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Linus42
Hallo Leidensgenossen!

Ihr wißt doch auch alle, was ANGST bedeutet. Was sie mit uns anstellt. Ich war dummerweise mal wieder bei Doktor Google, obwohl ich es mir verboten habe. NATÜRLICH ist das passiert, was zu erwarten war. Man macht sich wahnsinnig vor Angst. Dann interpretiert man natürlich alles was da steht auf seine Person und dann dreht sich das Angstkarussel wieder.

Wie ist das bei Euch? Wie beruhigt Ihr Euch? Dabei habe ich nicht mal was Konkretes. Aber ich achte auf jeden Mist an meinem Körper. Jedes kleinste Merkmal könnte eine schlimme Krankheit sein. Heute ist es mal wieder ganz schlimm. Das Herz rast, der Magen dreht sich um vor Panik. Und ich komme einfach auf keine anderen Gedanken. Egal was ich mache, die Angst geht mit.

Es geht nur EIN Gedanke: Ich könnte ja krank sein. Ihr kennt das Spielchen doch auch oder?

Viele Grüße

19.10.2008 16:36 • 27.10.2008 #1


23 Antworten ↓


Hallo Linus,

ich kenne das nur zu gut..heute wieder mal Herzrasen. Versuche mich dann etwas abzulenken...schau einen Film oder wenn es ganz schlimm ist halte ich ein Mittagschläfchen.

Googeln nach Krankheiten verbiete ich mir!!

Es wünscht dir einen schönen Sonntag

Claudia

19.10.2008 17:03 • #2



Diese verdammte Angst!

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kleine mami
Hallo Linus!

Ich kann dich auch so gut verstehen, nur ist das bei mir anders herum. ich hoffe immer da die ärzte mal was bei mir finden damit ich auch weiss warum es mir immer so schlecht geht.

aber ich würde auch versuchen google mal zu meiden. das macht ein wirklich nur noch verückter als wir es eh schon sind.

nimm dir doch ein schönes buch und versuch dich ein bischen zu entspannen. mach dir einen schönen heissen tee dazu. das wirkt bei mir sehr oft sehr gut.

ich wünsche dir noch einen ganz entspannten sonntag.

sei ganz lieb gegrüßt

jule

19.10.2008 18:22 • #3


Linus42
Hallo Claudia und Jule und alle anderen hier!

Habt vielen Dank für Eure netten Zeilen. Ich bin immer ein bischen beruhigter, wenn mir jemand auf meine Beiträge antwortet. Dann merke ich, daß ich nicht alleine bin.

Ich danke für Eure Tipps, von wegen mal ein schönes Buch lesen oder einen netten Film gucken, das lenkt ab. GEHT ABER BEI MIR NICHT! Ich kann eben NICHT abschalten. Lag vorhin auf der Couch und habe versucht, mal einen schönen Film zu schauen. Nee, konnte ich vergessen. Es kreisten ALLE MEINE Gedanken nur um Krankheit. Ich war nämlich gestern Nacht mal wieder bei google. FEHLER! Ich weiß, ich habe es mir verboten. Konnte aber die Finger nicht davon lassen. Und obwohl ich vor Angst zitterte, habe ich bei Google was eingegeben. Und wo kam ich raus? Demnach habe ich LEUKÄMIE! So ein QUATSCH! Ich meine, man WEISS, daß da viel DRECK steht - und TROTZDEM geistert es einem dann durch den Kopf. DEN GANZEN TAG!

Und dann stand da noch eine Krankheit, von der ich zuvor niemals hörte. Aber, GANZ KLAR - todbringend. Und ich DEPP mache mir natürlich darüber Gedanken. WIEDER den ganzen Sonntag verdorben.

Wirklich, ich könnte manchmal nur noch heulen Dabei war ich mal so ein lebenslustiger Mensch und als "Strahlemann" bekannt. Und nun? Ich habe die Schnauze so voll. Ich wette mit Euch: Morgen entdecke ich die nächsten Symptome. Hätte NIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIE gedacht, daß es mal so weit kommt. Und nun geht das schon über 1 Jahr so.

Na ja, seid alle lieb gegrüßt......Immerhin kann man sich hier im Forum ein bischen ausweinen. Nur, ist man aber trotzdem alleine und keiner nimmer einen mal in den Arm......

19.10.2008 23:01 • #4


Lieber Linus,

mit dem in Arm nehmen klappt tatsächlich schlecht , aber vielleicht können wir trotzdem eine kleine Stütze für dich sein.
In meinen schlimmen Panikzeiten konnte ich mich auch mit nichts ablenken...was mir da wirklich geholfen hatte war das Forum. Die Erkenntnis das ich nicht alleine bin hat mir sehr geholfen. Von Woche zu Woche wurde es da besser..habe sehr nette Kontakte geknüpft, aus denen sich sogar Freundschaften entwickelt haben..hätte ich nie für möglich gehalten.

