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201202.06




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Hallo, kann mir jemand helfen?
Bin 43 Jahre alt, „Bodenständig“ mit Frau, Kinder, Haus usw. Beruf ist auch kein Problem. Bin schon seit über 25 Jahren in der Firma.
Dann kam es wie ein Keulenschlag.
Vor ca. 5 jahren hatten wir ein Seminar. Eigentlich nichts großes. Bis dahin. Jeder sollte sich vorstellen. Auch das habe ich in der Vergangenheit immer ohne Probleme oder Ängste erledigt. Ist ja nichts dabei. Jeder stand auf. Hallo, ich bin der…., … Jahre, ….diese/jene Position.
Der erste fing an, der zweite. Je dichter die Vorstellung auf mich zukam wurde ich unruhiger und aufgeregter. Es kam wie schon bei so vielen von Euch. Ich wurde rot. Mein Körper, Bauch, Brustkorb zog sich zusammen. Panik! Ich redete aufgeregt ohne zu atmen bis nichts mehr kam. Man muss sich vorstellen. Ich habe beim aufgeregten Reden mehr Luft ausgeatmet als eingeatmet. Habe mir einen zurechtgestammelt.
Ab da war kein Tag mehr wie zuvor. Bei jeder Besprechung, Seminar, Unterredung. Halt alles was es zu besprechen gibt habe ich Redeangst. Unsere Firma legt sehr viel Wert auf Seminare. Es ist der Horror. Gruppenarbeit und zum Schluß wird vorgestellt. Ich drücke mich wo ich kann. Und wenn ich drankomme kommt nichts mehr raus. Nichts mehr. Meine Gedanken überschlagen sich. Ich weiß teilweise nicht mehr was ich noch vor einer Minute dachte. Habe dann mit meiner Frau und Hausarzt geredet. Meinen Chefs habe ich mich auch anvertraut. Sie sind etwas jünger wie ich und haben super reagiert. Habe eine Rede-Therapie gemacht. Entspannungsübungen, das ganze Programm. Es ist besser geworden, ich arbeite an mir. Aber es ist ist immer noch da. Ich würde gerne auf diesem Wege Menschen mit dem gleichen Problem kennen lernen. Selbsthilfegruppe?
Wohne in der Nähe Frankfurt/Main.
Ganz liebe Grüße an alle meine Leidensgenossinnen/genossen.
Der Angsthase 1968

Auf das Thema antworten


  02.06.2012 14:56  
Hallo,
für eine Selbsthilfegruppe bin ich zu weit weg. Das Problem haben viele; ich kriege z.B. auch kein Ton heraus und stelle mich tot. Na, so war es jedenfalls früher.
Was mir geholfen hat: den Vortrag üben, üben, üben. Und zwar mit Stoppuhr, damit ich nicht zu schnell rede und vor dem Spiegel wegen der Mimik. Du kannst ja auch vor Deiner familie mal ne kleine Rede halten-es sind ja vertraute Gesichter. Sie können Dir dann ja sagen was Du falsch machst. aber Spiegel und Stoppuhr haben mir geholfen. Ist am Anfang ein ziemlich blödes Gefühl, aber man gewöhnt sich dran.



