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Eleina
Ich hab schon seit immer panische Angst vor Spinnen. Alleine schon der Gedanke daran, jagt mir kalte Schauer über den Rücken. Mittlerweile ist es so schlimm, dass ich ca. 2-3 mal die Woche von Taranteln träume. Ich krieg schon die Krise, wenn ich das Wort schon schreiben muss! Ich hab auch schon Zeitungen weggeschmissen, wenn darin ein Bild einer Spinne abgebildet war. Weberknechte machen mir komischerweise wieder nichts aus. Aber die Anderen. IGITT. Ich kann mich da so reinsteigern, dass ich denke, ich habe eine in der Wohnung. Und dann kann ich die halbe Nacht nicht schlafen. Ich hab mir auch schon sehr viele Gedanken gemacht, ob diese Monster auch bei uns mal einheimisch werden. Klimaveränderung und so. Ich finde auch, dass die Spinnen jetzt schon viel grösser sind, als noch vor ca. 20 Jahren. Als Kind oder Jugendliche kann ich mich nie an so grosse Teile erinnern. Wenn ich mein Auto in die Garage fahre -und das ist selten- kontrolliere ich alle Fenster und Lüftungsschlitze, ob auch alles zu ist, weil in meiner Garage solche Riesenmonster leben. Vor einigen Monaten war ich fest überzeugt, ich würde einen Spinnentherapie machen und auch schaffen. Aber das pack ich dann doch nicht. Ich kann Bilder schon nicht sehen, wie soll dann ein echtes Treffen ablaufen? Ich weiss, dass Spinnen absolut nützliche Tiere sind, aber ich kann mich halt nicht verstellen. Ich könnte ja mit dem Ekel am Tag bei einer Begegnung leben, aber am schlimmsten sind diese Träume. Die werde ich nicht los. Jemand, der das nicht hat, findet es lächerlich. Es ist aber nicht lächerlich. Ich liege auch manchmal im Bett und überlege, was ich machen würde, wenn sie -wie vorhin beschrieben- bei uns tatsächlich einheimisch werden würden. Ich hab mir sogar schon Pläne gemacht, wie ich meine Fenster abdichte. Das ist doch nicht mehr normal, oder?

07.11.2007 22:34 • 09.06.2011 #1


317 Antworten ↓


Hallo Eleina,
habe mich gerade hier angemeldet und bin auf Deinen Beitrag gestoßen. Mir geht es nicht anders, ich habe Panik vor Spinnen, Libellen und Fledermäusen, sozusagen vor den perversesten Fliegviechern oder sonstige, für meinen Geschmack merkwürdig aussehende Tiere. Ich bin wegen einer Libelle, die im Lichtschacht saß, schon einmal über ein Jahr nicht mehr in den Garten gegangen, weil der Schacht von dem Rost abgedeckt ist, an welchem untendran das Vieh pappte.

Diese Panik, die Du beschreibst, kenne ich nur zu gut. Ich kann auch schon gar keine Abbildungen von denen sehen.

Ich bin seit 2005 in Therapie, aber wegen anderem. Nur einmal kam ich beim Therapeuten auf das Gespräch "Libelle". Und wenn ich mich da hineinsteigere, fange ich irgendwann an mit Zuckungen, weil ich dann das Gefühl habe, irgendwo an mir sitzt so ein Tier. Etwas zum Lächeln fand ich, dass mein Therapeut vor meiner Zuckakrobatik dermaßen erschrak, dass er dann auch damit anfing...

Wegen deiner Pläne, also, ich bin betroffen und finde das dadurch auch überhaupt nicht unnormal. Ich habe mein Schlafzimmerfenster mit Insektenschutz, Böschungsmatte, Dachnägeln und Reißbrettstiften "gesichert". Da kommt auf jeden Fall nichts rein.

Ich weiß, andere, die mit sowas keine Probleme haben, lachen darüber, oder lachen uns aus, wenn wir absolut die Angstparty fahren. Aber lass sie halt einfach lachen. Am blödesten finde ich immer den Spruch "aber die tun doch nix". Ja, das weiß ich, und das weißt du sicher auch, nur davon können wir uns nichts kaufen, denn es geht nicht darum - zumindest bei mir - ob die was machen, man schiebt einfach den absoluten Horror davor.

Ich lasse mich lieber in einen Zwinger mit zehn Kampfhunden oder ins Löwengehege sperren, als dass ich mich einem dieser anderen Viecher auch nur auf weniger als mindestens drei Meter nähere.

