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Halli Hallo,

ich war bereits öfter hier, allerdings nur als gast, besucher der seite.
ich denke das es eventuell mittlerweile an der zeit ist sich mit gleichgesinnten zu unterhalten und vielleicht durch eure/deren eigene erfahrungen zu profitieren, ich helfe andersrum natürlich auch gerne weiter, falls es dazu kommen sollte ..

Problem
Also wie mein betreff schon sagt, ich bin auf einem gymnasium und ich leide extrem unter meiner redeangst oder vielleicht sollte ich es eher vortragsangst nennen.
bin bereits etwas älter als meine mitschüler, muss dazu sagen das ich auf einem fachgym bin, nach einigen hindernissen die ich noch zu bewältigen hatte.

also das problem kennt ihr nun. warum mich das so fertig macht momentan ist ganz einfach zu erklären.
die lehrer wissen von meinem problem, setzen mich nach 5 monaten schule mittlerweile allerdings stark unter druck ich müsse jetzt auch mal vortragsmäßig was bringen..
und da der knackpunkt, wie soll ich das anstellen?


ich bin in therapie bereits deswegn, wenn ich könnte würd ich die therapie in lichtgeschwindigkeit durchfliegen damit ich endlich auch selbst vorne stehen kann.
ich hätte damit kein problem wenn diese angst vor der panik nicht wäre...

Abbrechen?

ich bin nun soweit das ich aus erschöpfung gerade mal nach dieser kurzen zeit schon sagen würde ich breche es ab und fange an mit einem nichtschülerabitur, da hätte ich ja noch etwas zeit für die therapie und wäre dann vll gefasster wenn es ums mündlich später dann ginge...

wenn es hier leute gibt die ähnliches durchmachen oder durchgemacht haben wäre ich über eine reaktion sehr dankbar! ich weiß mittlerweile wirklich nicht mehr was das richtige wäre..
da ich schließlich auch nich einfach abbrechen kann und wenns nichtschülerabitur nicht so läuft dann wieder in die schule rein, das geht so ja auch nicht....

11.01.2011 16:50 • 12.01.2011 #1


2 Antworten ↓


Hallo,

ich hatte / habe dieses Problem auch, bestand eigentlich schon zur Schulzeit, während der ich es meist zu überspielen versucht habe, im Studium ist es dann richtig massiv geworden, so dass ich schon mehrfach Vorträge nicht halten konnte. Seitdem gab es Verbesserungen und Verschlechterungen.

Was eine Hilfe sein könnte, wäre, die Situation einmal mit Unterstützung von Beruhigungsmitteln zu durchleben. Ansonsten ist es schwer, zu einem bestimmten Verhalten zu raten. Es kann positive Auswirkungen haben, wenn Du Dich dem ganzen stellst und dann möglicherweise ein Erfolgserlebnis hast, falls es schlecht läuft, kann es einen aber auch gewaltig herunterziehen, nach meiner Erfahrung.

Du könntest versuchen, den Vortrag so lange wie möglich hinauszuzögern und darauf hoffen, dass sich während der Therapie etwas ändert, so dass Du erst dann einen Vortrag hältst, wenn Du Dich sicherer fühlst. Meist es aber doch so, dass die Veränderung erst stattfindet, wenn man sich trotz Angst in die Situation begibt. Eine weitere Möglichkeit wäre eine stationäre Psychotherapie in einer spezialisierten Klinik, wo man solche Situationen gezielt in einem geschützteren Rahmen trainiert.

Ich wünsch Dir viel Glück damit.

pc

11.01.2011 17:36 • #2


Hallo,

Ich hatte selber keine Redeangst per se, litt aber unter Panikattacken als ich noch zur Schule ging, an Angst vor der Angst, bekam dann Herzrasen oder Schwindel und einfach nur noch *beep* blanke Panik wenn ich was vortragen sollte.

Ich hab eine Therapie gemacht, und meine Erfahrung ist Folgende: Du kannst noch so viel mit dem Therapeuten arbeiten und reden, meiner Erfahrung nach muss irgendwann der Punkt kommen an dem man beginnt sich zu überwinden, die Situation durchlebt, merkt dass man darin nicht umkommt und die Angst dann immer weiter abbaut bis sie ganz verschwindet. Bei mir war das schon sehr früh so weit dass ich mich einfach durch Vorträge und Prüfungen zwingen musste weil mein Abi kurz bevor stand. Es war schlimm, und schwer. Ich dachte teilweise ich sterbe oder kippe um. Trotzdem hab ich gemeistert, im Schweiße meines Angesichts, vor Angst zitternd, und am Anfang mehr schlecht als recht. Mit der Zeit wurde es aber immer besser. Nach 6 Monaten war meine Therapie vorbei, und ich bin heute sehr froh darüber dass ich so früh schon gezwungen war wirklich aktiv an das Problem ran zu gehen. Es war ein harter und schwerer Weg, aber ich denk wenn ich gewartet hätte bis ich mich bereit fühle dann hätt ich ewig gewartet. Für mich war der Sprung ins kalte Wasser gut.
Deswegen würde ich dir dazu auch raten. Lass dir was verschreiben, irgendwas was dich beruhigt aber nicht total weg treten lässt, und dann zieh dein Referat durch.

Werd dir auch klar dass keiner ein perfektes Referat von dir erwartet. Perfekte Referate sind eh langweilig! Die Besten sind die in denen man auch mal lacht, oder locker was erzählt. Du kannst den Druck+Stress für dich auch minimieren indem du den Ball an die Schüler abgibst. Ist von Lehrern eh lieber gesehen als diese Monologe in denen nur du redest und die Klasse wegdöst. Denk dir doch was aus, lass die was erarbeiten, oder selber was beitragen, irgendwas machen damit du Zeit zum Verschnaufen hast. Das nimmt Druck, lockert das Referat auf, ist interessanter als ne reine Präsentation UND gibt ne bessere Note

Liebe Grüße,
Bianca

12.01.2011 13:12 • #3




Dr. Reinhard Pichler