Ich wünsche dir einen angst-und googlefreien Tag.

Alles Liebe
von Claudia

20.10.2008 06:25 • #5


kleine mami
Guten morgen Linus!

ich hoffe das du gestern noch gut in den schlaf gefunden hast. fühl dich doch einfach mal von uns beiden ganz lieb gedrückt.
Claudi hat recht, wenn es einem so richtig schlecht geht dann ist das forum eine wirklich grosse stütze. man lernt hier wirklich viele nette menschen kennen die einen auch total verstehen. du kannst wirklich über alles hier reden, ob es nun ängste sind oder einfach noch schöne gefühle. immer raus damit.

ich hoffe auch das es dir heute schon besser geht wie gestern. versuche dich doch heute von mr. google fern zu halten.

ich wünsch dir einen angstfreien tag.

sei ganz lieb gegrüsst jule

20.10.2008 09:04 • #6


Hallo Linus,
ich glaube, jede / jeder von uns hat diese Leidensgeschichte bezüglich auf angebliche Krankheiten durchlaufen. Ich habe mich zigmal durchschecken lassen, habe sogar mehrmals den Hausarzt gewechselt, ich habe ja niemandem mehr geglaubt.
Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Dorthin, wo du die Energie lenkst, folgen deine Gedanken, also immer wieder zu Krankheiten.
Versuche immer und immer wieder, die Gedanken auf anderes zu lenken, das dauert seine Zeit, mache es trotzdem immer wieder.

Liebe Grüße
engelchen106

20.10.2008 10:49 • #7


Linus42
Hallo Engelchen, Jule, Claudia.....!

Ihr seid echt nett, daß Ihr mir so einen Mut macht! Ich bin ja auch eher zufällig auf dieses Forum gestoßen und fühle mich hier recht wohl. Obwohl ich anfangs skeptisch war - nach dem Motto - was machen die Betreiber der Seite mit meinen Infos, die ich hier so von mir gebe?"

Ja, am Sonntag war es ganz übel mit meinen Grübeleien und Panik-Attacken. Ich kriege diese Angst einfach nicht mehr weg. Wenn Ihr meine Beiträge bisher gelesen habt, dann wißt Ihr, daß es seit einem Jahr so mit mir geht. Hat alles angefangen mit plötzlichem Blut im Speichel. Und ich meine nicht nur eine rote "Spur" sondern richtig BLUT!

Dabei war es "nur" von der Nase her. War in der Wüste und die Nasenschleimhäute trockneten aus und gaben wohl nachts Blut ab. Dieses lief in den Rachen und am nächsten Tag konnte ich es regelrecht ausrotzen. DAS WAR DER AUSLÖSER!! DIESES schaltete mein Panik-Karussel ein und seitdem hört es sich nicht mehr auf zu drehen. Von DEM Tag an fand ich immer was neues. Fand immer neue "Symptome". Googelte wie ein Weltmeister und - PROMPT - kam ich bei Krebs aus. IMMER!

Und so geht das nun JEDEN Tag. Sogar ein normaler Lippenherpes (vor 3 Wochen) löste bei mir PANIK aus!! Steht doch bei Doktor Google: "Das kann ein Zeichen für eine schwere Krebserkrankung oder eine andere Krankheit sein!" So gelang ich immer mehr unter psychischem Druck und der Herpes verstärkte sich sogar. Kennt Ihr vielleicht auch. Die eine Lippenseite heilt - Herpes weg - und es geht auf der nächsten Lippenseite von vorne los! Seit 3 Wochen habe ich aber Ruhe. Kontrolliere aber ALLE PAAR MINUTEN meine Lippen im Spiegel. Es ist unfaßbar. Tut sich da was? Kommt da wieder was neues? Und warum kribbelt es jetzt wieder?

Sagt mal, was ist nur mit uns los? Welche "Macken" habt Ihr denn so? Laßt es mich doch mal wissen. Habt Ihr auch diesen Kontrollzwang? Und was noch sehr schlimm ist: Man sieht mir mittlerweile die Panik im Gesicht an. Letztens sagte ein Kollege: "Meine Güte, was ist denn mit Dir los? Du siehst völlig traurig aus! Verzweifelt!"

