Huhu Saorsa,

ja das hört sich echt schwierig an und bei mir ist das Ganze nicht so fest verankert, jedenfalls bis jetzt nicht. Was sagt denn der Psychiater, wie man so etwas angehen kann?

Momentan versuche ich solche Situationen zu vermeiden, es sei denn es geht nicht anders. Ich habe schon Angst vor dem nächsten Flug im September. Wobei sich bei mir noch so eine Art Panikattacke dabei dazugesellt, wobei ich davor Angst habe, nicht schnell genug auf die Toilette zu kommen oder aus dem Flugzeug zu kommen, wenn es "erforderlich" wäre.
Ich hab mir jetzt sog. Notfall-Tropfen geholt, die aus diesen Bach-Blüten bestehen. Mal sehen ob es was hilft.

Aber prinzipiell versuche ich trotzdem mein Leben zu leben und trotz Angst die Situationen irgendwie durchzustehen, weil ich sonst meine Family gar nicht mehr besuchen könnte. Und das ist für mich ne grosse Motivation, dann doch in den Flieger zu steigen (auch wenn es sein könnte, dass ich mal ne Tüte benutzen muss).

LG SchneeEule

08.08.2008 07:30 • #21


Hey,

was bei mir im Moment is, dass ich egal wo ich bin, immer nach ner Gelegenheit suche, falls ich brechen muss dies nicht aufn Boden z machen.. zb immer ne Tüte dabei haben und so..

kennt das jemand von euch auch? ^^

08.08.2008 12:25 • #22


ja, das kenne ich auch... musste diese tüte aber letztens zweckentfremden, weil beim einkaufen die verpackung von einem pudding geplatzt ist und mir der alle anderen einkäufe verschmiert hätte. seitdem laufe ich ohne tüte rum. bis eben zu diesem posting hatte ich gar nicht mehr daran gedacht, dass ich keine dabei habe , was mir eigentlich jetzt bewusst vor augen führt, dass ich sie nicht brauche.

08.08.2008 12:34 • #23


Ja, das kenne ich auch. Ich habe auch immer ein paar Tüten in der Tasche. Am schlimmsten finde ich es wenn ich bei irgendwelchen Leuten bin oder in Arztpraxen die so tolle Teppiche liegen haben. Da bekokmme ich dann schon immer richtig Panik bei dem Gedanken was ist wenn ich jetzt brechen muß und den tollen Teppich dreckig mache.

Ich glaube zu wissen durch was ich ein Emo geworden bin. Alles fing ja schon in der Kindheit an. Meine Oma machte mir mal Essen was ich nicht mochte. Ich mußte es trotzdem essen und mir war den ganzen Tag schlecht. Dann mußte ich mich übergeben und habe es aber nicht mehr auf die Toilette geschafft sondern den ganzen Flur vollgemacht. Da habe ich dann so richtig Ärger bekommen. Glaube für mich war das das Erlebnis was mich so fertig gemacht hat. Dazu kam dann immer noch das mein Vater beim essen sich häufig so verschluckt hat das er hinterher würgen mußte und auch oft gebrochen hat.

Mir ging es jetzt eigentlich jahrelang gut und ich habe auch nicht mehr daran gedacht. Habe sogar eine Tochter bekommen und selbst in der Schwangerschaft ging es mir super. Ich hatte noch nicht einmal Probleme damit wenn sich meine Tochter übergeben mußte.

Seit ich jetzt aber an den Panikattacken leide ist es wieder schlimmer geworden.

08.08.2008 13:44 • #24


Was mir noch aufgefallen ist...

Wenn ich mal erbrochen habe, fand ich das dann garnicht so schlimm in dem Moment..

08.08.2008 19:30 • #25


kann da nicht so richtig mitreden, weil ich mich mal wegen der kombi medis und akohol übergeben musste. beide waren aber angstdämpfend, und ich hatte nicht eine sekunde angst und schlimm war es auch nicht.

für mich ist das eigentlich schlimme die übelkeit - das warten auf.. oder auf nicht.. ich kann dann locker von einer panik in die nächste kippen.