Deine Ängste verstehe ich nur allzu gut. Ich würde auch selbst nie einer Konfrontationstherapie zustimmen, denn dann würde ich schon lange vorher vor der Therapie und dem Gedanken, dass ich dann genau mit dem, wovor ich panische Angst habe, konfrontiert werde, heftigste Panikattacken schieben. Dann mache ich es lieber weiter wie bisher: flüchten und so gut wie möglich abschotten/abdichten und, wenn meine Freundin nicht erreichbar ist, um so ein Viech, falls es tatsächlich hier irgendwo reinkommt, zu entsorgen, Jugendliche ansprechen. Die machen das für ein paar Euro auch weg...

07.11.2007 23:03 • #2



Spinnenphobie Symptome bekämpfen - Ursachen finden

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Eleina
Hi Supergau, Du sprichst mir aus der Seele! Ich musste sogar lachen als ich den Satz gelesen habe "die tut dir doch nichts" Oder "die hat mehr Angst vor Dir wie Du vor ihr"...jaja, wer das nicht hat, kann es echt nicht verstehen.

Schüttelt es Dich auch schon beim blossen Gedanken am ganzen Körper? Mir geht es wie Dir, ich kann mich auch reinsteigern und mir einbilden, dass ich irgendwo so ein Viech auf meinem Rücken oder sonstwo sitzen habe. Ein Tigerkäfig wäre mir auch lieber als eine Begegnung mit einer Tarantel. Vogelspinne. Igitt, alleine die Wörter schon!

Ich bin Single, aber ich schwör Dir, ich könnte mit meinem Traummann zusammenleben, wenn der mit so einem Monster nach Hause käme, müsste ich mich trennen. Ehrlich!

07.11.2007 23:15 • #3


Oh je - ja, ich kenne das Gefühl, sich hineinzusteigern und dann denkt man, man hätte hier oder da so ein Viech sitzen. Allein bei der Vorstellung stellen sich bei mir sämtliche Haare, ich bekomme Gänsehaut, meistens fange ich dann an mit solchen Zuckungen - nur weg hier, es kann aber auch passieren, dass ich wie angewurzelt bin, mich nicht mehr bewegen kann und das einzige, was bei mir läuft, ist der kalte Angstschweiß.

Ich wollte vor ein paar Monaten was im Lexikon nachschlagen und natürlich, kann ja nur mir passieren, schlug ich versehendlich eine Seite auf, auf der alle möglichen Fliegviecher und Spinnen, Insekten aller möglichen überdimensionalen Arten abgebildet waren. Allein dieser Anblick - ich habe dann den Brockhaus einfach fallen lassen - nur weg von mir!

Vor ein paar Jahren lag im Vorgarten meiner Nachbarn - ich wohne in einem Reihenhaus - ein toter Hirschkäfer, den die Leute "bestaunten". Ich bin sage und schreibe anderthalb Jahre nie wieder an diesem Haus vorbei gelaufen, sondern habe einen Umweg genommen. Die sagten zwar, der sei ja tot, aber ich sagte daraufhin, das ist mir zu unsicher. Wenn das Vieh selbst nicht weiß, dass es eigentlich tot sein sollte und sich irgendwann selbst reanimiert, ich gehe da vorbei und er krabbelt mir das Hosenbein hoch - nichts und niemand hätte mich dazu gebracht, da noch mal vorbeizulaufen.

Ich würde es genau wie Du handhaben - wenn ich einen Partner hätte und er käme mit so was an, dann würde er im Karacho fliegen lernen, samt seines tierischen Begleiters. Ich mag Tiere, habe auch Hunde und Vögel. Aber es gibt ein paar Arten, die rufen in mir das pure Grauen hervor.

Stell dir mal vor, wie irre man sein muss: vor solchen Tieren flüchte ich, aber wenn ich einen Einbrecher im Garten vermute, schnappe ich mir den Schrubber und schlage den in die Flucht. Nicht mal vor so jemandem habe ich auch nur annähernd die Hosen so voll wie vor meinen "Lieblingen".

Es ist immer leicht, die Probleme anderer zu belächeln, so man sie selbst nicht hat. Eigentlich sollten die Leute, die nicht an Phobien und Panikattacken leiden, einfach froh darüber sein und andere nicht noch künstlich aufziehen. Ich leide ja nicht nur an dieser Angst, bei mir kommt einiges zusammen und man geht sich irgendwann selbst auf den Wecker. Ich habe mir auch vor ein paar Monaten von meinem Therapeuten was verschreiben lassen, weil so ist es einfach nicht mehr zu ertragen...

