Hallo,
Angst vor der Angst sowie Panikattacken sprechen aber eigentlich für eine Agoraphobie mit Panikstörung, nicht für eine generalisierte Angststörung (die hat mehr mit sich übertrieben und unnötig sorgen zu tun - um die Familie, die Gesundheit, den Weltfrieden, die Rente...).
Zitat von Spezina:Ich bin seit fünf Monaten in Psychotherapie und anfänglich wurde es auch besser mit den Ängsten...aber dann....immer schlimmer.
Was für eine Therapie machst Du denn, und was sagt Dein Therapeut zu der Verschlimmerung?
Zitat von Spezina:Ich habe immer versucht mich meinen Ängsten zu stellen und quäle mich seit Wochen zur Arbeit zu gehen.. habe Angst vor der Angst.......und jetzt bin ich an einen Punkt angelangt wo ich einfach nicht mehr kann.
Unbesehen: Da läuft was schief - mutmaßlich in der Therapie.
Zitat von Spezina:Ich fühle mich wie ein Versager und habe den Patienten gegenüber ein schlechtes Gewissen.
Nein, eine Versagerin bist Du wirklich nicht. Du bist in einer anstrengenden Arbeit mit Krankheit und Tod konfrontiert. Mit psychologischer Betreuung wird es wohl auch nicht weit her sein, dafür fehlt ja meist das Geld. Das sind gute Entstehungsbedingungen für alle möglichen psychischen Probleme... Und Du hast bisher offensichtlich alles getan, was Du tun konntest: eine Therapie angefangen, versucht, Dich Deinen Ängsten zu stellen usw.
Zitat von Spezina:Hat jemand ähnliche Erfahrugen gemacht ? Ich würde am liebsten kündigen....aber ich weiß nicht wie es dann weiter gehen soll ?
In gewisser Weise ja. Ich habe schnell nach Ausbruch meiner Agoraphobie eine Verhaltenstherapie gemacht. Dabei hat sich auch zunächst alles sehr gebessert und später wieder verschlimmert. Ich habe auch die Zähne zusammengebissen und mich durchgekämpft, bis ich nicht mehr konnte. Auch ich fühlte mich als Versagerin, bin damals gar nicht auf die Idee gekommen, dass auch ein Behandlungsfehler vorliegen könnte. Und ja, angesichts des folgenden Rückfalls musste ich dann für Jahre (!) mein Studium unterbrechen - mit den entsprechenden, negativen Folgen für meinen weiteren beruflichen Weg...
Also: Kündigen solltest Du
jetzt auf keinen Fall! Eine akute Krankheit plus eine depressive Stimmungslage sind extrem schlechte Entscheidungsgrundlagen. Daher solltest Du derart wichtige Entscheidungen vertagen, bis Du wieder Land siehst und sortiert hast, was Du an Deinem Beruf vielleicht wirklich dauerhaft nicht ertragen kannst. Als Sofortmaßnahme: Krankschreiben, denn Du
bist krank. Dann würde ich erstmal mit dem Therapeuten klären, wie es mit der Therapie weitergehen soll und ob die derzeitige Entwicklung hinnehmbar ist. Ggf. würde ich einen Therapeutenwechsel überlegen oder eine stationäre Therapie. Last but not least vielleicht auch medikamentöse Unterstützung in Form eines Antidepressivums.
Liebe Grüße
Christina