Doggy

Was soll ich nur tun. Ich fühle mich so schlecht und unsicher, dass mir die tägliche Arbeit wahnsinnig schwer fällt. Ich kann einfach nicht normal mit anderen umgehen, bin total verkrampft und verspannt. In die Augen kann ich auch niemandem sehen. Das ist doch nicht normal! Die paar Freunde, die ich hatte, haben sich mittlerweile alle zurückgezogen. Keiner will mehr was von mir wissen. Es hat zwar keiner so direkt etwas gesagt, doch ich spüre, wie sie hinter meinem Rücken tuscheln. Ich möchte doch einfach nur das Leben geniessen, egal ob es die Arbeit ist oder privat. Ich möchte nicht ewig das Gefühl haben, dass ich nichts mit Unbekümmertheit tun kann. Alles mache ich verkrampft. Schon seit langem wache ich jede Nacht gegen 4.00 h auf und kann nicht mehr einschlafen, so sehr grübele ich über alles nach. Manchmal wäre es mir am liebsten, ich wäre tot. Dann müsste sich niemand mehr über mich ärgern und ich hätte endlich meine Ruhe. So macht das Leben jedenfalls keinen Spaß.

19.06.2002 18:08 • 27.06.2002 #1


5 Antworten ↓


Gast


Hallo Hündchen,

als ich deinen Beitrag las, erkannte ich mich in deinen Worten wieder!

Mir geht es ähnlich und auch ich habe nur diesen einen Wunsch, endlich "normal" leben zu können, ohne dieses ständige Grübeln und diese Unsicherheit den Anderen gegenüber!

Was hast du eigentlich für Symptome? Wie äußert sich bei dir die innere Unsicherheit?

Übrigens wache ich auch immer ca. 4 Uhr auf und fange automatisch an, ewig nachzudenken! Ich kann es auch nicht abstellen und werde total unruhig!

Hast du dir schon irgendwo Hilfe gesucht?

Ich würde mich freuen, wenn du einfach ein wenig über dich schreibst! Vielleicht können wir Erfahrungen und Tipps austauschen?!

Liebe Grüsse,
butterfly

20.06.2002 06:59 • #2


Gast


hallo Hündchen,

ich kann mich auch wie butterfly in deine worten wiederfinden. leider geht's mir oft genauso. aber ich versuche gerade zu lernen, mich rechtzeitig zu fangen, wenn ich wieder am fallen bin. du kannst das sich auch. auch wenn's einem noch so schlecht geht, es wird wieder eine bessere zeit geben.

bist du sicher, dass es deinen mitmenschen auffällt, wenn du verkrampft bist? merken sie, dass dir die arbeit schwer fällt? vielleicht ja nicht. dann tuschelt sicher auch keiner hinter deinem rücken. aber das gefühl kenne ich leider auch zu gut. wenn irgendwo jemand lacht, deke ich sofort, die lachen über mich. warum weiß ich nicht genau.

ich glaube nicht, dass sich wirklich jemand über dich ärgert. vielleicht ärgerst du dich selbst über dich. jedenfalls geht es mir so. aber diese wut hilft mir auch oft. sie kann kraft geben, den fall nach unten zu stoppen.

wenn du magst, erzähle doch ein wenig mehr, was deine probleme sind. auch das weggschreiben von der seele kann helfen.

ich wünsche dir gute besserung.

liebe grüße,

Sven

20.06.2002 21:02 • #3


Gast


Hallo Hündchen,

auch ich kann mich ein wenig in dir wiederfinden. Denn auch ich habe arge Probleme im Umgang mit anderen Mensch. Nur scheint es sich bei mir auf den Umgang mit mir fremden Menschen zu beschränken.

Tägliche Arbeit ist für mich überhaupt nicht mehr möglich, da sich meine Verkrampftheit schon zu einer Angst entwickelt hat, die sich körperlich in Form von Herzrasen, Überlkeit etc. bemerkbar macht.

Lange Zeit habe ich das Ganze für mich behalten, bis es dann einfach nich mehr ging. So hab ich mich dann Eltern und Freunden mitgeteilt, und bin zum Glück auf Verständnis und Hilfe beider Seiten gestossen.

Mittlerweile befinde ich mich in therapeutischer Behandlung, da auch ich gerne wieder ein ganz "normales" Leben führen möchte. Und ich muss sagen das die Therapie mir eine große Hilfe ist mein Ziel zu erreichen!


Liebe Grüße

Oliver

20.06.2002 23:07 • #4


Doggy


Vielen Dank für Eure aufmunternden Worte. Es tut gut zu wissen, nicht alleine mit diesem Problem zu sein. Wenn ich darüber nur auch so offen mit meiner Familie und meinem Mann sprechen könnte. Es ist mir einfach nicht möglich. Ich glaube, sie würden es abtun. Für "so etwas" ist in unserer Familie kein Platz. Zu gerne würde ich Hilfe in Anspruch nehmen, doch ich habe keine Ahnung, wie ich an einen wirklich guten Therapeuten kommen soll. Aber ob eine Therapie wirklich hilft? Ich kanns mir so gar nicht vorstellen. Gibt es nicht irgendeine Wunderpille, die alle Macken wegbläst? Das wäre ein Traum. Eine ähnliche Wirkung erziele ich übrigens, wenn ich 1 oder 2 Gläschen Sekt getrunken habe. Prompt bin ich viel sicherer und rede wie ein Wasserfall. Doch das ist natürlich nicht die Lösung der Dinge!

Ich muß sagen, am unangenehmsten macht sich meine Sozialphobie bemerkbar, indem ich z. B. bei Sitzungen oder auch sonst keinen Augenkontakt halten kann. Mein Blick ist dann extrem flatterig und ich würde am liebsten abtauchen. Dies wiederum verunsichert dann auch meine Gesprächspartner. Das ist von allem das für mich schrecklichste. Dass ist dabei noch rot werde, stört mich eigentlich weniger. Diese Symptome habe ich sowohl bei mir vertrauten Personen als auch bei Fremden. In Besprechungen kriege ich meist keinen Ton raus, die Stimme ist piepsig und ich stammele nur etwas vor mich hin. Stets in der Hoffnung, nicht angesprochen zu werden.

Ich würde mich sehr über einen intensiven e-mail-Austausch freuen. Vielleicht macht es mir dann vieles etwas leichter.

21.06.2002 16:01 • #5


Oliver


Wenn du auf meinen Namen klickst dürftest du meine E-Mail haben, wenn ich mich nich irre...

27.06.2002 23:42 • #6



Dr. Reinhard Pichler


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