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Ich bin w30 und habe seit ich denken kann Angst vor Nadeln bzw Spritzen. Als Kind bekommt man natürlich trotzdem seine Blutabnahmen und Impfungen, weil die Eltern das im Blick haben. Aber ich hatte weder das eine noch das andere seit ca 17 Jahren. Dabei weiß ich, wie wichtig das alles ist.
In diesen Jahren ist aus dieser Angst eine attestierte Nadelphobie geworden.
Sämtliche Versuche sind bis jetzt gescheitert. Ich hab sogar schon Hypnose ausprobiert. Das war reine Geldverschwendung.
An Blut abnehmen will ich noch gar nicht denken. Das geht gar nicht für mich. Aber ich möchte wenigstens Impfungen hinter mich bringen. Sobald ich mir aber die Situation vorstelle setzt es bei mir aus. Ich will wirklich soooo gerne, aber ich schaff es nicht.
Sprüche wie, das merkt man gar nicht, oder das tut gar nicht weh, ich hab auch Angst, aber geh trotzdem hin, nützen mir überhaupt nicht. Das zeigt mir nur, dass keiner mein Problem versteht. Ich habe keine Angst. Ich habe eine PHOBIE! das ist ein Unterschied.

Ich hoffe hier jemanden zu finden, dem es genauso ging wie mir und der es irgendwie geschafft hat und mir davon berichten kann.

15.03.2021 12:32 • 20.06.2021 #1


12 Antworten ↓


cube_melon
Zitat von kecker1990:
Ich habe keine Angst. Ich habe eine PHOBIE! das ist ein Unterschied.

Hallo in wie fern ist das für dich ein Unterschied?

15.03.2021 13:05 • #2



Wie Spritzen- bzw Nadelphobie besiegen?

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Zitat von cube_melon:
Hallo in wie fern ist das für dich ein Unterschied?


Ich kann das nur aus meiner Sichtweise sagen.
Angst ist für mich, ich mag es überhaupt nicht, aber ich weiß das es wichtig ist, darum geh ich trotzdem hin und lass es über mich ergehen.

Phobie dagegen ist für mich, ich weiß wie wichtig es ist. Aber ich habe so eine Panik, dass ich es vermeide überhaupt in diese Situation zu kommen. Ich lass mir kein Blut abnehmen, auch wenn es dringend wäre, ich werde nicht schwanger aufgrund der regelmäßigen Kontrollen, die dann anstünden, ich bin zwar als Baby geimpft wurden, aber diese regelmäßigen Impfungen alle 10 Jahre wie Tetanus fehlen mir.

15.03.2021 13:17 • #3


-IchBins-
@kecker1990
Wenn ich das richtig verstehe, hast du keine Angst vor der Situation, sondern eine Phobie, eine genaue Vorstellung von dem Objekt, also der Nadel Panik?
Ich hatte als Kind eine große Panik und für mich war das ein traumatisches Erlebnis, wenn eine Mutter mit mir zum Arzt musste. Ich sagte, dass ich keine "Spritze" haben wolle, der Arzt sagte, dass ich keine bekäme und zack hatte ich die Nadel im Arm und das war nicht das nur einmal der Fall.
Ich hab es nicht verstanden, war verwirrt und hatte jedesmal große Panik, ich habe den Ärzten nicht vertraut. Ich war noch ein Kind und für mich war alles, was eine Nadel hatte, eine Spritze. Zu jener Zeit wusste ich noch nicht den Unterschied zwischen einer Spritze und einer Blutabnahme, Nadel war doch Nadel...die Ärzte haben es nicht kapiert anscheinend.
Ich weiß allerdings nicht mehr genau, ab wann ich diese Panik verloren habe, jedenfalls habe ich heutzutage kein Problem mehr mit Nadeln, aber nur, wenn ich nicht hinsehe, während sie mir eingeführt wird. Wie du die Phobie überwinden kannst, weiß ich leider auch nicht, aber vielleicht kannst du mit einer anderen Einstellung heran gehen, z. B. es dauert nur eine Sekunde, die ist schnell vorüber und wenn du Glück hast, dass der- oder diejenige gut die Nadel einführen kann, merkst du es noch nicht einmal.

15.03.2021 13:27 • #4


cube_melon
Ah ok

Eine Phobie behandelt man letzten Endes mit einer Konfrontation.

Jedoch bevor so was getan wird bedarf es, je nach dem wie das ausgeprägt ist und wie die Vorgeschichte dazu ist, entsprechender Vorbereitungstufen.

Wenn man eine Phobie hat und z.B. dazu gezwungen wird sich zu konfrontieren, kann eine emotionale Überforderung und somit ein Trauma entstehen. Enstprechend können dann die Abwehrmachanismen des Angstzentrums in Bezug auf eine erneute Konfrontation ausfallen.

Dagegen kann man etwas tun - mit einer angepassten Therapie und einem Therapeuten der kompetend ist.

15.03.2021 13:31 • #5


Zitat von cube_melon:
Ah ok Eine Phobie behandelt man letzten Endes mit einer Konfrontation. Jedoch bevor so was getan wird bedarf es, je nach dem wie das ausgeprägt ist und wie die Vorgeschichte dazu ist, entsprechender Vorbereitungstufen. Wenn man eine Phobie hat und z.B. dazu gezwungen wird sich zu ...


Zwecklos. Ich war schon in stationärer Therapie wo das behandelt wurde. Nach 10 Wochen hab ich es gerade mal geschafft, mir Blutzucker messen zu lassen.

15.03.2021 13:43 • #6


cube_melon
Nach welchem Therapieverfahren wurde dort vorgegangen?

