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Nabend,

wenn das Leben eines Menschen von seinen Ängsten beherrscht wird und derjenige es zwar bedauerlich findet, allerdings nicht den Willen aufbringen kann oder will etwas daran zu ändern, und auch sonst jede professionelle Hilfe aufgrund nicht beeinflussbarer Umstände versagt wird, ist dann das berühmte Ende der Fahnenstange erreicht? Sollte man sich dann nicht viel lieber auch weiterhin mit seinen Verfehlungen arrangieren, diese akzeptieren und die Hoffnung inklusive der damit verbundenen Erwartungen begraben, damit man zumindest noch den Rest seiner Tage weniger schmerzvoll aber zumindest loyal zu seinem von Ängsten beherrschten Ich fristen kann? Ich meine das im Sinne von: wenn durch die Angst soziale und ggf. psychisch signifikante Missstände entstehen, die Frustrationstoleranz allerdings im Verhältnis zu den unerfüllten Wünschen das benötigte Aktionspotenzial gänzlich so kontaminiert, dass das Verhalten und der damit verbundene Wille (eine Änderung herbeizuführen) dadurch und durch Versagen professioneller Hilfe sowie unter Zuhilfenahme von meinetwegen z.B. legalen betäubenden Substanzen regelrecht zum Scheitern determiniert ist. Eine Sache bleibt: gibt es eine einfache und gesunde Möglichkeit die Sehnsucht nach Befriedigung seiner Bedürfnisse zu beseitigen oder wenigstens zu schmälern (unter Berücksichtigung des oben geschriebenen)? Danke vorab!

06.03.2016 02:46 • 27.06.2016 #1


20 Antworten ↓


Hotin
Hallo Richardg

Erst mal willkommen hier.

Zitat:
wenn das Leben eines Menschen von seinen Ängsten beherrscht wird und derjenige es zwar bedauerlich findet,
allerdings nicht den Willen aufbringen kann oder will etwas daran zu ändern, und auch sonst jede
professionelle Hilfe aufgrund nicht beeinflussbarer Umstände versagt wird, ist dann das berühmte Ende der
Fahnenstange erreicht?


Nein, überhaupt nicht.


Zitat:
Sollte man sich dann nicht viel lieber auch weiterhin mit seinen Verfehlungen arrangieren, diese akzeptieren
und die Hoffnung inklusive der damit verbundenen Erwartungen begraben


Nein, falsches kommunizieren und falsches denken kann man nicht mit
weiterem falschen denken überdecken oder sogar verbessern.

Zitat:
Eine Sache bleibt: gibt es eine einfache und gesunde Möglichkeit die Sehnsucht nach Befriedigung
seiner Bedürfnisse zu beseitigen oder wenigstens zu schmälern


Was bedeutet das?
Wäre das nicht ein tolles Rezept zum unglücklich werden?

Viele Grüße

Bernhard

06.03.2016 03:09 • #2



Das Ende?

x 3


Daisho
Hallo Richardg

1.) Nein.
2.) Kommt darauf an; will 'man' denn wirklich?
3.) Ja, durch Erfüllung. Um eine Änderung zu erreichen, ist aber mindestens der bedingte Wille zum Handeln Voraussetzung.

Auch eine gemeinsame Kommunikationsbasis.

Um eine Solche zu erreichen, wären kurze Sätze empfehlenswert. Auch Satzzeichen und Absätze könnten helfen. Wie auch der generelle Verzicht auf verschachtelte Schachtelsätze. Auch gelten Bandwürmer als medizinisch behandelbare Parasiten. Bandwurmsätze auch?

Versuchs bitte.

@Hotin
Danke für's aufbrechen des Bandwurms

06.03.2016 03:29 • x 1 #3


Na gut, dann werd ich es mal auflösen und die Bandwürmer sowie Fachwörter zuhause lassen. Wobei ich kaum glaube, dass mir ein anderer Mensch helfen kann (konnte bislang keiner und ich selbst will mir scheinbar nicht helfen). Aber schauen wir mal.

Danke erstmal für eure Antworten und den Willkommensgruß.

Zu meiner Anlage/Umwelt:
- 26 Jahre
- Leben in einer Großstadt in einer sozialschwachen und bildungsfernen Gegend in der die meisten Leute kein Licht mehr am Ende des Tunnels sehen (Rassismus, (Dro.)Missbrauch, Körperverletzung, Depressionen etc. spiegeln die tagtägliche Mentalität und Stimmung der Menschen hier hervorragend wider) > ich dagegen bin das komplette Gegenteil und breche die Lanze für die Vernunft hier in der Gegend
- Teilzeitarbeit bei einem ausbeuterischen Arbeitgeber mit fast nur oberflächlichen, unvernünftigen und arroganten (weiblichen) Kollegen > jedenfalls was man so mitbekommt wenn sich Kollegen unterhalten und man diese näher kennen lernt
- keine Berufsausbildung (Studium paar mal gescheitert > da wenig Motivation dafür aufgebracht > war nicht das Richtige)
- noch nicht ansatzweise Beziehung gehabt > Scheinbar zu schüchtern/sozialphobisch bzw. zu furchterfüllt oder meinetwegen ängstlich um auf das andere Geschlecht zuzugehen
- Dro.konsum (Nikotin und ähnliches) um Emotionen zu unterdrücken (edit: keine harten Dro., sonst hätte ich das nicht mit so einem klaren Geist schreiben können)
- Kräftig/Korpulente Statur mit starker sportlicher Tendenz und Entwicklung, da regelmäßig Schwimmen + Kraftsport
- introvertiertes, aber selbstsicheres Auftreten (eine Rolle die ich mir durch die Arbeit unglaublich gut angeeignet habe) inklusive des Ausstrahlens von Ruhe (bedingt u.a. durch regelmäßiges Meditieren nach dem Sport)
- Aussehen scheinbar nicht so gut (1 postives Feedback von einer Frau vor kurzem dazu, ansonsten über Jahre durchweg negativ von den oberflächlichen Hühnern)
- schlechte Ereignisse/Erlebnisse/Erfahrungen aus der Kindheit (Scheidung der Eltern, Alk. eines Elternmitglieds, Mobbing, etc.)
- Kopfmensch mit resoluten Ansätzen (mache da gerade eine äußerst positive Entwicklung durch) > Lösungsorientiertes Denken und Handeln, da der Fokus auf der Vergangenheit/des Problems meiner Glaubensansicht nach nicht die Lösung sein kann

Zur professionellen Hilfe:
- Psychotherapeutin in psychoszialer Beratung rät mir wärmstens zu einer tiefenpsychologischen Therapie, Diagnose emotionale Instabilität/Identitäsprobleme etc.
- Auf diese Problematik spezialisierte Psychotherapeutin in Großstadt schätzt mich in 5 Minuten Telefonat völlig widersprüchlich bzw. gegensätzlich zur Kollegin ein, fokussiert sich ausschließlich auf Dro.missbrauch und rät zu ambulanten Entzug in Klinik
- in ambulanter Entzugsklinik "Aufgrund der hohen Nachfrage ist es derzeit leider nicht möglich eine Therapie anzubieten"