Ich weiß echt nicht mehr weiter. Ich war doch früher nicht so. Obwohl ich ein gestandener Kerl bin, könnte ich echt heulen. Keiner, der mich sieht, käme auf DEN Gedanken, was ich so durchmache. Und es geht auch in meinen Träumen so weiter. Ständig Albträume von Krankheiten. Wache mit Herzrasen auf und dann ist schluß mit wieder einschlafen. Bin dann eine regelrechte ADRENALIN-BOMBE!

Na ja, ich hör dann hier mal wieder auf. Bedanke mich aber für Eure nette Hilfe. Ich bin froh, daß es Euch gibt und ich nicht alleine bin. Seid alle gegrüßt. Und - wenn Ihr wollt - auch IHR könnt mir hier Euer Leid klagen. Wie sieht der tägliche Wahnsinn bei EUCH aus?

Viele Grüße
Linus42
P.S.: Ich habe es soooo satt.....

21.10.2008 00:51 • #8


Hallo Linus,
du zeigst schon eine positive Seite, du willst so nicht mehr weiter machen.
Du willst eine Veränderung. Das ist schon mal ein Anfang.
Wenn du dir körperlich nicht sicher bist, laß dich noch einmal gründlich untersuchen. Als nächstes läßt du dir eine Überweisung zu einem Psychologen geben zwecks Therapie. Such dir am besten gleich einen, die Wartelisten sind ziemlich lang.

Egal, ob wir hier unter Zwängen oder speziellen Ängsten leiden, letztendlich spielt uns unser Unterbewußtsein einen Streich.
Wir müssen uns vielleicht fragen, was ist in unserem Leben nicht richtig? Wer hat uns verletzt? Was möchten wir ändern?
Vieles kann man hier im Forum klären oder in Büchern lesen, ich finde eine Verhaltenstherapie sehr günstig.
Ich mache zur Zeit eine und habe schon sehr viel erreicht.

Liebe Grüße
engelchen106

21.10.2008 14:15 • #9


Linus42
Hallo Engelchen!

Danke für Deine Zeilen. Du hast mir eine Therapie empfohlen. Diese mache ich bereits seit ein paar Wochen. Was der Psychologe mir so in jeder Sitzung erzählt, ist wirklich sehr schlau und auch einleuchtend. Meistens bin ich dann nach der Sitzung völlig beruhigt. Doch das hält sich nicht lang. Nach drei bis vier Stunden geht das Gegrübel wieder los. Morgen habe ich übrigens meine nächste Sitzung.

Na ja, jedenfalls waren die letzten Tage echt übel für mich. Ich interpretiere nämlich in ALLES was rein. Im Moment erinnere ich mich immer gerne am meine Zeit, BEVOR diese Krankheits-Angst-Spinnerei los ging. Und ich will wieder so sein, wie früher.

Nur mache ich den Fehler und igel mich mehr und mehr ein. Am Samstag Abend lag ich auf der Couch und habe mich der Angst hingegeben. Eigentlich nehme ich gar nicht mehr am echten Leben teil. Ich habe das Interesse verloren. Das einzige was ich noch mache ist arbeiten gehen und drei bis viermal die Woche ins Fitness-Center. Und selbst DORT habe ich mich letztens total verrückt gemacht. Weil ich laut Waage 1.5 Kilo weniger drauf hatte, als 2 Tage vorher. Oh je, "ungeklärter Gewichtsverlust"! Das kann nur KREBS sein oder eine andere Krankheit. Mit diesem Mist habe ich mich den GANZEN Tag beschäftigt. Gegrübelt und gegrübelt. Ich werde bald verrückt.

Leider merke ich in den letzten Tagen zusätzlich, daß mein Herz ungewöhnlich rast. Ja klar, vor Angst. Morgens nach dem Aufstehen ist die Angst am größten. Rasieren vor dem Spiegel - mit ANGST. Duschen - mit ANGST. Was finde ich heute wieder an meinem Körper?

Was treibt EUCH denn so in die Angst? Welche "Macken" habt Ihr denn eigentlich?

Viele liebe Grüße
Linus42

21.10.2008 23:15 • #10


Hallo Linus,
ich freue mich auf jeden Termin beim Therapeuten. Und mir geht es so wie dir, die Stunde kann noch so aufregend, oder anregend, oder intensiv gewesen sein, danach geht es mir immer wunderbar und ich habe dann das Gefühl, als hätte ich nie Angst gehabt.
Aber es geht mir auch so wie dir, dieses Supergefühl hält nicht lange an. Neulich bin ich erst drauf gekommen, warum. Da ist endlich jemand, dem kann man alles erzählen, seine Probleme, Ängste, Zweifel, ohne es erst zigmal erklären zu müssen. Und er versteht einen. Und was noch viel besser ist, er gibt Hinweise und Denkanstöße, um das eigene Verhalten und Leben zu verändern. Man fühlt sich angenommen.
Anfangs bis ich einmal in der Woche zur Therapie gegangen, da war es auch nötig. Jetzt haben wir die Abstände immer größer werden lassen und ich gehe einmal im Monat.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, in dringenden Fällen telefonisch einen Termin zu vereinbaren bzw. ich kann eine mail schreiben und bekomme dann auch einen Rat per mail.

