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S
Hallo

ich leide mal mehr mal weniger schon seit genau 18 Jahren an diesem Mist. Kann mich noch genau erinnern, wie es begonnen hat. Nämlich eine verk. Präsentation, wo mir eine Kontaktlinse rausgeflogen ist.

Puls rast, ich stammel nur noch rum, Konzentration weg.

Eigentlich präsentiere ich gerne, ich war zwischenzeitlich sogar im Sales und das hat mir auch Spass gemacht (leider halt mindestens mit Betablocker, davon möchte ich ja weg). Bei vielen Leute nehme ich dann auch mal mehr.

Ich suche Austausch mit anderen Betroffenen da mich das beruflich mittlerweile so einschränkt das ich einfach nicht das machen kann, was ich eigentlich möchte! Am liebsten würde ich Leute mit den gleichem Problem kennenlernen das man sich gegenseitig einwenig anschiebt. Also will ich nicht Jammern, sondern machen . Also, wer hat das noch und wie wirkt sich das bei Euch aus? Meidet ihr die Situationen komplett oder nehmt ihr Medis oder oder?
LG

25.02.2024 15:41 • 27.03.2024 #1


6 Antworten ↓


C
Hallo Stefan,
ich finde es ja interessant, dass du eigentlich gerne präsentierst und du die Situationen gar nicht bewusst meidest, oder? Meistens, so bei mir auch, ist es ja eher, dass man sich irgendwelche Ausreden einfallen lässt um nicht präsentieren zu müssen (was natürlich alles andere als Vorteilhaft ist). Wie oft kommst du denn in diese Situationen, in denen du im Mittelpunkt stehst?

Ich bin mittlerweile beruflich auch an einem Punkt, an dem ich mich nicht mehr so einfach davor entziehen kann. Meetings, vor Allem wenn Vorgesetzte im Raum sind, sind für mich ohne Betablocker (Propranolol 20-30mg) fast nicht mehr machbar. Die helfen bei mir allerdings nur gegen den schnellen Puls und die zittrige Stimme. Mein Sprechanteil ist trotzdem immer sehr knapp (was natürlich den anderen Teilnehmern auch auffällt). Selbst Elternabende mit Redebeteiligung und kleine Vorstellungsrunden sind schon sehr belastend für mich. Was nimmst du an Medis und wie wirken sie bei dir?

Vor 2 Jahren war die Belastung so extrem bei mir, dass meine Frau mich aufgrund meiner ständig schlechten Laune zum Therapeuten geschickt hat. Ich konnte zwar viel aufarbeiten und viele Anhaltspunkte in meiner Kindheit entdecken aber ich glaube mittlerweile, dass es nur besser werden kann, wenn man sich immer wieder der Situation stellt. Du hast ja auch schon länger damit zu tun und muss auch öfters präsentieren. Hat sich da nie was verbessert an den Symptomen?

Für mich ist auf jeden Fall klar, dass es eine Lösung gibt und Aufgabe keine Option ist. Schließlich muss es auch einen Weg daraus geben, wenn wir auch irgendwie da reingerutscht sind.
LG

25.02.2024 21:57 • #2


A


Redeangst bei Präsentationen oder V-Gesprächen

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Schlaflose
Zitat von StefanStefan:
Meidet ihr die Situationen komplett

Genau das tue ich seit 12 Jahren. Ich war 20 Jahre lang Lehrerin und musste mich täglich überwinden vor den Klassen zu stehen, auf Elternabenden zu reden, auf Konferenzen etwas zu sagen u.ä. und es wurde immer schlimmer statt besser. Vor 12 Jahren habe ich den Beruf aufgegeben und bin in die Verwaltung am Ministerium gewechselt.

26.02.2024 10:48 • #3


C
@Schlaflose Dann hast du ja, auch wenn es lange gedauert hat, eine berufliche Alternative gefunden. Das ist für mich auf jeden fall die größte Herausforderung. Haben sich die Symptome denn bei dir erst später eingeschlichen? Denn ich nehme nicht an, dass du mit dem Wissen um die Problematik weiterhin in die Richtung studieren wolltest, oder?

26.02.2024 14:27 • #4


Schlaflose
Zitat von Cassius:
Haben sich die Symptome denn bei dir erst später eingeschlichen? Denn ich nehme nicht an, dass du mit dem Wissen um die Problematik weiterhin in die Richtung studieren wolltest, oder?

Ja, es hat sich erst später verschlimmert. Im Studium hatte ich keine größeren Probleme mit Referaten, aber gern habe ich sie nie gehalten. Es war im Vorfeld immer Angst dabei. Um ehrlich zu sein, hatte ich das ganze Studium über auch Angst vor dem Moment, vor einer Klasse stehen zu müssen. Aber ich habe gedacht, dass man das mit der Zeit lernt.

26.02.2024 15:47 • #5


S
@Cassius ja Therapeut hab ich auch aufgegeben. Nur in der Vergangenheit rumzuwühlen bringt aus meiner Sicht nichts (jedenfalls in meinem Fall). Weiß ziemlich genau, woher es kommt. Ich habe den Job vor einigen Jahren intern gewechselt und muss dort nicht mehr so viel präsentieren. Aber davor musste ich viel präsentieren oder in große Meetings und irgendwann hatte ich mich das nicht mehr so getraut... letztendlich hat mich das die Karriere gekostet und das nervt mich einfach. Daher will ich das Thema nochmal in Angriff nehmen .

26.02.2024 21:03 • #6


H
Eine Therapie muss sich ja nicht auf biografische Aspekte konzentriert werden. Du sagst ja selbst, dass du den Auslöser scheinbar kennst! Da ist die Frage, warum dich die verpatzte Präsentation damals in diesen Teufelskreislauf aus Angst gebracht hat. Denn schließlich konntest du ja nichts dafür und das mit der Kontaktlinse könnte jedem passieren, total menschlich! Vielleicht steht dahinter ein starker Perfektionismus oder aber eine Angst sich vor anderen bloßzustellen/ die Kontrolle zu verlieren, bei einer Sache, die ja augenscheinlich eigentlich deine Stärke ist!

Ich kenne das auch und bei mir ist es ein Teil der Platzangst/Agoraphobie und der Angst vor der Angst. Einfach das Gefühl, nicht aus der Situation flüchten zu können, denn Ich muss ja jetzt hier vorne stehen.

27.03.2024 12:09 • #7





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