Richtige Strategie die ich verfolgen sollte:
- Konfrontation mit Angst (z. B. Frau zum Essen, Kaffee, Kino etc. einladen) um diese schier unüberwindbare Hürde zu meistern > unabhängig des Ergebnisses (Zusage/Absage); das heißt aktiver/offensiver auf Frau zugehen um die Wahrscheinlichkeit eines "Treffers" zu erhöhen/sich entsprechend in anderen sozialen Milieus herumtreiben
- aktiv Fehler machen um daraus zu lernen und nach Niederlagen definitiv nicht aufgeben
- generell offener, freundlicher sein und auf andere Menschen zugehen und mehr Ausgehen bzw. sich unter Leute begeben (aus Komfortzone begeben)
- Therapie
- Umzug andere Gegend
- anderer Arbeitgeber
- Ausbildung/Studium
- andere Einstellung zum Leben (immerhin bin ich genauso viel wert wie jeder andere Mensch und brauche mich für nichts zu schämen, egal welchen sozialen Status ich habe oder aussehe) - (wobei ich sagen würde, dass ich das schon sehr gut lebe)

Strategie die ich jetzt gern verfolgen würde:
- Bedürfnisse nach menschlicher Nähe soweit möglich einschränken oder gänzlich beseitigen (vermute allerdings das ist kaum so einfach möglich) da mir das einfach nur tierisch auf den Kranz geht, dass mein Hormonsystem von hübschen Frauen die ich sehe regelmäßig getriggert wird

Problem:
- scheinbar will ich nichts ändern. Die unbedingte Einsicht zu erlangen was zu ändern ist mir scheinbar in diesem Leben nicht gegeben. Es gelingt mir nicht den entscheidenden Impuls zu kreieren.
- soziale Fast-Isolation (paar Freunde mit ähnlichen Schwierigkeiten/Beschwerden habe ich schon) mit Komfortzonencharakter
- dies führt meiner Ansicht nach zwangsweise zu übertriebenem Zynismus und Verbitterung (zumindest was ich so an mir feststellen konnte)

Deswegen fange ich langsam an die Hoffnung zu verlieren und es als das "Ende" zu sehen (ich weiß, dass das total übertrieben ist). Oder ich fange an dem anderen Geschlecht die Schuld an meiner Misere zu geben, was definitiv nicht immer richtig ist (wobei ich andererseits gesellschaftskritisch das Rollenverständnis Mann/Frau und die scheinbar fehlende Emanzipation der Frau in diesem Bereich in Frage stelle, aber das ist ein anderes Thema). Ich glaube manchmal bin ich einfach nur ein riesiger Pechvogel, der des Versuchens müde ist, obgleich die Anzahl der Versuche nicht aussagekräftig sein könnten

Aber gut, lassen wir das am besten. Es halft zumindest schon einmal bisschen darüber zu schreiben. Man hat halt nur bedingt Einfluss. Auch wenn viele "Traumtänzer" sagen, dass man nur das richtige Selbstbild haben muss, dann klappt es automatisch. Das Glück kann man als Faktor aber nicht beeinflussen, auch wenn man fest an sich glaubt. Viele (besonders weibliche junge Kollegen) sagten bereits zu mir der Zug ist eh schon abgefahren und langsam glaube ich das auch. Aber gut, das Leben geht weiter. Auch ohne einen Partner und eine Menge anderer Menschen Danke für's Lesen. Eine schöne Zeit euch.

06.03.2016 22:02 • #4


Daisho
Zitat von Richardg:
Na gut, dann werd ich es mal auflösen und die Bandwürmer sowie Fachwörter zuhause lassen. Wobei ich kaum glaube, dass mir ein anderer Mensch helfen kann (konnte bislang keiner und ich selbst will mir scheinbar nicht helfen). Aber schauen wir mal.

Aber gut, lassen wir das am besten. Es halft zumindest schon einmal bisschen darüber zu schreiben. Man hat halt nur bedingt Einfluss. Auch wenn viele "Traumtänzer" sagen, dass man nur das richtige Selbstbild haben muss, dann klappt es automatisch. Das Glück kann man als Faktor aber nicht beeinflussen, auch wenn man fest an sich glaubt. Viele (besonders weibliche junge Kollegen) sagten bereits zu mir der Zug ist eh schon abgefahren und langsam glaube ich das auch. Aber gut, das Leben geht weiter. Auch ohne einen Partner und eine Menge anderer Menschen Danke für's Lesen. Eine schöne Zeit euch.


Hallo Richardg,

Wunderbar, damit lässt sich doch arbeiten! Damit wissen wir, wo du dich derzeit siehst. Ist es für dich nicht selber einfacher so?

Das Erste, was mir auffällt: Wenn du statt obiger Zeilen ein Bild vorgelegt hättest, hättest du sehr wahrscheinlich ausschließlich die Farben schwarz und dunkelgrau verwendet. Ist dir dies selber schon aufgefallen?
Auch werfen manche deiner Aussagen weitere Fragen auf: Manches lässt sich gleich beantworten, anderes nicht.

Zitat von Richardg:
Wobei ich kaum glaube, dass mir ein anderer Mensch helfen kann (konnte bislang keiner und ich selbst will mir scheinbar nicht helfen). Aber schauen wir mal.


Lass mich dazu eine Metapher anbringen: Dein Wunsch oben, ist im Prinzip nichts anderes, als ob du - zum Beispiel mit dem Auto - von A nach B fahren möchtest. Dazu braucht es aber gewisse Voraussetzungen; A. du musst wissen, wo du dich befindest. B. Du musst wissen wo du hin willst.
Wir hier sind im Prinzip nur Leute, die am Rande deines Weges stehen. Die du nach dem Weg fragen kannst. Die dir einen Teil deines Weges entwickeln helfen können, gleich ob du den direkten, den schönsten oder den Spritsparendsten abfragst.

Aber, schalten, kuppeln, lenken und nicht zuletzt Gas geben kannst und musst ausschließlich du. Du bist allein in deinem 'heiligscht Blechle' (Norddeutsch: Auto)

07.03.2016 21:02 • x 1 #5


Digo
auch wenn alles auswegs scheint. ist es wichtig am ball zu bleiben. an sich zu arbeiten. irgendwann hat man genug kraft oder es öffnet sich ein fenster. irgendwann müssen wir uns unseren ängsten stellen. und an manchen tagen haben wir mehr kraft dafür! auch wenn es jahre dauert, es lohnt sich! ich spreche aus erfahrung. das heißt nicht unbedingt dass man nie irgendwelche probleme haben wird. nur werden sie leichter! dann gibt es hochs und tiefs. ist das nicht normal?

07.03.2016 22:19 • x 1 #6


Hotin
Hallo Richardg,

danke für Deine Beschreibung. Mich freut es, wenn Du Fachbegriffe und Fremdworte
weitgehend vermeidest. Dadurch wird alles viel verständlicher.

Sehr lange habe ich darüber nachgedacht, was ich Dir schreiben sollte.
Dann habe ich mich dafür entschieden, das zu schreiben, was Dir wirklich helfen könnte. Es ist meine ehrliche
Überzeugung. Du kannst das gerne völlig anders sehen.
Falls Dich meine Meinung zu sehr verletzt musst Du nicht alles lesen.

Das Du auch in einem schwierigen sozialen Umfeld Deinen Weg gehen wirst,
finde ich bemerkenswert.

