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M
Hey,
Ich habe mich Grade angemeldet, dafür habe ich einige Zeit gebraucht denn ich habe selbst im Anonymen Internet so meine Probleme, ich hoffe es ist in Ordnung? Falls der Thread nicht ok ist, dann bitte einfach löschen.
Ich hoffe, hier ein paar gute Tips zu finden und vorallem einige Erfahrungen mit den Problemen zu lesen...

Ich fange einfach mal an...

Also, ich bin 25j. Seit ich denken kann, habe ich Angst in der Nähe von anderen Leuten.
Ich habe immer Angst mich zu blamieren, dass die Leute schlecht über mich Denken, wenn mir auf der Straße jemand entgegen kommt oder hinter mir läuft, bin ich so mit dem Gedanken beschäftigt mich nicht zu blamieren, dass ich erst recht komisch laufe was natürlich die Blicke auf mich zieht (empfinde ich so).
Ich fühle mich sogar unwohl wenn jemand aus meiner Familie neben mir sitzt.Es ist sogar so, wenn mir in der Gegenwart meines z.B. Bruders, was runterfällt zb. Feuerzeug, schäme ich mich 3 Tage später noch.
Bei Familienfeiern, verschwinde ich meistens und komme erst wieder wenn fast alle wieder weg sind.

Es hat also nichts mit Fremden Leuten zu tun sondern mit allen Leuten.

Ich habe aber nicht nur angst mich zu blamieren, auch vor dem Unbekannten zb. Was könnte mein Gegenüber als nächstes tun/sagen? Wie soll ich darauf reagieren? Was wird von mir verlangt?

Ich gehe kaum noch aus dem Haus, mittlerweile habe ich kaum noch Gründe das Haus zu verlassen, nach meiner Ausbildung letztes Jahr, würde ich nicht übernommen weil ich zu schüchtern war, ein Vorstellungsgespräch kam Anfang des Jahres nicht zu Stande weil ich mich nicht getraut habe, mich beim Betrieb zu melden.
Freunde habe ich keine, nicht mal einen einzigen...

Ich gehe sogar weniger auf den Spielplatz, da könnten ja andere Leute sein, wobei andere Kinder ja nur schön für mein Kind sind...
Elternabende war ich bei noch gar keinem (seit 3 Jahren Kita).

Ich merke selber wie das alles an mir kratzt, mit mir ist kaum noch was anzufangen ich werde Morgens kaum wach, könnte den ganzen Tag im Bett bleiben und vorallem ich könnte bei jedem piep gleich los heulen...

Ich will das aber alles nicht mehr, ich will endlich was dagegen tun, endlich selbst bestimmen was ich tu und was nicht und nicht immer auf meine Angst hören.

Mittlerweile weißt ich das es nicht von selbst verschwindet, ich muss was dafür tun aber ich schaffe es nicht alleine, ich denke ich bräuchte erst mal Ruhe um mich voll dem Problem zu widmen (evtl eine Therapie) aber alleine die Ruhe fehlt...

Ich lebe leider vom Amt und das will mich logischerweise in Arbeit bringen aber jeder Termin, sogar jeder Brief Haut mich fast um, vor Terminen, kann ich kaum Schlafen, ich fühle mich als würde ich gleich umkippen ich bekomme schweissausbrüche und kann einfach nicht mehr.
Mittlerweile wurde ich Sanktioniert weil ich aus Panik, nicht zu einer Maßnahme gegangen bin...

Ich bin soweit das ich sage Schei* drauf, ich geh zum Hausarzt vielleicht hat der Tips, aber ich weiß nicht ob das richtig wäre, mein Kopf sagt mir die lästern eh nur.
Auf einen Termin bei einem Therapeuten, müsste ich bis nächstes Jahr warten zudem wollen die meisten nur Privatpatienten...
Aber nach, ich sag das jetzt so leicht, noch habe ich ja nichts unternommen, keine Ahnung ob ich mich wirklich zum Arzt traue, das weißt ich erst wirklich wenn ich es getan habe.

Ich weise echt nicht mehr weiter.

Nun bin ich bei den Gründen für meine Anmeldung hier...

Was würdet ihr mir raten?
Ich gehe davon aus das hier mehrere sind die viel weiter sind wie ich von euch erhoffe ich mir so ein paar Erfahrungen
Wie seid ihr das angegangen?
Was waren eure ersten Schritte?
Macht ihr eine Therapie?
Wie läuft das so ab?
Hilft sie euch?
Nehmt ihr Medikamente? (ich habe Angst das man mir was verschreiben will ich aber dann noch weniger zu gebrauchen bin...)

Kann ein Arzt jemanden wie mich wirklich Krankschreiben?
Dieser ganze Mist mit dem Amt zieht mich so runter, ich weiß nicht ob ich das evtl parallel zu einer Therapie, aushalte aber ich will endlich ein normales Leben, ohne Angst und mit neuen Leuten und endlich wieder Freunden...
Ich würde auch nicht daheim rumspielen, sondern evtl eine Therapie machen.
Vorallem will ich es für mein Kind schaffen.
Ich hoffe auf viele Antworten und bedanke mich im voraus.

