App im Playstore
Pfeil rechts
103

Gestern abend konfrontierte ich mich mit dem Ziel, auf einer Tanzfläche Frauen anzusprechen. Ich malte mir in Vorfeld aus, was ich alles kann und war komplett motiviert. Vor Ort kamen alle Muster der sozialen Phobie zurück. Ich fühlte mich versteinert, schaffte es nicht mehr einen Ton zu sagen, im Höhepunkt stellte ich mich an einen Tisch und stand einfach still.

Anders als früher sprach ich die Situation bei meinem Kumpel an und er ging mit mir in die Menschenmenge. Langsam konnte ich entspannen, mich auf die Situation einlassen und hatte einen schönen Abend.

Wie gerne würde ich so eine kleine Geschichte zu einem Film anekdotisch in ein Gespräch einbringen, wenn es gerade passt:

post3714485.html#p3714485

Aber nein, ich musste once, Glen Hansard und Marketa Irglova googlen.

Und das geht mir im Grunde genommen bei jedem Film so, den ich mal geschaut habe. Gleich morgen mal irgendwo im Gespräch einbringen, dass ich den Film gesehen habe. Wann ich den Film gesehehen habe bringe ich dann nicht zwingend an, sondern gehe eher auf die Musik ein. Vielleicht eher im Kontext, dass ichbden Sailor Song von Gigi Perez schön finde und dieser mich an einen Film, den ich vor Jahren sah erinnert.

A


Wege aus meiner Angst vor Kontakten

x 3


Ich stellte gestern im Gespräch mit fremden Menschen bei ausgelassener Stimmung wieder einmal fest, wie schwer es mir fällt, entspannt, flüssig und aus Eigenantrieb und eigener Initiative heraus zu kommunizieren.

Meine alten Themen: Wortfindung, Assotiationen, kreative Thrmenfindung, Gefühl dass einige meiner Themen momentan unpassend sind etc...

Ich habe dennoch einen guten Abend gehabt, wo ich mit interessanten mir bisher unbekannten Menschen im Gespräch war, selbstbewusst meine Wege gegangen bin, entscheiden konnte, mit wem ich unterwegs bin und auch bei komplettem Geblödel nicht stumm wie ein Fisch in der Ecke Stand. [Wenigstens in diesem Zusammenhang habe ich vom Forum profitiert, weil ich da auch manchmal bei laufendem Geblödel selbst einen dummen Kommentar abgebe. Auch habe ich hier das Selbstbewusstsein gewonnen, dass ich manche Komnrntare abgebe, die ausser mir vieleicht niemand sinnvoll findet, und ich trotzdem noch nicht aus dem Forum geschmissen wurde.]

Ich werde hier ein paar Videos verlinken, die in Teilen Dinge beinhalten, die ich für mich selbst verinnerlicht habe. Generell Disclaimer im Bezug auf Pickup Coaches: Mitnehmen, was für mich selbst gut ist. Ziel soll immer eine angenehme Erfahrung für mich und die Menschen, mit denen ich Kontakt habe sein. Wenn man aus diesem Blickwinkel schaut findet man einige hilfreich Informationen, die helfen können, schnell Selbstbewusstsein aufzubauen.

Flirten: Körperabstand kalibrieren:

zu weit: langweilig, keine Möglichkeit auf Mann-Frau-Ebene Gefühle auszutauschen.

zu nahe: unangenehm (sowohl für mich als auch Gesprächspartnerin)

Ziel: sich bewusst werden über Körpersprache, Abstand, ggf einfache Handlungen, die akzeptierten Körperkontakt erzeugen können. Ruhige bewusste Bewegungen.

Kalibrierung: Verhalten des Gehenübers spiegeln. Einladen, indem ich Abstände langsam verkleinere. Auf defensive Reaktionen achten und dem Gegenüber Raum geben.

Eigene Erfahrungen: Gesprächspartnerin deutete Berührung an, zog im letzten Moment die Hand zurück. Dies werte ich als Einladung ggf. mal ihre Schulter zu berühren, wenn sie etwas interessantes sagt. Danach kann ich mir sicher sein, dass sie mich bei Gelegenheit anstupst, wenn ich sie zum lachen bringe.