Zitat:
Wobei ich kaum glaube, dass mir ein anderer Mensch helfen kann (konnte bislang keiner und ich selbst will mir
scheinbar nicht helfen).


Ich bin sogar sicher, dass Dir kein Mensch wirklich helfen kann. Menschen müssen sich in psychischen Fragen immer
selbst helfen. Das liegt auch daran, weil niemand seine Gefühlswelt einem anderen genau genug beschreiben kann.

Zitat:
noch nicht ansatzweise Beziehung gehabt > Scheinbar zu schüchtern/sozialphobisch



Deswegen solltest Du dich nicht schlecht fühlen. Dafür wird es meiner
Meinung nach eine ziemlich einfache Erklärung geben.

Ein Mensch besteht aus dem, was er möchte (seine Wünsche) und dem. was
er anderen als Gefühlsumgebung, Verständnis und Hilfe anbietet.
Das Du Dich sozial und zwischenmenschlich irgendwo einbringst, habe
bisher jedoch noch nicht gelesen. Gerade so etwas ist nämlich erforderlich,
um ansprechende Kontakte zu schließen und dadurch wirkliche Freunde zu
finden.

Zitat:
- Dro.konsum (Nikotin und ähnliches) um Emotionen zu unterdrücken


Positive Emotionen und Gefühle zu unterdrücken, ist nicht gerade gut.
Wenn Du willst, kannst Du in den nächsten Jahren noch prima lernen,
mit Deinen Gefühlen besser klar zu kommen.

Zitat:
introvertiertes, aber selbstsicheres Auftreten (eine Rolle die ich mir durch die Arbeit unglaublich gut angeeignet habe)


Beides geht meiner Meinung nach kaum. Introvertiert könnte ich mir schon bei Dir vorstellen.

Zitat:
Kopfmensch mit resoluten Ansätzen (mache da gerade eine äußerst positive Entwicklung durch)
> Lösungsorientiertes Denken und Handeln, da der Fokus auf der Vergangenheit/des Problems meiner
Glaubensansicht nach nicht die Lösung sein kann


Bitte vermeide solche Sätze in Zukunft, zu sagen oder zu schreiben. Ich
weiß überhaupt nicht, was Du damit meinst.
Hier gilt für mich das gleiche, was ich schon vorher geschrieben habe.

Ein Mensch besteht aus…
Es kommt selten nur darauf an, was Du sagst. Es kommt fast immer aber darauf
an, was ein anderer von dem verstehen kann, was Du sagst.

Zitat:
Zur professionellen Hilfe:
- Psychotherapeutin in psychoszialer Beratung rät mir wärmstens zu einer tiefenpsychologischen Therapie, Diagnose emotionale Instabilität/Identitäsprobleme etc.
- Auf diese Problematik spezialisierte Psychotherapeutin in Großstadt schätzt mich in 5 Minuten Telefonat völlig widersprüchlich bzw. gegensätzlich zur Kollegin ein, fokussiert sich ausschließlich auf Dro.missbrauch und rät zu ambulanten Entzug in Klinik


Du wirst von Psychologen immer "schöne" Diagnosen hören, von diesen
Begriffen halte ich nicht immer viel. Zu oft geht mir das in Richtung
wahrsagen.
Gedanklich hast Du Dich meiner Meinung nach ziemlich verirrt.
Es kann doch nicht sein, das Du einen Psychologen brauchst, der Dir zu einem Entzug raten muss. Auf so etwas
musst Du doch allein drauf kommen.
Jeder Berater scheitert bei Dir, wenn Du Alk. oder Dro. nimmst.
Über Deine anderen Sachen kannst Du danach nachdenken. Ich warte noch auf den ersten, der mir im Rausch
auch nur annähernd so sympathisch war, als nüchtern oder clean.

Zitat:
generell offener, freundlicher sein und auf andere Menschen zugehen


Das scheint mir die beste Aussage Deines Textes zu sein.

Zitat:
Bedürfnisse nach menschlicher Nähe soweit möglich einschränken oder gänzlich beseitigen (vermute allerdings das ist
kaum so einfach möglich) da mir das einfach nur tierisch auf den Kranz geht, dass mein Hormonsystem von hübschen
Frauen die ich sehe regelmäßig getriggert wird


Das geht gar nicht. Du kannst doch nicht Dein Bedürfnis nach menschlicher Nähe
einschränken.
Was ist das für eine Ausdrucksweise? Dein Hormonsystem wird nicht getriggert.
Du fühlst Dich einfach von hübschen Frauen angezogen. Wie ist das denn mit Dir?
Schaust Du regelmäßig in den Spiegel, bevor Du täglich auf die Straße gehst?
Welches äußere Bild, Kleidung, Haarschnitt, Sauberkeit bietest Du Deinen Mitmenschen?

Zitat:
Problem:
- scheinbar will ich nichts ändern. Die unbedingte Einsicht zu erlangen was zu ändern ist mir scheinbar in diesem
Leben nicht gegeben. Es gelingt mir nicht den entscheidenden Impuls zu kreieren.


So ist es. Und dabei kann Dir niemand helfen. Vermutlich bist Du nicht gewohnt, Dir wirklich etwas ehrlich zu erarbeiten.
Suchst immer irgendjemanden, der Dir etwas schenkt.

Zitat:
Deswegen fange ich langsam an die Hoffnung zu verlieren und es als das "Ende" zu sehen (ich weiß, dass
das total übertrieben ist).


Wenn Du so weiter machst, könnte das schon der Anfang vom Ende sein.
Dumm bist Du nicht.

Zitat:
Ich glaube manchmal bin ich einfach nur ein riesiger Pechvogel,


Eventuell hast Du auch etwas Pech gehabt. Das meiste, hast Du aber bewusst so gemacht. Das scheint
mir einer Deiner großen Irrtümer zu sein.

Zitat:
Aber gut, lassen wir das am besten. Man hat halt nur bedingt Einfluss.


Du hast ganz, ganz viel Einfluss.

Zitat:
Viele (besonders weibliche junge Kollegen) sagten bereits zu mir der Zug ist eh schon abgefahren und langsam glaube ich das auch.


Der Zug ist nie abgefahren. Sie versuchen Dir aber vermutlich zu spiegeln,
wie sie Dein Verhalten beurteilen. Und das, was sie Dir sagen ist nicht gerade ein Kompliment.

Viele Grüße

Bernhard

08.03.2016 08:28 • #7


Erstmal danke für eure Beiträge.

Zitat von Daishō:

Hallo Richardg,

Wunderbar, damit lässt sich doch arbeiten! Damit wissen wir, wo du dich derzeit siehst. Ist es für dich nicht selber einfacher so?


Vielleicht. Ich mag es aber nicht im Internet Informationen über mich preiszugeben. Die meisten wissen sicherlich warum das so ist oder können es sich denken.

Zitat von Daishō:
Das Erste, was mir auffällt: Wenn du statt obiger Zeilen ein Bild vorgelegt hättest, hättest du sehr wahrscheinlich ausschließlich die Farben schwarz und dunkelgrau verwendet. Ist dir dies selber schon aufgefallen?


Schwarz und Dunkelgrau könnten es schon sehr gut ausdrücken. Findest du das deprimierend? Ich find die Farben cool

Zitat von Daishō:
Auch werfen manche deiner Aussagen weitere Fragen auf: Manches lässt sich gleich beantworten, anderes nicht.


