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Hi!
Ich habe, soweit ich mich zurückerinnern kann, schon immer das Erbrechen scheußlich gefunden. In der Prüfungsphase meines Studiums wurde es ganz schlimm.
Dinge, die ich damals nicht tun oder ertragen konnte:
-Essen ohne mich abzulenken
-zu viel essen
-zu wenig essen
-das falsche essen, was je nach Tagesform was anderes sein konnte
-in zu warmer oder zu kalter Umgebung sein
-mit zu vielen Menschen in einem Raum sein
-sabbernde Hunde ansehen
-Bilder von sabbernden Hunden ansehen
-Zeichnungen von sabbernden Menschen oder Hunden ansehen
-pubertierende Kindern auf der Straße begegnen, die auf den Boden spucken
-Klekse auf dem Bürgersteig sehen, die von oben genannten Kindern stammen könnten
-hustende Menschen
-Menschen mit Schnupfen (allein diese Schnüffelgeräusche ließen mich schon an Schleim im Hals denken)
-kleine Kinder oder Babys
-rülpsende oder aufstoßende Menschen
-angerempelt oder geschubst werden
-meine Lieblingssportart, die mich sonst immer beruhifgt und entspannt hatte ging auch nicht mehr
-starke Gerüche, insbesondere Schweiß, schlechten Atem und Knoblauch

Was ich gemacht habe:
erstmal gar nichts, sondern mich immer weiter isoliert, wodurch ich sehr unglücklich und depressiv wurde- was man, wenn einem das zum ersten Mal passiert, nicht begreift. Prüfung beendet, Job gefunden- aber es wurde immer schlimmer, bald ging auch kein Autofahren mehr, mir wurde wirklich schleht beim Laufen, beim Fahren, beim Sport- plötzlich heftigstes Würgen, zusammenkrümmen und die panischen Gedanken "verdammt, wohin jetzt damit...?"
Ich hab es immer unterdrückt bekommen, aber allein das Würgen löst bei mir stark negative Gefühle aus(Trauer, Verzweiflung, Selbstekel, Selbsthaß, unbestimmte Angst), was meine Depression verstärkt hat und mein Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen echt vernichtet hat.

Jetzt kommt der Part, der sich von anderen Geschichten unterscheidet: ich bekam Nierenprobleme und Nierensteine- und damit Nierenkoliken. Das sind Schmerzen, die kann man sich nicht vorstellen. Man hat mir berichtet, dass eine Geburt angenehmer sein soll, ich war bereit alles auszuhalten nur damit diese Schmerzen aufhören. Einmal lag ich die ganze nacht mit Koliken im Bett und habe eine Packung Schmerzmittel über Nacht verbraucht, alle 2 Stunden. Zum Bad bin ich auf allen 4en gekrochen(eine Strecke von 6 Schritten in einer dreiviertelstunde) und ich hab wirklich gebetet, dass ich mich besser fühle, egal was jetzt passiert. Die Schmerzen waren so schlimm, das für Ekel oder Angst kein Platz mehr war, nichts konnte so schrecklich sein wie noch weiter diese Schmerzen. Sich zu erbrechen hat aber nichts gebracht, bloß habe ich es einfach zugelassen, so erschöpft wie ich war und habe gemerkt dass es wirklich schlimmere Dinge gibt. Danach ging es in die Notaufnahme und die Steine wurden entfernt.
Die Story geht noch weiter.... ebenfalls im Gegensatz zu anderen Menschen wurde bei mir als Ursache für die Nierensteine eine Erbkrankheit (per Gentest nachgewiesen!) diagnostiziert, die bewirkt, dass einem Tumore an bestimmten Organen wachsen. Und Syptom dieser Tumore war unter anderem eine starke, unkontrollierbare Übelkeit. Die Tumore wurden entfernt- und ich war glücklich. Denn Tag für Tag wartete ich auf eine Übelkeitsattacke...und nichts passierte. Ich hatte mich selbst schon extrem auf die oben aufgezählten Auslöser "trainiert" und fing an, mich selbst herauszufordern- das konnte doch nicht sein, dass ich keine Attakcen mehr hatte... vielleicht, wenn ich mich in diese Situation brachte? Oder ein Bild hiervon oder davon anschaute?
Ja, mir wurde zwar noch leicht übel und meine Reizschwelle ist extrem niedrig, aber es war nicht mehr so schlimm. Und so ebbte es ab und geriet in Vergessenheit für fast 6 Jahre.

