lamie

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Hallo ihr lieben,

ich habe wie ihr wahrscheinlich auch eine lange Geschichte-Leidensgeschichte, die sich schon ungefähr 8 bis 10 Jahre hinstreckt. Ich bin 22 Jahre alt und alles fing mit Schulangst an, obwohl ich Schule liebte. Ich ging aus Angst nicht mehr zur Schule, hatte Angst mich zu blamieren, irgendwann verdunkelte ich gelegentlich meine Fenster und fühlte mich oft beobachtet. Bis vor 3 Jahren glaubte ich, dass das ebenso normal sei, wie die Angst in kleinen Gruppen und im Mittelpunkt zu stehen. Irgendwann bekam ich Atemnot, verließ das Haus nicht mehr und nahm drastisch ab. Diagnose:Agoraphobie. Seit einiger Zeit weiß ich, dass ich eine Sozialphobie habe, alle Symptome treffen auf mich zu, ich lebte lange bei meinen Eltern, heute in einer eigenen Wohnung, habe Angst von den Nachbarn als schlecht angesehen zu werden, verlasse das Haus selten und wenn nur mit Begleitung. Ich suche stets im Internet nach einer Arbeitsstelle, doch wenn ich eine Bewerbung schreibe, würde ich bei einer Einladung doch wieder verneinen-aus Angst.

Es muss sich etwas ändern, so kann es nicht weitergehen. Ich will keine Therapie-weder ambulant, noch stationär. Ich will leben und zwar richtig.

So kam ich auf folgende Idee. Ich suche jemanden, der mit mir ins Ausland geht-Alaska oder ähnlich klimatische Länder. Dort würde ich gern ein Haus mit meinen eigenen Händen aus Holz bauen, Holz hacken, den Kamin beheizen, Nahrung suchen. Auf diese Weise lernt man doch letztendlich das Haus wieder zu verlassen, WEIL MAN ES MUSS, um zu überleben. Es sind andere Dimensionen als hier und wenn man z.B. für 1 Jahr oder ein halbes Jahr mit diesen Bedingungen klar kommt, weshalb sollte es dann hier nicht klappen? Problem ist nur, dass ich das nicht allein machen möchte, am Besten zu 2.,3.,4. ... . Auf diese Weise kann man den sozialen Austausch üben, gemeinsam Konflikte meistern. Was haltet ihr davon? Wenn jemand Interesse daran hat, würde ich mich freuen, eine Nachricht zu erhalten.

Liebe Grüße

01.12.2009 13:43 • 02.12.2009 #1


8 Antworten ↓


Lebkuchen


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Das ist eine Super Idee, leider kann ich Mann und Familie nicht verlassen, sonst würd ich mitkommen!
Mein Vorschlag in einem anderen Thread war, dass wie alle ein neues Dorf gründen sollten, damit wir uns frei bewegen können

Liebe Grüße

01.12.2009 13:55 • #2


lamie


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Schade, dass du nicht mitkommen kannst. In ein eigenes Dorf zu ziehen, klingt nicht schlecht:-). Aber wären dann nicht trotzdem alle Straßen leer *gg*

01.12.2009 13:58 • #3


Lebkuchen


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neeee, wenn ich wüßte, dass alle dieselbe Krankheit haben wie ich und ich nicht auffalle, würde ich sogar durch die Felder hüpfen

01.12.2009 14:05 • #4


Chaosfee


@lamie...

Hallo...
Sorry aber meinst du es ernst mit dem was Du schreibst??

Warum versuchst Du es nicht erstmal mit einer Therapie in unseren Landen.

warum ist es denn hier nicht überlebenswichtig für Dich die Wohnung zu verlassen
wer erledigt deine Einkäufe etc?


Liebe Grüsse
Eva

01.12.2009 14:25 • #5


lamie


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Hallo Chaosfee,

es ist mir sehr ernst mit dieser Idee, ich denke, dass es eine Bereicherung sein kann, man muss sich dem allerdings auch gewachsen fühlen, es ist bestimmt nichts für jedermann-was ich verstehen kann.

