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201804.01




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Sachsen
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Hallo zusammen.

Ich beschäftige mich momentan viel mit meiner beruflichen Situation, suche Wege aus der Arbeitslosigkeit bzw. eine neue Perspektive. Mein beruflicher Werdegang ist eh ein riesengroßes Dilemma, weil ich nach dem Abitur keinen Abschluß geschafft habe. Versuche einer Ausbildung und Studium scheiterten aufgrund meiner sozialen Ängste. Ich habe also im Grunde nie richtig gearbeitet in meinem Leben. 2012 war ich das letzte Mal beim Jobcenter, wurde dann zur Klärung der Erwerbsfähigkeit an die Rentenversicherung weitergeleitet. Nach einem psychiatrischen Gutachten wurde dort eine volle Erwerbsminderung festgestellt, EU-Rente aber abgelehnt. Die Arbeitsagentur wollte mich dann in eine Behindertenwerkstatt schicken, was ich aber nicht wollte.

Nun hänge ich quasi seit 5-6 Jahren total in der Luft, zwischenzeitlich hatte ich schon resigniert und wollte mich mit dem Rentnerleben abfinden. Aber auf Dauer befriedigt mich die Situation einfach nicht, das Nichtstun hat mich auch mehr in die Isolation gebracht und Depressionen verstärkt. Von der finanziellen Situation ganz zu schweigen, ich beziehe eine EU-Rente aus der privaten Lebensversicherung und halte ich mich damit irgendwie über Wasser. Die Angst irgendwann auf der Straße zu landen, begleitet mich immer irgendwo. Und ich schäme mich auch für meine Arbeitslosigkeit (schon allein das hier zu schreiben), auch wenn die Gründe auf der Hand liegen. Ich bin halt nicht gesund.

Was meine soziale Phobie angeht, mache ich dank einer Therapie langsam Fortschritte. Aber was die berufliche Perspektive angeht, komme ich nicht so richtig voran. Ich habe nochmal an Reha gedacht, RPK wurde mir hier neulich genannt. Gibt es da vielleicht Leute hier, die Erfahrungen mit so einer Maßnahme, gerade im Bezug auf SP/ÄVPS gemacht haben? Ich weiß auch nicht welcher Leistungsträger bei mir in Frage kommen würde, weil ich ja weder von der RV oder der Arbeitsagentur irgendwelche Leistungen beziehe.

Ich mache mir natürlich auch Gedanken über eine normale Ausbildung. Aber ob ich da mit Mitte 30 und dem zerschossenen Lebenslauf noch Chancen habe? Die Angst des neuerlichen Scheiterns kommt noch dazu. Aber die Gefahr besteht überall.

Gibt es hier eigentlich jemanden der es nach langer Arbeitslosigkeit wegen einer psychischen Erkrankung geschafft hat, beruflich Fuß zu fassen? Vielleicht auch ungelernt?

Gruß Tommy

Auf das Thema antworten


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  04.01.2018 13:26  
Vielleicht könnte ein Fernstudium eine Alternative für dich sein? Ich habe selbst eines absolut (aufgrund einer anderen Erkrankung) über die FU Hagen (die einzig staatliche Fernuni) von dem sind auch die Kosten zu anderen Anbietern sehr übersichtlich. Es gibt auch andere Einrichtungen die zb. soziale Studiengänge anbieten. In der Richtung könntest du dich eventuell informieren. Zudem würde ich dir anraten, dass du dich an einen psychiatrischen Pflegedienst wendest. Hier kannst du dich erkundigen: http://www.ptv-sachsen.de/app/app.html
Es gibt die Möglichkeit einer häuslichen Betreuung wo eine Fachkraft ein- bis zweimal die Woche zu dir nach Hause kommt, eventuell spazieren gehen, Amtsgänge erledigen etc pp und zudem hast du die Möglichkeit täglich oder zu Beginn auch 1-2 mal in der Woche in eine Einrichtung zu gehen (stundenweise, nach Vereinbarung) und dort basteln, kochen... je nach Angebot.
Es wäre wichtig, dass du versuchst eine Tagesstruktur aufrecht zu erhalten und dich auch geistig fit hältst. Ungelernt Fuß zu fassen daran würde ich an deiner Stelle nicht denken, da wird nichts ordentliches bei rum kommen.

