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vivi_

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Huhu, ich bin neu hier, ich leide unter so einigen psychischen Problemen, wobei die Emetophobie (Angst vorm Erbrechen) stark dominiert zur Zeit (Nebendiagnosen sind zB Borderline, depressive Episoden). Ich komme ehrlich gesagt so gut wie gar nicht mehr klar. Mir fällt alles schwer, Bus & Bahn fahren, Einkaufen, Freunde treffen etc. Manche Dinge gehen auch gar nicht. Das schlimmste ist die permanente Übelkeit, insbesondere wenn ich draußen bin ist sie ganz schlimm & ich denke jedes Mal, dass es dieses Mal körperlich ist, ich also zB Magendarm habe & erbrechen muss (dabei ist das schon viele, viele Jahre nicht mehr vorgekommen). Ich bin arbeitslos, konnte keine Ausbildung & keinen guten Schulabschluss machen, alles auf Grund der Probleme. Ich sehne mich zeitweise extrem nach einer Beziehung, die ich aber leider gar nicht führen könnte. Ich kann Männer ja nichtmal kennenlernen wegen der Angst. Es ist echt grauenhaft, ein Leben ist das nicht mehr. Ambulante Therapie mache ich bereits, komme aber irgendwie nicht weiter. Ich weiß echt überhaupt nicht wie ich mit der Angst & der Übelkeit umgehen soll. Hat irgendjemand Tipps und Erfahrungen?

Dann noch eine andere Frage.. Ich habe teilweise so komische Realitätsverluste, wenn man das so nennen kann, ich weiß nicht ob das "normal" ist, aber ich fühle mich teilweise ein paar Sekunden so als wäre ich in einer anderen Welt, so als würde ich nicht richtig existieren. Das ist immer nur ganz kurz, dann "komme ich wieder zurück" & das einzige was bleibt ist ein komisches Gefühl. Auch zur Zeit gehts mir total komisch.
Habe schon an sowas wie Dissoziationen gedacht, aber ich habe kein Trauma, zumindest keins von dem ich weiß & Dissoziation gehen ja meines Wissens nach nicht nur ein paar Sekunden.
Ich hab früher zeitweise Tabletten genommen (das letzte Mal vor einem Jahr) von denen ich Halluzinationen und sowas bekam (nur während der Wirkungsdauer, also nicht im Normalzustand), kann das sonst vielleicht noch damit zusammenhängen ?

Wäre für jede Antwort dankbar

11.07.2014 02:44 • 26.03.2019 #1


5 Antworten ↓


MADMAN


Morgen vivi

Eigentlich ist doch vollkommen egal wie es heißt, für jeden schei. gibt es Fachbegriffe, es ist nur Angst, egal wie man es nennt, bei dir ist es halt die Angst in der Öffentlichkeit zu kotzen, die wird erst weggehen wenn du dir sagen kannst "Na und, dann kotze ich halt, wen interessiert es?"

Genau diese Angst bewirkt das dir dauernd schlecht ist, du schaust den ganzen Tag in dich, und suchst ob dir auch wirklich noch schlecht ist, du verkrampfst dich und natürlich ist dir dann auch wieder schlecht, und da kommen wir zu deinem nächsten Problem, wenn man ständig in sich hört, nimmt man die Außenwelt nicht mehr so wahr wie sie ist, man fühlt sich nicht mehr zugehörig, wie auch man ist ja total in sich vertieft, gibt auch dafür tolle Fachbegriffe, aber egal, wichtig ist deine Aufmerksamkeit bewusst nach außen zu lenken, auf das Leben, auf dein Leben.

Akzeptiere das du Ängste hast, stelle dich ihnen jeden Tag jede Minute und sag dir schei. drauf ihr könnt mir Garnichts, geh raus, lerne neue Menschen kennen, und verschwende deine Zeit nicht damit dir zu überlegen wie andere auf dich oder das was du tust reagieren, Das ist dein Leben das einzige was du hast, du spielst hier die Hauptrolle, und du entscheidest ob es ein Drama wird, oder nicht.

Welcome

11.07.2014 04:45 • x 1 #2


Aviditas


Hallo ihr Lieben,

bis heute wusste ich nicht, dass es für ein ziemlich wesentliches Problem, das mich schon mein ganzes Leben begleitet einen Namen gibt: Emetophobie.
Und, wie ich zu meiner Erleichterung feststellen konnte, bin ich damit nicht allein.

Lange Zeit lebte ich vor allem mit dem Unverständnis meiner Umwelt und dem festen Glauben, dass da ja offenbar bei mir irgendwas "kaputt" ist, weil niemand sonst solche Probleme mit dem Thema Kotzen hat, wie ich
Wie vermutlich die meisten mit diesem Problem, habe ich alle möglichen Vermeidungsstrategien durch... An vielen gesellschaftlichen Events nehme ich schon lange nicht mehr teil. An schlimmen Tagen kann ich kaum das Haus verlassen... Deswegen habe ich vor einigen Jahren dann auch eine Therapie begonnen. Nicht wegen der Emetophobie, sondern wegen einer Agoraphobie. Zuvor war ich schon einmal mit 21 wegen Burn Out und schweren Depressionen in Behandlung. Mittlerweile bin ich 32. Die Angst vor dem Erbrechen habe ich schon seit meiner Kindheit.
Und genau da setzt gerade mein Gedankenprozess an. Wann hat da angefangen? Mir fällt partout kein traumatisches Ereignis ein Ist es "einfach" die Summe aller Traumata, die es über die Jahre so schlimm hat werden lassen?

