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MalaJocelyn
Hey
Ich bin neu hier und habe mich hier angemeldet in der Hoffnung Gleichgesinnte bzw. Leidensgenossen zu finden

Ich bin 18 und leide seit einigen Jahren an einer Sozialen Phobie - ich bin seit Jahren in therapeutischer Behandlung, nehme Medikamente, war in Kliniken - also einmal das volle Programm durch
Dadurch habe ich auch fast meinen kompletten Freundeskreis verloren - glücklicherweise ist mir aber meine beste Freundin aus Kindertagen geblieben - nur kann sie mit meinen Sorgen und Problemen nicht so gut umgehen (was natürlich auch verständlich ist) und da ich mich nur selten raus traue, sehe ich sie auch nur selten und deswegen fühle ich mich oft einsam

Aber ich arbeite weiter hart an mir und gebe die Hoffnung nicht auf, irgendwann endlich frei von dieser Angst zu sein!

Lange Rede kurzer Sinn: Falls es jemandem von euch genauso oder ähnlich geht, würde ich mich freuen wenn derjenige sich bei mir meldet und wir einfach mal schreiben und wenn es möglich ist uns vielleicht auch irgendwann mal treffen um gemeinsam gegen unsere Angst vorzugehen (natürlich geht auch einfach nur schreiben)
Das Alter ist mir total egal, genauso wie das Geschlecht....hauptsache der kämpferische Wille ist da die Angst zu besiegen
Oder falls es jemanden gibt den es reizt mal eine Person mit sozialer Phobie kennenzulernen kann sich natürlich auch gerne bei mir melden ...ich freue mich über jede Nachricht

19.06.2014 20:12 • 12.07.2014 x 1 #1


21 Antworten ↓


Hallo MalaJocelyn,

da hast du ja auch schon viel hinter dir und viel ausprobiert. Was für eine Therapie machst du? Verhaltenstherapie oder welche Richtung? Hilft dir die Therapie? Helfen dir die Medikamente?
Und hat dir die Klinik geholfen?

Ich bin auch seit Jahren schon in Therapie(allerdings nicht nur wegen der sozialen Phobie sondern auch noch wegen ganz vielen anderen Erkrankungen), nehme Medikamente und war schon häufig in Kliniken. Also auch das volle Programm durch !

Das mit dem Freundeskreis verlieren durch die Ängste kenne bestimmt viele mit sozialen Ängsten. ist ja auch klar, weil man sich ja selbst zurückzieht meistens durch die Ängste. Es ist aber gut das deine Freundin dir noch geblieben ist.
Warum kann sie es nicht gut verstehen? Hast du ihr mal genau erklärt was deine Angst alles so beinhaltet, sprichst du mit ihr darüber?
Machst du denn ab und zu also versucht ihr regelmäßig etwas zu machen?

Das ist sehr gut das du daran arbeitest und nicht aufgibst! Du wirst es auch irgendwann schaffen ohne deine Ängste zu leben!

Wir können uns gerne schreiben, hier, per pn oder so..
Ach so noch zu mir, ich bin weiblich und 25 Jahre alt. Und Kämpferwillen habe ich auch genug !

Mit lieben Grüßen,
Delphin

19.06.2014 21:51 • x 1 #2



Suche Leidensgenossen! (Soziale Phobie)

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Hey,

ich habe auch eine Sozialphobie. Fing bei mir mit 21 an, wurde aber erst mit 28 richtig diagnostiziert. Viele Medikamente, Kliniken, auch alles durch.
Ich habe dann eine tiefenpsychlogische Psychotherapie gemacht und ich muss sagen, das war das einzige, was mir geholfen hat. Meine Kindheit auf zu arbeiten. Dieser Prozess wird wohl auch nie ganz aufhören, aber jetzt bin ich 35 und es geht mir schon viel besser. Ich kann etwas arbeiten gehen, öffentliche Verkehrsmittel und Supermärkte machen mir keine Angst mehr. Manchmal sprech ich sogar Frauen an.

Leider hab ich auch viele Freunde verloren, bis auf einen, den ich aber nur einmal in der Woche sehen kann. In der Therapie kam nach der Angst viel Trauer und Wut hoch und das haben viele Freundschaften nicht überstanden.

Kämpferwille? Ich bin DER Warrior!

Aber den Kämpferwillen braucht man auch um sich von den Ängsten zu befreien. "Normale" Menschen haben gar keine Vorstellung davon, was das für eine Aufgabe ist, aber wenn man dran bleibt, schafft man es irgendwann!

Was für Therapien macht ihr? Und was für Medikamente nehmt ihr? Hilft etwas davon?

Grüße, sub

20.06.2014 14:33 • x 1 #3


MalaJocelyn
Danke für eure Antworten
Ich muss sagen es tut gut zu wissen dass es anderen Leuten genauso oder ähnlich geht wie mir - nicht dass ich das jemandem wünschen würde - aber dann fühlt man sich einfach nicht so alleine. Komischerweise bin ich während meiner beiden Klinikaufenthalte nie anderen Leuten mit Sozialer Phobie begegnet, die meisten hatten Magersucht oder haben sich geritzt...

Ich habe mit 6 mit einer Spieltherapie angefangen, mit 13 bin ich dann in die Gesprächstherapie und seit 8 Monaten mache ich jetzt eine Hypnosetherapie und ich muss sagen die hilft bis jetzt am besten - auch die Ärztin die mich dabei begleitet ist super
Bei den Medikamenten ist es ein auf und ab....aber auf die möchte ich ehrlich gesagt auch gar nicht so angewiesen sein Ich habe über 2 Jahre Sertralin genommen was mir am Anfang auch gut geholfen hat aber irgendwann so gut wie gar keinen Effekt mehr auf mich hatte & seit kurzem nehme ich jetzt Sulpirid und das ist ganz okay...
Zu den Kliniken kann ich sagen: die stationäre Klinik hat mir zwar aus meinen Selbstmordgedanken rausgeholfen aber die Soziale Phobie wurde damals trotz 'Fachpersonals' nicht erkannt und sie haben mich dann dort vollkommen falsch behandelt....aber die zweite Klink, eine Tagesklink war dafür um so besser und hat mich ein Stück weiter gebracht
Welche Erfahrungen habt ihr so mit 'euren' Kliniken gemacht?