Ja damit hab ich auch öfters zu kämpfen.

Zitat von Daishō:
Lass mich dazu eine Metapher anbringen: Dein Wunsch oben, ist im Prinzip nichts anderes, als ob du - zum Beispiel mit dem Auto - von A nach B fahren möchtest. Dazu braucht es aber gewisse Voraussetzungen; A. du musst wissen, wo du dich befindest. B. Du musst wissen wo du hin willst.
Wir hier sind im Prinzip nur Leute, die am Rande deines Weges stehen. Die du nach dem Weg fragen kannst. Die dir einen Teil deines Weges entwickeln helfen können, gleich ob du den direkten, den schönsten oder den Spritsparendsten abfragst.

Aber, schalten, kuppeln, lenken und nicht zuletzt Gas geben kannst und musst ausschließlich du. Du bist allein in deinem 'heiligscht Blechle' (Norddeutsch: Auto)


Wunderschöne Metapher, danke dir dafür. Aktuell scheine ich in eine Art Passivität gerutscht zu sein. Dinge wie Arbeit, Bildung etc. sind mir weiterhin unheimlich wichtig. Aber viele Dinge sind mir egal. Auch die meisten Menschen sind mir egal. Deswegen sehe ich mich gern in der Rolle des Beobachters. Das ist zwar in vielerlei Hinsicht äußerst amüsant, allerdings kann ich damit das Bedürfnis nach menschlicher Nähe und Wärme nicht stillen und das könnte glaub ich der casus knacksus sein.

Zitat von Digo:
auch wenn alles auswegs scheint. ist es wichtig am ball zu bleiben. an sich zu arbeiten. irgendwann hat man genug kraft oder es öffnet sich ein fenster. irgendwann müssen wir uns unseren ängsten stellen. und an manchen tagen haben wir mehr kraft dafür! auch wenn es jahre dauert, es lohnt sich! ich spreche aus erfahrung. das heißt nicht unbedingt dass man nie irgendwelche probleme haben wird. nur werden sie leichter! dann gibt es hochs und tiefs. ist das nicht normal?


Lieben Dank für diesen Beitrag Digo. Der kam wirklich von Herzen und ich glaub echt langsam, dass das eigentlich völlig normal ist und ich mich einfach damit arrangieren muss. Auch wenn es bedeutet, dass ich für immer allein (nicht einsam!) sein werde. Die einen nennen es Schicksal und die anderen Zufall. Wie auch immer.

Zitat von Hotin:
Hallo Richardg,

danke für Deine Beschreibung. Mich freut es, wenn Du Fachbegriffe und Fremdworte
weitgehend vermeidest. Dadurch wird alles viel verständlicher.

Sehr lange habe ich darüber nachgedacht, was ich Dir schreiben sollte.
Dann habe ich mich dafür entschieden, das zu schreiben, was Dir wirklich helfen könnte. Es ist meine ehrliche
Überzeugung. Du kannst das gerne völlig anders sehen.
Falls Dich meine Meinung zu sehr verletzt musst Du nicht alles lesen.


Ich bin für jeden Beitrag dankbar, auch wenn es deine ehrliche Meinung ist und ein paar unschöne Worte fallen. Nur zu!

Zitat von Hotin:
Das Du auch in einem schwierigen sozialen Umfeld Deinen Weg gehen wirst,
finde ich bemerkenswert.


Ich eher gesagt nicht. Mit den Leuten hier habe ich mich schon abgefunden und ich finde jede Hilfe (sei sie noch so klein) toll. Dass mir einer ungefragt hilft, kommt sehr selten vor, aber ich habe es vor kurzem das erste mal seit langem erlebt, wie man mir aktiv ungefragt geholfen hat (auch noch ein junges hübsches Mädchen, etwa in meinem Alter ). Ab da wusste ich: hier ist noch nicht alles verloren

Zitat von Hotin:
Ich bin sogar sicher, dass Dir kein Mensch wirklich helfen kann. Menschen müssen sich in psychischen Fragen immer
selbst helfen. Das liegt auch daran, weil niemand seine Gefühlswelt einem anderen genau genug beschreiben kann.


Jap, der Meinung bin ich auch Hotin. Qualia, schon mal was davon gehört? Wenn nicht ist nicht so schlimm. Aber da gab es auch mal so ein Zitat, mal sehen ob ich es noch irgendwo finde....

Irgendwas mit "der Schlüssel unseres eigenen Gefängnisses liegt in uns selbst" (oder so ähnlich, genauer Fundort leider nicht mehr bekannt).

Zitat von Hotin:

Deswegen solltest Du dich nicht schlecht fühlen. Dafür wird es meiner
Meinung nach eine ziemlich einfache Erklärung geben.

Ein Mensch besteht aus dem, was er möchte (seine Wünsche) und dem. was
er anderen als Gefühlsumgebung, Verständnis und Hilfe anbietet.
Das Du Dich sozial und zwischenmenschlich irgendwo einbringst, habe
bisher jedoch noch nicht gelesen. Gerade so etwas ist nämlich erforderlich,
um ansprechende Kontakte zu schließen und dadurch wirkliche Freunde zu
finden.


Das finde ich eine grandiose Idee. Und ehrlich gesagt habe ich schon selbst daran gedacht. Nur würde mir spontan nicht einfallen, wo ich mich sozial engagieren könnte. Ein Freund bot mir einst einen Beitritt zu einer Partei an, aber da bin ich scheinbar zu moralisch, als das ich einem Verein beitreten würde, dessen Ideale ich nicht vertrete. Mein Hobbys sind Schwimmen (immer mit nem Freund zusammen), Programmieren, Psychologie - da sitz ich dann meist zuhause in meinem Elfenbeinturm und bilde mich weiter. Im Verein Sport zu machen würde mich aber auch nicht mehr in Betracht kommen denke ich (hab ich schon diverse male erfolglos ausprobiert). Ich hab auch schon überlegt, mich für Flüchtlinge in Not einzusetzen (allerdings wieder verworfen aus Faulheit). Grundsätzlich sehe ich uns Menschen alle als gleich an. Auch wenn mir die meisten Menschen egal sind, habe ich komischerweise doch ein großes Herz für fast jeden. Weil überall eine mehr oder weniger spannende Geschichte dahintersteckt und ich mein Verständnis gern erweitern will. Klingt kompliziert ich weiß

Zitat von Hotin:

Positive Emotionen und Gefühle zu unterdrücken, ist nicht gerade gut.
Wenn Du willst, kannst Du in den nächsten Jahren noch prima lernen,
mit Deinen Gefühlen besser klar zu kommen.


Das muss ich auch zwangsweise, sonst ist meine Lebensqualität erheblich beeinträchtigt. Aktuell arbeite ich an einer Exit-Strategie und möchte nicht zu viel verraten, doch ich glaube ich werde damit erfolgreich sein.

Zitat von Hotin:
Beides geht meiner Meinung nach kaum. Introvertiert könnte ich mir schon bei Dir vorstellen.


