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201725.11




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Hallo ihr Lieben,

ich muss einfach mal hier schreiben, weil keiner in meinem Umfeld mich so recht versteht. Ich weiß nicht, vllt erhoffe ich mir etwas Zuspruch oder Erfahrung von anderen oder einfach nur ein liebes Wort.
Um Folgendes geht es:
Ich bin momentan in der Bewerbungsphase nach dem Studium und war auch schon bei Vorstellungsgesprächen. Leicht fällt es mir nicht, ich habe immer ganz viele nervöse und ängstliche Gefühle aber bisher hat sich, wie das ja meist so ist, keine meiner Befürchtungen erfüllt und ich bin aus jedem Gespräch lebend wieder rausgekommen und hab es teils sogar recht gut gemeistert.
Nun hatte ich am Anfang dieser Woche wieder ein Gespräch und da wurde mir mitgeteilt, dass man mich in einer anderen Position sieht, mit mehr Verantwortung. Dafür habe ich jetzt nächste Woche die Einladung zum Schnuppertag.

Mir geht es gar nicht gut, aber ich kann es gefühlt auch nicht ablehnen. Ich komme gerade von der Uni, aber wegen der Promotion soll es direkt ins Senior Management gehen. Da müsste ich natürlich bald ein Team leiten und auch regelmäßig vor Kunden präsentieren und pitchen. Jeder in meinem Umfeld sage ich soll mich freuen, ich soll ausrasten, ich soll die Chance nutzen und beim Probetag alles geben. Keiner versteht, dass es mir nun so gar nicht gut geht. Ich hab wahnsinnig viele ängstliche Gefühle und sorgenvolle Gedanken, stelle mir vor wie ich versage oder wie ich mich wegen meinen Angstsymptomen furchtbar blamiere. Ich will vermeiden, ganz klar. Gleichzeitig kämpft auch eine Stimme in mir die sagt, ich soll mir durch die Angst eine Chance nicht verbauen lassen. Dass ich es erst mal einfach probieren soll. Ich habe halt noch nie gearbeitet (außer an der Uni). Es macht mir also alles ziemlich zu schaffen und ich weiß gerade keinen Rat....

Hat vllt schon mal jemand so eine Erfahrung gemacht und vllt sogar etwas Erbauendes zu berichten? Man soll ja konfrontieren.... das wäre aber eine heftige Konfrontation....ich weiß auch nicht :(

Auf das Thema antworten


  25.11.2017 10:58  
Was wäre so schlimm daran, wenn du es vermasseln würdest?

Danke1xDanke




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  25.11.2017 13:53  
Das ist ne gute Frage....ich weiß auch nicht. Meine Eltern wären sicher enttäuscht und ich wäre enttäuscht von mir selbst wieder.
Ich denke am meisten befürchte ich, dass ich dann wahnsinnig darunter leiden und mich fertig machen werde :/

Es klingt vllt komisch, aber irgendwie denke ich, dass mein Leben zu Ende wäre wenn ich es nicht schaffe. Dass es dann keine Möglichkeiten mehr für mich gibt oder so. Auch wenn das unrealistisch ist...



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Im Sprottenland
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  25.11.2017 13:55  
spiegelkind hat geschrieben:
Das ist ne gute Frage....ich weiß auch nicht. Meine Eltern wären sicher enttäuscht und ich wäre enttäuscht von mir selbst wieder.
Ich denke am meisten befürchte ich, dass ich dann wahnsinnig darunter leiden und mich fertig machen werde :/
Bist du sicher das deine Eltern von dir enttäuscht sein werden

Danke1xDanke




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  25.11.2017 13:57  
Ich bin nicht 100 % sicher, dass sie enttäuscht im klassischen Sinne sind. Aber ich denke sie fänden es sehr schade, weil sie sich viel für mich erhofft haben und auch viel in mich investiert haben.