Zu meiner besten Freundin:
Es ist nicht so dass sie mir gegenüber nicht tolerant wäre, sie versucht es so gut es geht zu verstehen und spricht mir auch Mut zu aber das Thema mit ihr zu vertiefen ist halt einfach schwierig dass sie es nicht so nachempfinden kann wie jemand der so etwas selber kennt...und ich möchte sie damit auch nicht überfordern da sie eh schon genug für mich tut
Und ja ich versuche sie einmal die Woche zu treffen...was nicht immer klappt aber ich versuch mich da immer so gut es geht zu ermuntern und mich Situationen auszusetzen die nicht so angenehm für mich sind um das einfach zu üben

So ich hoffe ich habe alle Fragen beantwortet
Mich würde noch interessieren wie ihr zu dieser Sozialen Phobie gekommen seid? Welche Erlebnisse oder Schlüsselereignisse haben sie bei euch ausgelöst? Wenn ihr das nicht öffentlich schreiben wollt, schickt es mir per PN, kann euch dann auch meine Vorgeschichte erzählen wenn's euch interessiert

20.06.2014 16:53 • #4


Hallo MalaJocelyn,

da hast du Recht, man fühlt sich damit nicht mehr so alleine. Das finde ich jedesmal, wenn ich mit jemanden im Kontakt bin, der Ängste ect. auch kennt und es hat(und ich wünsche es auch keinem!).
Es kommt ja auch drauf an in welchen Kliniken man ist. Manche Kliniken haben spezielle Stationen für Ängste und da kann man dann mehrere menschen mit Ängsten, auch vielleicht sozialen Phobien, begegnen.
Warst du auf einer Station wo alles gemischt dann bestimmt war, oder? Also nicht nach krankheitsbildern geordnet meine ich damit jetzt..

Darf ich fragen was man in einer Spieltherapie so macht?
Das ist klasse, das dich deine Ärztin da so begleitest und super ist. das heißt die bringt dich jedesmal in die Hypnose? Redet ihr da manchmal auch drüber oder wie kann ich mir das so vorstellen? Sorry, wenn das blöde Fragen sind, aber ich kenne mich da nur ein wenig mit aus..

Das ist doch gut, das dein Medikament jetzt ganz okay ist. Ich mag auch nicht gerne auf medis angewiesen sein, aber manchmal geht es ja leider nicht anders und es ist besser wenn man welche nimmt oder zur Unterstützung da hat.

Ich habe Unerschiedliche Erfahrungen gemacht. War schon sehr häufig in Kliniken. In der Kinder und Jugendklinik wurde mir auch geholfen, aber da wurde einem immer eher erklärt nicht vermeiden, leider habe ich aber so nicht viel über die Ängste erfahren, also hätte mir damals mehr Wissen darüber gewünscht.
In der einen Erwachsenenklinik war ich zwei mal. Der erste Aufenthalt war soweit okay, der zweite nicht ganz so gut. Als ich Selbstmordgedanken hatte und mich stark selbstverletzt hatte, hat mich der Oberarzt der Klinik verwiesen, das fand ich sehr blöde. Stand zu hause mehr oder weniger alleine da weil ich so schnell noch keine neue ambulante Therapeutin hatte.

dann habe ich noch zwei Kliniken ausprobiert. Die eine war mir zu groß, da kam ich wegen der Ängste nicht mit klar. habe mich nicht aus dem Zimmer mehr getraut ect. Und die andere war auch nicht so super.
Habe jetzt eine für mich gefunden. Die mich gut behandelt hatten und mir sehr weitergeholfen hatten. War da jetzt auch schon ein paar mal und bis jetzt war es die beste Klinik, wo ich war. Einfach weil die sich Verhaltenstherapeutisch da gut auskennen und auch gute Therapie anbieten und recht menschlich sind. Und einen nicht von oben herab behandelten. das waren meine Erfahrungen mit Kliniken.

Okay, das ist aber gut, das sie es versucht zu verstehen. Sie scheint sich dann ja auch Mühe zu geben. Aber ich denke kaum das du sie überforderst. Oder hat sie dir das schon mal gesagt? Vielleicht fragst du sie mal nach, wenn du das gefühl das nächste mal hast, das du es machen könntest. Dann vergewisserst du dich und merkst wahrscheinlich das sie sich nicht überfordert fühlt!
Es ist gut, das du dich versuchst mit ihr immer einmal pro Woche zu treffen!

Es führten viele Faktoren dazu, zu meiner sozialen Phobie und zu den anderen Erkrankungen die ich so habe. Schreibe dir das aber lieber per pn.

@sub,

da hast du ja auch einiges an Therapie so durch.
Aber es freut mich zu hören das dir die Therapie(tiefenpsychologisch) so geholfen hat. Ja, vieles kommt ja aus der Kindheit oder manchmal ist es wichtig sich das auch anzuschauen, ist bei mir auch so. Und es ist schön das es dir da schon besser geht.

Das hört sich ja auch an, als wenn du da manchmal ein wenig einsam bist. Aber gut das du noch einen Freund hast.
Hast du dir schon mal überlegt, irgendwie in einen Sportverein zu gehen oder irgendwas was dir spaß macht, also Hobby nachzugehen? manchmal kann man da auch Menschen kennen lernen. Also natürlich nur wenn du es dir trauen würdest...


das stimmt, manche Menschen wissen gar nicht was es bedeutet Ängste zu haben!

Ich mache Verhaltenstherapie. Als Medikament habe ich Saroten und als Notfallmedikament nehme ich Proneurin(auch bekannt unter Atosil).
Mir helfen die Medis und auch die Therapie.

