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201815.02




3
1
Hallo,

meine Tochter (19) , leidet unter einer sozialen Phobie und ist seit 1,5 Jahren in regelmäßiger Behandlung.
Leider kann sie keine Ausbildung beginnen, oder einen schulischen Weg gehen, da ihr das nicht möglich ist!
Aus therapeutischer Sicht, hat sie Fortschritte gemacht..
Hier ist also alles geregelt.

Aber wer ist außer die Eltern für eine finanzielle Unterstützung da,
damit meine Tochter,
- die ein Patient in einer Therapie ist und "am Leben teilnehmen soll muß"!
Sprich..
mit Freundinnen ein Eis essen gehen, in die Disco, etc...,
dies auch umsetzen kann?
Sie soll und muss in das Leben, dass einer 19 jährigen zusteht und das kostet Geld.
Aber verdienen kann sie keines, wegen ihrer Krankheit!

Wohin kann man sich wenden ?

Egal wo wir bisher gefragt haben, keiner fühlte sich zuständig!


Hat von euch jemand einen Rat?


Vielen Dank :blumen1:

Auf das Thema antworten

9 Antworten ↓



3666
2
Ostsee
2542
  15.02.2018 18:33  
Hey,
gibt für fast alles eine Lösung. ;)

Lema4 hat geschrieben:
Leider kann sie keine Ausbildung beginnen, oder einen schulischen Weg gehen, da ihr das nicht möglich ist!

War sie schonmal zur Beratung bei der Arbeitsagentur/Jobcenter? Es gibt spezielle Reha Ausbildungen, bei denen auf alle Einschränkungen rücksicht genommen wird. Ich kenne einen, der das macht und der meinte, dass man darüber zig verschiedene Berufe erlernen könne. Besser so ein Abschluss mit "Stempel", als garkein Abschluss.


Lema4 hat geschrieben:
Aber wer ist außer die Eltern für eine finanzielle Unterstützung da,
damit meine Tochter,
- die ein Patient in einer Therapie ist und "am Leben teilnehmen soll muß"!
Sprich..
mit Freundinnen ein Eis essen gehen, in die Disco, etc...,
dies auch umsetzen kann?

Dann soll sie einfach mal ganz offiziell den Hartz IV Antrag beim Jobcenter stellen. Da sie unter 25 ist, wird man die Einkünfte von den Eltern anschauen. Abhängig vom Einkommen der Eltern gibt es dann Hartz IV oder auch nicht. Und ab 25 können die Eltern auch Millionäre sein und es gibt trotzdem Hartz IV :lol:
Oder halt als arbeitsunfähig versuchen sich berenten zu lassen.....

Wer es schafft in eine Disco zu gehen, der sollte es mindestens schaffen ne Ausbildung im Reha Programm zu machen :roll:

Danke1xDanke




3
1
  15.02.2018 18:47  
Ganz lieben Dank, für die Antwort..


In die Disco kann sie nur, wenn sie vorher ein Gläschen Sekt trinkt...
Das soll bedeuten, dass sie ihr Denken somit ein wenig überlistet.
Außerdem sind dann Freundinnen dabei und die gesamte Situation ist eine andere, als wenn man zur Arbeit muss..
Wir, die Therapeutin und ich als Mutter sind froh darüber, dass sie es in eine Disco schafft, denn das ist mitunter das Einzigste, was meiner Tochter zur Zeit Freude bereitet, weil sie sich dort integriert fühlt.

In der Arbeitsagentur wollte sie sich beraten lassen.
Sie würde gerne eine Fernschule besuchen und dort eine Schulung zur Tontechnikerin machen.
Diese wird staatlich anerkannt. Dafür gibt es Bildungsgutscheine von der Agentur für Arbeit.
Aber meine Tochter ist dafür nicht "geeignet", da sie weder arbeitslos ist, oder gefährdet ist arbeitslos zu werden.
Das ist man ja nur, wenn man mal gearbeitet hat.
Also mal wieder die A Karte gezogen..
Wie immer!

Ich werde jetzt alles was geht probieren und hoffen, dass wir mal was erreichen..

