Hallo,

ich bin 25, w und studiere Chemie im 12. Semester auf Diplom.
Ich habe in 3 Wochen meine erste von drei Diplomprüfungen.

Es ist bei mir so, dass ich nicht vor der Prüfung selber Angst habe, sondern dass ich es nicht schaffe zu lernen weil ich mich zu stark unter Druck setze. Ich habe Angst, es nicht zu schaffen, ich habe viel zu hohe Anforderungen an mich und bin deshalb ständig angespannt und gestresst. So ruhe ich mich den Tag über fast nur aus und komme gar nicht zum lernen und mit jedem Tag den das so geht wird es schlimmer denn ich komme ja mit dem Lernen nicht weiter, dafür rückt die Prüfung immer näher...

Geht es jemandem ähnlich oder hat jemand einen Tipp für mich?

14.04.2011 15:02 • 05.01.2012 #1


10 Antworten ↓


Hallo Kathi,
wie wäre es wenn du dir einen Stunden- Lernplan erstellst?
Nur dann darfst du nicht von den vorgegebenen Zeiten abweichen, bzw. ablenken lassen. Ich würde mit z.B. 1Std. anfangen, am nächsten Tag 2 Std. usw., so wie es für Dich notwendig erscheint. Außerdem würde ich mir einen Wecker stellen, der Dich pünktlich an den Schreibtisch leutet.
Ich habe vor kurzem ein Fernlehrgang gemacht, ich weiß wie schwer es ist sich selber zu disziplinieren! Und ich weiß aber auch, das wenn man dann mal dran ist, dann vergeht die Zeit viiiieeel zu schnell

14.04.2011 16:20 • #2


hallo Söckchen, danke für den Tipp.
Ich hab mir noch nie so einen richtigen Lernplan gemacht, weil mein Problem ja nicht die Disziplin ist, sondern dass ich zu viel von mir verlange.
Also ich stresse mich selbst so sehr, dass ich zu fertig zum Lernen bin. Ich brauche also eher Hilfe dabei, meine Ansprüche runter zu setzen.
Hm, dabei könnte so ein Lernplan aber wohl auch helfen, oder? Ich sperre mich so dagegen weil ich das Gefühl hab das engt mich irgendwie ein und klaut mir meine Freiheit und Flexibilität. Aber es ist auch keine Lösung, 24 stunden am Tag das gefühl zu haben lernen zu müssen. Also von daher wären geregelte Lernzeiten schon besser... ach f*** ich weiß grad gar nicht was ich machen soll

Das muss ich vielleicht erklären, weil du könntest ja sagen, mach das doch einfach mal, ich hab dir doch nen Tipp gegeben.
Es ist so, dass ich, schon seit ich ganz klein bin, nichts ausprobiere. Sondern ich mache etwas erst wenn ich ganz sicher bin dass ichs kann. Das klingt paradox und das ist es auch, entsprechende Probleme hab ich dann ja auch...
Das ist so eine Art Perfektionimus. ZB wenn ich jetzt sagen würde, ich lern jetzt mal eine Stunde. Dann würde ich mich während des Lernens ständig fragen, ob ich auch das richtige lerne, ich würde ständig zweifeln... dann geb ich immer entmutigt auf

14.04.2011 17:04 • #3


Vielleicht ist das "sich nicht trauen auszuprobieren" auch das größere Problem, bzw das, wo ich nciht weiß wie ich rangehen soll.

Denn was den Perfektionismus angeht, ich weiß sehr wohl, dass das nicht erreichbar und zweitens sehr ungesund ist, ich will meine Ansprüche auch senken. Ich weiß nur nicht WIE.

Ich bin schon besser darin geworden mir fehler zuzugestehen, aber was leistung angeht irgendwie nicht. Tief drinnen sagt eine Stimme "Du musst es perfekt machen". (Meine Mutter ist Lehrerin).

14.04.2011 17:16 • #4


Liebe Kathi,
wie ist denn dein Studium bisher gelaufen? Ich nehme an, bei einem Perfektionismus wie ihn unsereins ja nun einmal hat, müssten deine Noten gut bis sehr gut sein

Du schraubst deine Ansprüche wie du selbst erkannt hast sehr hoch, darum könnte ich mir dennoch einen Lernplan gut vorstellen. Bei meinem Fernstudium habe ich auch sehr penibel alles erarbeitet, war nie mit meinen Aufgaben wirklich zufrieden. Doch irgendwann kam ein Punkt, da hatte ich keinen Bock mehr, die Aufgabe 1B zum 1000x neu zu verfassen...konnte schon alles auswendig im Schlaf aufsagen..., wurde von den Fragen quasi verfolgt. Irgendwann war ich einfach zu müde, zu erschöpft...so dass ich mir dann eine neue Variante gewählt habe! Ich habe mich entschlossen bis Tag X mit dem gesamten Lehrgang fertig zu sein! Nun verlagerte sich mein Druck, und meine Ausführungen der Einsendeaufgabe gingen flüssiger von der Hand
Ich habe es geschafft, und war 2,5 Monate früher fertig, mit einem sehr zufrieden stellenden Endergebnis.
Wie könntest Du also den Druck verlagern?