Nun hatte ich in diesem Jahr viel viel Stress, Beruflich, familiär, gesundheitlich. Ich habe mir keine Pause gegönnt und ganz ganz heimlich fing ich an, wieder heftiger auf meine Auslöser zu reagieren. So schleichend, dass ich es erst gar nicht gemerkt habe. Dann ließ ich mir die Mandeln entfernen, weil die seit Jahren schon Probleme machten. Seit dem ist alles anders. Zuerst: Schmerzen im Hals. Jetzt: ein anderes Gefühl im Hals- die Zunge stößt an anderen Stellen an als sonst, Geschmak im Mund ist anders, Beweglichkeit von Hals und Schlund sind anders... und plötzlich war es so, dass mich beim Sprechen Übelkeitsattacken erwischten. Ich bekam Angst vorm Sprechen und die Attacken mehrten sich. Auf einmal reagierte ich wieder auf fast alle meine Auslöser und bekam zuert beim Zahnarzt und dann auf einer Autofahrt meine ersten Panikattacken. Ich wusste was es war, aber aufhalten konnte ich es deshalb noch lange nicht. Ich sagte alle Termine ab und verkrieche mich seit Ende Oktober zuhause. Anfangs ging NICHTS. Zähneputzen, EInkaufen, Besuch...nichts. Mein Arzt verschrieb mir erstmal Johanniskraut für jeden Tag und Diazepam für den Notfall- und MCP-Tropfen, gottseidank.
Zwischen Depression und Angststörung gefangen, gebeutelt von ständiger Streß-Übelkeit saß ich zuhause und verscuhte zu verstehen, warum es wieder ausgebrochen ist.
Viel angesammelten Streß der letzten 12 Monate habe ich inzwischen ausgeweint. Durch den ganzen Streß war mein Magen tatsächlich angegriffen, Streß-Gastritis- dagegen nehme ich auch was. Das hat mir geholfen, zu erkennen wann mir Streß-übel ist und wann es "Essen-Übel" ist. Und es wird besser. Ich habe in 6 Wochen 4 Kilo abgenommen, heute morgen habe ich das erste Mal wieder mehr gewogen als am Tag zuvor. (ok, 300 gramm, aber ein Fortschritt.
Außerdem bekomme ich Mass. gegen meine Verspannungen und wir haben für mich Ursachen ausgeschlossen. Meine Erbkrankheit ist es aufgrund der Blutwerte nicht- eine Angst weniger für mich, Streßredkution. Es bleibt übrig: falsche Atem- und Sprachtechnik in Streßsituationen, die sich aufgrund der veränderten Anatomie im Mund (Mandel sind weg!) stärker auswirken als vorher. Ich kann durch verspannen im Hals und meiner Zunge mich quasi selbst zum Würgen bringen. Ich hatte heute eine erste Sitzung beim Logopäden, um wieder sprechen zu lernen und zwar vor allem unter Streß und mich selbst nicht zu bestärken.
So gut wie alle Auslöser sind wieder "aus", neu und nachgeblieben ist momentan die Angst vorm Sprechen, weil das die Attacken bei mir auslöst. Situationen, in denen ich wahrscheinlich reden muss, sind momentan noch ganz schlimm aber ich hoffe, das mit der richtigen Atem- und Stimmtechnik es wieder besser wird.

Also, wenn ihr Emetophobie habt- vergesst euren Körper nicht. Eine Phobie zu haben ist Streß und Streß beeinflusst unseren Körper. BLutwerte überprüfen lassen (Calcium, Phosphat, Kalium, Schilddrüse) und nach Streß-Gastritis erkundigen.
Empfindlich bleibt man immer, aber man kann die Angst in den Griff kriegen. Es gibt Dinge, die sind schlimmer als sich zu übergeben. Ging es einem lange Zeit gut, vergisst man das mal, auch ich hatte das vergessen.