Natürlich ist es mir auch hier ernst ein normales Leben zu haben, die Umstände erschweren es allerdings erheblich. Viele Medien und Stresspunkte sind in der heutigen Zeit dafür verantwortlich, dass wir unter einer Sozialphobie leiden und es werden immer mehr Betroffene.

Wenn man also zum Ursprung der Menschheit zurückgeht, kann man das reale Leben wieder erlernen, was so nur schwer möglich ist, da man sich ständig wachsendem Leistungsdruck und Stress aussetzt. Man wird Dinge klarer sehen, an Erfahrungen gewinnen etc.

Und mal ehrlich. Ich hatte stationäre und ambulante Therapien-nichts half. Aber mich hierhin zu setzen und zu sagen "Ich mache nicht mehr weiter" hat doch auch nicht wirklich ein Ziel, auch wenn man manchmal solche Gedanken hat. Also ist das doch ein guter Versuch.

Liebe Grüße

01.12.2009 17:11 • #6


1982tina


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Ich glaube das du vor deiner Angst davonlaufen willst. Das ist meine ehrliche Meinung dazu.

Du willst auswandern und bei Null anfangen und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wie die Urmenschen die auch noch selber zur Jagd ziehen. Klar das man keine soziale Angst empfindet wenn man lebt wie ein Urmensch Die müssen sich dafür mit anderen Ängsten auseinandersetzen, z. B. darüber ob Sie überhaupt überleben und wo sie Ihre nächste Mahlzeit herbekommen.

Hast du das mal alles gedanklich durchgespielt?
Auch diese "Lebensform" befreit dich nicht von Ängsten.....................

01.12.2009 18:15 • #7


Chaosfee


Aber nach Alaska ? da is doch nichts,ausser Schnee...


jetzt bist Du ja erst mal noch hier und vielleicht hilft Dir der Austausch mit anderen Betroffenen,neue Ansätze,neue Möglichkeiten für Dich zu entdecken.....

Ich glaube auch ,das Du flüchten möchtest...aber deine Angst begleitet Dich überall mit hin....fange lieber an,an Dir zu arbeiten und sage der Angst den Kampf an... jeder neue Tag ist ein Stück nach vorn...und die Angst wird irgendwann Vergangenheit sein....

ich schick Dir mal ganz liebe Grüsse

Eva


01.12.2009 19:13 • #8


Genda


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Ach ja,

was wäre das schön, einfach abzuhauen, den ganzen Mist hinter sich zu lassen und in Ruhe und Frieden zu leben, weit ab vom lauten Kapitalismus, von ausgesprochen dummen Menschen, von korrupten Politikern..ect...

Du schreibst, das du dich mit einigen Leuten zusammen tun willst, um gemeinsam mit Ihnen ein neues Leben zu beginnen. Hmm...wer sagt dir denn, das dir die Leute nicht nach einigen Wochen oder Monaten gewaltig auf die Nerven gehen? Glaubst du wirklich, so tolerant zu sein, um alle Eigenheiten eines jeden Mitbewohners ständig ertragen zu können?

Wenn man etwas machen "muß", wie du schreibst, heißt das noch lange nicht, das es alle gleich tun. Wie soll denn so eine Gesellschaft deiner Meinung nach aufgebaut sein? "Nahrung suchen"? Wie soll ich das verstehen? Wie Trapper John Fallen stellen, Bären jagen und fischen? Holz sammeln, Hütten bauen, Lagerfeuer? Weißt du, wie ausgesprochen unbequem das Leben wäre ohne fielßendes Wasser, ohne Strom, ohne Heizung, ohne Licht? Und was wäre, wenn jemand erkrankt? Mal eben nen Arzt rufen ist ja wohl nicht möglich.
Meine Ansicht zu deiner Thematik ist folgende:

Wenn du unbedingt gehen willst, dann mache etwas nützliches. Geh in dritte Welt Länder und helfe den Menschen dort, dann leistest du wirklich etwas.

Einfach zu sagen, ich hau ab und sehe zu, wie ich "drüben" klarkomme, ist lediglich der Versuch, vor seinen Problemen zu fliehen. Nichts weiter.

Gruß
Genda

02.12.2009 07:22 • #9



Dr. Reinhard Pichler


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