15.03.2021 13:56 • #7


Butterfly_
Ich hab was ähnliches..irgendwas läuft da in meinem Unterbewusstsein ab..werde jedes Mal nach einer Infusion, Impfung und Blut abnehmen (und seltsamerweise auch EEG's) ohnmächtig..Blut abnehmen geht mittlerweile, ich frage dann vorher ob ich mich währenddessen hinlegen kann.

15.03.2021 13:56 • #8


klaus-willi
Zitat von kecker1990:
Zwecklos. Ich war schon in stationärer Therapie wo das behandelt wurde. Nach 10 Wochen hab ich es gerade mal geschafft, mir Blutzucker messen zu lassen.

Der Piecks in den Finger finde ich schlimmer.
Eine Spritze dauert doch nur wenige Sekunden und oft spüre ich gar nichts oder nur einen kleinen Piekser der aber echt nicht weh tut.
Man muß ja auch nicht hinsehen und oft ist es schon vorbei und man denkt wann fängt es endlich an.
Ich muß Spritzen ertragen und es macht mir auch nichts aus.
Klar kann ich das so einfach sagen und du hast eine Phobie,aber je öfter du eine bekommst umso weniger Angst hast du davor.

15.03.2021 14:19 • x 2 #9


Ab welchem Moment fängt deine Angst denn an? Wenn du zum Arzt fährst? Im Wartezimmer? Wenn du aufgerufen wirst? Im Behandlungsimmer? Wenn du den Arm frei machen musst? Wenn du die Spritze siehst? Wenn du mit Alk. eingerieben wirst?

Ich würde ab dem Schritt, wo du Angst hast, anfangen, die Situationen zu trainieren. Und zwar Schritt für Schritt, erst weiter gehen, wenn der Schritt keine Angst mehr macht bzw. wenn die Angst noch gut zu händeln ist. Du kannst durch Visualisierungen trainieren (das auf jeden Fall) ggf. auch "in echt".

Jemanden, der nicht die Wohnung verlassen kann, würde ich das gleiche raten. Hier müsste z.B. zunächst trainiert werden bis man angezogen draußen vor der Tür steht, dann wieder rein gehen. Wenn das irgendwann gut klappt: ein paar Schritte von der Tür weg gehen (soweit bis Angst noch gut auszuhalten ist), dann zurück gehen u.s.w

Also die Angstsituation in Teile unterteilen und stückweise dran gewöhnen.

Ich hoffe, ich konnte das verständlich beschreiben.

15.03.2021 16:47 • x 1 #10


@kecker1990
Ich kann dich sehr gut verstehen. Auch ich leide an einer schweren Nadel-Phobie und kenne es, wenn niemand einen ernst nimmt, weil Angst vor Nadeln hat ja jeder, keiner mag Nadeln, etc. Diese Sprüche musste ich mir schon so oft anhören. Eine Phobie ist aber was anderes als eine Angst.

Weißt du denn, wovor du genau Angst hast?

Ich selbst bin mittlerweile auf einen sehr guten Weg, meine Phobie zu bekämpfen. Ich war erst 2,5 Jahre in ambulanter Therapie und jetzt noch einmal 10 Wochen stationär. Von selbst läuft es natürlich nicht, sondern es ist harte Arbeit.

Ich habe erst selbst in aller Ruhe Nadeln angeschaut, mir Videos von Nadeln angeschaut etc. In der ambulanten Therapie haben wir herausgearbeitet, welche Ängste ich genau habe und was mir hilft. Leider war das alles nicht so erfolgreich. Deshalb wurde in der stationären Therapie sehr intensiv Konfrontation gemacht. Erst nur stauen und desinfizieren. Dann irgendwann auch Nadeln mit Kappe auf der Haut. Später dann Nadeln ohne Kappe...

Es gibt viele Hilfsmittel. Emla-Creme, was die Haut taub macht, Eisspray, Beruhigungsmittel wie Tavor, Musik nebenbei hören. Wichtig ist auch ein verständnisvoller Arzt.

Ich hoffe, du findest einen Weg für dich.

20.06.2021 00:07 • #11


Schlaflose
Ich hatte als Kind eine extreme Spritzenphobie. Es mussten mich mehrere Erwachsene festhalten, weil ich getreten, gekratzt, gebissen, um mich geschlagen und natürlich wie am Spieß geschrien habe. Später habe ich auch keine Auffrischungen bekommen, weil ich mich schlichtweg geweigert habe. Zum Arzt bin ich auch nie gegangen, erst als ich Mitte 20 war. Dort hatte ich ein Schlüsselerlebnis. Ein kleiner Junge von 8-10 Jahren bekam Blut abgenommen ohne mit der Wimper zu zucken. Daraufhin sagte ich mir, du ist jetzt erwachsen, stell dich nicht so an, wenn der kleine Junge das kann, kannst du das auch. Und seitdem habe ich keine Angst mehr vor Spritzen. Nur vor dem Blutabnehmen ist mir immer noch mulmig, aber nicht wegen der Spritze, sondern wegen dem Blut, das aus mir rausfließt.

20.06.2021 08:54 • #12


Ich kann mir vorstellen, dass du die Angst vor Spritzen loswirst, indem du dir sagst, dass die Spritze/Injektion dir gut tut, dass sie dazu da ist, dir zu helfen. Sie soll dich nicht verletzen bzw. dir schaden (eine kleine Verletzung ist es natürlich, aber sie ist wirklich sehr klein und das Gute und Hilfreiche überwiegt bei weitem). Wenn du dem Arzt innerlich erlaubst, dir eine Spritze zu geben, schwindet die Angst. Du kannst auch der Spritze selbst die Erlaubnis geben und innerlich sagen: "ich freue mich, dass du mir hilfst und erlaube dir dafür, mich zu pieksen, du bist willkommen".
Liebe Grüße

20.06.2021 11:39 • #13



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