Ich habe Platzangst, Angst vor Kaufhäusern, vielen Leuten, Kinos, Fahrstühle, Bahnhöfe, Brücken. Naja, so richtig klassisch.
Mit allen möglichen oder besser unmöglichen körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Schwindel, Zittern, schwere Beine, Angst gleich umzufallen.
Vieles davon kann ich beherrschen und macht mir fast keine Probleme mehr. Schwierig ist es noch in Gaststätten und auf Bahnhöfen.

Es ist doch schön und bewundernswert, daß du ins Fitnesscenter gehst. Laß die Waage in der Ecke und freu dich an der Bewegung.

Liebe Grüße
engelchen106

22.10.2008 11:48 • #11


Hi Linus!

Ich kann deine Gefühle gut nachvollziehen - selbstverständlich geht esi mir ähnlich. Ich habe früher sowohl bei eigenen Beschwerden als auch bei den Kindern gegoogelt - schwerer Fehler. Inzwischen lasse ich das Googeln (ja, man lernt durchaus dazu!), aber in meinem Kopf sind halt dennoch Geschichten gespeichert, die einem immer wieder "schwere Krankheit" signalisieren. Dinge, die man vielleicht vor Jahren oder Jahrzehnten gehört oder sogar nur gelesen hat, kommen da ans Tageslicht. Er hatte Krebs und diese Beschwerden, und schwupps - schon legt man ähnliche Symptome (obwohl man ja gar nicht weiß, wie ähnlich die sich eigentlich wirklich sind) wieder negativ aus. Ganz schlimm... Meine Gedanken kreisen und kreisen dann auch immer wieder, und ablenken geht ganz schlecht. Heuer war ich zum ersten Mal sogar im Urlaub stark angegriffen deshalb, und das hat bisher immer funktioniert - also Ortswechsel, unter Leuten sein. Da fühle ich immer das "normale Leben" um mich - diese Krebsgedanken sind ja immer so endzeitlich, dass man sich nur noch schwer aus diesem Tief rausziehen kann.

Du bist also nicht alleine, glaub mir. Wir müssen einfach lernen, stark zu werden, das Leben so zu nehmen, wie es ist. Jeder Tag ist wichtig, jeder Tag muss genossen werden - NIEMAND von uns ist gegen so eine Krankheit gewappnet, es kann dich heute oder morgen treffen. Es muss aber nicht. Und grade deshalb sollten wir uns die Tage nicht mit der Angst versauen, sondern es uns so schön wie möglich machen.

Ja, ich weiß, das ist die trockene Theorie, in der Praxis gelingt mir das auch nur schwer.

Mir hilft momentan Meditieren (nicht lachen, das entspannt sogar mich!!) und arbeiten. Eine Therapie hatte ich mal gemacht, aber gebracht hats gar nix. Zur einer neuen Th. fehlt mir momentan der Antrieb.

Alles Gute dir!

Wonnie

22.10.2008 14:35 • #12


Linus42
Hallo Engelchen, Hallo Wonnie!

Habt vielen Dank für Eure netten Zeilen. Jetzt weiß ich wenigstens auch, welche "Macken" Engelchen hat. So lernt man sich doch ein bischen näher kennen. Vor allem hat man jemanden, der einen versteht.

Wonnie, Dir muß ich sagen, daß ich beim lesen Deiner Zeilen einfach nur "WOW" gesagt habe. Du hast mir soooo dermaßen aus der Seele geschrieben. Ich habe genau gemerkt, daß es DIR wie MIR geht oder ergangen ist. Auch was die Googelei angeht. Da haben wir beide wohl die GLEICHEN Erfahrungen gemacht. Und - man versucht zwar die Finger von Google zu lassen - TROTZDEM ist im Kopf etwas abgespeichert und man holt es wieder nach oben, sobald ein "Symptom" auftritt!