Also, ich mache mir Mut und ihr macht mir bitte auch welchen!

07.12.2012 22:35 • 13.06.2013 #1


8 Antworten ↓


So, fast 10 Tage her- was hat sich in den 10 Tagen getan...

Es ist immer deutlicher, wie stark ich immer noch unter Spannung und Streß stehe und wie sehr mir mein Kopf und diese Zwangsgedanken zum Thema Erbrechen immer noch in den Kram pfuschen.

Die Magenmedikamente habe ich inzwischen abgesetzt, stehe ich nicht unter Streß kann ich wieder alles und laaaaaaangsam auch größere Portionen essen.
Momentan überwiegt wieder die Phobo-Phobie, also die Angst, sich in eine Situation zu begeben, in der mir schlecht werden KÖNNTE- und das allein macht mir so ein Streß, dass ich auf alles deutlich empfindlicher reagiere und mich wirklich energisch von diesen Gedankenkreisen zurückrufen muss.

Im Moment sind schwierig:
Sprechen - mein Hals könnte trocken und klebrig sein und ich könnte beim Sprechen würgen müssen. Weil ich mich so darauf fixiere, wird mein Hals tatsächlich trockener und ich kann quasi den "Kloß im Hals" selbst heraufbeschwören.
Ich sitze z.B. "entspannt" auf dem Sofa und denke: oh, kein Kloß im Hals, mach mal deine Sprechübungen. Wenn ich dann mit den Übungen anfange, aheb ich so eine Angst, dass ich spüre, wie zuerst nichts da ist und der "kloß" durch meine Aufregung entsteht. Einerseits gut, wei ich weiß da ist nichts, ICH bin das- andererseits treibt es mich in den Wahnsonn, dass ich meine Anspannung immer noch auf so hohem Niveau fahre....
WOhin müssen, wo ich vielleicht sprechen müsste: bin dann immer so nervös und angespannt, dass mir schlecht wird. Das kriege ich aber immer besser in den Griff, da ich mir selbst wieder sagen kann, dass mir nicht wirklich schlecht ist, sondern ich nervös bin. Manchmal geht es dann einfach so weg, manchmall muss ich mich dann doch ohne Zeitlimit irgendwohin setzen, Pause machen, meine Ruhe haben, etwas PMR machen und meinen Mut neu sammeln, um weiterzumachen. Nach der PMR löst sich dann so viel Anspannung, dass ich erstmal etwas weinen muss, das ist aber keine Sache von Stunden mehr, sondern vielleicht 2-3 Minuten, das kann ich akzeptieren.
Sport: meinen Lieblingssport mache ich zuerst nicht, weil ich total ANgst davor habe, dass mir schlecht werden würde und dann hätte ich ja an meinem Quasi-Lebensinhalt keinen Spaß mehr- das darf nicht sein, also drücke ich mich und habe dort momentan tierisches meideverhalten. Ich hoffe, dass ich mich nächste WOche mehr in den Hintern getreten bekomme und über diese Angstschwelle hinauskomme.
Da es durch viel Familiären Streß ausgelöst worden ist, ist für mich momentan auch noch ganz schwierig mit anderen Leuten zusammen zu essen, insbesondere meine Familie. Auch da versuche ich momentan herauszufinden, wieviel "Konfrontation" ich brauche, damit ich kein stärkeres Meideverhalten bekomme, aber trotzdem mit einem Erfolgserlebnis aus der Situation gehe. Das ist aber auch extrem Tagesform- und Tageszeitabhängig.