08.08.2008 19:55 • #26


Hallo liebe Forenmitglieder.

Mir geht es wie vielen von Euch - eine halbe Ewigkeit lang glaubt man, man ist alleine auf der Welt mit seinem Problem und irgendwie nicht “normal” - und auf einmal schaut man sich im Internet um und findet direkt jede Menge Gleichfühlende.

Und direkt auch noch den richtigen Begriff - Emetophobie - wovon ich vorher gar nichts wusste, aber jetzt hat das Kind einen Namen und vielleicht kann man es gezielter angehen.

Bei mir hat sich die Lage ein kleines bißchen verlagert - weg von der Angst, selber zu brechen, als mehr dahin, dass es Menschen in meiner Umgebung tun.

Bei mir selber war es vor etlichen Jahren mal schlimm, eine extreme Phase, die sich etwa ein Jahr lang hingezogen hat und bei der Essen schon zur Qual wurde (vor allem abends, da ja wenn man was nicht verträgt oder krank wird, das meistens nachts auftritt oder zumindest hab ich mir das eingebildet). Wenn ich abends mal Hunger hatte, musste am besten sofort was fertig sein und mir vorgesetzt werden - die Zeit, etwas zuzubereiten, war schon oft zu lang und die Angst hat sich aufgebaut. Einladungen zu Festen mit phantastischem Buffet waren Tortur - oft bin ich in ein anderes Zimmer gegangen, um nicht damit konfrontiert zu werden. Und wehedem, ich hab mal was gegessen, was auch nur ein bißchen komisch schmeckte...
Die Phase hat sich dann irgendwann gelegt, und ich gehöre auch zu den Menschen, denen eigentlich nicht so schnell schlecht wird und die Male in meinem Leben, an denen ich mich übergeben musste, kann ich an einer Hand abzählen (und zähle immerhin schon 42 Lenze). Ich trau mich auch ins Flugzeug und sogar auf Achterbahnen - fast schon kurios - und mache auch Urlaubsreisen in die Ferne. Allerdings ist meine Reiseapotheke immer noch reichhaltig mit Magenmedizin bestückt - gerüstet sein für den Fall der Fälle.

Wie gesagt, schlimmer ist es jetzt für mich, andere Menschen dabei zu erleben - und da ist es auch noch differenziert - wenn jemand krank ist, ist es ein bißchen weniger schlimm, als wenn jemand unter Alk. steht, und bei Fremden oder auch mehr oder weniger Bekannten kann man ja noch eher “flüchten” - aber ganz ganz schlimm ist es für mich, wenn meinem Herzallerliebsten durch Alk. schlecht wird.
(Dafür kenne ich möglicherweise auch die Ursache - meine erste längere Beziehung war eine Katastrophe dahingehend, und ich hab viele schlimme Dinge mit diesem Menschen unter Alk. erlebt.)

Irgendwann war die Angst dann nicht mehr so gegenwärtig und ich hatte schon die Hoffnung, es würde gewisse Erlebnisse nicht mehr geben bzw. wenn doch, wäre ich mittlerweile alt und reif genug, um nicht mehr so sehr dadurch belastet zu werden.
Als es vor fast drei Jahren dann bei meinem jetzigen Partner (der ein wundervoller Mensch ist und unsere Partnerschaft ist bestens) eine kleine Entgleisung in der Richtung gab, kam die riesige Enttäuschung darüber, dass ich immer noch so darunter leide, mit einem Paukenschlag und direkt mit einem richtigen Panikanfall mit allem was dazugehört, Atemnot, Schwindel, Verkrampfung, Zittern...