Ich habe lange nicht gegoogelt, bis letzten Samstag. Habe ein neuerliches Symptom von mir eingegeben und bin prompt bei Leukämie gelandet und bei einer anderen Blutkrankheit. Ich habe mir den Samstag und auch den Sonntag TOTAL verdorben! Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Mir wurde schlecht und ich dachte, die Beine brechen mir weg vor Angst. Es ist bei mir wirklich möglich, daß ich UNUNTERBROCHEN und mehr an KREBS und alle anderen Krankheiten denke.

In meinem Urlaub habe ich es am schlimmsten "getrieben". Ich habe mir dermaßen eingeredet, daß ich etwas habe, daß ich glattweg vom Strand abgehauen bin, ins Hotel ging, um dort zu GOOGELN!! Das muß man sich mal vorstellen! Ich sitze am wunderschönen Pazifik, die Sonne scheint, ein wunderbarer Tag und ich DEPP rede mir ein, KRANK zu sein. Während des googelns ging es mir immer und immer schlechter. Ich habe mich sogar fast übergeben vor aufkommender Panik. DAS nenn ich mal verrückt! Wer hier kann das toppen?

Und seitdem habe ich Schiss vor dem nächsten Urlaub. Im Winter habe ich noch 2 Wochen. Würde gerne wieder dorthin fliegen. WOZU aber? Um mich bekloppt zu machen? Das war die HÖLLE, sag ich Euch. Ich lag in der Sonne und habe am Strand regelrecht GEZITTERT vor Angst. Was für ein erbärmlicher Zustand. Alle anderen um mich herum hatten Spaß und waren vergnügt. Nur ich lag da wie der Verlierer Nummer 1.

Heute war ich bei meinem Therapeuten. Mensch, der erzählt wirklich schlaue Sachen. Danach fühlte ich mich top. Das wird aber nicht lange anhalten.

Spätestens morgen nach dem Aufstehen geht es unter der Dusche wieder los. Ein blauer Fleck, den ich mir vielleicht heute mal wieder beim schweren Hanteln stemmen geholt habe, reicht aus, um die Angstmaschine wieder anzuwerfen. Dann stehe ich wieder anschließend grübelnd auf meinem Balkon und trinke dort zitternd meinen Morgen-Kaffee, bevor ich zur Arbeit gehe.

Wonnie, Du hast mir echt "nette" Zeilen geschrieben. Habe gemerkt, daß ich tatsächlich nicht alleine bin. Und googeln ist für mich ERLEDIGT.

Es ist 0:36 Uhr. Sollte mal langsam ins Bett gehen. Vielleicht mal wieder mit den trübsten Gedanken..... einfach arm.

Seid gegrüßt.
Linus42

23.10.2008 00:35 • #13


Linus, lass dich mal drücken.

Ich kann mir dein Dilemma so gut vorstellen... *seufz* Naja, mir gehts ja genau so bescheiden. Ich leide seit Monaten gewissermaßen unter Eierstockskrebs. Manchmal könnte es auch Darmkrebs sein, aber die Eierstöcke sind dann doch mein Favorit. *ironieoff*
Komme grade nur schwer aus dem Loch raus, und da tut das trübe Wetter noch sein übriges.

Muss grade wieder einen Fall aus der Schule miterleben (Schwester einer Kollegin hat Lungenkrebs, ganz schlimm) und sie merkte das, weil ein Wirbel "gerissen" ist (einfach beim Bewegen). Grund war einfach, dass der Knochen von einer Metastase zerstört war. Nun habe ich prompt seit Tagen Rückenschmerzen. Naja, und dann noch die Geschichte einer Mutter, die Brustkrebs hat: Sie merkte es, weil ihr der Arm weh tut. Nun taste ich stündlich meine Achseln und die Arme ab - man könnte ja was finden. Ganz schön krank... Aber ich denke, wenn ich diese Dinge alle hätte, wär ich nicht so leistungsfähig.

Ich wünsch dir ein halbwegs angstfreies WoEn - lass es dir gut gehen! Du bist nicht alleine.

Wonnie

24.10.2008 18:16 • #14


Unbreakable
Hallo Linus,

habe mich in deinem Beitrag wirklich wiedergefunden. Ich leide an der selben Krankheit, an dem selben Tick. Ständig irgendwelche körperlichen, psychosomatischen Symptome, ständig Angst vor dem Tod, ständige innere Unruhe, ständig Dr. GOOGLE und ständig Blutdruckmessen.

Es ist zum verrückt werden.

Nimmst du denn irgendwelche Medis? Also ich nehme Trevilor und muss sagen, dass das Mittel mir ganz gut hilft, habe fast keine keine Angstattacken mehr_ dafür aber schlimme Nebenwirkungen wie Schwindel und Schwächegefühl...!

Denk immer dran: du bist nicht alleine.