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  02.06.2012 18:32  
Ich musste mal für einen Sketch auf die Bühne. Ich hatte zwei Wochen Zeit zum üben, mit einer Partnerin. Wir kreierten den Sketch, übten ihn ohne Ende. Jedes Wort musste genau stimmen, da es sich auf das andere aufbaute. Wir waren rundum zufrieden mit unserer Ausarbeitung und ich freute mich schon auf den Auftritt. ABER dann kam es! Eher war ich freudig erregt, als ich auf die Bühne turnte.. schließlich hatten wir gut geprobt. Ich begann meinen Text und dann kam die Partnerin drann und - Mist, sie hielt sich überhaupt nicht an die Textvorgabe, sprang im Text vor und zurück! Nichts passte mehr. Ich glaubte kaum, was ich hörte und musste spontan reagieren, versuchte die Sache zu retten, - aber die Poente war total durchtrieben! Es war nur ein kleines Publikum, so 150 Leute. Die haben lieb Applaudiert, aber gelacht hatte keiner. Alle haben uns gelobt, wie toll das gewesen wäre, aber ich war frustriert! Ich war knallrot! Mein Gesicht war total überhitzt, mein Herz raste wie verrückt. Ich war nicht sauer auf die Partnerin, aber total überrascht. Es macht zwar nix, dass das Ding in die Hose gegangen ist, aber nun hatte ich jedes mal vor einem Auftritt ein knallrotes Gesicht. Meinen Text, den ich übte, brachte ich zwar genauso, wie er kommen sollte, aber ich war irgendwie nicht wirklich present. Vortan war es ganz merkwürdig, wenn ich mal auftreten musste, so, als wenn das Publikum hinter einer Nebelwand verschwindet. Ich hatte immer den Eindruck, man starrt mich an! Ich hörte mich reden, agierte wie fremdgesteuert .... Trotzdem sagte man mir immer wieder, ich wäre so klasse und würde meine Sache immer so gut machen! - Hab das ganze Ding dann aufgegeben! Das ganze liegt nun schon 20 Jahre zurück, aber wo ich das hier lese, erinnere ich mich wieder daran.
Inzwischen singe ich auch wieder vor Publikum. Klappt eigentlich immer gut, -bissle rot werde ich dann trotzdem, aber durch die Couperose ist die Schamesröte auch nicht so wirklich zu unterscheiden. LACH ! - also ich singe eh nur vor kleinem Publikum, nichts offizielles - und inzwischen macht es mir auch nicht mehr soviel aus, wenn es mal ein bisschen schief läuft! Klar, bricht mal die Stimme aus, ... aber ich bin ziemlich konzequent. Ich verdränge sofort dass ich schief gesungen habe und konzentriere mich auf das Wort, dass gerade drann ist.

Das ist das einzige, was ich raten kann. Text vorher üben, Stichpunkte machen, ... das ganze noch mal kurz durchgehen, bevor man drann ist. Dann, wenn man an der Reihe ist sich an den geübten Text halten. Läuft was schief, drüber lächeln und weiter im Text. Sich verstolpern ist überhaupt nicht schlimm, im Gegenteil, es kommt bei anderen positiv an, - die sind nämlich genauso unsicher und verlegen. - Und oft merkt keiner, dass man sich verhaspelt hat. Leute, die sich verhaspeln wirken eher sympathisch, - weil: die sind so, wie du und ich!





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  06.06.2012 12:23  
smog hat geschrieben:
Hallo,
für eine Selbsthilfegruppe bin ich zu weit weg. Das Problem haben viele; ich kriege z.B. auch kein Ton heraus und stelle mich tot. Na, so war es jedenfalls früher.
Was mir geholfen hat: den Vortrag üben, üben, üben. Und zwar mit Stoppuhr, damit ich nicht zu schnell rede und vor dem Spiegel wegen der Mimik. Du kannst ja auch vor Deiner familie mal ne kleine Rede halten-es sind ja vertraute Gesichter. Sie können Dir dann ja sagen was Du falsch machst. aber Spiegel und Stoppuhr haben mir geholfen. Ist am Anfang ein ziemlich blödes Gefühl, aber man gewöhnt sich dran.


Hallo smog, vielen Dank für deinen Tipp. Ich werde es ausprobieren.
Ganz liebe Grüße vom Angsthasen1968





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  06.06.2012 12:27  
Danke für deine Antwort. Früher habe ich auf der Bühne gestanden und habe ALLEINE einen ganzen Saal belustigt. Laienspielgruppe, Fasching usw. Die ganze Sch... kam ganz plötzlich. Ich arbeite an mir. Doch es fällt schwer.
lg der Angsthase1968



  07.08.2012 22:27  
Hallo, ich kenn das auch! Ein ganz schlimmes Gefühl!
Aber was ganz gut ist, wenn du weißt, dass du reden musst, kannst du dich vorbereiten !also vor dem nächsten Seminar schreibst du dir Sätze auf, was du sagen könntest, um ein bissl Struktur zu bekommen. Das gibt Sicherheit! Und tiiiiiiief durchatmen!
Viel Glück!



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  07.08.2012 22:45  
hallo Angsthase1968,

ich glaub wir beide können uns hier mal kräftig die hände schütteln.

bei mir fing das vor etwa 3 jahren an.
zuvor hatte ich auch schon vor hundert leuten geredet.. war selbstbewußt und
verstand zum teil die leute nicht, die sich da nicht trauen würden mal ein
hallo in dir runde zu werfen.

heut hab ich schon fast eine pa wenn ich nur vor 10 leuten was erklären sollte.

ffm ist leider zu weit weg... wünsche dir aber viel erfolg weiterhin

lg



  03.09.2012 18:47  
nini79 hat geschrieben:
Hallo, ich kenn das auch! Ein ganz schlimmes Gefühl!
Aber was ganz gut ist, wenn du weißt, dass du reden musst, kannst du dich vorbereiten !also vor dem nächsten Seminar schreibst du dir Sätze auf, was du sagen könntest, um ein bissl Struktur zu bekommen. Das gibt Sicherheit! Und tiiiiiiief durchatmen!
Viel Glück!