Lieben Dank nochmal



3666
2
Ostsee
2542
  15.02.2018 18:54  
Lema4 hat geschrieben:
In der Arbeitsagentur wollte sie sich beraten lassen.
Sie würde gerne eine Fernschule besuchen und dort eine Schulung zur Tontechnikerin machen.
Diese wird staatlich anerkannt. Dafür gibt es Bildungsgutscheine von der Agentur für Arbeit.
Aber meine Tochter ist dafür nicht "geeignet", da sie weder arbeitslos ist, oder gefährdet ist arbeitslos zu werden.
Das ist man ja nur, wenn man mal gearbeitet hat.
Also mal wieder die A Karte gezogen..
Wie immer!

Mit der Einstellung kommst du nicht weit.
Sie soll sich ruhig erstmal als arbeitslos dort anmelden, sie kann schließlich jederzeit sofort auf Geld verzichten, wenn man sie z.B. zum Kloputzen schicken möchte. Indem sie aber im System steht, entsteht auf die Mitarbeiter des Jobcenters Druck. Die Zahlen sind in so einem Jobcenter das allerwichtigste, egal ob der Mitarbeiter dort sehr engagiert ist oder nur die Statistik einhalten möchte. ;)

Eine Reha Ausbildung wird zu 100% gefördert, wenn sie ein Gutachten bekommt, dass sie auf dem 1. Arbeitsmarkt keine Ausbildung machen kann. Aber das braucht sie erst wenn es so weit ist. Erstmal dorthin tingeln und beraten lassen, welche Möglichkeiten für sie bestehen und das Stichwort "Reha Ausbildung" vielleicht erwähnen. ;)

Danke1xDanke


211
Offenburg, Baden-Württemberg
122
  15.02.2018 21:37  
Wenn die Krankheit zu entsprechend schweren und langwierigen Einschränkungen führt ist möglicherweise eine Einstufung als (schwere) Behinderung mit Unterstützung möglich.
Als ich in Reha war wurde das auch explizit angesprochen und Hilfe für Anträge angeboten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Psychische_Behinderung

Angsttörungen halten sich vor allem auch durch Vermeidung (Bestätigung der Angst, keine anderweitige Erfahrung). Insofern stellt sich die Frage, ob ein Fernstudium das richtige ist. Kann aber natürlich auch ein guter Weg sein, der es überhaupt erst ermöglicht.





3
1
  15.02.2018 21:48  
Hallo Jan,

vielen Dank für deine Nachricht.
Wir haben vor ca 8 Monaten einen Antrag auf eine psychische Behinderung gestellt.
Zuerst müssen die Flüchtlinge registriert und bearbeitet werden, sagte man mir am Telefon.
Mir wurde auch gesagt, dass dieser Antrag nur bedeutet, dass man ab und an Begünstigungen erhält, was Eintritte betrifft.
Ansonsten könnte man mit einer Feststellung einer seelischen Behinderung nicht viel anfangen. Aufjedenfall bekäme man keine finanzielle Hilfe.
Was denkst du darüber? Hast du einen Antrag gestellt ?

Durch die Therapie vermeidet Sie die Vermeidung :)
Marie traut sich mehr und ist zuversichtlich.
Dennoch wird es ein langer Weg, bis sie wie ein gesunder Mensch leben und normale Dinge tun kann.
Die Fernschule würde sie einen großen Schritt an ihren Traumberuf näher bringen.

Viele Grüße



3666
2
Ostsee
2542
  15.02.2018 21:55  
Lema4 hat geschrieben:
Mir wurde auch gesagt, dass dieser Antrag nur bedeutet, dass man ab und an Begünstigungen erhält, was Eintritte betrifft.
Ansonsten könnte man mit einer Feststellung einer seelischen Behinderung nicht viel anfangen. Aufjedenfall bekäme man keine finanzielle Hilfe.

Es kommt auf die Einstufung drauf an. Wenn die Einschränkungen etwas stärker sind, ist es z.B. möglich viel leichter im öffentlichen Dienst unterzukommen. Eine psychische Behinderung kann mit einer körperlichen Behinderung gleichgestellt werden und im öffentlichen Dienst werden gezielt Menschen mit Behinderungen oft bevorzugt eingestellt. ;)
Aber auch Firmen können dadurch profitieren, wenn sie Mitarbeiter mit Behinderung einstellen.
Umgekehrt kann eine Behinderung aber auch verschwiegen werden um einen Job zu bekommen. Der wesentliche Aspekt ist, ob deine Tochter als "behindert" eingestuft werden möchte oder das für sie eher eine schwere Belastung wäre....