07.11.2007 23:38 • #4


Eleina
was hast du von deinem Therapeuten bekommen? Ich nehme Antidepressiva (7oloft) und Bromazepan, aber nicht wg. den Spinnen. Hilft auch nicht bei den Spinnen

07.11.2007 23:43 • #5


Hallo Eleina,
direkt gegen die Tierphobie nehme ich eigentlich nichts.

Zur Zeit nehme ich zwei Antidepressiva: Amitryptilin und Opipromal. Opipromal kam letzte Woche dazu, weil ich, begründet, unter enormen psychischem Stress stehe, eine Sprachstörung entwickelt habe, die Nerven sozusagen derzeit blankliegen, das Opipromal soll ein Runterfahren der Nerven bewirken, wie der Thera sich ausdrückte. Gegen akute Panikattacken, also nur bei Bedarf, nehme ich Alprazolam. Zum Schlafen Flunitrazepam und zudem Atosil und/oder Lorazepam. Das mit der Sprachstörung ist merkwürdig. Es ist nicht etwa so, dass ich gedanklich nicht auf ein Wort komme oder den Faden verliere. Vielmehr verkrampft sich da was und blockiert mich. Das verstärkt sich um so mehr, je mehr ich unter Anspannung gerate. Mein Therapeut kam letzte Woche erneut auf ein bestimmtes Thema zurück und bohrte und bohrte, bis ich es rausließ, ich habe seit über zwei Jahren bei ihm nicht darüber gesprochen, und es allgemein bis jetzt für mich weitgehend behalten und alleine mit mir ausgemacht, was wohl irgendwie falsch war. Dann ist da aktuell noch einiges, sozusagen eine regelrechte "Hexenjagd" seitens meines Umfeldes. Und als ich mehr oder weniger fertig war mit Erzählen hat es mir im wahrsten Sinne des Wortes die Sprache endgültig verschlagen und irgendwie wirkte in dem Moment auch mein Therapeut irritiert, weil er mich so noch nie erlebt hat. Deshalb gab er mir noch Opipramol dazu.

Keine Ahnung, ob es überhaupt etwas zum Einnehmen gegen diese Tierangst gibt, ich habe jedenfalls noch nie davon gehört. Anscheinend hilft da wohl grundsätzlich nur eine Konfrontationstherapie. Aber von vorneherein hätte ich dann schon Wochen vor einer solchen Therapie die pure Angst und momentan steht diese Angst etwas hinten an, weil erstens die Zeit meiner "Lieblingstiere" erst mal vorbei ist und weil ich zweitens momentan noch viele andere Pobleme haben, die im Vordergrund stehen...

Sorry, dass ich abgeschweift bin.

08.11.2007 10:25 • #6


sorry Eleina - sehe ich erst jetzt, hatte login vergessen, deshalb steht da anstatt mein nick nur "Gast" (blödbin)

08.11.2007 20:04 • #7


Eleina
ich denke nicht, dass es irgendwelche Tabletten gegen solche Ängste gibt. Hab aber noch nie so richtig drüber nachgedacht. Aber je länger ich es tue, um so seltsamer finde ich es. Ist ech komisch! Ich krieg zwar so Angstzustände in den Griff, aber die Spinnensache hab ich weiterhin

08.11.2007 20:58 • #8


hab gerade eine in der küche. und mir gehts gar nicht gut

12.11.2007 15:48 • #9


Eleina
Das kann ich nachvollziehen.

Also ich sauge sie immer weg. Aber dann wechsle ich gleich immer den Staubsaugerbeutel aus und entsorge ihn gleich in der Mülltonne.

12.11.2007 17:58 • #10


Ich trau mich das gar net mit dem Staubsauger.
Aber Spider bewegt sich auch kenen Meter. Aber bald kommt jemand der sie wegmacht für mich

12.11.2007 18:43 • #11


Eleina
Das könnte ich wiederrum nicht. Ich müsste sie im Auge behalten.

Aber bald hast Du es ja geschafft!!

12.11.2007 18:49 • #12


Bin froh wenn ich sie nicht sehen muss.
Mich ekelt es bei dem Anblick

12.11.2007 19:31 • #13


Eleina
vielleicht schläft sie ja Bist Du schon errettet worden?

12.11.2007 19:49 • #14


Nein, leider noch nicht.
Hab hunger und trau mich net in die Küche rüber.

12.11.2007 19:52 • #15


Eleina
Kann ich gut verstehen!! Wo sitzt sie denn? Hast Du niemanden in der Nähe, der sie schnell entfernen kann?

12.11.2007 19:54 • #16


neben der spüle sitzt sie.