Hallo,

ich fange diese Woche als einizge Neue in einer Gruppe (Therapie) an, die sich schon ewig kennen.
Da muss ich mich vorstellen- Habe die pure Panik davor Nicht, dass ich mich nicht auszudrücken vermag nein, bei mir krampft sich dann alles zusammen. Das ist furchtbar!
Jetzt mache ich schon Atemübungen (um mich vorher beruhigen zu können), ob das klappen wird.... bei der Panik? Wenn es doch nur schon vorbei wäre.





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  06.09.2012 13:00  
Hallo Renate25, war dein Termin schon gewesen? Wie war die Vorstellung? Ging es mit dem Sprechen?
Ich wünsche dir soviel ganz ruhige Momente und Situationen.
lg Angstahse1968



  07.09.2012 21:28  
Angsthase1968 hat geschrieben:
Hallo Renate25, war dein Termin schon gewesen? Wie war die Vorstellung? Ging es mit dem Sprechen?
Ich wünsche dir soviel ganz ruhige Momente und Situationen.
lg Angstahse1968


Hallo Angsthase1968,

habe dir eine PN gesendet.
Schau mal rein!

VG

Renate25



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  09.09.2012 18:01  
Hi

Um diese Angst zu überwinden musst du einfach immerwieder üben vor Publikum zu sprechen

Liebe Grüße



  11.09.2012 12:41  
Lebenshilfe1983 hat geschrieben:
Hi

Um diese Angst zu überwinden musst du einfach immerwieder üben vor Publikum zu sprechen


Liebe Grüße



Hi,

das werde ich auch!

Augen zu und durch!!!

VG



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  13.09.2012 15:01  
Hallo, ich versuche mich abzulenken, denn je mehr ich mir überlege, was ich sagen möchte, desto aufgeregter werde ich.



  13.09.2012 16:28  
Hallo,

man kann sich in einer Gruppentherapie weder auf die Themen, noch auf die schlechte Laune von bestimmten Leuten vorbereiten. Mich hat dieser Tag sehr runtergezogen. Aber: Ich kämpfe weiter!





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  14.09.2012 07:55  
Hallo, Renate25, habe eine PN gesendet. Bitte mal lesen.
Gruss Angsthase1968




  14.09.2012 11:33  
Angsthase1968 hat geschrieben:
Hallo, Renate25, habe eine PN gesendet. Bitte mal lesen.
Gruss Angsthase1968



Hallo Angsthase1968,

hab´deine PN nicht erhalten
Bitte sende mir deine PN nochmal zu!

VG
Renate25



  17.09.2012 17:46  
Angsthase1968 hat geschrieben:
Hallo, Renate25, habe eine PN gesendet. Bitte mal lesen.
Gruss Angsthase1968



Hi Angsthase1968,

ist meine PN angekommen?

LG Renate25



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  16.01.2013 20:21  
Hallo,

ich weiss genau, wie es Angsthase1968 geht. Mir geht es seit ca. 6 Jahren ganz genau so.

Bei mir fing es an, als ich wieder mal in einem Meeting saß, wo immer in einer bestimmten Reihenfolge jeder was zu seinem Projekt sagen muss. Ich saß da, hörte jedem zu und dachte bei jedem "Jetzt kommt gleich XY dran". Als es dann immer weiter ging und der Kollege vor mir an der Reihe war, passierte es: Herzrasen und Hyperventilation. Ich war total geschockt und überrascht, da ich das noch nie vorher erlebt habe.

Zum Glück sprach der Kollege so lange, daß ich mich zwischenzeitlich wieder beruhigen konnte. Aber seit diesem Meeting geht es mir jetzt immer so. Man hat eben die Angst vor der Angst. Man erwartet immer, daß es wieder passiert und kann an nichts anderes mehr denken.

Vor jedem Meeting (und auch währendessen) zittere ich, als würde ich bei Minus 20 Grad im T-Shirt draussen stehen. Ich weiß nicht, ob man mir es dann auch ansieht.