Mit lieben Grüßen,
Delphin

21.06.2014 14:11 • #5


ich war zweimal vollstationär in Kliniken, aber einmal nur 3 Tage, weil ich es dort nicht ausgehalten habe. War so eine typische Psychiatriestaion, wie man es aus Filmen kennt, kalte Flure, total durchgeknallte, unfreundliches Personal...
Das andere Mal war ich auf einer Psychotherapiestation. Das hat mir sehr gut getan. Selbst das Pflegepersonal hat mir ganz viel Hoffnung gemacht und ich konnte viel reden, die Mitpatienten waren auch alle super. Ein Pfleger hat mir damals mal vollen Ernstes ins Gesicht gesagt: "Es wird Ihnen wieder besser gehen!" Ich war mir damals nicht ganz sicher, ob das sein Standartspruch ist oder ob er es ernst meinte. Aber...er hat Recht behalten. Optimismus ist sowieso das wichtigste.

Dann war ich noch zweimal in einer Tagesklinik, was auch etwas Verbesserung brachte. Aber wirklich geholfen hat eben die Psychotherapie, auch weil man nicht aus seinem normalen Alltag raus gerissen ist und die neuesten "Erkentnise" auch gleich anwenden kann.

Medis nehme ich jetzt nur noch Trimipramin und das möchte ich auch reduzieren, weil ich nicht das Gefühl habe, dass es mir viel bringt. Ansonsten hab ich unglaublich viel an Neuroleptika und ADs durch, das kann ich hier gar nicht alles aufzählen.

Ein bisschen einsam bin ich schon manchmal. Ich hab schon probiert in irgendwelche Gruppen rein zu kommen, aber ich glaube ich bin über die Jahre der Reflektion auch ein bisschen eigen geworden. Ich interessiere mich auch einfach nicht für Apps, die neuesten Internet-Hypes, lustige Videos auf Youtube oder Bioessen. Dazu kommt, dass ich etwas an mir zu scheinen habe, was Leute misstrauisch werden lässt. Ich werde ausgegrenzt und abgelehnt ohne das die Leute mich überhaupt kennen würden. Letztens meinte jemand zu mir, das würde daran liegen, dass ich zu nett wirke Hä? Wer ist hier krank? Gute Nacht!

Grüße, sub

23.06.2014 01:07 • #6


Hallo,

@sub,

das kann ich verstehen, das du es dort dann nicht ausgehalten hast. Ich finde, man muss sich in Kliniken auch wohlfühlen dürfen. Gut manchmal geht es nicht anders als eine Psychiatrie aufzusuchen, aber wenn man die Möglichkeit hat sollte man sich wohlfühlen dürfen!

Das ist klasse, das dir die andere Station besser gefallen hat und besser getan hat. Ich glaube, der hat es dann nicht nur so als Standartspruch gesagt. Klar haben die solche Sprüche denen sie dann ihren Patienten sagen, aber ich denke das war ein Satz den er dann ehrlich meinte. Und es stimmte ja auch!

Da hast du Recht, man wird da nicht aus dem Alltag rausgerissen und kann es gleich im Alltag ausprobieren. Aber leider kam ich in den letzten Jahren häufig an den Punkt wo es nicht mehr ging und da musste ne Klinik her. Anders wäre ich untergegangen.

Das ist schon erschreckend, das viele hier im Forum das schreiben, dass sie viele Antidepressivum ect. schon durchhaben und ausprobiert haben. Das ist ja auch nicht einfach das richtige dann zu finden, da hatte ich ja wohl echt Glück mit diesem Medikament.

In was für Gruppen hast du versucht reinzukommen? Meinst du so Selbsthilfegruppen? ich war mal richtig in einer für Soziale Phobie drinne. Meinst du so etwas?
Das ist wirklich gut und hilft ja auch meistens.

Meinst du echt das du ausgegrenzt wirst oder hast du mehr das gefühl das du ausgegrenzt wirst? Denn das gefühl, das andere einen ausgrenzen ist ja bei der sozialen Phobie auch manchmal vorhanden oder das andere schlecht über einen denken könnten ect.
Okay, was dir da gesagt wurden ist, ist natürlich ein komischer Satz. Ich glaube, der scheint auch nicht ganz so normal gewesen zu sein

Mit lieben Grüßen,
Delphin

23.06.2014 10:10 • #7


MalaJocelyn
So...oh man...da bin ich einmal nicht schnell genug und schon ist so viel Text da xD
Also wo fang ich an...? ^^

@Delphin2

Zum Thema Klink:
Ich kann was Kliniken angeht nur von Erfahrungen in Jugendpsychatrien berichten - da ich 14 war als ich in die erste kam und 16, als ich in die zweite kam Und ich denke bei Jugendlichen wird immer durchgemischt außer natürlich es ist eine ganze spezielle Klinik für eine Erkrankungsart.
Für mich war es jedesmal Horror. Da man ja minderjährig war, sind die Betreuer ganz schön hart mit einem umgegangen und man wurde ständig unter Druck gesetzt, hauptsächlich wenn es ums Thema Schule ging, mit Drohungen wie: 'wenn du das nicht machst, Sorgen wir mit Hilfe des Jugendamts dafür dass du von Zuhause weg musst' oder als ich mal Hilfe bei der leitenden Ärztin gesucht hatte, da ich zudem Zeitpunkt starke Selbstmordgedanken hatte kam der tolle Spruch 'dann solltest du schauen dass es besser wird oder du kommst in die Geschlossene'...und das war's, danke auch -.- Zudem wurde ich von Mitpatienten gemobbt und keiner hielt es für nötig mir zu helfen (obwohl ich die Betreuer ausdrücklich darum gebeten habe!) - erst als dann gewisse Personen nach Ende ihrer Behandlungszeit gingen und nettere kamen, wurde es erträglich.
Das krasseste war, das manche Betreuer mit den Mobberpatienten befreundet waren und dann teilweise gemeinsam auf dich los sind....-.-
Ich bin froh dass ich jetzt endlich 18 bin....

