Ich habe seit Jahren das gleiche Problem. Allerdings begann es bei mir mit klassischen Panikattacken. Diese gingen über in einen so starken Reizdarm, dass sogar Blut im Stuhl war, obwohl organisch alles ok ist. Los ging es mit Versagens- und Existenzängsten während des Studiums. Diese Ängste brauch ich jedoch nicht mehr haben, da alle Prüfungen und der Master geschafft sind. Auch habe ich direkt einen Job gefunden. Die Beziehung mit dem Freund läuft bestens und und und ich könnte eigentlich glücklich sein, wenn da nicht die Angst vor der Angst Durchfall in der Öffentlichkeit bzw. in Situationen in denen es "peinlich" ist und man nicht auf Toilette kann (Läden, Meetings, Bus Bahn) zu bekommen, geblieben wäre. Gehe ich z.B. in einen Laden, spüre ich wie der Drang langsam "aufsteigt" bis es richtig schmerzt. Sobald ich den Laden verlassen habe, muss ich nicht mehr. Dennoch gibt es Tage (in letzter Zeit sogar mehr ohne als mit) an denen so etwas nicht vorkommt bzw. ich erfolgreich Abhilfe schaffe.
Hier meine Helferchen:
1. Auch wenn es splinig ist, mache ich mir einen "Plan" für den Alltag, wo alle möglichen Toiletten sind, wichtig ist: immer passendes Kleingeld parat haben! (das hilft natürlich nur denen, die keine Angst vor öffentl. Toiletten haben) Das nimmt die Sorge und entspannt.
2. Obwohl es paradox klingen mag, aber das Gefährlichste ist, sich der Angst zu ergeben und zu Hause zu bleiben bzw. entsprechende Situationen zu meiden, bereits während der Panikattacken bin ich trotzdem immer raus (die erste halbe Std. war es ganz schlimm, doch danach wurde es besser bzw. ging weg) Wenn ich dann dringend muss, gehe ich einfach (habe ja den Plan

) und mache dann weiter. Im Nachhinein stärkt es das Selbstbewusstsein und die positive Erfahrung. Meistens vergeht diese Angst dann je länger ich in der Situiation bin. Bsp: ich bin bei H&M, muss dringend, gehe einfach neben an bei BurgerKing und gehe dann zurück zu H&M, häufig ist die Angst dann weg, weil ich ja weiß, der Darm ist geleert und BurgerKing neben an.
3. Es ist wichtig sich viele (positive) Erlebnisse zu beschaffen, das stärkt die Psyche ungemein. Stark bleiben!
4. Ich habe mich durch den psychische bedingten Reizdarm natürlich auch mit meiner Ernährung beschaftigt. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich viele Ballaststoffe esse, Nahrungsmittel die Blähungen bzw. dünneren Stuhlgang (Zwiebeln, fettige Gerichte, Milch, etc.) hervorrufen, meide. Durch meine Ernährung (der positive Nebeneffekt ist: sie ist jetzt gesund und ich habe sogar abgenommen dadurch) habe ich meinen Stuhlgang regelmäßig gemacht und in eine angenehme Konstistenz (nicht zu hart, nicht zu flüssig/weich) gebracht. Das gibt mir natürlich ein sichereres Gefühl, denn wenn der Drang kommt weiß ich einfach, dass es kein Durchfall ist, sondern nur der bloße Drang und die Krämpfe.
5. Ich lerne derzeit das Meditieren und kann schon gute Erfolge verzeichnen. Letztlich ist die Angst davor eine Art Zwangsgedanke und das Meditieren hilft hervorragend Gedanken zu lösen und beseite "zu schieben"
6. Mein Hund hat mir ebenfalls ungemein geholfen, weil ich raus muss und so wunderbare Momente in der Natur erlebe und hier und da mal jemanden kennenlerne. Das stärkt mich.
7. Vertraute Personen habe ich eingeweiht und alle anderen werden erfolgreich ignoriert.
Diese "Tipps" klappen sehr gut. Manchmal habe ich auch Downs und dann geht es mir schlechter. Positive Gedanken helfen und wie schon gesagt RAUS GEHEN auch wenn es Kraft bedeutet.
Vielleicht konnte ich jemandem ein bisschen helfen und freue mich natürlich auch über weitere Tipps.