Es ist schwer denkbar und vielleicht leide ich auch an einer psychichen Störung (was allerdings einer Psychotherapeutin nicht aufgefallen ist und ich deswegen glaube, dass ich außer den bereits angesprochenen Beschwerden kerngesund bin), aber wenn ich arbeite habe ich mit 1000 verschiedenen Typen von Menschen zu tun und die positiven Verhaltensweisen im Umgang mit anderen Menschen habe ich derart adaptiert, dass sie mittlerweile zu einem "Alltags-Phänomen" meines Selbst geworden sind. Hier kommt es natürlich immer auf die Situation an. In vielen Situationen fragen mich Menschen außerhalb meiner Arbeit um Hilfe und stets helfe ich gern. Jedoch würde ich meine Hilfe nie proaktiv anbieten, sofern sie nicht aus meiner Sicht notwendig ist. Ansonsten kehre ich stets in mich zurück und bin für mich selbst. Das ist etwas schwer zu erklären, aber ich denke es war mir möglich die eigentliche Intention zu vermitteln.

Zitat von Hotin:

Bitte vermeide solche Sätze in Zukunft, zu sagen oder zu schreiben. Ich
weiß überhaupt nicht, was Du damit meinst.
Hier gilt für mich das gleiche, was ich schon vorher geschrieben habe.

Ein Mensch besteht aus…
Es kommt selten nur darauf an, was Du sagst. Es kommt fast immer aber darauf
an, was ein anderer von dem verstehen kann, was Du sagst.


Danke für deinen Hinweis. Ich werde versuchen ihn künftig zu beherzigen


Zitat von Hotin:
Du wirst von Psychologen immer "schöne" Diagnosen hören, von diesen
Begriffen halte ich nicht immer viel. Zu oft geht mir das in Richtung
wahrsagen.
Gedanklich hast Du Dich meiner Meinung nach ziemlich verirrt.
Es kann doch nicht sein, das Du einen Psychologen brauchst, der Dir zu einem Entzug raten muss. Auf so etwas
musst Du doch allein drauf kommen.
Jeder Berater scheitert bei Dir, wenn Du Alk. oder Dro. nimmst.
Über Deine anderen Sachen kannst Du danach nachdenken. Ich warte noch auf den ersten, der mir im Rausch
auch nur annähernd so sympathisch war, als nüchtern oder clean.


Du vertraust Psychotherapeuten (nicht Psychologen, das ist zu allgemein) nicht? Ich war, wo ich die Meinung der zweiten Psychotherapeutin gehört habe, auch megamäßig geschockt. Wie kann man nur Philosophie, Literaturwissenschaften, ..., Diplom-Psychologie + Therapeutenausbildung studieren und einen Menschen anhand eines 5 Minuten Telefonats völlig falsch einschätzen. Sowas entbehrt meines Erachtens jeglicher psychotherapeutischer Grundlage, aber gut. So sind wir Menschen scheinbar. Traurig aber wahr. Und ja du hast recht. Ich bin schon von selbst darauf gekommen. Doch in der Abhängigkeit verorte ich nicht die Ursache des Leidens. Diese maßgebliche Fehleinschätzung vieler Therapeuten sorgt doch letztendlich nur dafür, dass nur ein paar bestimmten ausgesuchten Menschen geholfen wird und der Rest auf der Strecke bleibt. Die erste Therapeutin riet mir deshalb dazu, meine Symptome beim ersten Kontakt zu verschleiern, damit ich "attraktiver" auf den Therapeuten wirke und dadurch die Chance erhöhe, einen Therapieplatz zu bekommen. Ich habe es nicht getan und habe die leidige Erfahrung gemacht. Echt mal, sowas ist richtig mies....

Zitat von Hotin:

Das scheint mir die beste Aussage Deines Textes zu sein.


Danke für deine Einschätzung. Wie gesagt, das Wissen allein darum hilft einem noch nicht weiter. Vermutlich ist es eine Glaubensansicht (Glaube an sich selbst), die ihre wahre Stärke noch zeigen muss. Und daran arbeite ich gerade.

Zitat von Hotin:

Das geht gar nicht. Du kannst doch nicht Dein Bedürfnis nach menschlicher Nähe
einschränken.
Was ist das für eine Ausdrucksweise? Dein Hormonsystem wird nicht getriggert.
Du fühlst Dich einfach von hübschen Frauen angezogen. Wie ist das denn mit Dir?
Schaust Du regelmäßig in den Spiegel, bevor Du täglich auf die Straße gehst?
Welches äußere Bild, Kleidung, Haarschnitt, Sauberkeit bietest Du Deinen Mitmenschen?


Was ich meinen Mitmenschen biete? Stets gepflegt, stets anständig (und stets freundlich und hilfsbereit, siehe oben!). Viele Menschen aus meiner Umgebung sagten bereits, dass ich, weil ich so manches mal sehr pingelig auf mein Äußeres achte, >>gleichgeschlechtlich<< sei. Ich hab es mal als Kompliment aufgefasst. Die Sache ist nur folgende bei den meisten Frauen (oder scheinbar nur denen aus meiner Umgebung): da der bildungsstand sehr niedrig ist, wird natürlich auch viel ferngesehen, BILD-Zeitung etc. gelesen. Das Bild von einem perfekten Traummann hat sich bei den meisten Hennen hier so stark eingeprägt, dass sie, selbst wenn sie sich mal zu jemand hingezogen fühlen, trotzdem auch nicht den Mut aufbringen mehr zu tun, weil sie ja noch jemand besseren kennen lernen könnten (der besser zu ihnen passt), und weil man sich mit dem armen Tropf der gerade im Rampenlicht steht ja zu unsicher ist. Und in der Theorie ist JETZT der Zeitpunkt für den Mann gekommen, seiner biologischen Rolle gerecht zu werden und zu protzen, prahlen und dem "Weibchen" Aufmerksamkeit in der Form zu schenken, dass sie die Entscheidung für eine Beziehung als richtig erachtet. Und das Spiel ist mir ehrlich gesagt zu plump. Da bleib ich lieber allein, als dass ich wie die anderen Typen meine Muskeln spielen lassen und zeigen muss, wie viel Geld ich habe, wie gut ich doch bin etc. Leider sind hier gefühlt 95% der Frauen auf diesem "Trip" und das ist echt ärgerlich. Nicht nur weil die Beziehung dann nur sehr kurz hält, sondern auch, weil die Frauen sich gleich wieder den nächsten Typen mit eben beschriebenen Attributen suchen und sich dann auch noch beschweren, warum sie immer an den falschen geraten. (Entschuldigt Ladys, falls hier welche mitlesen, aber es ist->) Köstlich mit anzusehen

Zitat von Hotin:
So ist es. Und dabei kann Dir niemand helfen. Vermutlich bist Du nicht gewohnt, Dir wirklich etwas ehrlich zu erarbeiten.
Suchst immer irgendjemanden, der Dir etwas schenkt.


Die Macht der Gewohnheit. Stimmt, manchmal bin ich ein verwöhnter und recht fauler Bengel was das angeht, obwohl ich keinen Grund dazu habe.

Zitat von Hotin:
Wenn Du so weiter machst, könnte das schon der Anfang vom Ende sein.
Dumm bist Du nicht.