Beim Tanzen habe ich öfters erlebt, dass einmal aufgebaute Nähe von Frauen gerne gehalten wird.

Im Gespräch mit einer sympatischen Frau entstand ein regelrechter Tanz, weil wir Abstände immer wieder anpassten. Irgendwann erkannte ich, als ich einem ankommenden Auto vorausschauend auswich, dass sie folgte, ohne das Auto bereits realisiert zu haben.

Video zum Thema Abstand in Mann-Frau-Konversationen:

[https://youtu.be/csomLwclnsI?si=AiqPcWzaVcfRGhnA]

Ein paar kleine Eitelkeiten:

- Tonlage
- Satzmelodie
- Sprechgeschwindigkeit
- Dynamik

Vielleicht gibt es ja Wechselswirkungen mit ein paar anderen kleinen Eitelkeiten:

- Körpersprache
- Gestik
- Ruhige Grundbewegung

Auf all das obengenannte kann ich mich besser konzentrieren, wenn ich

Weiß, was ich möchte und meine Gedanken strukturiert sind.

Gestern war ich unterwegs um gezielt Frauen/Menschen anzusprechen - ich mache dies um
a) rauszukommen und Spaß mit ein paar Jungs zu haben, die ausser dass sie teils ein bischen unzufrieden mit der Gesamtsituation sind, ganz ok sind.

b) Ein paar soziale Fähigkeiten zu üben, die mir fehlen, wenn es darum geht, mich als abgerundete Persönlichkeit zu sehen.
c) wenn dabei zufällig eine mir sympatische Person in mein Leben tritt, die die Sympathie erwidert, lerne ich sie gerne kennen.

Was ich sagen kann: der Großteil der Menschen, die ich ansprach reagierte nicht abweisend. Oftmals sah ich im Vorfeld im Rahmen eines Blickkontaktes sehr deutliche Signale, die ich als schau mich nicht an, sprich mich nicht an werte. Das ist fair.

Ein paar meiner persönlichen Herausforderungen konkret im Bezug auf meine Problematik mit meinem Sprachaparat habe ich hier notiert: post3859542.html#p3859542

Hi Azure,

als langjähriger Café-Besucher (und -Leser) rekrutiere ich einen Großteil meiner Bekanntschaften ebendort - in der sogenannten Öffentlichkeit. Und das was Du hier so durchaus kleinteilig untersuchst, nehme ich auch wahr: die Kontaktfähigkeit und -freudigkeit meiner Mitmenschen und meiner Selbst. Zwar möchte ich schon die Inhalte der Tageszeitung mitbekommen aber wenn ich merke, jemand passt zu mir oder zumindest zur aktuellen Situation/Stimmung, ziehe ich ein Gespräch gerne vor. Oft ist es ja der einzige zwischenmenschliche Kontakt des Tages für mich (von meiner Partnerin natürlich abgesehen).

Mir fallen dabei auch die Für-sich-Leute auf, die signalisieren: Nicht ansprechen, nicht anschauen. Denen lasse ich prinzipiell ihren imaginären Schutzraum, bin aber trotzdem für sie da. Das heißt, ich schotte mich nicht ab, sondern nehme ihre (vermeintliche?) Abschottung lediglich wahr. Das kann über Tage, Wochen und Jahre gehen (inzwischen habe ich gute 20 Jahre Erfahrung darin). Lustigerweise wird man auch im gemeinsamen Schweigen irgendwie zu einer Art Gemeinschaft. Ich bilde mir ein, dass meine Akzeptanz (und Wertschätzung) für das Schweigen des Anderen ankommt und entsprechend eine Verbindung entsteht. Diese Verbindung kann sich irgendwann verändern und gelegentlich ausweiten. Sei es, wenn man sich die Zeitung zureicht (weil man ja weiß, dass der Andere sie auch gerne liest). Letzteres mache ich mit einer jungen Dame schon seit Monaten und nie wurde mehr als ein Danke daraus (was ich sowie weder erhofft noch erwartet hätte). Was aber auffällt: Der Klang des Dankeschöns hat sich verändert. Es wurde vertrauter, erwartbarer, verbindlicher.