Da fällt mir ein: wem geht es noch so, dass es zu bestimmten Tageszeiten schlimmer ist als zu anderen? Bei mir ist es morgens nach dem Aufstehen am schlimmsten- als würde mein Unterbewusstsein behaupten, der Tag würde voller Schrecken auf mich warten und ich sollte am besten jetzt schon neben mir stehen und völlig durchdrehen, denn der Tag wartet ja auf mich. Allerdings wird das auch schon besser, in der akuten Phase nach dem Zusammenbruch habe ich morgens fast 4 Stunden lang mit mir gerungen, jetzt sind es ca. 30 Minuten, in denen ich gegen meine Zwangsgedanken angehen muss, danach klappt es eigentlich ganz gut- es sei denn ich bin zu müde/erschöpft, dann meldet sich sofort wieder mein blödes Gehirn und behauptet, mir wäre schlecht und da wäre ja so ein blödes Gefühl im Hals...

15.12.2012 20:12 • #2



Emetophobie- mein Verlaufsbericht

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So, Weihnachten ist geschafft!
Während ich vor Weihnachten noch totale Panik hatte, nicht mit meiner Familie am Tisch sitzen zu können und essen zu können bin ich nun sehr erleichtert und zufrieden mit mir.
Ich habe 2 Tage vorher mit meinem Freund "gemeinsam essen" geübt, auch gemeinsam gekocht- war echt schwierig und ich war mehrmals total verängstigt, aber ich hab es geschafft und konnte gemeinsam mit ihm am Tisch sitzen und was essen. Weihnachten ging auch und 2. Weihnachtstag auch und sogar das Frühstück- morgens fühl ich mich immer am blödesten- ging wirklich gut. Ich fühle mich momentan noch unwohl, wenn ich mit anderen Leuten am Tisch sitze, ich schon mit essen fertig bin und ich den anderen beim Essen zugucken und vor allem zuhören muss (diese Kau- und Schluckgeräusche....bäh!) aber ich bin zuversichtlich, dass ich das auch noch hinkriege.

Meine Atem- und Sprechübungen helfen mir, wenn ich ruhig und entspannt bin, ist schon fast wieder sowas wie ein Gespräch möglich, obwohl es mich schnell ermüdet und ich sehr schnell einen trockenen, fast schmerzenden Hals habe, wovon mir dann wieder schlecht wird- aber auch da bemerke ich Verbesserungen.

Ich fühle mich insgesamt wieder tatkräftiger und habe wieder mehr Energie und Lust, "Dinge" zu machen.

Eklige Beschreibungen von Übelkeit oder Erbrechen gehen noch nicht und ich kann es auch nicht witzig finden (ich sag nur amerikanische Serien...) aber ich kann es schneller beiseiteschieben und fixiere mich nicht mehr so extrem darauf. Wenn mein extrem hilfreiches Hirn dann wieder Erinnerungen an eklige Sachen heraufbeschwört - böses Gedächtnis, aus! - schaffe ich es schneller, es wieder zu kontrollieren und nicht wieder in meine Zwangsgedanken abzurutschen.

Ich bin sehr zuversichtlich, ich hab es schon einmal geschafft, diese Angst zu überwinden, ich schaffe es wieder!

29.12.2012 20:21 • #3


Haha, ich war gerade bei meinen Eltern essen und konnte nachnehmen, habe mich nicht daran gestört, dass sie über essen geredet haben- ok, als ich fertig war, war ich total müde und angespannt, aber nix übel, nix "ohgott mir wird schlecht" oder sowas...

05.01.2013 14:58 • #4


Hallo Speierling,

ich finde deine beiträge hier sehr hilfreich.

Ich habe auch ein Problem mit dem erbrechen. Bei mir ist es so...dass ich mir immer gedanken darüber mache dass mir ja schlecht werden könnte, und was wäre wenn ich mich dann übergeben müsste wie schrecklich das wäre usw.

ich hatte das schonmal in der grundschule aber das war dann aufeinmal wieder weg...nun habe ich es seit ca. 2 jahren wieder

Ich habe auch schon einen Termin bei einem Psychater gemacht...(februar).
Es ist bei mir aber nicht jeden tag...es gibt phasen da geht es mir sehr lange (1 bis 2 Wochen) gut und ich habe auch keine Panikattacken aber dann gibt es wieder phasen in denen ich so lange immer wieder dran denke dass ich es jeden tag habe
mittlerweile habe ich es sogar ab und zu schon bei der arbeit.
ich bekomme dann meistens bei meinen panikattacken auch durchfall weil ich mich so reinsteigere...kennst du das auch ?
Gibt es irgendwelche tricks die ich anwenden kann im alltag dass ich mich schneller wieder beruhige ?