Die Frage ist für mich immer, was will ich glauben, wer will ich sein, was erwarte ich vom Leben. Ein typisches Identitätsproblem. Ein Glück sehen das viele studierte Psychotherapeuten anders (*Wut*). Egal. Innerlich muss ich ehrlich sagen habe ich die Hoffnung aber niemals aufgegeben. Auch wenn es derzeit so scheint. Im Gegenteil. Ich glaub ich befinde mich in einer Umbruchsphase und könnte es endlich schaffen.

Zitat von Hotin:
Eventuell hast Du auch etwas Pech gehabt. Das meiste, hast Du aber bewusst so gemacht. Das scheint
mir einer Deiner großen Irrtümer zu sein.


Darüber habe ich auch schon nachgedacht und glaube sogar da ist was dran. Die sogenannte "Selbsterfüllende Prophezeiung" habe ich schon mehrfach erlebt. Wenn man sich allerdings fragt, wer oder was das Bewusstsein zum damaligen Zeitpunkt gesteuert hat (war es das unbefangene >>Ich<< oder die äußeren Umstände/Erfahrungen, die es zwangsweise dazu trieben?). Wobei ich sagen muss, dass ich denke, dass die Frage danach warum etwas passiert ist, jetzt erstmal völlig obsolet ist. Ich hatte Pech und habe es vielleicht teilweise bewusst herbeigeführt, aber jetzt schaue ich in die Zukunft. Zumal man an der Vergangenheit nichts ändern kann und was bringt es mir jetzt in der Gegenwart, wenn ich z. B. noch den Personen, die mich mein Leben lang verletzt haben, inklusive mir selbst Schuldvorwürfe mache? Gar nichts. Vergangenes ist vergangen und was zählt ist das, was man im hier und heute tut. Und ich versuche wie gesagt lösungsorientiert zu handeln.

Zitat von Hotin:
Du hast ganz, ganz viel Einfluss.


Um mal zurück zu den Frauen zu kommen (sonst ist das Off-Topic hier in dem Forum): eine Beziehung hängt doch immer von zwei Seiten ab. Will der eine nicht, kann der andere es nicht erzwingen. Ist doch so oder?

Vielleicht kennst ja Jürgen Domian und der riet einem Anrufer in einer ähnlichen Situation wie meiner mal folgendes: werd aktiver/offensiver. Und das halte ich eigentlich für eine sehr gute Idee. Je mehr man es bei Frauen versucht (zunächst kennen lernen natürlich), desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwann eine gibt, die sich darauf einlässt.

Das denke ich ist auch der richtige Weg. Nur hab ich halt keine Lust mich zum "männlichen Affen" für Frau zu machen, nur um einer Herzensdame zu imponieren. Das ist nicht mein Stil oder möchte ich zumindest nicht zu meinem Stil werden lassen. Verstehst du?

Zitat von Hotin:

Der Zug ist nie abgefahren. Sie versuchen Dir aber vermutlich zu spiegeln,
wie sie Dein Verhalten beurteilen. Und das, was sie Dir sagen ist nicht gerade ein Kompliment.

Viele Grüße

Bernhard


Danke erstmal Bernhard. Leider haben es sich viele Menschen heutzutage zu eigen gemacht, dass sie sehr ironisch oder sarkastisch sind. Leider ist es nicht immer so einfach, die Worte richtig zu deuten. Hier hilft natürlich immer sicherheitshalber nachfragen wie es gemeint ist. Und selbst wenn es kein Kompliment war, stellt sich dann doch noch die Frage: wie sehr nehme ich mir das >>Feedback<< der anderen Person zu Herzen? Stimmt es was sie sagt oder ist es in Wirklichkeit ganz anders?

Hier muss ich sagen habe ich gelernt mir die Meinung meiner Mitmenschen anzuhören, allerdings parallel dazu immer abzuwägen, ob das, was gesagt wurde, mich in irgendeiner Form tangieren sollte. Letztlich haben wir hier zwei verschiedene subjektive Sichtweisen und ich allein entscheide, ob ich mich für mich oder gegen mich entscheide. Denk mal darüber nach, ich hab diese Ansicht für mich als ganz essentielle Erkenntnis ausmachen können. Wobei das so neu und spannend gar nicht ist. Immerhin geht es hier um das soziale Zusammenleben und da ist es eben auch erforderlich, dass man sich (inklusive seiner Triebe) zurücknimmt, sonst funktioniert das soziale Miteinander gar nicht.

Zusammengefasst glaube ich bin ich ein selbstbewusster, schlauer und auch noch gut aussehender (und bald noch sportlicherer) junger Mann der u.a. aufgrund seiner Ängste und seiner Umgebung bisher bei der Partnerwahl einfach noch kein Glück hatte.

PS: für komische Sätze (inkl. fehlender Kommata) und Fachwörter bitte ich um Entschuldigung. Ich bemühe mich diese weitestgehend zu vermeiden, aber bin derzeit auch einfach zu faul dafür, den Text noch einmal dahingehend streng zu korrigieren.

12.03.2016 20:09 • #8


Hotin
Hallo Richardg,

Zitat:
Dass mir einer ungefragt hilft, kommt sehr selten vor, aber ich habe es vor kurzem das erste mal seit langem erlebt,
wie man mir aktiv ungefragt geholfen hat


Eine schöne Erfahrung. Wie verhältst Du Dich denn? Hilfst Du schon mal anderen?

Zitat:
Und ehrlich gesagt habe ich schon selbst daran gedacht. Nur würde mir spontan nicht einfallen, wo ich mich sozial
engagieren könnte.


Und mit zwei Sätzen bist Du aus der Verpflichtung zu helfen raus.
Elegant gelöst. Machst Du das immer so? Theoretisch kann ich auch alles.
Zitat:
Grundsätzlich sehe ich uns Menschen alle als gleich an. Auch wenn mir die meisten Menschen egal sind, habe ich komischerweise doch ein großes Herz für fast jeden. Weil überall eine mehr oder weniger spannende Geschichte dahintersteckt und ich mein Verständnis gern erweitern will. Klingt kompliziert ich weiß


Ich sehe nicht alle Menschen als gleich an. Ich differenziere sie stark nach ihrem sozialen Verhalten.
Das große Herz kannst Du Dir sparen. Wenn Du doch für keinen was tust, ist das ein inhaltsloser Satz.
Und kompliziert klingt das nicht. Das sieht deutlich wie eine einfache Ausrede aus.
Zitat:
Jedoch würde ich meine Hilfe nie proaktiv anbieten, sofern sie nicht aus meiner Sicht notwendig ist.
Ansonsten kehre ich stets in mich zurück und bin für mich selbst.


Dann weißt Du offensichtlich schon, warum Du Dich nicht gut fühlst. Nur,
wahr haben möchtest Du es offensichtlich noch nicht.

Zitat:
Du vertraust Psychotherapeuten (nicht Psychologen, das ist zu allgemein) nicht? Ich war, wo ich die Meinung der zweiten Psychotherapeutin gehört habe, auch megamäßig geschockt.


So sehe ich das nicht. Ich traue den Menschen schon, nur glaube ich,
wenn jemand nicht selbst die Therapiegespräche mit den Psychologen
gemeinsam steuert, kann das sehr schnell schiefgehen.

Zitat:
Die Macht der Gewohnheit. Stimmt, manchmal bin ich ein verwöhnter und recht fauler Bengel was das angeht,
obwohl ich keinen Grund dazu habe.