Was ich allerdings ebenfalls faszinierend finde, ist, wie häufig ich lese, dass die Emetophobie eher mit Mangelernährung/nichts mehr essen einhergeht. Das ist bei mir nicht der Fall... Ich habe eher das Gefühl, je schlimmer meine Ängste werden, desto mehr esse ich... Kenn das jemand von euch? Habt ihr ähnliche Erfahrungen?

viele Grüße
Avi

14.01.2019 14:45 • #3


Thinkso

Thinkso


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Hallo

Mir hat mal eine art Psychologe gesagt das solche Traumata auch schon vor bzw während der Geburt entstehen können und vor allem mit Kontrollverlust oder Verlustangst einhergehen.

Und ja ich hab ähnlich Erfahrungen gemacht. Als bei mir die erste Panische Phase los ging hab ich einfach aufgehört zu essen und nur noch gegessen wenn ich mich sicher gefühlt hab (beispiel: abends zuhause wenn ich sicher war das die nächsten stunden keiner was von mir verlangt oder mich irgendwo hin bringt.) Das ging einige Jahre so ich war dann auch in Kliniken wegen Mangelernährung. Wirklich angefangen zu essen hab ich erst wieder als die panischen Phasen weniger wurden.

Jetzt ca. 8 Jahre später tendiere ich auch eher dazu zu essen. Erstens weil ohne essen der Kreislauf abstürzt und mir die folgen davon realistischer erscheinen als die, das auf jeden Fall etwas passiert wenn ich was esse. Und zweitens weil man normalerweise wenn Gefahr droht niemals essen würde, so ist das knabbern an grissini, salzbrezeln und ähnlichem für mich eine art Hilfsmittel geworden. Also bei der nächsten Attacke einfach was essen dann glaubt das Gehirn alles sei super.

Verteidigungsstrategien hab ich auch viele das fängt an bei Kleinigkeiten wie Wörtern die das ganze Umschreiben einfach nicht mehr zu benutzen an, bis hin zu Agora phobischem verhalten.


Nur mal aus Neugierde wie weit schrenkt dich diese Angst ein? ...Arbeit..Freunde..undso

16.01.2019 05:33 • #4


Aviditas


@Thinkso
Hm, ich bin lange Zeit nicht auf Konzerte oder ähnliche Veranstaltungen gegangen. Eigentlich auch erst vor 2-3 Jahren das erste Mal. Ich blieb auf den meisten Geburtstagen nicht lange, wenn das getrunken wurde oder bin gar nicht erst hin, wenn ich wusste, es gibt Alk..
Eigentlich habe ich prinzipiell alle Situationen gemieden, in denen getrunken wird und das mache ich Großteils immer noch.

Abgesehen davon geht's glaube ich^^"

Aktuell finde ich noch heraus, dass ich aber auch zB meinen Arbeitsweg so plane, dass es meiner Phobie passt. Eine Mischung aus Nebenstraßen und nicht zu vielen einsamen Ecken... weird..

Was das Essen angeht geht's meistens. Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich mich bei neuen Sachen frage ob ich das wohl vertrage, aber gerade dann esse ich es erst recht ^^

Ach ja, das größte Minus ist aber wohl das Reisen Ich habe wahnsinnige Angst vor dem Fliegen. Bin ich demnach auch noch nie, aber eben nicht wegen der Höhe, sondern wegen der Emo u.a. Ängsten.
Weiter also Auto und Fähre war ich noch nie und die Fähre geht auch erst seit 2-3 Jahren.

Wie ist es denn bei dir?

26.03.2019 14:42 • #5


Thinkso

Thinkso


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@Aviditas
Ich bin eigentlich immer gerne Zug gefahren. Aber Bus und Auto mochte ich noch nie. Fliegen macht mir auch große angst. Bin aber auch noch nie geflogen. Fähre ist ganz okay . Ich bin zwar extrem unentspannt aber es geht schon. Liegt glaub ich daran, dass ich das von klein auf kenne. Ist bei Konzerten so Ähnlich. Ich mag Konzerte, solange sie nicht zu groß sind. Aber vermutlich auch weil ich es von klein auf kenne. Obwohl ich oft nach ein zwei Stunden ins Auto bin. Wegen der Menschen, dass wurde mir immer nach einer weile zu viel. Aber im Prinzip mag ich Konzerte.

Seit ein paar Jahren mach ich aber kaum noch was. Fahre nie mit Öffentlichen Verkehrsmitteln und meide jede Stress Situation. Zu Partys mit Alk bin ich zwar immer hin aber auch immer früh genug gegangen, um den unangenehmen teil der betrunkenen nicht mitzubekommen.

Essen ist ganz schlimm. Wenn etwas auch nur annähernd schlecht erscheint oder übers Ablaufdatum hinaus ist, esse ich es nicht mehr. Und wenn es um was neues geht lese ich immer die Inhalts Liste oder bei Selbs gemachtem frag ich was drin ist.

Kurz gesagt, im Moment erlebt meine Phobie ein richtiges kleines hoch.

26.03.2019 15:16 • #6



Prof. Dr. Borwin Bandelow


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