Seitdem war mir bei jeder Gelegenheit, wo Alk. getrunken wird, ziemlich mulmig und mehr als anderthalb Jahre später gab es nochmal eine ähnliche Situation (wo aber noch andere Faktoren mitspielten, weil es ihm von vornherein nicht so ganz gut war an dem Tag, aber dennoch zählen für mich immer die Signale, wenn Alk. im Spiel ist) und seitdem hatte ich mich über die Feiern und sonstigen Events immer nur so hinweggeschleppt und war jedesmal erleichtert, wenn ich es überstanden hatte, ohne dass irgendwas passiert ist.
Aber jedes noch so kleine Zeichen versetzt mich in Angst und Schrecken - erste Anzeichen der Alk. wie leicht schleppende Stimme und ähnliches, Dinge die noch lange nicht bedeuten, dass es jemandem schlecht werden muss, versetzen mich aber doch in Panik, dass es ja passieren KÖNNTE.
Und jetzt kürzliche war wieder eine ähnliche Situation mit Hinweisen (zumindest für mich so gedeutet), dass es passieren könnte und da ist bei mir irgendwie der Faden gerissen und jetzt geht gar nichts mehr.

Hab mit meinem Partner darüber geredet aber es ist schwer, sich verständlich auszudrücken, dass man da wirklich Panik kriegt und dass es richtiger Horror ist. Kann man sich ja selber nicht erklären, was daran eigentlich so schlimm ist, aber so ist das mit den Phobien.

Klar kann man jetzt jeglichen Alk. auf Null fahren oder im Extremfall nirgendwo mehr dran teilnehmen. Aber das packt nicht das eigentliche Problem bei der Wurzel. Ich will mich auch nicht verkriechen, aber ihm auch nicht die Gläser B. in den Mund zählen oder ihn bei jeder Gelegenheit "ermahnen".
Andererseits kann ich auch nicht bei jeder Unternehmung darauf warten, wann es soweit ist, dass mal wieder was passiert, und auf jedes noch so kleine Signal lauern und voller Ungewissheit bleiben, ob es nun noch ein Jahr dauert bis zum “nächsten Mal” oder zwei Jahre oder fünf oder vielleicht auf überhaupt niemals mehr vorkommt. Das steh ich nicht durch.

Es belastet mich jetzt nicht so sehr in meinem normalen Tagesablauf, obwohl ich doch jeden Tag einige Male daran denken muss. Aber vor den Wochenenden baut sich erst Nervosität und dann richtige Angst auf.

Habe bis jetzt noch keine professionelle Hilfe in Anspruch genommen - bisher war da eine Hemmschwelle, darüber zu reden.

Jetzt am Wochenende sind wir wieder unterwegs - ich glaube nicht, dass nach so kurzer Zeit wieder Gefahr besteht, dass “was passiert” - aber ich hab mich für alle Fälle mal mit den Rescue-Notfalltropfen versorgt.

War jetzt viel Text, ich hoffe, dass der Thread, den ich ausgewählt hab, überhaupt richtig dafür ist, und entschuldige mich nochmal für die Textlänge.

14.08.2008 18:04 • #27


hallo sunlight

ich denke der thread ist goldrichtig.

die angst, dass es jemandem wegen Alk. übel werden könnte, begleitet mich seit meiner kindheit. leider habe ich damals zu oft mitkriegen müssen, wie leute ihren Alk. nicht vertragen haben.

ebenso wie du gehe ich solchen situationen am liebsten aus dem weg. naja *traurig lächel*, ist im moment für mich sehr einfach, da ich ja praktisch nur noch zu hause hocke. da ich single bin, kommt auch der konfrontationspunkt "partner" nicht dazu.

wenn ich weiss, dass jemand Alk. schlecht verträgt, sitze ich auch da und überwache denjenigen genaustens. das ist in letzter zeit so schlimm geworden, dass ich gewissen besuchern gar keinen Alk. mehr anbiete.

ich hatte nie eine partner, der mich gross mit dem problem konfrontiert hätte, da eigentlich keiner eins über den durst getrunken hat (und wenn nur in meiner abwesenheit - da ich ja immer die signale funkte "ich mag nicht, wenn du trinkst". dass es mir dabei eigentlich gar nicht ums trinken ging, habe ich natürlich nie jemandem so erklärt.

aber vielleicht wäre das genau der punkt. ehrlich seinen mitmenschen gegenüber sein und erklären, was man in einer solchen situation fühlt.

liebe grüsse

saorsa

14.08.2008 19:33 • #28


Hallo Saorsa,

genau so ist es. Diese Überwachung meiner Mitmenschen kenne ich zu gut, ich treffe genaue Auswahl, wer z. B. nach einer Feier bei mir übernachten darf und neben wem ich auf der Heimfahrt noch im Auto sitzen will. Hab mich schonmal unter ganz fadenscheinigen Ausreden weggesetzt.