Ganz liebe Grüße

24.10.2008 22:19 • #15


Linus42
Hallo Wonnie! Hallo Unbreakable!

Wonnie, Danke für Deine Umarmung. Hat gut getan! Manchmal glaube ich nämlich wirklich, daß wir ganz alleine sind, mit unseren Problemen. Heute Morgen stand ich mal wieder auf meinem Balkon - ich wohne im Grünen - und dort trinke ich auch immer meinen Kaffee, bevor ich zur Arbeit fahre. Ich stand da so, die Sonne schien ein bischen und EIGENTLICH ein wunderschöner Morgen. DANN aber kommen bei MIR wieder diese Gedanken!!! "ICH BIN KRANK UND ES STECKT BEREITS IN MIR!"

Vorbei war die wunderschöne Morgenstimmung in der Natur. Mein Herz fing mal wieder an zu rasen und dann kam die innere Unruhe, Panik. Dann fallen mir sogar Symptome ein, die ich mal vor WOCHEN hatte! VOR WOCHEN!

Ich muß Dir aber Recht geben, Wonnie! Du schreibst, daß Du nicht so leistungsfähig wärest, wenn Du KRANK wärst. STIMMT! Das denke ich mir auch und versuche mich so zu beruhigen. Ich renne ins Fitness-Center und könnte mit Sicherheit nicht so powern, wie ich es dort tue.

Und Wonnie, ich kann Dich soooo verstehen, was Du mit dem Kontrollzwang meinst. Du schreibst, daß Du nun ständig Deine Arme und Achseln abtastest. JA, ICH KENNE DAS! Es könnten ja Lymphdrüsen angeschwollen sein, richtig? Und angeschwollene Lymphdrüsen heißt unweigerlich KREBS! Laß das Gedrücke und das Gefummel an den Achseln! Gerade dadurch können Lymphdrüsen anschwellen und dann flippst Du doch aus, wenn Du DANN was fühlst. Oh Mann, Wonnie - wie kommen wir hier wieder raus? Und WENN Du mal einen Knubbel fühlen SOLLTEST! Das kann auch ein Fett-Knötchen sein, mehr NICHT!

Darmkrebs, Kehlkopfkrebs, Hirntumor - ich habe ALLES schon durch. Im Moment bin ich bei Leukämie angekommen. Und NATÜRLICH habe ich die Symptome. Letztens hatte ich mal ein normales Lippenherpes. Ich bin bald VERRÜCKT geworden vor Angst, weil ich HERPES gegoogelt habe. Was da für ein DRECK stand, UNMÖGLICH! NEIN, schau NICHT nach!! Finger WEG von Google.

Das rate ich auch Dir, Unbreakable!! LASS DIE FINGER WEG VON GOOGLE! Ich habe mir damit so den letzten Samstag verdorben! Ich kenne auch Deinen Blutdruck-Mess-Zwang! Den hatte ich in meinem Sommer-Urlaub 2007. Ich versaue mir seit ZWEI JAHREN so JEDEN Urlaub, mit irgendwelchen Krankheits-Spinnereien. Oder sind es gar keine Spinnereien? Aber, dieses Jahr war es am schlimmsten. Du hast ja meine Beiträge gelesen.

Ich nehme bisher keine Medikamente. Mein Therapeut sagt, daß das Quatsch sei und ich damit keine Probleme löse. Ich würde manchmal aber GERNE was schlucken, um die Panik abzustellen.

Ich merke auch, wie ich mich mehr und mehr einigel, mich verkrieche. Gehe kaum noch ins Kino oder so. Es regiert eh nur ein Gedanke: KRANK, KREBS, TOD! Gestern stand ich im Möbel-Laden. Brauche ein neues Bett. Und welcher Gedanke kam mir? "Wozu brauche ich das eigentlich noch? Wer weiß, wie lange ich noch da bin?" Es ist irre!

Und jetzt kommt wieder das Wochenende. GENÜGEND Zeit, um sich bekloppt zu machen.

Wonnie, auch ich drücke Dich ganz fest. Und laß die Geschichten von Deinen Kollegen nicht so nah an Dich ran! Leichter gesagt, als getan, was? Unbreakable, laß das Blutdruck messen. Du hast einen HOHEN Blutdruck. Allein schon durch die Angst!

Ich weiß auch nicht mehr weiter mit meiner Panik. Ich stecke ganz tief drin im Loch. Und ich komme da auch nicht mehr raus....

Seid gegrüßt....

25.10.2008 00:12 • #16


Googlen hilft doch, ohne wäre ich durchgeknallt.