12.11.2007 21:01 • #17


Hallo an alle Spinnen-Phobiker,

ich kann mich nicht erinnern, dass mein Hirn mal nicht Großalarm ausgerufen hätte, wenn ich eine Spinne gesehen habe...gleichgültig, wie groß oder klein...oder ob Weberknecht oder Tarantel...für mich sind das...erm...Monster...Ameisen, Käfer, Ratten, Mäuse, Schlangen etc...kein Problem (obwohl ich mit Sicherheit NICHT freiwillig in irgendeinem tropischen Urwald spazieren gehen würde oder auch nur in der Nähe Urlaub machen möchte)...es sind die Beine, die Tatsache, dass diese Freak-Monster in jede Richtung rennen können...dass es absolut keine Möglichkeit gibt sie auch nur halbwegs"einzuschätzen". oder anzulocken und zu fangen o.ä. .. ich versteh die "Viecher" nicht...und auch was andere Leute über sie zu erzählen und sagen haben, scheint in meinem Hirn überhaupt nicht anzukommen...Nur ein Bild oder Details und mein Kopf geht zu. Ich trau mich nicht mal nah genug ran, um sie zu killen...nur zu diesem Zweck hab ich Haarspray im Haus, es gibt kein Möbelstück, dass direkt an der Wand steht etc.

Vor über 20 Jahren hat ein Freund von mir ein Psychologie Studium angefangen und im Zuge dessen hat der mich irgendwie dazu bewegt (ich bin sicher da war ne Menge Alkehol, Dro. oder ne riesen Keule im Spiel) an irgendwelchen Gruppentests und Spinnenphobiker Untersuchungen teilzunehmen - eine der wenigen Dinge, an die ich mich noch erinnern kann ist: dass das bei mir wohl so ne Art Urangst ist, die sich als Phobie (inklusive Panik und/oder "einfrieren") äußert...und wißt ihr was ich festgestellt habe? Ganz gleich wo ich hinkomme, wenn da irgendwo ne Spinne hockt, dann seh ich die...ich seh oft nicht mal Leute auf der Straße, die ich gut kenne (Blindfisch, wischi-waschi) aber ich sehe jede verdammte Spinne- egal was ich gerade tue oder denke...als würden die irgendein Signal aussenden....Psycho-Monster!

Als Kind wär ich vermutlich erstickt, wenn mich meine Schwester nicht regelmäßig aus meiner Bettdecke gewickelt und befreit hätte...Albtraume, die auch im Wachzustand nicht aufhörten, über Jahre...und einmal, wir waren mit der Schulklasse im Aquarium und natürlich auch im Nachttierhaus und in den Terarien etc...natürlich bin ich nicht mit zu den Spinnen gegangen, sondern hab brav im Foyet gewartet...dort ragten aus dem Boden so Röhren raus...ich dachte das wär Kunst oder einfach nur Röhren...ich war erst 7 oder 8...aber dann hab ich gesehen, dass da Leute von oben rein guckten und das ganz phaszinierend fanden, was sie da sahen...Ende vom Lied, ich muß wohl einfach ohnmächtig geworden sein, und hab mir an dem "Rohr" in das ich reingeguckt habe, auch noch anständig die Rübe eingeschlagen...Das waren Lupen...und am Boden dieser "Röhren" waren jeweils präparierte Insekten und eben auch eine Spinne...keine Ahnung, wie ich das wieder angestellt habe...20 Röhren und ich guck genau in die wo dieses blöde Monster zu sehen ist...

Sorry, Leute...aber ich bin sicher dagegen gibt es keine Pillen...also ich kann diese Dinger nicht mal als "Tier" oder "verwandte Lebensform" einordnen...wenn mir einer erzählen würde, die sind vor einer Millionen Jahren von bösartigen Aliens hier ausgesetzt worden, dann wär das für mich schlüssiger und glaubhafter als "Du, die spielen eine wichtige Rolle in der Natur" oder "Du brauchst keine Angst haben" - ich hab auch keine Angst...das ist die reine und pure Panik...Niemand braucht soviele Beine und Augen aber kein Hirn...NIEMAND! Daran ist nix natürlich!

Sorry, ich schreib mich gerade selbst krank...auf meiner Schultermuskulatur könnte man gerade Stahlrohre biegen.

