Hallo Svenja,
danke für Deinen Beitrag. Wäre denkbar und auch logisch, aber ich bin zu einer anderen Theorie gekommen, die man aber nur haben kann, wenn man mein Leben die letzten Jahre mitverfolgt hat.
Ich schreib es mal auf, vll hat mal jem anderes ein ähnliches Problem und es hilft ihm weiter
Grundlage ist der Fakt, dass aus Depressionen auch Ängste entstehen können, das war mir, obwohl ich seit 15 jahren unter Depressionen leide, neu.
Ferner habe ich hier gelesen, dass man bei einer Phobie den Gegenstand oder die Situation einmal mit einer Gefahr verbunden haben muß. Da machte es plötzlich Klick bei mir!
Vorgeschichte:
10 Tage vor Heiligabend 2005 starb völlig überraschend meine Tante. Ich war geschockt und noch heute kommen mir manchmal die Tränen deswegen.
Zu derselben Zeite hatte ich eine heftige Krise mit meinem Freund, die sich über Monate zog.
Ein halbes Jahr nach meiner Tante starb meine Oma.
Man kann also nicht behaupten, das mein Leben damals sorgenfrei und ich happy gewesen wäre.
In dem Jahr, in dem meine Oma starb, 2006, zogen auf unserer Etage neue Nachbarn ein, die auch schon ziemlich laut waren und mich nervten. Beinahe zeitgleich zog auch über mir jem neues ein, der an sich recht leise war, aber der jedes 2. WE sein Kind da hatte, das extrem laut war. Mehr nervten mich damals aber meine Etagennachbarn. Die zogen zum Glück nach 1 Jahr wieder aus und die Wohnung stand ein 3/4 Jahr leer. Es war herrlich, mein Leben war super!
Doch dann traf ich Anfang d. J. plötzlich neue Leute im Treppenhaus, die mir freudestrahlend ankündigten, sie würden mit ihren zwei kleinen Kindern bei uns auf der Etage einziehen Das Kind über mir war ja schon laut, aber jetzt noch 2 dazu....ich hatte die starke Befürchtung, dass es laut werden würde und die wurden noch übertroffen.
Inzwischen hatten meine Nachbarn über und neben mir Laminat und ich war über jeden Schritt informiert. Während nebenan die neue Familie einzog, entwickelte der Mann über mir einen regelrechten Tick: Der lief stundenlang oben von Zimmer zu Zimmer und öffnete und schloß dabei jede Tür, obwohl er ja wirklich nur Sekunden später eh wieder in dieses Zimmer ging. Es war wirklich extrem und ich war akkustisch immer dabei. Meine Nerven lagen blank, als dann auch noch das kleinere Kind nebenan einzog und auch stundenlang immer auf dem Laminatboden herumsprang. Die Mutter sagte, ihre Tochter fände es derzeit ganz toll, auf Zehenspitzen zu rennen
Der Knackpunkt, warum mich das nervte und schließlich auch ängstigte, war ein Vorfall:
An einem schönen Tag war über mir auf einmal voll der Trouble. Nach etwa einer halben Stunde rumbrüllen und Geklirre ging ich hoch und traf auf die getrennt lebende Frau meines Nachbarn, die ihm gerade regelrecht die Wohnung zerlegte und ihn anbrüllte. Als ich ich ansprach, kam sie wutschnaubend auf mich "zugewalzt" (klein aber stämmig und total sauer ) Ich dachte: Gleich klatscht die dir ein paar! Hat sie nicht, aber als ich aus der Situation wieder raus war, war ich erstmal fertig. Die Situation hatte mich sehr an meinen Vater früher erinnert, der in meiner Kindheit recht aggressiv war und seine Launen gerne mal an mir ausließ. Der kam dann genauso wutschnaubend auf mich zu, während ich nicht wußte, was ich jetzt wieder getan hatte.
Bevor ich hochgegangen war, hatte ich den Krach oben gehört und nach dem Ereignis lauschte ich immer wieder mal besorgt nach oben, weil es sich ähnlich anhörte. Ich befürchtete immer, die Frau käme noch mal wieder.
Und wenn mich erstmal ein Geräusch nervt, nehme ich alle anderen wir verstärkt war. Und das waren in dem Haus viele....
Ich reagierte irgendwann mit Flucht = Umzug und hoffte, hier in der Whg absolute Ruhe zu finden, was sich als Irrtum herausstellte.
Das Schlimme für mich war, dass ich das Gefühl hatte, mir selbst ausgeliefert zu sein, verrückt zu werden, irgendwann auszuflippen
Seitdem ich aber weiß, woher es kommt, woran es liegt und dass ich - so denke ich mal - eine Phonophobie (Angst vor einem bestimmten Geräusch) entwickelt habe, bin ich schon etwas ruhiger!
Ich versuche gerade, es mir abzugewöhnen, nach oben zu lauschen, alle Geräusche von dort bewußt wahrzunehmen und sie stattdessen bewußt zu ignorieren. Vor allem sage ich mir, dass das zu den normalen Wohngeräuschen gehört und eben KEINE Gefahr bedeutet....
Wie gesagt, heute Abend ist dieses Fest vor unserem Fenster....mal schauen, wie es mir dann geht....