Viele Grüße
Engelchen

21.01.2013 14:28 • #5


hallo ich denke ich habe das auch

manchmal habe ich deswegen immer wieder ein starkes Gefühl der Übelkeit und kann kaum essen.

momentan ist es etwas besser Zwieback, wasser, tee, und so gehen aber ich muss veruschen wieder an ein normales esse verhalten zu kommen

mein Therapeutin sagt durch das nicht oder unregelmäßig essen wird das ganze nur noch schlimmer aber es gibt tage da bekomme ich fast nichts runter hat jemand einen rat für mich

02.02.2013 12:47 • #6


hi du, ich hab auch emetophobie

bei mir ist es bisschen anders. ich habe als kleinkind zuletzt gebrochen auf antibiotika, dann nie wieder juppiiiee. ich find das soo schlimm, dass ich es immer verkneifen kann, selbst bei nem virus.
finde toll, dass du babys aufgeschrieben hast die leute schütteln den kopf, aber ich finde babys total eklig und möcht auch selbst keine bekommen, weil sie eben dauernd kotzen. die kleinen von meinen freunden hab ich noch niie angefasst.
ich esse sehr vorsichtig. nie zu viel, nicht zu fettig, nix aus fremden ländern. gerne so sachen wie reis, suppen, salat etc. sachen die leicht sind.
ich trinke grundsätzlich immer fenchel oder magen darm tee. ne weile war ich voll auf iberogast, weil mir immer so flau war und ich blos nicht k... wollte.
ich bin leider deswegen recht untergewichtig, denn wenn ich nen schlechten tag hab,so wie heute wo mir einfach flau ist, dann trau ich mich kein essen.
ich dreh voll durch, wenn ich auf der straße dunkle flecken sehe (da könnt mal was gelegen haben) und halt die luft an und warte dann tagelang ob ich mich daran angesteckt hab. ich glaub ein norovirus wäre mein ruin.
steht ihr auch auf sacrotan?

mich hindert die phobie nicht so arg im leben. ich treffe keine kranken, ich trinke niemals alk, vermeide antibiotika, esse bewusst und sonst geht´s. nur wenn in den nachrichten was vom noro kommt, dann werd ich echt wahnsinnig panisch u mag nicht mehr einkaufen, weil da zu viele infizierten menschen rumlaufen könnten.

02.02.2013 22:46 • #7


ohh ja babys schlimm ich könnte auch keine bekommen,

ich hatte mal eines gefüttert und dann muss es ja bäuerchen machen und das tat es und das roch so schlimm ich dachte es hat mich vollgekotz und hätte es beinahe fallen lassen


hmm mit den essen geht es mir momentan fast genau so momentan geht ganz gut Zwieback, Banane, Reis, Nudeln, gestern wieder Kartoffeln gegessen auch in Suppe, etwas gekochtes Fleisch geht auch mal (ich hab eigentlich immer recht gerne gegessen aber ich traue mich nimmer so richtig) gestern habe ich mich getraut ein Schinkenbrot zu essen.

naja ich habe dadurch leider auch sehr abgenommen und manchmal habe ich dann abends voll hunger auf irgedwas bestimmtes wie Schokolade oder sahen manchmal traue ich mich und versuche es manchmal bekomme ich dann Sodbrennen etwas. Vielleicht habe ich auch einen leichten reizmagen

Saktotan unbedingt wenn Besuch hier war oder ich ausen unterwegs war habs sogar im auto.