Liebe Grüße
Mysha

PS: Rechtschreibfehler dürfen gerne übersehen werden, schreibe mit Handy... XD

29.07.2015 15:31 • 29.07.2015 #1


3 Antworten ↓


L
Hallo Mysha,

und Willkommen hier im Forum.
Ich denke Deine Anmeldung hier ist ein schritt in die richtige Richtung.
Sicher gibt es hier auch Mitglieder die ähnliches durch haben und Die mit ein paar Tipps helfen können.
Leider kann ich Dir bezüglich Deiner Angst keine wertvollen Tipps geben.
Selbstverständlich ist mir auch wichtig, dass meine Familie, Freunde, Kollegen und bekannte ein positives Bild von mir haben aber ich mach mir nie Gedanken darüber wer alles was von mir denkt. Na klar, man kann sich auch mal blamieren - ist nicht weiter schlimm.

Wie Du schon merkst, bin ich wenn es um Deine Angst geht keine Hilfe.

Allerdings würde ich Dir empfehlen zum Deinen Arzt zu gehen und Ihn die Situation schildern.
Auch er kann Dich vorerst krank schreiben damit Du vorerst kein Druck von Amt hast, er kann Dich an einen Spezialisten überweisen.
Keine Angst vor Medikamenten, es soll auch keine Dauerlösung sein doch können diese Medikamente Dir vorerst helfen Deine Angst zu dempfen damit Du wieder an kraft ggewinnt.

Wünsche Dir alles gute.
LG

29.07.2015 16:22 • #2


A


Erste Schritte zum Neuanfang?

x 3


Schlaflose
Ich leide selbst an einer sozialen Phobie und einer ängstlichen (vermeidenden) Persönlichkeitsstörung und kenne vieles von dem, was du schreibst, nur ist es bei mir nicht so extrem. Aber eines wundert mich. Wie hast du es geschafft, trotz allem zu einem Kind zu kommen? Bei mir ist es so, dass ich aufgrund meiner psychischen Störung nie eine Beziehung zu einem Mann haben konnte und erst recht keinen Geschlechtsverkehr.

Zitat von Mysha:
Kann ein Arzt jemanden wie mich wirklich Krankschreiben?


Ja, wenn du ihm die Situation genauso schilderst wie hier. Für eine längere Krankschreibung verlangt die Krankenkasse allerdings, dass du von einem Psychiater krank geschrieben wirst, bzw. bei einem Therapeuten in Behandlung bist. Du musst dich unbedingt auf Wartelisten bei mehreren Therapeuten setzen lassen. Man bekommt auch als Kassenpatient einen Platz, allerdings mit längerer Wartezeit.
Ich nehme Medikamente seit über 16 Jahren, allerdings nicht wegen der Angsterkrankung, sondern wegen den daraus resultierenden Schlafstörungen.

29.07.2015 16:33 • #3


J
Hallo Mysha,

erstmal willkommen hier im Forum. Schön, dass du da bist. Ich kann ein bisschen nachempfinden, wie es dir gehen muss, weil ich auch Angst vor der Beurteilung durch andere Menschen habe und dadurch schüchtern bin und mich ständig selbst beobachte. Familie und Freunde habe ich nicht, aber ich denke, dass ich nur bei Fremden gar so scheu bin. Dass man sich drei Tage lang schämt, weil einem vor dem eigenen Bruder etwas runtergefallen ist, klingt für mich recht ungewöhnlich. Auch, dass du fast nicht mehr raus gehst, obwohl du Mama eines kleinen Kindes bist, ist nicht gut für dich und dein Kind. Woher könnte das bei dir kommen, hast du dir das schon einmal überlegt? Gab es z.B. früher als Kind Situationen, in denen du von deinen Eltern runtergemacht wurdest, wenn du etwas falsch gemacht hast?

Eine Psychotherapie ist sicher ratsam, ja! Ein Arztbesuch ist sowieso angebracht, aber geh am besten gleich zum Psychiater, weil sich Hausärzte oft nicht so gut mit psychischen Problemen auskennen. Das mit dem Krankschreiben entscheidet der Arzt. Ich könnte mir schon vorstellen, dass er dich krankschreibt, damit du erstmal vom Amt deine Ruhe hast und deine Probleme therapeutisch angehen kannst. Wahrscheinlich würde dir zusätzlich zur Therapie ein geeignetes Medikament helfen, das dir etwas die Angst nimmt, um einen Weg aus der Misere zu finden. Deine Bedenken verstehe ich. Meine ersten Medikamente, die ich genommen habe, waren auch kontraproduktiv (ich bin depressiv und wurde durch manche Tabletten noch träger). Aber jetzt habe ich eines, das ganz gut hilft. Es gibt für jeden das richtige Medikament, sagt mein Psychiater. Es kann halt bei manchen etwas dauern, bis es gefunden ist. Auch, bis man einen Therapieplatz bekommt, vergeht einiges an Zeit, sei da nicht zu enttäuscht, wenn es nicht gleich klappt.

Alles in allem finde ich, dass du schon auf einem guten Weg bist! Du willst nicht versumpfen, sondern professionelle Hilfe und ein besseres Leben für dich und dein Kind - das ist ein guter Anfang. Mach weiter so und nimm das, was du da geplant hast (Arztbesuch, Therapieplatzsuche) in Angriff!

29.07.2015 16:34 • #4





Dr. Reinhard Pichler