Zum Thema Therapien:
Eine Spieltherapie ist für kleine Kinder oder eben wie ich damals, Kinder im Grundschulalter gedacht; die Therapeutin spielt mit dir Spiele und versucht so eben spielerisch an die Themen zu kommen die dich bedrücken, da man sich in dem Alter ja noch nicht wirklich ausdrücken kann, oft werden dann auch Situationen mit in das Spiel miteinbezogen...

So eine Hypnosetherapie ist ganz anders wie sich das alle immer vorstellen 1. bist du bei der Hypnose bei vollem Bewusstsein - du bekommst alles mit, kannst jederzeit abbrechen, du bist einfach nur in einer Entspannungsphase die es der Therapeutin möglich macht mit deinem Unterbewusstsein zu kommunizieren. 2. Vor der Hypnose reden wir erst mal; darüber wie meine letzten Wochen waren, wie es mir geht, was für Wünsche und Ziele ich für die heutige Sitzung habe und dann geht's erst zur Hypnose Und du kannst mich gerne jederzeit fragen falls du was wissen willst - keine Frage ist blöd

Zu deinen Klinikaufenthalten:
Du warst ja wirklich schon in einigen Kliniken o.o Und was du da teilweise für furchtbare Erfahrungen gemacht hast finde ich echt erschreckend....es ist allgemein erschreckend wie viele schlechte Kliniken und Ärzte es gibt....ganz zu schweigen von den Betreuern...die sind teilweise echt asozial (so meine Erfahrung).
Aber es freut mich total dass du jetzt eine so gute für dich gefunden hast Ich hoffe sie wird dir auch in Zukunft gut helfen

Zum Thema meine beste Freundin:
Da muss ich jetzt einfach auch mal sagen, ich möchte das gar nicht. Die Angst hat sich in so vielen Bereichen meines Lebens breit gemacht da möchte ich wenigstens bei meiner besten Freundin einmal nicht die Angst als Thema haben. Wenn's mir schlecht geht dann sag ich ihr das, aber nicht detailiert und dann bietet sie mir ihre Hilfe im Sinne von Ablenkung an und das reicht vollkommen. Sie hat auch wirklich keinen Bezug zu so was weil sie eine total mutige ist, sie kennt das Wort Angst gar nicht haha - deswegen ist es gut so wie es ist

@sub1

Zu deinem letzten Abschnitt kann ich nur sagen: Ich kenn das nur allzu gut! Ich habe das auch schon oft erlebt, dass ich eben mit Freundlichkeit auf die Leute zu bin aber trotzdem ausgegrenzt wurde....ich denke aber das liegt nicht an der Freundlichkeit sondern an dem eigenen Auftreten, wie sicher man auf Andere wirkt. Ein äußerlich 'schwach'-wirkender Mensch wird halt eher ausgegrenzt als jemand der voller Selbstbewusstsein auf die Leute zumarschiert und vor dem du schon Respekt hast nur wenn du ihn ansiehst So ist es leider...wie in der Tierwelt .__.
Ich denke mir oft genug dass nicht ich in Behandlung müsste sondern der Rest der Menschheit xD

23.06.2014 19:58 • #8


MalaJocelyn
Hey ihr Lieben <3
Ich muss hier nur ganz kurz was loswerden was mich wahnsinnig stolz macht & ich hoffe ich kann euch damit auch ein Stück weit motivieren/begeistern
Heute wird meine beste Freundin zu besuch kommen & auch über Nacht bleiben - das war zwar schon länger ausgemacht aber ich habe mir immer wieder gedacht: das pack ich eh nicht, ich sag ab' - aber ich hab durchgehalten & habe NICHT abgesagt - heute Nachmittag kommt sie & meine Angst versucht schon fleißig mich fertig zu machen aber diesmal lass ich mich nicht unterkriegen! Ich hab der Angst gesagt sie kann mich gern so viel mit negativen Gefühlen & körperlichen Beschwerden bombardieren wie sie will - mir total egal, ich werde heute das tun was ICH will!
& es kommt noch besser: ich habe ganz spontan einer alten Freundin von mir, die ich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe für Donnerstag zugesagt, das wir uns zusammen das Fußballspiel bei mir daheim anschauen - ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie viel Überwindung mich das gekostet hat & es auch immer noch tut - aber auch hier werde ich standhaft bleiben!
Ich sag mir einfach das extreme Herzrasen zeigt mir dass ich am leben bin & das ist gut so!
So...das wollte ich nur mal loswerden - falls das Interesse besteht, werde ich euch natürlich auch berichten wie es gelaufen ist

24.06.2014 11:12 • #9


Hallo MalaJocelyn,

erst einmal zu dem neusten was du berichtet hast: Das ist echt super!

Wie klappte die Übernachtung deiner Freundin, war es gut das sie da war? Wie ging es mit deiner Angst? Wurde sie im Laufe des treffens weniger?

Und auch das mit morgen ist klasse. genau, nicht absagen schön bei dem Treffen bleiben! Wann kommt sie denn, schon nachmittags oder genau zum Fußballspiel um kurz vor sechs?

Ja, da hast du Recht bei Jugendkliniken ist es immer durchmischt die Erkrankungen, außer man hat eine spezielle Klinik sich rausgesucht. Ich hatte in der Jugendklinik damals auch alle krankheiten auf meiner Station. Was geteilt war, war nur das die geschlechter getrennt waren, also es waren nur Mädels auf meiner Station. Aber sonst alle psychischen krankheiten.

ich finde es hart wie die mit dir umgegangen sind. das war bei mir noch ein deut besser. Die waren einfühlsam und haben mit einem auch geredet und nicht sofort gedroht oder so. Doch einmal als ich wegen Heimweh nur noch geweint hatte und mich total abgekapselt hatte, hieß es das ich am wochenende keinen besuch bekommen kann, wenn ich das weiter so mach, ich bekomme nur besuch wenn ich jetzt mit am Stationsleben teilnehme und mit mache. Ja, das war das einzigste mal wo mir sozusagen "gedroht" wurde. Sonst haben die mehr verusucht es mit gesprächen hinzubekommen und mit reden.