211
Offenburg, Baden-Württemberg
122
  15.02.2018 23:02  
Lema4 hat geschrieben:
Mir wurde auch gesagt, dass dieser Antrag nur bedeutet, dass man ab und an Begünstigungen erhält, was Eintritte betrifft.
Ansonsten könnte man mit einer Feststellung einer seelischen Behinderung nicht viel anfangen. Aufjedenfall bekäme man keine finanzielle Hilfe.
Was denkst du darüber? Hast du einen Antrag gestellt ?


Ja, auch je nach Stufe bringt das mehr oder weniger.
Manchmal kann es - glaube ich - auch Sinn machen keinen Antrag zu stellen.
In der Reha gab es diesbezüglich dann auch Beratung.

Nein, ich habe keinen gestellt. Für mich kam das nicht in frage. Ich funktioniere noch gut genug um, zumindest in meinem Beruf, arbeiten zu können. :)
Und muss halt jetzt selbst schauen dass ich nicht kaputt gehe.
Und gerade in der Reha ging es mir gut; quasi keine Beschwerden.

Insofern; vielleicht wäre eine Reha auch etwas für deine Tochter.
Ich bin auch mit diagnostizierter sozialer Phobie hin, neben Depression und Somatisierungsstörung. Auch wenn ich vorher nie explizit hin wollte, habe ich es einfach mal probiert.
Als es dann so weit war bin ich einfach hin, auch mit der Einstellung dass die Mitarbeiter einem dort ja auch nur helfen wollen, und die anderen Mitpatienten sind, die auch alle ihre Problemchen haben.
Ich hatte dann selbst beim gemeinsamen Essen im Speiseraum kein Problem mit dem essen (sonst äußert sich bei mir gerne die Übelkeit).

Bei einer Reha ist das Ziel die Stärkung fürs Berufsleben, bezahlt von der Rentenkasse.
Auch wenn deine Tochter noch nicht gearbeitet hat kann es sich lohnen sich das zumindest mal zu überlegen und/oder einen Antrag zu stellen.

Zitat:
Dennoch wird es ein langer Weg, bis sie wie ein gesunder Mensch leben und normale Dinge tun kann.

Nur für den Fall dass das mit klingt;
Nicht jeder ist für ständiges Ausgehen oder viele und unbekannte Erlebnisse gemacht, oder einen großen Freundeskreis.
Eine soziale Phobie ist natürlich sehr einschränkend, gerade wenn es einen daran hindert was man selbst eigentlich tun oder zumindest ausprobieren würde.

Wenn sie einen klaren Traumberuf hat ist das natürlich super!
Ein klares Ziel, dann klappt das auch! :)
Vielleicht mit mehr Anstrengung als andere, aber das macht ja nichts. Daran wächst man auch und lernt sich und seine Grenzen oder Bedürfnisse besser kennen.



  16.02.2018 13:39  
Ich kann dir zwar nicht weiterhelfen aber ich finde es total schön dass du deine tochter unterstützt. Ich hätte mir gewünscht meine eltern hätten sich so bemüht. Bei mir hieß es immer : stell dich nicht so an...du hast nix.



  19.02.2018 20:58  
Hallo,
wie hier die anderen auch schon, kann ich die Reha Ausbildung nur empfehlen!
Ich mache zurzeit eine Reha Maßnahme, d.h., ich bin noch auf der Suche nach einem geeigneten Berufsfeld für mich, aber anschließend kann man dann dort eine Ausbildung beginnen. Auf deine Tochter wird dort viel Rücksicht genommen, man hat viele Ansprechpartner, regelmäßig psychologische Gespräche und es gibt auch Gruppenangebote. Natürlich ist es von Einrichtung zu Einrichtung unterschiedlich und ich kann jetzt nur von mir reden, aber ich denke in den meisten Einrichtungen wird es wohl so ähnlich gehandhabt.
Da solltet ihr zum Jobcenter in die Rehaabteilung gehen, die können das empfehlen. Eine Diagnose hat ja deine Tochter und so kann gut auf sie eingegangen werden!

Liebe Grüße

Danke1xDanke


Dr. Reinhard Pichler

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