Ich würde meinen, dass dergestalt ca. 20 Menschen mein nahezu tägliches direkt soziales Umfeld bilden. D. h. ich bilde sie (mir ein). Ich nehme mein Bild von ihnen in mein Leben mit rein und gestatte ihnen jegliches Veränderungspotenzial zu. Interessanterweise denke ich so gut wie nie darüber nach, wie ich wohl auf die Anderen wirke. Wahrscheinlich bin ich mir selber (wirkungstechnisch) zu egal, denn ich habe diesbezüglich zeitlebens wenig zu bieten. Zudem bin ich ununterbrochen eh mit mir selber zusammen - das reicht dicke.

Danke @moo, für dieses schöne Bild. Ich kann es mir deutlich vorstellen, dass auch schweigen sich verändert und somit auch die Stimmung insgesamt im Cafe.

Zitat von moo:
Interessanterweise denke ich so gut wie nie darüber nach, wie ich wohl auf die Anderen wirke.

Ich stelle bei mir über die Jahre dort eine Veränderung fest. Früher habe ich auch viel darüber nachgedacht, wie ich denn sein müsste, dass es passend ist (was die Allgemeinheit so erwartet) und wenn ich dachte, dass das und das doof war, dann kam eben ein Gefühl hoch, was die anderen jetzt wohl denken?

Doch mit den Jahren lerne ich immer mehr zu mir zu stehen, meine eigenen Eigenschaften anzunehmen. Es ist nicht wichtig, was die anderen denken, sondern was ich über mich denke.


Zitat von Azure:
mich als abgerundete Persönlichkeit zu sehen.

Davon bin ich weg (oder zumindest auf dem Weg weg zu kommen, habe so wenig Kontakt, dass ich das jetzt nicht wirklich einschätzen kann. Aber in mir arbeitet es noch. Es gibt noch ein paar Kleinigkeiten, wo ich noch ein bisschen Probleme habe, sie auch nach außen hin zu vertreten).

Ich bin ich. Ich bin eckig und darf so sein. Ich muss nicht passend sein, nicht allgemeingültig. Es ist doch viel besser besonders zu sein.
Welche Menschen bleiben denn einem am Besten in Erinnerung? Die, die aus dem Rahmen fallen. Ob es dann eine positive oder negative Erinnerung ist, das liegt dann an dem, der sich erinnert und es bewertet. Aber das sollte doch nicht mein Problem sein.

Meine Aufgabe ist es, mich so anzunehmen, wie ich bin. Und wenn ich rot anlaufe, hey dann ist das so. Warum sollte ich mich für etwas schämen, wofür ich eigentlich gar nichts kann? So eine gute Durchblutung hat nicht jeder.

Zitat von hereingeschneit:
Doch mit den Jahren lerne ich immer mehr zu mir zu stehen, meine eigenen Eigenschaften anzunehmen. Es ist nicht wichtig, was die anderen denken, sondern was ich über mich denke.

Zitat von hereingeschneit:
sondern was ich über mich denke.

Und zunehmend nicht mehr das, ihr habt mir ja bereits beigebracht, dass einem die Selbstwahnehmung durchaus auch einen Streich spielen kann

Zitat von hereingeschneit:
Und wenn ich rot anlaufe, hey dann ist das so.

Ich erinnere mich an eine Studentin, die rot anlief, als wir uns unterhielten... Leider war ich damals zu feige, ihr ein gemeinsames Kaffee trinken vorzuschlagen....

Zitat von moo:
Interessanterweise denke ich so gut wie nie darüber nach, wie ich wohl auf die Anderen wirke.

vor kurzem hatte ich hier im Forum erwähnt, dass es mir oft vorkommt, dass ich mich selbst anlüge....

Meine Beiträge hier im Forum beweisen das Gegenteil, aber ich stehe dir aufrecht gegenüber, schaue dir ins Gesicht und sage mit voller Überzeugung: Interessanterweise ist es mir komplett egal, wie ich auf andere wirke

A


x 4






Dr. Reinhard Pichler
App im Playstore