Da scheint Dein Hauptproblem zu liegen. Diesen Eindruck hatte ich fast von Anfang an..
Wie kannst Du Ansprüche stellen, wenn Du überwiegend faul bist?

Zitat:
Das denke ich ist auch der richtige Weg. Nur hab ich halt keine Lust mich zum "männlichen Affen" für Frau zu machen, nur um einer Herzensdame zu imponieren. Das ist nicht mein Stil oder möchte ich zumindest nicht zu meinem Stil werden lassen. Verstehst du?


Ich glaube, ich verstehe Dich besser als Du glaubst. Nur bisher habe ich außer theoretischen Ansätzen keine Aussage
gehört, die echte Rückschlüsse auf Deine Zivilcourage oder Deinen unverkennbaren Stil gelesen.
Bist Du nicht wie ein Blatt im Wind? Theoretisch kann ich auch fast alles.
Zitat:
Letztlich haben wir hier zwei verschiedene subjektive Sichtweisen und ich allein entscheide, ob ich mich für mich
oder gegen mich entscheide. Denk mal darüber nach


Ich weiß doch, dass dies so ist. Nur Du entscheidest nichts. Deswegen hängst Du fest.
Zitat:
aber bin derzeit auch einfach zu faul dafür, den Text noch einmal dahingehend streng zu korrigieren.


Das ist es immer wieder. Du willst etwas haben, aber nichts dafür bezahlen.
So kommst Du aus Deiner Situation nie raus.

Dann warte einfach, bis Dir mal einer eine Frau bringt, die auf Dich steht.

Viele Grüße

Bernhard

13.03.2016 00:25 • #9


Hallo Hotin, danke erstmal für deine Antwort.

Zitat von Hotin:
Eine schöne Erfahrung. Wie verhältst Du Dich denn? Hilfst Du schon mal anderen?


Immer. Ich habe letztens im Bus (benutze des Öfteren den öffentlichen Nahverkehr) zwei blinde Menschen ungefragt an die Hand genommen und sie zu einem Sitzplatz geführt. Reicht das?

Zitat von Hotin:
Und mit zwei Sätzen bist Du aus der Verpflichtung zu helfen raus.
Elegant gelöst. Machst Du das immer so? Theoretisch kann ich auch alles.


Verpflichtung zu helfen? Da sehe ich ehrlich gesagt keine (außer in gesetzesnotwendigen Fällen). Ansonsten bezog sich das ja auf ein Engagement in Vereinen, Hilfsorganisationen etc. Und da fällt mir aktuell nichts ein, wo ich mitmischen könnte.

Zitat von Hotin:
Ich sehe nicht alle Menschen als gleich an. Ich differenziere sie stark nach ihrem sozialen Verhalten.
Das große Herz kannst Du Dir sparen. Wenn Du doch für keinen was tust, ist das ein inhaltsloser Satz.
Und kompliziert klingt das nicht. Das sieht deutlich wie eine einfache Ausrede aus.


Das soziale Verhalten steht für mich an zweiter Stelle. Ansonsten ist jeder Mensch für sich gesehen schon ein biologisches Wunderwerk, ganz gleich wie er sich verhält. Deswegen ist jeder für mich zunächst gleich. Und dann kommt es natürlich auch immer auf die Situation an. Obwohl ich z. B. *beep* nicht mag, würde ich einem Menschen mit dieser Gesinnung in einer unbedingt notwendigen Lage (was "unbedingt notwendig" ist, definiere ich selber für mich) genauso helfen wie einem Antifaschisten in ähnlicher Situation.

Und dann frage ich dich Hotin: was sollte ich deiner Meinung nach denn (noch) tun, damit das große Herz gerechtfertigt ist?

Zitat von Hotin:
Dann weißt Du offensichtlich schon, warum Du Dich nicht gut fühlst. Nur,
wahr haben möchtest Du es offensichtlich noch nicht.


Klar weiß ich um meine Situation, das habe ich schon weiter oben geschrieben. Nur habe ich noch einmal darüber nachgedacht und würde die langen Texte von mir in diesem Thread jetzt wie folgt subsumieren:

Fehlende Bereitschaft bzw. Willenskraft, sich zu ändern. Suche nach Motivation oder: wie motiviert ihr euch?

Zitat von Hotin:
So sehe ich das nicht. Ich traue den Menschen schon, nur glaube ich,
wenn jemand nicht selbst die Therapiegespräche mit den Psychologen
gemeinsam steuert, kann das sehr schnell schiefgehen.


Na dann pass mal auf, dass du nicht irgendwann enttäuscht wirst. Ich beispielsweise misstraue zunächst erstmal jedem Menschen. Ob und inwieweit er mein Vertrauen gewinnt, mache ich anhand verschiedener Kriterien wie z. B. seinem Verhalten fest.

In Therapiegesprächen hat (so sollte es zumindest sein) der Therapeut die Gesprächsführung in der Hand. Doch da wir alle Menschen mit Fehlern sind, kann auch ein Psychotherapeut ein Gespräch metaphorisch gegen den Eisberg segeln. Das habe ich daraus gelernt. Egal was und wie viel jemand studiert hat, er kann dennoch ein absoluter Vollpfosten sein. Und gerade wenn man so ein erhabenes Fach wie Psychologie studiert und anschließend noch eine Therapeutenausbildung anhängt, sollte man doch schon ein solch gewisses Grundverständnis entwickelt haben, dass man differenziert und beispielsweise nicht nur egoistisch denkt. Das hatte ich bislang von Absolventen einer Psychotherapeutenausbildung erwartet. Aber die Erfahrung hat mich nicht nur einmal eines besseren belehrt. Selbst Therapeuten haben Vorurteile. Ekelhaft

Zitat von Hotin:
Da scheint Dein Hauptproblem zu liegen. Diesen Eindruck hatte ich fast von Anfang an..
Wie kannst Du Ansprüche stellen, wenn Du überwiegend faul bist?


Danke für die Frage. Das war wichtig, weil ich jetzt zu meinem Hauptproblem komme (bzw. auch schon gekommen bin, aber jetzt passt es kontextuell besser ). Und zwar habe ich es mir eigentlich abgewöhnt, irgendwelche Ansprüche zu stellen. Nur leider glaube ich, wird mein Körper und insbesondere meine Psyche zu sehr von meiner Biologie beeinflusst. Freilich/Gleichwohl lässt sich dieser letzte Satz auch so auslegen, dass die Biologie nur eine Ausrede dafür darstellt, sich selbst nicht die ganze Schuld daran zu geben. Doch obwohl ich es nicht besser weiß, glaube ich zumindest, dass die zugrundeliegenden chemischen Prozesse einen nicht unerheblichen Einfluss auf unser Verhalten und unsere Psyche haben.

In der psychosozialen Beratung teilte mir die Therapeutin mit, dass wir Menschen nicht immer die Möglichkeit haben, unsere Gefühlswelt zu beeinflussen. Und da liegt sie glaub ich nicht daneben. Und was beeinflusst unsere Gefühle (u.a.)? Äußere Umstände die die chemischen Prozesse auslösen und ein entsprechendes Gefühl erzeugen. Wenn ich z. B. eine hübsche Frau sehe, reagiere ich sofort anders auf sie. Bin beispielsweise aufmerksamer oder wie auch immer. Wenn es draußen nass, kalt und windig ist, dann werde ich weniger gut mit Vitamin D (Sonnenlicht) versorgt und bin automatisch anfälliger für Volkskrankheiten wie Depression.