03.02.2013 10:23 • #8


So, ich war lange nicht mehr hier eingeloggt... und zwar aus guten und positiven Gründen.
1. Ich kann fast immer wieder normal essen. Ich akzeptiere, dass es einfach Tage gibt, an denen ich nicht gerne esse, nicht in Gesellschaft essen kann oder an denen mir schnell auch wegen Kleinigkeiten übel wird. Aber ich bekomme (fast) keine ANgst mehr davor.
2. Ich gehe wieder unter Leute. Ich war in der Disko und habe getanzt (Ging vorher gar nicht, betrunkene menschen--> denen könnte schlecht werden--> mir könnte beim beobachten schlacht werden, ich könnte auf dem Weg hin oder zurück zum Parkplatz auf Leute treffen, denen schlecht ist/wird oder "ihrwisstschonwas-Lachen"... das geht inzwischen wieder. Schön ist was anderes, aber das denke ich, geht allen so.
3. Ich mache wieder meinen Job. Ich rede, telefoniere und unterhalte mich wieder ohne Nachzudenken. Ich merke zwar, dass ich, wenn ich gestreßt bin, ein trockenen Hals habe und manchmal in mein altes Muster zurückfalle (oh gott, mir könnte ja schlecht werden und fixiere mich darauf) Aber ich merke es inwzsichen rechtzeitig, wenn ich wieder in diese "Fahrspur" komme und bremse mich(meist erfolgreich)
4. Ich akzeptiere Gefühle wie "Nervosität" und "Unsicherheit" und kämpfe nicht dagegen, sondern erlaube mir, mich so zu fühlen. Dann hab ich eben keine glatte Fassade und bin immer souverän und cool- aber warum auch, bin ich eine der Frauen von Stepford?
5. ich akzeptiere "Energy-Low" Tage und freue mich über "Energy-High" Tage. An "Low" Tagen erlaube ich mir, mal träge zu sein und Dinge zu verschieben. Mich zu etwas zu wzingen würde mich nur fertigmachen und stressen. Und Streß kann ich nicht gebrauchen, das liefert mir das Leben gratis, selbstgemachten brauch ich nicht.
6. Ich merke, wenn ich in eine Panikmuster rutsche. Nicht immer oder sofort schaffe ich es da raus, aber es ist nicht mehr vergleichbar mit letzem Jahr- ich bin nicht merh völlig handlungsunfähig und hilflos wenn das passiert, sondern ich nehme es wahr. (An Akzeptanz oder rechtzeitigem Ausbremsen" arbeite ich noch. Oder vielleicht ist es ja ganz sinnvoll, zwischendurch eine zu haben, damit man nicht vergisst, wie es einem ging, gehen kopnnte und das man weiterhin auf sich aufpassen muss.

7. an guten Tagen kann ich bei Fernsehserien etc. gestelltes "WÜrgen" (was ja immer aus irgendeinem Grund in Serien immer SO lustig sein soll?) aushalten. Ich kann jetzt schon ziemlich oft Rülpsen ertragen (sagen wir mal ich springe nicht fluchtartig vom Tisch auf, halte mir die Ohren zu und warte bis das essen vorbei ist)
Wenn ich beim Zähneputzen zu weit nach hinten komme, gerate ich nicht mehr in Panik, sondern schimpfe mit mir, dass ich wieder gleichzeitig atmen, schlucken und putzen wollte, was natürlich nicht funktionieren KANN und ich mich jetzt nicht so dumm anstellen soll.

8. Kleine Kinder und Babys werde ich NIE mögen oder tol finden. Vor allem nicht, wenn sie krank sind oder gerade gegessen haben. In einem Wartezimmer mit hustenden und "schleimig" klingen Leuten habe ich jetzt (gottseidank ist SOmmer) lange nicht gesessen, aber das wird wohl die nächste Herausforderung, das wird mich glaube ich immer noh anekeln und extrem stressen. Aber das ist finde ich ok, da kann ich mir bestimmt was einfallen lassen.
Bei einem Arzt anderer Art (ohne Hustende, schniefende schleimende Leute) bin ich auch schon wieder gewesen, das war ok.