Diese Angst behindert mich auch beruflich. Ich drücke mich vor neuen Themen so gut es geht, um ja nicht in noch ein Meeting zu müssen oder gar etwas zu präsentieren. Jetzt wurde ich allerdings in ein neues Projekt reingesteckt, wo es natürlich ebenfalls wöchentliche Meetings geben wird. In diesen Meetings werden auch höherrangige Personen dabei sein. Mir graut es jetzt schon davor.

Witzigerweise hatte ich in der ganzen Zeit nie einen peinlichen Auftritt, da die Angst wider erwarten mal ausblieb (kommt ganz selten mal vor) oder ich immer genug Zeit habe, mich zu beruhigen, bevor ich dran bin.

Ich bin auch schon ein paar mal aus dem Meetingraum raus, als es los ging. Das wird natürlich gar nicht gerne gesehen.

Ich denke, ich werde mal mit meinem Hausarzt darüber reden und sehen, was er vorschlägt. Ich hab die Schnauze voll von dieser Angst und keine Lust, mir meine Laune dauerhaft vermiesen zu lassen. Das ganze belastet einen ja sehr. Irgendwie denke ich ständig über bevorstehende Meetings nach und kann mich nicht mehr auf die Arbeit freuen, die ich ja eigentlich sehr gerne mache.

Noch was zu den Vorschlägen mit dem Präsentieren üben: Man kann seinen Text noch so oft vorher durchgehen, aber wenn man die "Gleich komm ich dran"-Panik bekommt, nutzt einem das alles nix mehr.

So, mein erster Beitrag und ist er so lange geworden



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  21.01.2013 19:21  
Hallo Zusammen,

da kann ich wirklich genau mitfühlen insbesondere "AllesWirdGut2013" hat es exakt so beschrieben, wie es auch mir geht. Hätte vor ein paar Jahren dies mal jemand zu mir gesagt, Angst vor Terminen, ich hätte es ihm sicherlich nicht geglaubt.
Schlimm ist auch der Zustand, dass es auch mittlerweile wirklich ganz einfache, kleine geschäftliche Termine sind, die diese Angst auslösen. Von großen Geschäftsbesprechungen mit höherrangigen Personen ganz zu schweigen.
Und jetzt ist es eben nicht nur die Angst vor dem (Besprechungs)-Termin ansich sondern eben auch die Angst vor der Angst.

Wie bekommt ihr das in den Griff?

Ich weiß mir kann nichts passieren, was soll auch passieren; Atemübungen vor den Terminen, die Angst anerkennen, mit ihr sprechen, ablenken, etc. Das hilft mir in dem akuten Moment gar nicht. Es ist für mich extrem belastend.


Wie AllesWirdGut2013 geschrieben hat
"...wenn man die "Gleich komm ich dran"-Panik bekommt, nutzt einem das alles nix mehr. "

Ein wahres Wort.

Viele Grüße an Alle



4
  22.01.2013 19:51  
Hallo Spock68.

obwohl ich euch allen von Herzen gönnen würde das ihr dieses Problem nicht hättet, bin ich dennoch froh, dass es mir nicht alleine so geht. Man zweifelt ja wirklich an seinem Verstand.

Ich hatte heute wieder ein Meeting, und ich hab mir vorher 1000 mal selber gesagt, daß es überhaupt nix zu befürchtet gibt. Leider kam es wie immer: kurz bevor ich dran war bekam ich mal wieder Herzrasen. Zum Glück hab ich nicht hyperventiliert.

Um Deine Frage "Wie bekommt ihr das in den Griff?" also zu beantworten: gar nicht
Ich hab echt keine Ahnung wie man das jemals in den Griff kriegen kann. Ich hab mir jetzt mal das Buch "Angstfrei leben" gekauft, bin aber erst noch am Anfang. Allzu viel verspreche ich mir davon aber auch nicht.

Denn das Problem bei "unserer" Phobie ist ja, daß man nicht endlos Zeit hat. Bei anderen Phobien heisst es dann "Lenk Dich an", "Leg Dich ne halbe Stunde hin" oder "Mach Sport um die Energie zu nutzen". Wenn man aber im Meeting sitzt und man AUF JEDEN FALL was sagen muss, gibt es keinen Ausweg!

Falls das Buch dennoch was bringen sollte, sag ich Dir bescheid.


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