Hatte 3jahre Angst zum Hausartz zu gehen und habe 4 Bronchitise verschleppt und gleichzeitig gehabt, habe noch was davon im ohr und nehme antibiotika vom kater, was auch gut hilft.

Soll heißen passt auf euch auf !!!

25.10.2008 10:12 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Huhu Linus!

Ich habe auch keine Ahnung, wie man da raus kommt. Ich habe auch schon einiges versucht, wirklich. Vor den Panikattacken schützt mich jetzt wenigstens eine geringe Medikamentation (laut Nervenärztin eine "Babydosis", und damit kann ich leben). Aber die übrigens Krankheitsängste sind natürlich weiterhin da.

Ich habe trotz meiner Bemühungen (Therapie, Homöopathie, Schüssler-Salze, Ernährungsumstellung, Meditation uvm...) keine Besserung feststellen können. Eher im Gegenteil: Rückblickend wurde es besonders in den letzten 7 Jahren ganz, ganz schlimm. Immer in Verbindung mit unschönen Erlebnissen. Und seit ich meine Kinder habe, ist es eh besonders übel. Erstens mal die Angst, dass SIE was haben könnten - einfach eine grauenvolle Vorstellung... Was hab ich da schon für Aktionen hinter mir... Und dann die Angst, mir könnte was zustoßen und die zwei müssten ohne Mama aufwachsen. Dieser Gedanke ist genau so schlimm.
Wie gesagt: Aber ich sehe auch irgendwie keine Lösung, ganz ehrlich. Ich lenke mich viel ab, arbeite wie eine Irre und mache halt so Kleinigkeiten wie mit dem Googeln aufzuhören oder so. Immerhin lernt man in manchen Dingen doch dazu. Und ich finde, dass Googeln IMMER verunsichert. Ist doch klar! Wer hier alles schreibt - schon alleine diese Masse ist krass. Ich mach's auf jeden Fall nie wieder.

Ach ja, da fällt mir ein: Herpes hatte ich neulich auch. und zwar nicht nur einen, sondern zwei. Also an einer Stelle ging er weg, an einer anderen blühte er wieder auf. Ein ganz klarer Fall für ein schwerwiegendes Problem, wenn sich das Immunsystem so meldet... Aber wenn ich mir dann überlege, dass ich schon IMMER diese doofen Herpes-Bläschen hatte - warum sollen die auf einem bösartig sein? Solche Sätze sage ich mir dann immer. Man versucht sich dann ja durch irgendwelche Überlegungen zu beruhigen, ist es nicht so? ob diese Überlegungen auch nur ansatzweise Hand und Fuß haben, ist ja dann die zweite Frage. Aber da reimt sich der Verstand was zusammen und das beruhigt einen dann wieder. Schon krass... Aber bestimmt kennst du das auch: Kaum hast du mal kurz Ruhe bzw. eine Erklärung gefunden, kommt schon der nächste Zweifel bzw. das nächste Gegenargument. Geht mir grade auch so im Falle der besagten Schwester meiner Kollegin: Sie sieht aus wie das blühende Leben und habe angeblich NICHTS gespürt, und jetzt ist sie voll mit Tumoren und Metastasen. Aber: Vielleicht würde ICH ja in dem Fall was spüren, weil ich viel mehr auf mich achte? Im Grunde macht es also gar keinen Sinn, dass man sich irgendwas einredet, denn sicher ist ja gar nix. Der Mann meiner Freundin (die übrigens meine Ärztin ist) geht jedes halbe Jahr zum BAuch-Ultraschall - danach hat er wieder eine Weile Ruhe, dann geht die Angst wieder los. Seine Frau macht ihm die Untersuchung halt, damit er wieder einige Zeit beruhigt ist. Aber das KANN niemals die Lösung sein. Ich will nicht jeden Pups untersuchen lassen... *seufz*

Ach, ich bin abgeschweift. Nun muss ich mich mal wieder weltlichen Dingen widmen, nämlich dem Abendessen. Ich wünsch dir und euch allen einen weitgehend angstfreien schönen Abend!

Wonnie

PS: Mein Abend wird noch eine Weile sehr angstbeladen sein, weil mein Jüngster auf einem Geburtstag ist, der eine halbe Stunde von hier stattfindet. Er wird dann hergebracht - alleine die Tatsache, dass er mit Fremden fährt, macht mich wahnsinnig...

PPS: Das, was du sagst vom Bettenkauf, kenne ich auch. Beispielsweise beim Urlaub-Buchen. Da denk ich auch: Ob ich da noch dabei sein werde? Schon echt megakrank...

25.10.2008 17:52 • #18


Interessant, was ihr so schreibt.