Danke2xDanke


  04.01.2018 13:34  
Als Leistungsträger müsste für dich das Sozialamt zuständig sein. Die RV nicht, weil du die Wartezeit (mindestens 5 Jahre versicherungspflichtig beschäftigt) denke ich noch nicht erfüllt hast. Die Arge nicht, weil du wegen deiner EU dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehst. Irgendein gesetzlicher Träger ist da aber immer zuständig. Kann nicht sein, dass du nur auf deine private Versicherung angewiesen bist. Das doofe an der Sache dürfte sein, dass dir deine private Versicherung vermutlich angerechtnet wird. Kann also gut sein, dass du am Ende kein bisschen besser dastehst.



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  04.01.2018 14:49  
Intimidator hat geschrieben:
Als Leistungsträger müsste für dich das Sozialamt zuständig sein.


Ich vermute eher die Krankenkasse.



  04.01.2018 15:35  
Schlaflose hat geschrieben:

Ich vermute eher die Krankenkasse.


Denke nicht. Bei ALG usw. Besteht kein Krankengeld Anspruch. Reha Träger müsste da auch die Arge bzw. das Sozialamt sein.





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Sachsen
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  04.01.2018 16:16  
FeuerWasser hat geschrieben:
Vielleicht könnte ein Fernstudium eine Alternative für dich sein? Ich habe selbst eines absolut (aufgrund einer anderen Erkrankung) über die FU Hagen (die einzig staatliche Fernuni) von dem sind auch die Kosten zu anderen Anbietern sehr übersichtlich. Es gibt auch andere Einrichtungen die zb. soziale Studiengänge anbieten. In der Richtung könntest du dich eventuell informieren. Zudem würde ich dir anraten, dass du dich an einen psychiatrischen Pflegedienst wendest. Hier kannst du dich erkundigen: http://www.ptv-sachsen.de/app/app.html
Es gibt die Möglichkeit einer häuslichen Betreuung wo eine Fachkraft ein- bis zweimal die Woche zu dir nach Hause kommt, eventuell spazieren gehen, Amtsgänge erledigen etc pp und zudem hast du die Möglichkeit täglich oder zu Beginn auch 1-2 mal in der Woche in eine Einrichtung zu gehen (stundenweise, nach Vereinbarung) und dort basteln, kochen... je nach Angebot.
Es wäre wichtig, dass du versuchst eine Tagesstruktur aufrecht zu erhalten und dich auch geistig fit hältst. Ungelernt Fuß zu fassen daran würde ich an deiner Stelle nicht denken, da wird nichts ordentliches bei rum kommen.


Mit Fernstudium hab ich mich noch nicht beschäftigt. Informiere mich aber mal drüber. Wie waren da deine Erfahrungen?
Ich würde ja schon gerne eine Ausbildung in irgendeiner Form anstreben. Der sozialer Bereich würde mich zum Beispiel interessieren, auch wenn das mit SP vielleicht blöd klingt.
Muss einfach mal in verschiedene Richtungen denken.



  04.01.2018 16:16  
Da muss ich mich selbst korrigieren. Hab's nachgegoogelt. Während ALG hat man Anspruch auf Krankengeld ähnlich wie bei einer Beschäftigung. Meine Kasse hat mich also auch in dem Punkt belogen.

Mit sozialen Problemen einen sozialen Beruf ergreifen ist meist ein schwerer Fehler.



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4701
  04.01.2018 16:20  
Intimidator hat geschrieben:
Während ALG hat man Anspruch auf Krankengeld ähnlich wie bei einer Beschäftigung.


Soweit ich verstanden habe, bezieht der User auch kein ALG, sondern lebt von einer privaten Rentenversicherung. Fragt sich, wie er krankenverseichert ist. Müsste dann ja privat sein.



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  04.01.2018 16:22  
Tommy36 hat geschrieben:
SP/ÄVPS

Was ist das?

Danke1xDanke


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RGB-West
2137
  04.01.2018 16:49  
Soziale Phobie/Angstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung

Danke1xDanke

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