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  25.11.2017 14:37  
Deine Eltern wären mit Sicherheit nicht enttäuscht von Dir!

Du kannst doch eigentlich jetzt schon total stolz auf Dich sein.
So weit muss man erstmal kommen.

Ich wäre als Mutter jetzt schon total stolz auf Dich!

Ängste zu versagen sind eigentlich nicht nötig.
Es ist ein Start in dein Berufsleben und es hat auch nichts mit Versagen zu tun wenn es nicht gleich auf Anhieb klappt.
Es kann auch sein, dass es nicht deine Richtung ist und das hat nichts mit Versagen zu tun.
Es muss halt passen! Von beiden Seiten aus!

Danke2xDanke




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  25.11.2017 14:39  
Bzw. ich weiiß auch nicht. Ich denke ich überfordere sie gerade auch sehr, weil ich darüber rede und darüber wie schlimm das alles ist. Ihre erste Reaktion war sich für mich zu freuen. Eigentlich habe ich liebe Eltern. Bin eher sehr behütet aufgewachsen und hab viel Hilfe bekommen. Vllt zweifel ich deshalb so sehr an mir. Sie würde auf jeden Fall zu mir stehen und mich auch nie gerade heraus deswegen angehen. Vermutlich wären sie eher traurig und würden sich fragen was sie falsch gemacht haben. Aber das baut bei mir erst recht nen Druck auf es zu schaffen. Ich möchte einfach, dass sie zufrieden sind. Dass sie sich zurück lehnen und stolz auf mich sein können.

Ich bin gerade auch so wütend auf mich selbst. Ich hatte seit dem Sommer solche Fortschritte gemacht und nun stecke ich wieder in dieser Spirale. Diese ganze Wut bringt mich net weiter, vor allem der Selbsthass. Ich wünschte gerade einfach nur, ich könnte das Leben so locker und gelassen leben, wie jemand der keine Phobie hat. Das ist aber der reinste Teufelskreis. Je mehr ich mich selber fertig mache und nicht akzeptiere, desto stärker werden die ängstlichen Gedanken und Gefühle.
Ständig male ich mir aus, wie ich auf der Arbeit ohnmächtig werde, nix essen kann vor zittern, oder mir übel wird und wie dann alle schauen. Oder dass ich der Aufgabe nicht gewachsen bin. Ich weiß das ist total kontraproduktiv :(





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  25.11.2017 14:42  
guteFee hat geschrieben:
Deine Eltern wären mit Sicherheit nicht enttäuscht von Dir!

Du kannst doch eigentlich jetzt schon total stolz auf Dich sein.
So weit muss man erstmal kommen.

Ich wäre als Mutter jetzt schon total stolz auf Dich!

Ängste zu versagen sind eigentlich nicht nötig.
Es ist ein Start in dein Berufsleben und es hat auch nichts mit Versagen zu tun wenn es nicht gleich auf Anhieb klappt.
Es kann auch sein, dass es nicht deine Richtung ist und das hat nichts mit Versagen zu tun.
Es muss halt passen! Von beiden Seiten aus!


Danke für die lieben Worte. Ich versuche ja auch so zu denken, also dass es okay ist, wenn ich mich nun mal ausprobiere. Und ich nicht nur dem Arbeitgeber gefallen muss, sondern auch er mir.
Ich muss mich ja auch nicht auf meine Phobie reduzieren, unabhängig davon hab ich auch was zu bieten. Gerade fachlich.
Aber dieser ständige Kampf gegen den eigenen Kopf ist so anstrengend.

Ich will auch auf jeden Falll wieder ne Thera machen. Aber ka wie das mit frischem Job geht. Plus ich hab das Gefühl die letzte Verhaltentherapie hat dann dauerhaft doch nichts gebracht.
Hat jemand Erfahrungen mit nem Analytiker? Wie machen das hier Berufstätige mit Thera? Bietet der dann Termine Samstags an?