Vor allem sich selbst die Google Suche zu verbieten...daran hab ich noch garnicht gedacht *g*

Ich les gerade ein (Arbeits)Buch, in dem es darum geht das Gefühle ausschließlich durch Gedanken entstehen - zum größten Teil automatisierte Gedanken, die man selber garnicht mehr mitkriegt.

Müsst ihr mal beobachten, ich fands lustig mich selber immer dabei zu ertappen wie ich negativ denke.

lg
Pan

25.10.2008 18:47 • #19


Zitat von Linus42:
Hallo Engelchen!

Danke für Deine Zeilen. Du hast mir eine Therapie empfohlen. Diese mache ich bereits seit ein paar Wochen. Was der Psychologe mir so in jeder Sitzung erzählt, ist wirklich sehr schlau und auch einleuchtend. Meistens bin ich dann nach der Sitzung völlig beruhigt. Doch das hält sich nicht lang. Nach drei bis vier Stunden geht das Gegrübel wieder los. Morgen habe ich übrigens meine nächste Sitzung.

Na ja, jedenfalls waren die letzten Tage echt übel für mich. Ich interpretiere nämlich in ALLES was rein. Im Moment erinnere ich mich immer gerne am meine Zeit, BEVOR diese Krankheits-Angst-Spinnerei los ging. Und ich will wieder so sein, wie früher.

Nur mache ich den Fehler und igel mich mehr und mehr ein. Am Samstag Abend lag ich auf der Couch und habe mich der Angst hingegeben. Eigentlich nehme ich gar nicht mehr am echten Leben teil. Ich habe das Interesse verloren. Das einzige was ich noch mache ist arbeiten gehen und drei bis viermal die Woche ins Fitness-Center. Und selbst DORT habe ich mich letztens total verrückt gemacht. Weil ich laut Waage 1.5 Kilo weniger drauf hatte, als 2 Tage vorher. Oh je, "ungeklärter Gewichtsverlust"! Das kann nur KREBS sein oder eine andere Krankheit. Mit diesem Mist habe ich mich den GANZEN Tag beschäftigt. Gegrübelt und gegrübelt. Ich werde bald verrückt.

Leider merke ich in den letzten Tagen zusätzlich, daß mein Herz ungewöhnlich rast. Ja klar, vor Angst. Morgens nach dem Aufstehen ist die Angst am größten. Rasieren vor dem Spiegel - mit ANGST. Duschen - mit ANGST. Was finde ich heute wieder an meinem Körper?

Was treibt EUCH denn so in die Angst? Welche "Macken" habt Ihr denn eigentlich?

Viele liebe Grüße
Linus42


Hallo Linus

das was du beschreibst kenne ich auch sehr gut....bei mir war die Angst so ausgeprägt das ich angst vor der Angst hatte.....und immer Ursachenforschung betrieben habe...weil ich mir sicher war, dass muss eine Krankheit sein...was das Herzrasen auslöst....oder mir die Luft nimmt....das ich andauernt erbrechen musste...ich habe als Ursache immer die schlimmsten Krankheiten als Erklärung gehabt...wer eine Krankheit frühzeitig erkennt dem kann vielleicht noch geholfen werden...so habe ich damals gedacht als meine Kinder noch sehr klein waren und ich dachte du muss doch gesund sein damit deine Kinder geborgen aufwachsen können.

Auch wenn ich heute einen Rückfall habe, der Auslöser ist diesmal ein anderer...ich kenne den Grund...nur kann ich persönlich an den Tatsachen und der Ursache nichts ändern...was ich ändern muss sind meine Gedanken die mich wieder in die Angst getrieben haben.

Eine Therapie wirkt nicht innerhalb von paar Wochen....es hat sicher eine Zeit gebraucht bis deine angst so ausgeprägt war wie sie jetzt ist und es braucht auch seine Zeit bist du mit deiner Angst umgehen kannst.

Mit hat mal eine Therapeutin gesagt, sie müssen lernen mit Ihren Ängsten umzugehen und zu leben...sie müssen lernen einzuschätzen was berechtigte und was unberechtigt Angst ist.

Der Körper reagiert mit diesen Attacken weil er bestimmte Dinge ändern will und wir ändern schon etwas wenn man sich jemanden mitteilt und nicht mehr allein mit diesem Problem leben muss.

Mir hilft es, wenn ich in einer Panik bin, dass ich mit jemanden reden kann, meistens ist es meiner Mutter die mich dann beruhigt.
Und ich denke in Zukunft wird es hier das Forum sein, wo ich Gesprächspartner finde.

LG Ina

25.10.2008 22:05 • #20



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