Wie und die haben nichts gemacht als du gemobbt worden bist , geht ja gar nicht!
ja, mit 18 hat man da doch in Kliniken mehr Freiheiten. Oder auch überhaupt mehr Freiheiten im Leben.

Okay, danke für deine Erklärung. Jetzt weiß ich was Spieltherapie ist. Aber das ist gut, das du damals schon so eine Therapie bekommen hast. da haben deine Eltern ja früh reagiert und versucht dir zu helfen.

Auch danke für deine Erklärung was die Hypnosetherapie ist. Hast du das jede Woche oder alle 2 Wochen oder wie häufig?
Seit wann machst du die Therapie, also diese Art der Therapie?

Mit lieben Grüßen,
Delphin

25.06.2014 15:34 • #10


Zitat von Delphin2:
Meinst du echt das du ausgegrenzt wirst oder hast du mehr das gefühl das du ausgegrenzt wirst? Denn das gefühl, das andere einen ausgrenzen ist ja bei der sozialen Phobie auch manchmal vorhanden

das spielt bei mir auf jeden Fall auch eine Rolle, allerdings glaube ich inzwischen ,zumindest im Nachhinein, wenn ich noch mal drüber nachdenke, echte Ausgrenzung von meiner gefühlten Ausgrenzung, unterscheiden zu können.
Das ist so ein Kinoclub, innerhalb eines selbstverwalteten Stadteilladens.

Zitat von MalaJocelyn:
ich denke aber das liegt nicht an der Freundlichkeit sondern an dem eigenen Auftreten, wie sicher man auf Andere wirkt. Ein äußerlich 'schwach'-wirkender Mensch wird halt eher ausgegrenzt als jemand der voller Selbstbewusstsein auf die Leute zumarschiert und vor dem du schon Respekt hast nur wenn du ihn ansiehst

Das stimmt. Ich glaube die eigene Unsicherheit verunsichert auch manchmal andere und dann wenden sie sich schneller ab. Aber was soll man machen. Man kann seine Angst vielleicht überwinden, aber die Unsicherheit abschalten kann man eben nicht.

Zu den Kliniken:
Erschreckend wie psychische Erkrankungen sogar in der Psychiatrie scheinbar immer noch nur als abweichendes Verhalten behandelt werden, was "normalisiert" werden muss. Und das sogar bei Kindern/Jugendlichen. Als wenn die meisten Betroffenen nicht schon genügend psychische Gewalt abbekommen hätten.

@MalaJocelyn
toll, dass deine Freundin zu Besuch war und du nicht abgesagt hast, darauf kannst du wirklich stolz sein!
Wie ist es denn gelaufen?

Grüße, Sub

26.06.2014 09:54 • #11


Erstmal ganz viel Kraft an euch und ihr packt das <3

Ich persönlich habe das im Anfangsstadium.. Ich kenne auch die Gründe dafür.. Es liegt bei mir z.B. an meiner Kindheit.. Minderwertigkeitskomplexe die dadurch enstanden sind und eine gewisse Selbstzerstörung ( Es gab momente da war es so schlimm, dass ich absichtlich einen Menschen den ich über alles Liebe verletzt habe, damit ich zurückverletzt werde. Daraufhin war ich so leer und panisch, dass ich es gleichzeitig als gerecht empfunden habe. Dieses Gefühl hat mir gezeigt, dass mir endlich das passiert was ich verdiene. Was mir damals sehr geholfen hat, war reden und Verständnis. Einige werden sicherlich denken: Was ist die für ein schrecklicher Mensch. Aber so ist es eigentlich nicht. Das meiste habe ich in mich reingefressen udn mich selbst kaputt gemacht, nur ganz selten ist das passiert. Momentan ist es noch nicht pberwunden und es kommt auch manchmal hoch, aber ich kämpfe dagegen an. Vorallem weil ICH glücklich sein will. Und bei dem ganzen wurde mir eines klar. Der einzigen Person der ich am meisten wehtue ist MIR. Und so sehr wehgetan habe ich noch niemandem).

Die soziale Phobie habe ich entdeckt, und auch mein Freund als wir in der Stadt waren. Ich wähle immer extra Umwege um möglichst wenige Meschen zu sehen. Durch Menschenmengen hasse ich es zu laufen, ich habe das Gefühl, dass sie mich ansehen und Urteilen. FÜr mich ist das sehr unangenehm, ein bedrückendes Gefühl. Meine Mutter versteht das nicht, manchmal verspüre ich sogar das Gefühl zu weinen. Es ist extrem komisch, und ich verstehe es auch nicht wirklich. Aber da ich mich selbst nicht wirklich wertschätze und manchmal ein Problem mit mir habe, mich sogar nicht mag, habe ich Angst dass die Menschen das genauso von mir denken und weiche ihnen aus. Ich habe als Kind gestottert, meine Lehrerin wollte mich deswegen nicht in die zweite Klasse lassen und hat mir im Unterricht immer vermittelt dass ich nichts kann. Daraufhin musste ich zu vielen Therapeuten. Diese haben zu meiner Mutter gesagt, dass diese Frau vollkommen spinnt. Er meinte als Kind will man sehr viel mitteilen, und daher verstärkt sich das stottern. Durch diese Frau habe ich aber begonnen immer ruhiger zu werden, mich nicht mehr zu melden, weil ich mich geschämt habe. Heutzutage kann ich den sprechfehler unterdrücken und hab ihn nur noch ganz selten. In der 11 Klasse habe ich von einer Lehrerin gesagt bekommen, dass ich das Abi niemals schaffen werde. Auch nicht mit einem Schulwechsel. Ich habe diese Schule gewechselt und tadaaa ich habe es doch geschafft. Trotzdem trau ich mir wenig zu, denke dass ich dümmer bin als andere Menschen. Dasas Problem was entstand ist, ich habe Angst in Läden zu sprechen, oder fremde Menschen anzusprechen, in Kliniken, beim Frauenarzt.. überall.. Meine Stimme wird leiser.. Daher auch das fehlende Selbstbewusstsein. Das sind lauter kleine Dinge, die mir im sozialen Umfeld Angst machen. Mir wird ganz heiß und ich will nurnoch weg.

Ich fühle mich nicht gut genug. Daher die Blockade. Ich bin übrigens 19 Jahre und helfe mir durch Sport, Natur, Meditationen um ruhiger zu werden und zu entspannen und auch durch Übungen um mich wieder lieben zu lernen. Zu einem Therapeuten habe ich es noch nie geschafft. Ich kann auch darüber nur mit einer Person reden. Ich habe öfter versucht mit meinen Eltern darüber zu reden, aber es kommt eher Verständnislosigkeit oder sowas wie "Du übertreibst wieder". Ich habe viele schlimme Ereignisse bis jetzt erlebt. Ich habe mir immer eingeredet, dass ich das alles iwie packe. Aber alle Ereignisse haben sich in meinem Inneren doch eingebrannt und haben Spuren hinterlassen. -Tod, Selbstmord, Dro., Depressionen, Handgreiflichkeiten, Krankheit, Drohungen, Hass, Hilflosigkeit-

Dennoch bin ich "nich" keine gebrochene Person. Ich liebe das Leben und schätze die kleinen Momente. Ich merke nur, dass es mich nicht loslässt und mit jedem Tag stärker wird. Dieses Gefühl im Inneren, wo man doch plötzlich merkt, dass man gebranntmarkt ist von der Vergangenheit. Deswegen versuche ich jetzt auf den Grund meiner Probleme zu gehen und zu kämpfen.

26.06.2014 15:51 • x 1 #12


Hallo,

@sub,

okay, das ist gut, wenn du im nachhinein das Unterscheiden kannst und weißt das es echte Ausgrenzung war. Also du es unterscheiden kannst. Mir fällt das häufig noch manchmal schwer, darum hatte ich dich das nur gefragt.
Okay, also ein Club. Die kennen sich ja auch nicht so aus mit Unsicherheiten und wie schon hier geschrieben wurde, vielleicht warst du da echt leicht Unischer und das hat manche dann auch verunsichert. Oder so..
Vielleicht wäre da auch sonst eine Selbsthilfegruppe das richtige...mir hat das damals geholfen soziale Kontakte mehr in mein Leben reinzulassen.

Das stimmt, man kann nicht einfach seine Unsicherheit ausschalten. Seinen Ängsten kann man sich zwar stellen, aber nicht einfach um 180 Grad drehen und das die Unsicherheit dadurch weg ist. Die gehört ja noch zu uns.

da hast du Recht, es ist erschreckend, wenn man sich überlegt, das man schon genug schlimmes erlebt hat, und dann wir einem noch in Kliniken Druck angewendet und das die Jugendlichen normal dann funktionieren sollen. ich bin froh das es so bei mir nur einmal gesagt worden ist, aber bei MalaJocelyn war das ja echt heftig in der Klinik.

@1001Nacht,

habe mir hier gerade deine Zeilen durchgelesen. Du schreibst echt gut und kannst dich gut ausdrücken

Ja, bei vielen ist es bestimmt schon in der Kindheit angefangen. Das ist ja auch nicht schön, wie deine Lehrerin da mit dir umgegangen ist. hat die das vor der ganzen Klasse mit dir gemacht, also dich bloßgestellt? Klar, das man sich da erst mal so nichts mehr traut zu sagen, das ist so verständlich. Und das sich das ein Mensch merkt und nicht mehr so loswird auch ganz verständlich.

Das kenne ich auch, mir wird dann auch schnell heiß. Ich hoffe dann immer das es nicht bemerkt wird und habe da schon die nächste Angstwelle, da ich dann nämlich Angst habe es könnte gesehen werden und ich werde deshalb blöde angemacht oder angeschaut ect.
Schlimm sind Situationen wo man was sagen muss oder an Kassen beim Einkaufen oder so was.

Das ist gut, das du mit Entspannungen es versuchst dich ruhiger zu bekommen. Was für Entspannungsübungen machst du da so?
Wolltest du nie zu einem Therapeuten oder traust du dich da nicht hin?

Das sind keine schönen Sätze die einen dann helfen. Ich glaube, vielfach sagen das Menschen weil sie damit manchmal überfordert sind und deshalb sagen die das ist alles nur halb so schlimm oder das man übertreibt oder so was. Aber es ist natürlich nicht toll das zu hören. Sind deine Eltern eher der mutigere Typ von Mensch oder haben die auch Ängste in irgendwelchen Bereichen? Wie denken die denn allgemein über psychische Krankheiten? Vielleicht zeigst du denen mal so Bücher wo über die sozialphobie was drin steht oder im internet etwas wo darüber gut geschrieben wird. dann sehen die das es sowas auch gibt und es wichtig ist, das diese Menschen auch Angehörige haben, die einen verstehen und ernst nehmen.

Das ist gut und man merkt richtig das du kämpfen willst! Weiter so und du schaffst das auch!

Mit lieben Grüßen,
Delphin

26.06.2014 21:45 • #13


Danke Delphin2 <3

Ja damals war es schon so, dass die Lehrerin stark differenziert hat. Es gab gewisse Klassenlieblinge die alles perfekt konnten. Ich hatte immer das Gefühl, dass sie mich ungern drangenommen hat. Wenn man dann als Kind zum Therapeuten muss denkt man sich auch wie sonderbar man ist. So nach dem Motto: Komisch, kann nichts, peinlich.

Als Übungen mache ich meistens Achtsamkeitsübungen. Die helfen mir dabei, dass ich alles drumherum ausschalte. Oft ist es so, dass ich den kompletten Tag an Dingen (meistens aus der Vergangenheit) denke, die mich auffressen udn traurig machen. Oder ich will einfach nur weinen. Dann mach ich solche Übungen um meine Gedanken still zu bekommen, um einfach gezielt an etwas anderes zu denken. Seinen Fokus zu lenken. Ich bin momentan am ausprobieren, dass ohne Hilfe hinzubekommen. Momentan mache ich keine stillen Meditationen, sondern höre Menschen zu (meist im Internet), die diese leiten. So ist es am Anfang viel leichter seine Gedanken auszutauschen durch andere.

Meine Mutter hatte in meiner Kindheit selbst starke und schlimme Depressionen. Ich habe auch oft ihre flache Hand abbekommen, wurde angeschrien, oder sie hat Türen eingetreten, Tische umgeworfen usw... Sie hat sie heute auch noch, zuletzt so stark waren sie dieses Jahr im Januar, als mein Vater fast gestorben wäre und ins Krankenhaus kam. Er hatte Probleme mit Alk. und auch Körperlich. Und bei uns ist es so, dass wir uns nicht zu sehr ernstnehmen(In form von.. überteibs nicht.. es gibt menschen denen geht es viel schlimmer.. nimm dich nicht zu ernst). Anders kann ich es iwie nicht erklären, und ich kann meine Mutter nicht damit belasten, weil sie ziemlich schnell ausflippt. Sie war früher mal in Behandlung bis es aufgehört hat und dann kam es auf einem Schlag zurück.. In den Phasen schlägt sie sich sogar selbst und wird unkontrollierbar.. Aber sie ist auf der anderen Seite ein sehr lieber Mensch und macht alles für einen.. wirklich alles ..Dann war es wieder so schlimm, als sie herausfand, dass ich einen Freund habe, dass sie mir vorgeworfen hat ich wäre eine *beep* mir sogar an den Bahnhof gefolgt ist und mich dort vor den ganzen Menschen angeschrien hat und meinte die Leute lästern schon über mich.. Und momentan habe ich sogar eine eigene Wohnung und bin oft das ganze Wochenende bei ihm oder andersrum.. Sie mag ihn sogar richtig.. aber der Prozess hat lange gedauert und ich habe sehr gelitten..

Bei mir ist es auch eher schleichend passiert.. Es ist einfach so, dass Kinder immer etwas davontragen.. Alleine dieses Jahr habe ich mit meiner Tante und meinem Vater ernste Gespräche geführt, weil sie beide mit ihrem Leben mehr oder weniger abgeschlossen haben..Mein Onkel hat sich dann vor 4 Jahren umgebracht... Es ist nicht so, dass ich nie darüber nachgedacht habe in Behandlung zu gehen, aber bis vor drei Jahren war es auch noch nicht so schlimm.. Ich bin auch nicht wirklich selbstbewusst und denke mir oft, dass ich mich nicht allzu ernstnehmen soll.. wer bin ich schon besonderes.. so nach dem Motto..

Auch außenstehende sehen es mir nicht an, weil ich nichts an mich ranlasse.. Nur mein Freund merkt es an gewissen kleinen Verhlatensweisen.. aber auch nur wenn es mir so schlecht geht, dass ich es rauslasse..

Ich denke mir oft, dass ich in Behandlung gehen sollte.. Dann denke ich mir wieder lieber nicht vll. bereust dus und so weiter.. Wenn es mir sehr schlecht geht denke ich das oft.. Dann wenn es mir wieder besser geht schwindet dieser Gedanke.. Ein hin und her... Ich habe nicht nur diese soziale Phobie.. Es sind viele Dinge die sich aus erlebtem entwickelt haben... Bei vielem erkenne ich auch die Ursachen selbst...

So würde mir jeder sagen gehe in Behandlung..

Die Menschen die mich tagtäglich sehen würden mich schief anschauen..

Ich tue damit auch "fast" keinem Menschen weh außer mir selbst.

26.06.2014 23:30 • #14


@MalaJocelyn, @Delphin2 und @Sub1 ich habe mir mal durchgelesen was ihr schon alles durchgemacht habt.. Von Klinik zu Klinik und vorallem auch schon mit Medikamenten..

Von meiner Seite erstmal großen Respekt, dass ihr das so durchgestanden habt. Für mich ist das echt bewundernswert. Wie genau kamt ihr an diesen Punkt, wo es absolut nicht mehr ging? Ist es eher ein schleichender Prozess, oder kommt es schlagartig?
Bei mir z.B. merke ich schleichend, dass es mir immer schlechter geht, aber es war noch nie so, dass ich absolut zusammengebrochen bin und so am Ende war dass ich eine Klinik aufgesucht hätte..

Ich vermute aber, dass es sich immer mehr aufstauen wird, wenn ich nichts tue.

Und bei dem Thema Freundschaften ist es bei mir auch so, dass viele langsam dahinschwinden. Auch schleichend. Zuerst habe ich immer mir die Schuld in die Schuhe geschoben, aber so ist es nicht. Bei näherem hinschauen stelle ich auch fest, dass diese Personen genausowenig perfekt waren. Die wichtigste Freundschaft ging in die Brüche, weil oft reden gefehlt hat, um probleme aus dem Weg zu schaffen. Irgendwann ging es mir Abends so schlecht, dass ich dieser Freundin gesagt habe, dass es mir total weh tut dass wir so wenig machen und sie sich nie meldet. Sie hatte das total falsch aufgenommen und hat keine Fehler erkannt. Dann war Funkstille. Iwann bin ich auf sie zu und meinte zu ihr lassen wir das hinter uns.. Ich hab Fehler gemacht und du auch (ich wollte alles hinter mir lassen und habe mir auch selbst Fehler eingestanden).. das Leben ist zu kurz für sowas..und da ging es etwas bergauf, aber sie meinte zu mir dass sie das von damals nicht vergessen hat und wir darüber nochmal reden und sie sich keinem Fehler bewusst ist.. Ich hatte sie dann eingeladen und oft Abends mitgenommen.. habe immer an sie gedacht.. Aber sie hatte mich wieder nie gefragt und öfters bin ich ihr Abends in der Stadt begegnet (ich war alleine, sie war mit Freunden weg die ich auch kannte.. haben früher viel gemacht) und hatte mich nichteinmal gefragt.. Natürlich war ich da traurig und dachte mir natoll.. und seitdem bricht es langsam zusammen..

27.06.2014 00:04 • #15


Hallo,

@1001Nacht,

ja wenn Lehrer Lieblinge haben, ist das bitter es zu spüren. Wie lange warst du denn als Kind beim Therapeuten? hat es dir früher gut getan? Also geholfen?

Das ist gut, das du die Übungen machst. Ich denke, jeder muss auch für sich Übungen finden die zu einem passen. Und klar hilft gerade am Anfang gezielte Anleitung und wie man sich anleiten lässt ist denke ich auch unterschiedlich und muss zu einem passen!

Oh Mann, da hast du auch keine leichte Kindheit gehabt. Das tut mir alles Leid, was dir da passiert ist, aber gut das du hier drüber reden kannst !
Da habt ihr ja in der Familie einiges schon durch und auch mit deiner Mutter schien es keine einfache Kindheit gewesen zu sein. Hat dich dein Vater dort unterstützt? Also konntest du dich an ihm wenden, wenn deine Mutter dir gegenüber handgreiflich geworden ist oder sie dich angeschrien hat und du mal drüber reden musstest oder Trost brauchtest?
Ist deine Mutter noch in Therapie oder versucht sie gerade alleine ihr Leben zu meistern?

Es ist bestimmt auch gut, das du da raus bist. So kannst du dich auf dich konzentrieren und bekommst es zu Hause mit deiner Mutter nicht alles so mit, wenn es ihr mal wieder schlechter geht.

ich denke, es geschieht häufig eher schleichend bzw. meistens. Die Seele muss da ja auch mit einiges fertig werden und wenn sie dann irgendwann zu viel erlebt hat oder nicht mehr es alleine regulieren für sich kann und nicht mehr weiß wohin damit, fängt sie an sich zu melden. Was ja auch gut ist, denn die gefühle wollen ja gesehen werden.

Und du bist was besonderes!
Klar, musst du es für dich entscheiden ob du ne Therapie brauchst oder nicht. Aber wenn es weiter bergab gehen würde, dann wäre es bestimmt besser. Oder wenn du merken würdest, das es nicht mehr so weiter läuft und du viel dadurch vermeidest. Und die Menschen die um dich herum sind, würden es verstehen können. Also bestimmt dein Freund, oder?

Ich kam damals in Therapie, als meine Eltern sagten das geht so nicht mehr und auch mir das mein Kinder-Jugenarzt damals das sagte. Und ich irgendwie selbst merkte ich brauche Hilfe. Es war bei mir schleichend würde es sagen.....

Das es mit deinen Freundschaften auch nicht so klappt ist ja häufig so bei Ängsten. hast du denn nur die eine Freundin, mit der es nicht so klappt, also über die du hier geschrieben hast, oder auch noch andere Freunde? Unternimmst du manchmal auch noch was mit denen oder ziehst du dich da eher zurück?

Mit lieben Grüßen,
Delphin

27.06.2014 12:57 • #16


MalaJocelyn
@1001Nacht

Herzlich Willkommen und vielen Dank für deine lieben Worte <3
Du kannst dich wirklich wunderbar verbal ausdrücken *-*

Ich werde hier allerdings nicht mehr so viel schreiben und mehr 'zusehen' Ich habe das gesagt was für mich öffentlich okay ist, alles andere würde ich dann lieber per PN schreiben

Liebe Grüße an Alle ^-^

27.06.2014 18:03 • x 1 #17

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Hallo MalaJocelyn,

das ist für uns alle auch so okay. Du entscheidest wie du das hier handhabst, und wenn du gerade sagst das du nicht mehr öffentlich sagen möchtest, dann ist es okay.
Wir freuen uns auch wenn du per pn mit uns schreibst und Kontakt dort mit uns drüber hast !

Mit lieben Grüßen,
Delphin

27.06.2014 22:37 • x 1 #18


MalaJocelyn
Hallo ihr Lieben!

Ich habe wieder eine Erfolgsnachricht zu vermelden Ich kann noch immer kaum glauben dass ich es wirklich getan habe ^-^

Heute Abend (also eigentlich gestern, ist ja schon nach Mitternacht ^^) hat mich die eine Freundin die ich am Donnerstag getroffen hatte um 18 Uhr angeschrieben & gefragt ob sie spontan mit ihrem Freund zum Fußballschauen vorbei kommen könnte. Mein erster Gedanke: 'in 4 Stunden Besuch empfangen? so spontan? nie und nimmer!' dazu muss man wissen dass ich normalerweise schon mind. 3 TAGE vorher wissen muss wenn ich eine Verabredung habe um mich irgendwie 'seelisch' drauf einstellen zu können. Aber dann....ich hab keine Ahnung woher diese enorme Portion Mut kam habe ich einfach ganz SPONTAN zugesagt, mich in windeseile fertig gemacht (wozu ich sonst Stunden brauche - und sah trotzdem gut aus xD) und habe die beiden dann um 22 Uhr empfangen. Es war ein super Abend - vor 10 Minuten sind sie gefahren und ich bin jetzt einfach nur unglaublich stolz auf mich
Ach und ich muss noch dazu sagen dass es mir heute sehr schlecht ging...und trotz allem hab ich mich das getraut....ich könnte platzen vor Stolz

Heute hab ich mal wieder der Angst gezeigt wo's lang geht und nicht andersrum

Danke für's lesen und euch allen noch eine wunderbare Nacht

01.07.2014 01:08 • #19


Ja, manchmal hilft Spontanität dabei, der Angst einfach keinen Raum zu geben

10.07.2014 14:47 • #20



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