16.11.2007 14:52 • #18


Hi,
ich hab keine Angst vor Spinnen - ich weiß also nicht wirklich, wie sich das anfühlt.
Mal was zum Denken:

a. Nach behavioristischer (verhaltenstherapeutischer) Auffassung ist Angst erlernt: entsprechend ängstigende Erfahrungen lagen im Übermaß vor und haben sich eingeprägt. Angst entsteht hier durch fehlgelaufene Lernprozesse und wird durch gezielte neue Lernprozesse (Desensibilisierung) korrigiert. So schlicht diese Vorstellung von Angst auch ist, in der Praxis und besonders bei der Desensibilisierung von Angsterkrankungen (z.B. Hunde- oder Spinnenphobien) hat sie unbestreitbare Erfolge.

b. Weitgehend anders ist das Modell der Tiefenpsychologie.
Hier entspricht die vorhandene Angst völlig dem ungelösten und unbewussten Grundkonflikt, auf den sie sich bezieht. Tiefenpsychologen sprechen davon, dass die eigentliche Angst durch den Abwehrmechanismus der Verschiebung abgewehrt wurde. Spinnen sind symbolische „Ersatzobjekte“: sie symbolisieren das Eingefangen-Werden der Opfer in unsichtbaren Netzen, in denen diese dann hilflos baumeln... und darauf warten ausgesaugt zu werden.
Zugleich haben wir mit einem „sekundären Krankheitsgewinn“ zu tun. Die Primärbeziehung wird von unerträglicher Angst entlastet, um mit ihr halbwegs verträglich auskommen zu können.
Die Angst tritt nun in vollem Umfang am „Ersatzobjekt“ Spinne auf. Dort können wir sie nicht mehr verstehen, weil wir nicht wissen, was befürchtet wird. Wesentlich ist hier aber, dass die Angst auch in ihrem ganzen Umfang und Ausmaß kein „Irrtum“ oder „fehlgelaufener Lernprozess“ ist, sondern voll berechtigt, wenn man sie vom „Ort der Verschiebung“ auf den eigentlichen „Ort der Angst“ zurückführt.
Die tiefenpsychologische Therapie besteht nun aus zwei Schritten: erstens muss die Verschiebung rückgängig gemacht werden, der wirkliche Ort der Angst, d.h. der wirkliche Angst machende Konflikt, muss gefunden und bewusst werden, zweitens muss der eigentliche Konflikt bearbeitet und gelöst werden.

(ist nicht von mir - hab ich irgendwo im Internet gefunden und bißchen gekürzt)

Ich finde dass Spinnen höchst "geeignet" für symbolische Verschiebungen sind, durch ganze Assoziationsketten an psychische Notlagen andockbar...:

Ich hatte mal einen Traum, das war kurz vor der Trennung von meiner BL (BPS)-Freundin.
Ich lag auf dem Bett und schlug die Augen auf und da habe ich gesehen, dass fast das ganze Zimmer mit schwarzen fingerdicken Spinnweben überzogen war. Ich spürte, dass es lebensgefährlich wäre, wenn die Spinne - so groß wie eine Vogelspinne - es geschafft haben würde, die ganze Wand damit zu überziehen. Gerade noch gelang es mir mit dem Staubsauger die Spinnweben einzusaugen und auch die Spinne - die eben noch so durch das Rohr passte. Uah gruselig.
Das ganze hatte sein reales Vorbild in einer Art netzartigem schwarzen Schultertuch, das vor einem Wandspiegel in ihrem Zimmer hing. Dieses Tuch verdeckte einen Sprung, der sich quer über den ganzen Spiegel zog.
Das ganze steckt so voller eindeutiger Symbolik, ein so perfektes Bild für meine ganze psychische Not damals und die "Qualität" der Beziehung und das, wie sich meine Freundin damals gezeigt hat, dass ich mir die Entschlüsselung hier mal schenke...

Kann mir schon vorstellen, dass solche kräftigen Bilder, wenn man sie als Kind braucht, um verdeckt mit dem umzugehen, was offen zu bedrohlich wäre, "hängenbleiben" und als Verhaltenrest Jahrzehnte überdauern...
Grüße
Flo

17.11.2007 17:04 • #19


... ist tatsächlich eine Urangst. Sie ist schon auf die Zeit zurückzuführen als die ersten Fische von Seeskorpionen gefressen wurden. Das ging dann einige Milliarden Jahre so weiter. Mal waren die Säuger und Echsen größer als die Ekelteile, mal kleiner. Also ein ständiges Fressen und gefressen werden. Die Vorsicht vor Arachniden (Spinnen und Skorpionen) ist also fest in unserem Unterbewusstsein verankert. Demnach also ganz normal wenn auch lästig.

19.11.2007 17:40 • #20



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Prof. Dr. Borwin Bandelow