Und mit dem Partner - er versucht es ja zu verstehen und will mich auch unterstützen und die Fälle der Fälle waren ja auch äußerst selten, aber auch diese Einzelfälle genügten mir, um ständig Ausschau nach irgendwelchen Gefahrenanzeichen zu halten und auch oft genug welche zu finden, wobei ich schon gar nicht mehr beurteilen kann, ob die Signale wirklich da sind oder ich sie mir einbilde. Denn letztendlich passiert ja in den allermeisten Fällen doch nichts. Aber dann warte ich geradezu darauf, dass genau beim nächsten Mal, genau dann wenn ich vielleicht wieder etwas entspannter bin, genau dann die nächste Ausnahme kommt. So nach dem Motto, wenn man nicht mehr damit rechnet, dann passiert's. Also rechnet man halt besser immer damit.

Vielleicht sollte man wirklich seiner Umwelt ehrlich zu vestehen geben, wie man sich fühlt und warum man so reagiert - und weshalb man z.B. diese Kontrollfunktion ausübt, wenn jemand Alk. trinkt.
Allerdings ist es ja auch schwer, es jemandem begreiflich zu machen, der solche Situationen nicht selber kennt. Wie erklärt man jemandem, dass eine Sache, die an sich so furchtbar schlimm gar nicht ist, auf einen selbst solchen Druck ausübt, als wäre der Leibhaftige hinter einem her und man müsse um sein Leben fürchten? Kann man sich ja selber schon nicht erklären.

Nun gut, ich werde mal abwarten, wie das Wochenende jetzt wird und melde mich danach wieder. Bin gewappnet - für diesmal zumindest.

Liebe Grüße
Sunlight

15.08.2008 11:58 • #29


Zitat:
Allerdings ist es ja auch schwer, es jemandem begreiflich zu machen, der solche Situationen nicht selber kennt. Wie erklärt man jemandem, dass eine Sache, die an sich so furchtbar schlimm gar nicht ist, auf einen selbst solchen Druck ausübt, als wäre der Leibhaftige hinter einem her und man müsse um sein Leben fürchten? Kann man sich ja selber schon nicht erklären.


das ist wohl der punkt. meine erklärungen setzen jeweils nicht beim auslöser als solches an, sondern ich versuche zu erklären, was in einer panik in mir abläuft. natürlich ist das noch schwierig nachvollziehbar, wenn man es selber nie gehabt hat.

ebenfalls versuche ich meinem umfeld die angst vor der angst zu erklären. natürlich gibt es keine rationalen worte dafür, denn wie wir ja selber wissen, gibt es keinen existenten grund angst zu haben.

auch wenn freunde und verwandte nicht bis in letzte verstehen, ist mir ein teilverständnis lieber als gar keines. ich habe früher so viele ausreden erfunden, dass ich mit der zeit nur noch unglaubwürdig gewirkt habe. jetzt mögen zwar immer noch viele denken, dass ich in manchen situationen völlig überreagiere und mich äusserst seltsam benehme. da kann ich nichts machen. für mich ist es so jedoch einfacher. die leute fühlen sich auch weniger vor den kopf geschlagen, wenn sie wissen, dass meine vermeidung nichts mit ihnen zu tun hat.

15.08.2008 12:09 • #30


Dr. Doris Wolf
Hallo

ich denke, dass viele Fragen, die ihr hier stellt, im Video zur Emetophobie beantwortet werden.


Grüße Doris

15.08.2008 18:56 • #31


ophelia

29.08.2019 07:18 • #32


laribum
Bildungsfernsehen....

29.08.2019 07:35 • #33


ophelia
yep!

29.08.2019 07:43 • #34




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