14.04.2011 17:18 • #5


hm...also ich kann das was du schreibst nicht so richtig verstehen mit dem Druck verlagern. Ich glaube, dass unsere Probleme auch ein bisschen anders gelagert sind... hm, also erstmal zu deinen Fragen:

Ich hab wegen der Angststörung länger gebraucht als normal, befinde mich aber noch im guten Durchschnitt. Meine bisherigen Prüfungen habe ich fast alle auf Anhieb bestanden (und fast alle gerade so).
Es ist irgendwie gar nicht mal so, dass ich versuche es perfekt zu machen, zB gebe ich oft Aufgaben ab die schon fast "schlampig" sind, weil ich zu gestresst bin und es kaum schaffe die Aufgabe überhaupt zu bearbeiten. Dann ist das von mir so eine Art Trotzgefühl (wie können die an der Uni nur so viel von mir verlangen, ich mach das jetzt nicht!).
Ich krieg dann auch oft gesagt, ich wäre faul, würde mich nicht genug anstrengen, usw. Das ist so fies, weil es liegt an der Angst und daran das ich mich deswegen oft schlecht konzentrieren kann!!

Ich glaube, ich muss wirklich das Ausprobieren lernen. Und zwar indem ich es einfach TUE, auch wenn ich noch so viel Angst davor habe Fehler zu machen.
Was meinst du?

14.04.2011 17:27 • #6


Ich verstehe gar nicht warum, aber ich fühl mich echt schei. mittlerweile... so richtig mutlos und depressiv, hab überhaupt keinen Antrieb mehr ans Lernen ran zu gehen...außerdem sitze ich allein daheim und hätte gerade verdammt gern jemand da
Und das wird leider bis Montag so gehen

14.04.2011 23:29 • #7


Hallo Kathi,

geh jetzt einfach gemütlich schlafen!

Gute Nacht,
GastB

15.04.2011 00:59 • #8


Hallo Kathi,
wie sind deine Prüfungen verlaufen? Ich bin neu hier und habe ebenfalls "Probleme" mit Prüfungen. In fast jedem Satz, den du geschrieben hast, habe ich mich wiedererkannt.
Auch ich habe bereits eine Prüfung versemmelt, weil ich einfach keine Lust mehr auf den Stress hatte. Freu mich auf deine Antwort!
Gruß Marie

05.01.2012 20:38 • #9


AQDAE2Y
Zitat von Kathi85:
Ich verstehe gar nicht warum, aber ich fühl mich echt schei. mittlerweile... so richtig mutlos und depressiv, hab überhaupt keinen Antrieb mehr ans Lernen ran zu gehen...außerdem sitze ich allein daheim und hätte gerade verdammt gern jemand da
Und das wird leider bis Montag so gehen


Hi. Also ich fahre da eine ziemlich simple aber sehr effektive Schiene die ich aus dem Sport gelernt habe. Ein Tag Anspannung und ein Tag Entspannung. Ich denke beim Lernen klappt das sicher auch.

Das mit dem Plan ist keine schlechte Idee. Du bist müde weil du dir jeden Tag zu viel vornimmst, das ist eine Zwickmühle, jeden Tag mobilisierst du alle Geschütze und das kostet Energie.
Ich empfehle einen simplen Plan. An einem Tag lernst du was dich am Meisten ankotzt das ist sozusagen dein Anspannungstag, den ziehst du voll durch mit Dingen die dich aufregen. Danach kommt der Entspannungstag, da lernst du was du willst und ganz gechillt.


Das ist das Auf und Ab, das ist Natur, Anspannugn und Entspannung, die Power des Yin-Yang und so vieles mehr noch.

Ein Tag haust voll rein, am Tag darauf machst nen Coolen. Ganz einfach. Eine Trance die sich durch´s Leben schlängelt. So funktioniert das.

05.01.2012 21:20 • #10


Danke für die Tips. Ich habe jedoch das Gefühl, dass ich keine Wahl zwischen locker und anstrengend habe, was die Themenauswahl angeht. Ich werde jedoch probieren, einen Plan aufzustellen.

05.01.2012 21:41 • #11




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