Danke1xDanke


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Im Sprottenland
3957
  25.11.2017 14:52  
Zitat:
Um Folgendes geht es:
Ich bin momentan in der Bewerbungsphase nach dem Studium und war auch schon bei Vorstellungsgesprächen. Leicht fällt es mir nicht, ich habe immer ganz viele nervöse und ängstliche Gefühle aber bisher hat sich, wie das ja meist so ist, keine meiner Befürchtungen erfüllt und ich bin aus jedem Gespräch lebend wieder rausgekommen und hab es teils sogar recht gut gemeistert.
Nun hatte ich am Anfang dieser Woche wieder ein Gespräch und da wurde mir mitgeteilt, dass man mich in einer anderen Position sieht, mit mehr Verantwortung. Dafür habe ich jetzt nächste Woche die Einladung zum Schnuppertag.


Schnuppertag!
Es ist ein Schnuppertag mehr nicht.
Du sollst dir den Betrieb einfach anschauen und kennen lernen, sie haben Interesse an dir und glauben das du der Stelle gewachsen bist, das ist doch toll.
Es wird wohl kaum jemand verlangen das du dann schon alles weist und kannst.
Mach es einfach nur für dich und entscheide dann. Am besten viel Fragen stellen.
Das du dich total unwohl fühlst und dir viele Gedanken machst kann ich wohl verstehen, es ist deine erste Arbeitsstelle.
Würde mir genau so gehen. Hingehen ist besser als fern bleiben, nur damit wirst du mit der Zeit mehr Sicherheit gewinnen.

Du stellst es dir vor, dass du versagst oder dich blamierst. Das stellst du dir halt nur in deinen Gedanken vor. Ob es wirklich so sein wird, wirst du erst heraus finden wenn du wirklich hin gehst.
Und welch eine Freude ist es erst wenn es gar nicht so schlimm war.

Und was ist so schlimm daran wenn dir Fehler unterlaufen? Jeder macht Fehler und ist nicht perfekt.
Aus Fehlern lernt man und mach es beim nächsten mal besser.

Du hast schon so viel geschafft und deine Vorstellungsgespräche meisterst du auch immer wieder.
Das man da meistens aufgeregt ist, ist klar.
Den Schnuppertag schaffst du.

Solltest du die Stelle bekommen dann kannst du doch mal schaun ob es evt. Kurse bei der Vhs wie man ein Team leitet oder sich auf Präsentationen einstellen kann gibt, die bieten so etwas auch manchmal an.
Oder wenn du genug verdienst einen Coacht nehmen.
Ich mag auch keine Präsentationen, zum Glück muss ich so etwas auch nicht machen :haha:
Hast du schon mal an Therapie gedacht, damit du besser mit deinen Ängsten klar kommst.

Ich wünsch dir viel Erfolg für den Schnuppertag, du schaffst das
Wäre schön wenn du von dem Tag berichtest wie es gelaufen ist.

LG. kl. Schnecke

Danke1xDanke


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BaWü
7418
  25.11.2017 14:55  
spiegelkind hat geschrieben:
Ständig male ich mir aus, wie ich auf der Arbeit ohnmächtig werde, nix essen kann vor zittern, oder mir übel wird und wie dann alle schauen. Oder dass ich der Aufgabe nicht gewachsen bin


Ist absolut typisch und hat damit zu tun, dass hier viel alles Recht machen zu wollen mit im Spiel ist. Geht aber nicht. Therapeutisch bedeutet das, zu den Schwächen und Ängsten stehen zu lernen. Bewusstsein entwickeln, wer du wirklich bist und dich in deiner Gesamtheit akzeptieren zu lernen.

Ohnmächtig zu werden bedeutet ohne Macht zu sein. HILFLOS. Hier kannst du beginnen, dir zu überlegen, warum du meinst, dass Macht so furchtbar wichtig für dich ist. Je mehr du loslassen kannst, desto leichter wird alles.

Danke2xDanke

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