Und zu den Fragen der Antwortenden hier:
Tricks- hm, ich denke, dass ist eine dermaßen individuelle Sache, dass es schwierig wäre, was allgemein "wirksames" zu finden. Ich finde es nützlich, mich auf andere Körperteile zu konzentrieren (Füße, die sind am weitesten weg) oder meine Gedanken zu beschäftigen (großes 1x1, gleichzeitig "mir wird gleich schlecht" und "wa ist eigentlich 17x 15 zu denken ist schwierig. Man muss aber rechtzeitig anfangen mit sich ablenken, wenn man erstmal drin ist in der schleife, bringt es nicht viel. Aber wenn man merkt, man steckt in einer Gedankenschleife fest, trotzdem immer wieder versuchen, mit sich selbst schimpfen und sich sagen "das will ich aber gar nicht denken neinein, ich denke an bluuuumen und bäuuume und schmetterlinge..."

Ja, auf jeden Fall muss man regelmäßg essen und sich selbst gut versorgen. Wir haben das, weil wir uns an irgendeinem Punkt mal selbst schelcht behandelt haben oder uns zu sehr angetrieben oder irgendwelchen Zwängen untergeordnet haben. Uns selbst noch zusätzlich zu quälen (indem wir nicht trinken oder essen) hilft uns nicht. Die Auseinandersetzung mit unserem Inneren ist sehr anstrengend, wir brauchen dafür unbedingt Energie und Reserven, die Mögölichkeit "Kraft" aufzubauen. Das geht nicht, wenn man hungert.
Mir hat geholfen, "nebenbei" zu essen, damit ich mich nicht darauf fixiere mit meinen Zwangsgedanken. Also trashige Fernsehserie (oder DVD) an und iregndwas zu essen in verzehrfertigen Größen (kleingeschnittenen Honigtoast, Schoko-Rosinen, Erdnüsse) was genügend Kalorien (in irgendeiner Form, Fett vertrag ich auch nicht so gut, aber Zucker und Stärke geht gut) hat oder Vitamine (Apfel kleinschneiden in mini-Würfel, Käsewürfelchen, halbe kernlose Weintrauben...) und dann ganz nebenbei immer wieder einen Bissen "Einwerfen".

Angst vor Krankheiten oder Ansteckungen oder so hab ich nicht, ich besitze gar kein Sagrotan, ich denke, da funktioniere ich anders. Ich bin extrem Putzfaul und bin immer der Meinung, dass man eher krank wird, wenn man sein Immunsystem vor allen Herausforderungen beschützt (Desinfektion) so dass es überhaupt nicht "auf Zack" ist- lieber nicht so viel Desinfektion... aber ja dunkle Flecken auf Asphalt finde ich auch eklig, weil ich immer denke, da hat jemand hingespuckt- aber inzwischen hab ich mich da wieder soweit im Griff, dass es funktioniert vor allem, weil ich neben meinem Auto neulich eine Flascche Olivenöl habe fallen lassen und es ein riiiiiesiger dunkler Fleck ist- aber ich weiß ja was es ist. Also sage ich meinen Zwnagsgedanken immer "weiß ich doch gar nicht, muss doch nicht schlimmes sein, kann auch runtergefallenes Eis gewesen sein und außerdem ist das jetzt echt nicht so wichtig!" und dann geht das auch. Frischer Speichel von Fremden oder gar aus der nase (iihhhh!) geht leider gar nicht, da würgt es mich immer noch. (Habe neulich leider einen Radfahrer gesehen, der sich im Fahren mit "ein Nasenloch zuhalten" die Nase geputzt hat... da nicht hinzusehen und vorbeizugehen (schööön das wahnsinnig interessante Lampenschaufenster angestarrt) war schon schwer und etwas flau war mir auch- aber kleine Schritte, das geht nun mal nicht "Pu." und ich funktioneire wieder. Das "Funktioneiren Müssen" ist nämlich falsch, ich muss gar nicchts, außer ich selbst sein.

13.06.2013 15:32 • #9




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Prof. Dr. Borwin Bandelow