicht den Erfolg, den ich dachte. Mit Hilfe von Odaban-Spray und Ansudor Lotion kann ich mir ganz gut über die Runden helfen. Aber richtig trocken bin ich leider immer noch nicht.
Wenn Du Fragen hast, gerne.
Liebe Grüße
Moni

07.03.2003 10:01 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Hallo

Habe jetzt von meinem Hautarzt ein Angebot für das Spritzen von Botox bekommen!
Es ist aber sehr kostspielig. Musstet Ihr es selber zahlen oder hat das jemand (KK) übernommen?

Hat es bei jemanden auch länger als ein halbes Jahr angehalten. Meine Ärztin meinte, es hält über ein Jahr.

Hätte gern mal ein paar Informationen.

Danke

17.03.2004 22:51 • #18



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Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf