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Daysleeper

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Hallo,

Ich möchte mich kurzvorstellen und euch meine Geschichte erzählen.
Ich bin jetzt 34 Jahre alt und habe mein Leben auf Grund meiner Ängste und Schüchternheit nicht im Griff. Und das nervt mich total und lässt mich immer mehr verzweifeln und resignieren.
Nun gut ich fang mal. Mittlweile weis ich das mir immer wieder meine Kindheit auf die Füße fällt. Ich wuchs in einer streng gläubigen Familie auf, bei den Zeugen Jehovas.
Somit musste ich viel Spott und Hohn in der Schule über Jahre erdulden. Ich musste predigen gehen obwohl ich mich dafür immer schämte und hoffte das mich keine schulkammeraden sehen, damit montags der Spott in der Schule nicht wieder von vorne los geht. Doch es war immer so. Ich musste jedes Wochenende in Schlipps und Kragen an die Türen klingeln gehen oder Fremde Menschen auf der Straße ansprechen. Angst und Scham waren dabei über Jahre mein ständiger Begleiter. Ich gehörte irgenwie nie richtig dazu, und war immer auf mich alleine gestellt. Mittlerweile weis ich das das so schlimm geworden ist das ich mir bis jetzt noch nicht traue Gefühle zu zeigen. Z. B. In der Öffentlichkeit laut zu lachen, liebe und Zuneigung meiner Partnerin öffentlich zu geben. Quasie schäme ich mich für mich selbst und meine Gefühle(zu deren entwicklung sage ich später noch was), aus Angst dafür verspottet zu werden.

Unsere familieren Verhältnisse waren nicht die besten. Meine Mutter war mit uns 4 Kindern überfordert, erkrankte psychisch stark, und wir erlebten einige peinliche Eskapden, enttäuschungen und entbährungen. Mir fehlte einfach Liebe um mich selbst zu entwickeln.
So nun zu meinen Gefühlen, ich traue mich nicht zu fühlen, keine Gefühle zu zeigen, empfinde nur selten welche, bzw. traue ich mir nicht selbst nach meinen Gefühlen zu handeln. Weil ich nie lernen konnte, auf grund der täglich vorherrschenden Angst, diese zu entdecken und zu lernen mit ihnen umzugehen, wie es in der Pupertät normaler weise der Fall ist.
Das fällt mir heute immer wieder auf die Füße, ich weis nicht was ich will im Leben, ich weis nicht, was ich soll. Somit ließ ich mich immer treiben im Leben, nahm immer das erst beste was ich bekommen konnte und entwickelte kein Selbstbewusstsein, keine Selbstfürsorgen. Ich tue nur das nötigste um irgemdwie halbwegs um die Runden zu kommen.
Ich habe aber keine lust mehr auf diese Tretmühle. Ich will da raus! Meine Frauen, hatten lange Gedult mit mir, nur irgendwann reichte es Ihnen auch mit mir, weil resigniert wie ich bin all meine Hoffnungen in sie setzte. Das geht natürlich auf dauer schief.
Ich habe mittlerweile 3 Krankenhausaufenthalte hinter mir
Nichts half mir dauerhaft, ausser das ich in den wochen des Aufenthalts etwas kraft schöpfen konnte. Um wieder angstvoll ins leben zu gehen. Ich habe einige Psychofarmaka ausprobiert, eine bis in eine richtig ekelige Dosis, die mich teilweise noch mehr sediert haben, wie es die Angst ohnehin schon mit mir gemacht hat. Das Problem, meines ersten psychatrieaufenthalts war, das ich nicht in der lage war, klar über meine Probleme zu sprechen, klar zu artikieren, weil ich wieder in Angst und peinlichkeit feststeckte, und auch nie gelernt habe zu mir selbst zu stehen, bzw. Mich bewusst wahr zu nehmen. Dadurch kam es meiner meinung zu einer fehldiagnose, ich nahm tabletten die mich habe regelrecht dumm werde lassen, starke neuroleptika. Meine sozialen Ängste gingen davon nicht weg. Ganz im Gegenteil, mein scham wurde noch größer, weil jetzt der Teufelskreis wieder griff, was denken die anderen jetzt von mir, wenn sie so auf mich treffen, halb sediert und verblödet von den tabletten, welche Frau würde sich noch für mich interessieren usw.

So, das ist grob umschrieben meine Geschichte in der ich nachwievor feststeckt.
Angst und Scham begleiten eine großen attraktiven Mann, der auf grund dessen sein Leben nicht im Griff hat.
Wie komme ich aus dieser verdammten Tretmühle raus? Ich will endlich leben und nicht funtionieren!?

26.03.2016 10:39 • 10.04.2016 #1


40 Antworten ↓


Daysleeper


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Entschuldigt bitte die Rechtschreibfehler. Mir geht es grad nicht gut...

26.03.2016 10:59 • #2


Till


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Hi, Daysleeper. Bitte nicht denken, dass alle, die dich hier besucht haben, kein Interesse an deinem Thema oder dir hätten. Es ist nur nicht gerade einfach, darauf zu antworten. - Ich versuch's trotzdem mal:
Als erstes möchte ich dir sagen, dass du mein ganzes Mitgefühl hast! Kaum zu glauben, was man dir alles zugemutet hat!
Gut finde ich, dass du dein Problem ziemlich genau beschreiben und einordnen kannst. Ich finde, damit hast du schon einen großen Schritt getan. Wenn du jetzt auch mit dem nächsten Schritt (Psychiatrie) auf die Nase gefallen bist, - nicht schlimm! Hauptsache, du stehst wieder auf und gehst den nächsten Schritt! Hast du schon mal eine ambulante oder stationäre Verhaltenstherapie versucht?

27.03.2016 12:09 • x 1 #3


HannaZ


Ich schließe mich dem Till an. Leider ist deine Situation sehr schwierig. Sicherlich ist es gar nicht einfach - durch deine Erziehung und dem ganzen Durchlebten im Eiltempo sein Leben mit all den Ängsten zu ändern. Krankenhausaufenthalte mit samt einer medikamentösen Therapie - ich weiß nicht - ich glaube, reden also eine gute Gesprächstherapie wäre in deinem Fall wohl besser. Nur leider sind gute Therapeuten auch nicht so leicht zu finden.
Ich weiß nicht, was du hier von dir preisgeben möchtest - aber vielleicht eine örtliche Angabe und vielleicht findest du hier ein paar gute Ratschläge für gute Therapeuten. Alles Gute für dich.

27.03.2016 12:24 • #4


Daisho

Daisho


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2267
Hallo Daysleeper,

weißt du denn was du nicht willst? Und dieses definitiv? Daraus ließe sich ein Ansatz entwickeln.

Grüße

27.03.2016 12:54 • #5


Daysleeper


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Zitat von Daishō:
Hallo Daysleeper,

weißt du denn was du nicht willst? Und dieses definitiv? Daraus ließe sich ein Ansatz entwickeln.

Grüße


Ja das weis ich. Ich möchte nicht mehr das angst vor bzw. Bei gesprächen habe. Das ich frei denken und ohne angst meine meinung vertreten kann.

27.03.2016 16:39 • #6


Daysleeper


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Zitat von HannaZ:
Ich schließe mich dem Till an. Leider ist deine Situation sehr schwierig. Sicherlich ist es gar nicht einfach - durch deine Erziehung und dem ganzen Durchlebten im Eiltempo sein Leben mit all den Ängsten zu ändern. Krankenhausaufenthalte mit samt einer medikamentösen Therapie - ich weiß nicht - ich glaube, reden also eine gute Gesprächstherapie wäre in deinem Fall wohl besser. Nur leider sind gute Therapeuten auch nicht so leicht zu finden.
Ich weiß nicht, was du hier von dir preisgeben möchtest - aber vielleicht eine örtliche Angabe und vielleicht findest du hier ein paar gute Ratschläge für gute Therapeuten. Alles Gute für dich.

Danke für deine Anteilnahme. Naja ich komme aus Dresden.

27.03.2016 16:41 • #7


HannaZ


Zitat von Daysleeper:
Zitat von HannaZ:
Ich schließe mich dem Till an. Leider ist deine Situation sehr schwierig. Sicherlich ist es gar nicht einfach - durch deine Erziehung und dem ganzen Durchlebten im Eiltempo sein Leben mit all den Ängsten zu ändern. Krankenhausaufenthalte mit samt einer medikamentösen Therapie - ich weiß nicht - ich glaube, reden also eine gute Gesprächstherapie wäre in deinem Fall wohl besser. Nur leider sind gute Therapeuten auch nicht so leicht zu finden.
Ich weiß nicht, was du hier von dir preisgeben möchtest - aber vielleicht eine örtliche Angabe und vielleicht findest du hier ein paar gute Ratschläge für gute Therapeuten. Alles Gute für dich.

Danke für deine Anteilnahme. Naja ich komme aus Dresden.



Die Zeugen Jehovas waren meines Wissens sozial und gesellschaftlich ausgegrenzt und isoliert zu DDR-Zeiten. Sie standen bis zum Ende der DDR unter Überwachung durch das MfS mit ständiger Furcht vor staatlicher Repression. Kinder und Jugendliche, waren in den Schulen absolute Außenseiter. Eine weiterführende Schule war unmöglich, da sie das dafür notwendige "gesellschaftliche know-how" nicht vorweisen konnten. Wie konntest du da in Schlips und Kragen von Tür zu Tür gehen? Meines Wissens war das zu DDR - Zeiten unmöglich, wurde verfolgt und bestraft.

27.03.2016 17:25 • #8


Daysleeper


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Zitat von HannaZ:
Zitat von Daysleeper:
Zitat von HannaZ:
Ich schließe mich dem Till an. Leider ist deine Situation sehr schwierig. Sicherlich ist es gar nicht einfach - durch deine Erziehung und dem ganzen Durchlebten im Eiltempo sein Leben mit all den Ängsten zu ändern. Krankenhausaufenthalte mit samt einer medikamentösen Therapie - ich weiß nicht - ich glaube, reden also eine gute Gesprächstherapie wäre in deinem Fall wohl besser. Nur leider sind gute Therapeuten auch nicht so leicht zu finden.
Ich weiß nicht, was du hier von dir preisgeben möchtest - aber vielleicht eine örtliche Angabe und vielleicht findest du hier ein paar gute Ratschläge für gute Therapeuten. Alles Gute für dich.

Danke für deine Anteilnahme. Naja ich komme aus Dresden.



Die Zeugen Jehovas waren meines Wissens sozial und gesellschaftlich ausgegrenzt und isoliert zu DDR-Zeiten. Sie standen bis zum Ende der DDR unter Überwachung durch das MfS mit ständiger Furcht vor staatlicher Repression. Kinder und Jugendliche, waren in den Schulen absolute Außenseiter. Eine weiterführende Schule war unmöglich, da sie das dafür notwendige "gesellschaftliche know-how" nicht vorweisen konnten. Wie konntest du da in Schlips und Kragen von Tür zu Tür gehen? Meines Wissens war das zu DDR - Zeiten unmöglich, wurde verfolgt und bestraft.

Als ich 8 war war ja die DDR vorbei. Somit ging das ganze dann erst richtig los bei mir. Musste sogar meiner Klassenlehrerin die Zeitschriften in die Schule mitnehmen.
Und ja Aussenseiter trifft es ganz gut. Ich fühle mich jetzt noch so...als irgendjemand, was sicher auch nicht gut ist für meine angst vor dem alleine sein...
Ja die wtg hat doch sogar angeraten, auf einen höheren Bildungsgrad zu verzichten.
Naja. Hätte mich gerne auch sportlich weiter entwickelt, aber es war ja nicht gewollt, sollte mich ja auf ein leben in der wtg konzentrieren und auf solche sachen verzichten. :-/

27.03.2016 17:47 • #9


Daisho

Daisho


3345
2267
Zitat von Daysleeper:
Zitat von Daishō:
Hallo Daysleeper,

weißt du denn was du nicht willst? Und dieses definitiv? Daraus ließe sich ein Ansatz entwickeln.

Grüße


Ja das weis ich. Ich möchte nicht mehr das angst vor bzw. Bei gesprächen habe. Das ich frei denken und ohne angst meine meinung vertreten kann.


Das sind schon gute Ansätze.
Aber ich sollte wohl ein wenig ausholen.
Ich entstamme selber einer tiefreligiösen Familie, wenn auch nicht den Zeugen. Brauchte auch einige Zeit, um mich davon zu lösen. Manches in deinem Bericht könnte von mir stammen, nur konnte ich mich früher trennen und einen anderen Kurs einschlagen. Wäre es dir recht, wenn wir einen Teil der Erfahrungen aus meiner Vergangenheit, meiner Arbeit gemeinsam machen, damit du vielleicht ein paar andere Ansätze erhältst?

Um es gleich zusagen: Mein Weg enthält keine Religion. Mein Weg enthält nur regelmäßige Arbeit und, wenn du so willst, Selbststudium. Beides unter Anleitung. Diese aber genauso regelmäßig täglich, wie damals Gebete. Und manchmal wird es nötig sein, den Kopf abzuschalten, um das geplante pünktlich und wie vorgesehen zu erledigen.
Als ich damals damit begann, wollte ich immer genau wissen, wieso, weshalb, warum manches funktioniert. Unterm Strich habe ich damit Jahre verloren. Deswegen halte ich es heute für sinnvoller, quasi a la Fahrschule zu arbeiten: erst mal fahren lernen, danach erfahren wie ein Motor funktioniert. Konkret bedeutet das, ich anleite dich an. Ich diskutiere Manches aber erst hernach, wenn du selber schon gewisse Erfahrungen gemacht hast.
Wenn du dir vorstellen kannst, einfach mal aus zu probieren, dann haben wir eine Grundlage. Wie sieht es bei dir aus?

27.03.2016 17:52 • #10


HannaZ


Zitat von Daysleeper:
Zitat von HannaZ:
Zitat von Daysleeper:
Danke für deine Anteilnahme. Naja ich komme aus Dresden.



Die Zeugen Jehovas waren meines Wissens sozial und gesellschaftlich ausgegrenzt und isoliert zu DDR-Zeiten. Sie standen bis zum Ende der DDR unter Überwachung durch das MfS mit ständiger Furcht vor staatlicher Repression. Kinder und Jugendliche, waren in den Schulen absolute Außenseiter. Eine weiterführende Schule war unmöglich, da sie das dafür notwendige "gesellschaftliche know-how" nicht vorweisen konnten. Wie konntest du da in Schlips und Kragen von Tür zu Tür gehen? Meines Wissens war das zu DDR - Zeiten unmöglich, wurde verfolgt und bestraft.

Als ich 8 war war ja die DDR vorbei. Somit ging das ganze dann erst richtig los bei mir. Musste sogar meiner Klassenlehrerin die Zeitschriften in die Schule mitnehmen.
Und ja Aussenseiter trifft es ganz gut. Ich fühle mich jetzt noch so...als irgendjemand, was sicher auch nicht gut ist für meine angst vor dem alleine sein...
Ja die wtg hat doch sogar angeraten, auf einen höheren Bildungsgrad zu verzichten.
Naja. Hätte mich gerne auch sportlich weiter entwickelt, aber es war ja nicht gewollt, sollte mich ja auf ein leben in der wtg konzentrieren und auf solche sachen verzichten. :-/


Stimmt, ich habe dein Alter nicht bedacht. Ich habe vor längerer Zeit dieses Thema mal nebenbei mitbekommen, als eine Nachbarin - die aus den neuen Bundesländern stammt - davon erzählte.
Vielleicht solltest du wirklich dir von Daishö helfen lassen. Wie er schreibt, hat er ähnliches durchgemacht und am besten verstehen kann das ein Mensch, der in ähnlicher Situation war und es geschafft hat, naja sagen wir mal - sich zu befreien.

27.03.2016 19:01 • #11


Daisho

Daisho


3345
2267
@HannaZ

Hi Hanna,
lieb von dir, aber diese Entscheidung muss Daysleeper allein selber treffen.
Um in eine Angststörung zu rutschen, braucht es nur äußere Umstände. Um sich wieder heraus zu arbeiten, eine klare Entscheidung. Und die Bereitschaft, die Folgen, die diese Entscheidung mit sich bringen, auch um zu setzen. Täglich daran zu arbeiten.
Je länger eine Angststörung andauert, desto mehr Gewohnheiten entstehen, die die Angststörung bestätigen und vielfach verstärken. So auch das Versenken in der Vergangenheit, in die Situationen, die das Leid hervorriefen. Das ist aber, wenn man es reell betrachtet, nur ein Suhlen in schmerzhaften Erinnerungen. Die Vergangenheit ist vergangen, sie kommt nicht wieder, es sei denn ich rufe sie wieder hervor. Aber, damit nehme ich mir entweder die Chance, neue positive Erfahrungen zu machen oder ich vermeide sie, weil ich sie tatsächlich gar nicht machen will. Wenn ich beginne zu kämpfen, kann ich verlieren, wenn ich aber erst gar nicht beginne, habe ich schon verloren. Auch meine Signatur habe ich aus vergleichbarem Grund gewählt.
Btw.: Falls du dich jetzt veranlasst fühlst, dich vor Daysleeper zu stellen, ich sprach von mir und von meiner Sicht.

27.03.2016 20:39 • #12


HannaZ


Zitat von Daishō:
@HannaZ

Hi Hanna,
lieb von dir, aber diese Entscheidung muss Daysleeper allein selber treffen.
Um in eine Angststörung zu rutschen, braucht es nur äußere Umstände. Um sich wieder heraus zu arbeiten, eine klare Entscheidung. Und die Bereitschaft, die Folgen, die diese Entscheidung mit sich bringen, auch um zu setzen. Täglich daran zu arbeiten.
Je länger eine Angststörung andauert, desto mehr Gewohnheiten entstehen, die die Angststörung bestätigen und vielfach verstärken. So auch das Versenken in der Vergangenheit, in die Situationen, die das Leid hervorriefen. Das ist aber, wenn man es reell betrachtet, nur ein Suhlen in schmerzhaften Erinnerungen. Die Vergangenheit ist vergangen, sie kommt nicht wieder, es sei denn ich rufe sie wieder hervor. Aber, damit nehme ich mir entweder die Chance, neue positive Erfahrungen zu machen oder ich vermeide sie, weil ich sie tatsächlich gar nicht machen will. Wenn ich beginne zu kämpfen, kann ich verlieren, wenn ich aber erst gar nicht beginne, habe ich schon verloren. Auch meine Signatur habe ich aus vergleichbarem Grund gewählt.
Btw.: Falls du dich jetzt veranlasst fühlst, dich vor Daysleeper zu stellen, ich sprach von mir und von meiner Sicht.


Ich kann dir jetzt mal gar nicht folgen. - Warum sollte ich mich jetzt vor Daysleeper stellen wollen? Was meinst du damit?

27.03.2016 20:53 • #13


Daisho

Daisho


3345
2267
Mir ist bewusst, dass meine Worte als Angriff gegen Daysleeper gewertet werden könnten, daher die Worte

27.03.2016 21:25 • #14


HannaZ


Zitat von Daishō:
Mir ist bewusst, dass meine Worte als Angriff gegen Daysleeper gewertet werden könnten, daher die Worte


Nein, ich denke so etwas überhaupt nicht. Ich bin nicht streng religiös erzogen worden. Ich kann da gar nicht helfen und finde es für mich auch sehr
schwierig - Daysleeper mit Ratschlägen oder Lösungsansätzen zu helfen. Wir sind ja nun mal fast alle hier in diesem Forum um uns auszutauschen, Hilfe zu finden. Am besten kann jemand weiterhelfen, der die Problematik selbst durchlebt hat - in Daysleeper's Fall eher du. Ich finde es sogar äußerst gut von dir ihm deine Hilfe anzubieten. Ich weiß beim besten Willen nicht wo in deinen Worten der Angriff stecken soll!
Ich habe ihm nur den Vorschlag mit deiner Hilfe gemacht, weil ich mir nicht anmaßen möchte zu helfen bei Problemen, die ich nicht nachvollziehen kann und aus diesem Grund auch keinen Weg sehe - ihm zu helfen.

27.03.2016 21:40 • #15


Daisho

Daisho


3345
2267
Manchmal braucht es harte Worte, noch härtere Situationen um einen Menschen wach zu rütteln. manchmal auch den berühmten Tritt in die Kehrseite. Zwar 'suchen' wir Hilfe, tatsächlich ist es jedoch häufig mehr ein 'fishing for Streicheleinheiten'. Und wenn die eine Quelle ausgeschöpft, dann geht man halt zur nächsten. Was ändert sich dadurch? Nur die Quelle.
Helfen kann man unterm Strich nur sich selber, dazu ist ein Anderer niemals in der Lage. Ein Anderer kann zwar die Hand reichen, ergreifen und erste Anstrengungen machen. Aus dem Sumpf zu entkommen, muss jedoch ich. Und dabei hat sich als wenig hilfreich erwiesen, über die Situation zu jammern. Wichtiger wäre, sich umzuschauen um zu sehen, wo man den 'Fuß hinsetzen' kann um einigermaßen sichere Basis für den nächsten Schritt zu bekommen. Jammere ich zu lange herum bekommt der 'Sumpf' die Oberhand. Dann ist Hilfe, wie wir sie geben können, nutzlos geworden.

27.03.2016 22:04 • #16


Till


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Daishō, manchmal unterschätzt man aber auch die Menschen.

27.03.2016 22:15 • #17


Daisho

Daisho


3345
2267
Kannst du mir Beispiel nennen?

27.03.2016 22:23 • #18


HannaZ


Zitat von Daishō:
Manchmal braucht es harte Worte, noch härtere Situationen um einen Menschen wach zu rütteln. manchmal auch den berühmten Tritt in die Kehrseite. Zwar 'suchen' wir Hilfe, tatsächlich ist es jedoch häufig mehr ein 'fishing for Streicheleinheiten'. Und wenn die eine Quelle ausgeschöpft, dann geht man halt zur nächsten. Was ändert sich dadurch? Nur die Quelle.
Helfen kann man unterm Strich nur sich selber, dazu ist ein Anderer niemals in der Lage. Ein Anderer kann zwar die Hand reichen, ergreifen und erste Anstrengungen machen. Aus dem Sumpf zu entkommen, muss jedoch ich. Und dabei hat sich als wenig hilfreich erwiesen, über die Situation zu jammern. Wichtiger wäre, sich umzuschauen um zu sehen, wo man den 'Fuß hinsetzen' kann um einigermaßen sichere Basis für den nächsten Schritt zu bekommen. Jammere ich zu lange herum bekommt der 'Sumpf' die Oberhand. Dann ist Hilfe, wie wir sie geben können, nutzlos geworden.


Warum braucht es harte Worte oder den berühmten Tritt in die Kehrseite? Wie du schon geschrieben hast Daishö - helfen kann man nur sich selber. Wenn man einem anderen Menschen helfen möchte und man selbst nicht die richtigen Worte oder was auch immer findet - kann der mensch, der Hilfe sucht, es wirklich als "Angriff" werten, obwohl man es im tiefsten Herzen eigentlich nur gut gemeint hat - das habe ich schon selber erlebt. Solche Situationen verletzten nicht nur den Menschen, dem man helfen möchte, sondern auch den, der Hilfe geben möchte.
Es ist nicht immer ein "fishing for Streicheleinheiten" - die Menschen sind verschieden. Nicht jedem ist es gegeben den Lösungsansatz für sein Problem sofort und allein zu finden. Es gibt auch sogenannte "Herdentiere" - die keine Einzelkämpfer sind und für die Motivation in der Gemeinsamkeit liegt - gemeinsam Lösungen zu finden - an ihnen zu arbeiten. Im Sumpf ist das manchmal angebracht - um sich gegenseitig halt zu geben - den anderen beim falschen Schritt nicht sinken zu lassen - sich gegenseitig helfen.
Es war kein Angriff von dir. Es war deine Sicht der Dinge und deine Einstellung - mit einem Hilfeangebot, was nicht jeder geben würde.

27.03.2016 22:30 • x 1 #19


Daisho

Daisho


3345
2267
Wie ich durch meinen Beitrag eben schon ausdrücken wollte. braucht es manchmal harte Worte, den Tritt. Allerdings nicht um zu verletzen, sondern zu wecken. Auch können gerade Aggressionen im 'vermeintlich Angegriffenen' die letzten Kräfte wecken, um noch einmal Gas zu geben. Das braucht es leider, um den Betreffenden 'schnelle, spürbare Erfolge' zu liefern. Ihnen zu zeigen, dass sie es DOCH können. Ein gewisses Selbstbewusstsein wecken.
Eigentlich bräuchte ein Mensch mit Angststörungen einen Coach. Jemandem der im über eine Zeit lang täglich zur Seite steht. Das kann unsere Gesellschaft aber nicht leisten. Auch wir hier im Forum nicht. Also muss sich der Betreffende selber motivieren können, zumindest so lange, bis der Coach wieder zur Verfügung steht. Und da ist Wut ein besserer Motivator als Mitgefühl. So hart dies auch klingen mag.

27.03.2016 22:42 • #20




Dr. Reinhard Pichler

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