Und da schließt sich der Kreis. Auf seine eigene Natur hat man nur wenig Einfluss. Und wenn dabei (automatisch durch äußere Umstände) das Gefühl der Sehnsucht (Leid) erzeugt wird, kann man dann noch von aufrichtiger/wahrhaftiger 'Faulheit' sprechen? Ich denke nicht.

Wobei meine Therapeutin auch gesagt hat, sie hätte nicht den Eindruck ich wäre undiszipliniert. Das hat mich dann doch etwas ins Grübeln gebracht. Weil ich bei vielen Sachen eben nicht faul sondern überaus fleißig bin. Zum Beispiel im Punkt Sauberkeit und körperliche Pflege. Nur wenn es um die Sachen geht, die ich mir Wünsche, werde ich faul. Seltsam.

Zitat von Hotin:
Ich glaube, ich verstehe Dich besser als Du glaubst. Nur bisher habe ich außer theoretischen Ansätzen keine Aussage
gehört, die echte Rückschlüsse auf Deine Zivilcourage oder Deinen unverkennbaren Stil gelesen.
Bist Du nicht wie ein Blatt im Wind? Theoretisch kann ich auch fast alles.?


Möchtest du weitere Beispiele für Zivilcourage hören? Wenn Menschen mich nach dem Weg fragen, verhalte ich mich stets so, als wenn es meine persönliche Angelegenheit wäre. Letztens habe ich einem Flüchtling mit seinem geschätzt etwa drei Jahre alten Sohn auf Englisch gesagt, wo der Weg zum Arzt ist. Obwohl ich eigentlich wenig Zeit hatte, habe ich alles um mich herum vergessen und habe mittels Google Maps recherchiert und ihm dann den richtigen Weg gezeigt. Solcherlei Hilfsbereitschaft meinerseits ist für mich Alltag. Da könnte ich dir noch etliche Beispiele nennen. Das mache ich freiwillig und ohne Widerworte. Und bin dabei noch freundlich und höflich. Was möchtest du mehr?

Was meinst du mit 'Blatt im Wind'?

Ich lese deine letzte Frage (oder deinen letzten Satz) im Zitat falsch. Was möchtest du mir mit dem ständigen Selbstbezug sagen? Oder soll ich das so verstehen, dass ich behaupte, fast alles zu können? Falls Letzteres zutrifft, so entgegne ich dir, dass ich der Meinung bin oder die Laien-Theorie vertrete, dass alle genetisch gesunden Menschen Prototypen darstellen, die sich in ihrer Umwelt unterschiedlich entwickeln. Und je mehr Einfluss wir auf unsere Umwelt haben (z. B. die genialste Erfindung unserer Zeit > das Internet mit freiem Zugang zum Wissen/den Erfahrungen der Menschheit), desto mehr Kontrolle haben wir darüber, wer wir sind. Natürlich gibt es gewisse (genetische) Grenzen. Manche haben eben eine Veranlagung für Aktivität XY und können sich daher dort durchsetzen. Doch bis zu einem gewissen Grad schätze ich uns so ein. Und damit meine ich nicht nur mich, sondern dich und alle anderen heimlichen Mitleser hier (falls es die gibt). Ansonsten möchte ich übrigens auch nichts Besonderes sein. Den Anspruch habe ich nicht.

Zitat von Hotin:
Ich weiß doch, dass dies so ist. Nur Du entscheidest nichts. Deswegen hängst Du fest.


Das meine ich mit 'Passivität'. Ich beanspruche meine Wirksamkeit in der Welt derzeit minimalistisch. Dabei geht viel Potenzial verloren, richtig erkannt.

Zitat von Hotin:
Das ist es immer wieder. Du willst etwas haben, aber nichts dafür bezahlen.
So kommst Du aus Deiner Situation nie raus.


Obgleich ich da keine Analogie zwischen "Text kontrollieren" und "Beziehung eingehen" ziehen würde, hast du im Kern Recht. Mit dem Wissen in der Tasche plage ich mich auch schon sehr lange herum. Nur grübele ich eben, wodurch in den bereits angesprochenen, entscheidenden Impuls zur Veränderung kreieren könnte. Und da hänge ich derzeit in meinem Denken fest

Zitat von Hotin:
Dann warte einfach, bis Dir mal einer eine Frau bringt, die auf Dich steht.

Viele Grüße

Bernhard


Danke Bernhard. Im Endeffekt würde ich mir vielleicht sogar wünschen, keine Sehnsucht bzw. kein Bedürfnis zu haben, eine Frau kennenzulernen. Dann würde es mir schon um einiges besser gehen. Ich will niemanden Ärger oder Schwierigkeiten bereiten. Ich will einfach nur für mich sein. Allein. Glücklich. Das ist alles.

PS: Text wurde korrigiert

21.03.2016 19:37 • #10


Hotin
Hallo Richardg,

Zitat:
Immer. Ich habe letztens im Bus (benutze des Öfteren den öffentlichen Nahverkehr) zwei blinde Menschen
ungefragt an die Hand genommen und sie zu einem Sitzplatz geführt. Reicht das?


Natürlich nicht. Nimmst Du Deine Gesprächspartner ernst?

Zitat:
Verpflichtung zu helfen? Da sehe ich ehrlich gesagt keine (außer in gesetzesnotwendigen Fällen).


Dann wird Dir garantiert auch niemand helfen. Warum denn? Dann warte mal,
bis Du schwarz wirst.

Zitat:
Das soziale Verhalten steht für mich an zweiter Stelle. Ansonsten ist jeder Mensch für sich gesehen schon ein
biologisches Wunderwerk, ganz gleich wie er sich verhält. Deswegen ist jeder für mich zunächst gleich.


Für mich sind Menschen sehr, sehr unterschiedlich, sie haben jedoch überwiegend gleiche Allgemeinrechte.
Weiter bewerte ich sie stark nach ihrem sozialen Verständnis und ihrem
sozialen Engagement.

Zitat:
Und dann frage ich dich Hotin: was sollte ich deiner Meinung nach denn (noch) tun, damit das große
Herz gerechtfertigt ist?


Wenn Du da nicht von allein drauf kommst, tut mir das leid.

Zitat:
Na dann pass mal auf, dass du nicht irgendwann enttäuscht wirst. Ich beispielsweise misstraue zunächst
erstmal jedem Menschen. Ob und inwieweit er mein Vertrauen gewinnt, mache ich anhand verschiedener
Kriterien wie z. B. seinem Verhalten fest.


Da haben wir doch was gemeinsam. Enttäuschen kann man mich aber nicht so leicht. Ich weiß, wie wir Menschen funktionieren. Du könntest es aber auch lernen.

Zitat:
Doch da wir alle Menschen mit Fehlern sind, kann auch ein Psychotherapeut ein Gespräch metaphorisch
gegen den Eisberg segeln.


Segelst Du nicht vieles gegen einen Eisberg?
Zitat:
Selbst Therapeuten haben Vorurteile. Ekelhaft


Natürlich, es sind Menschen wie Du und ich. Ich beispielsweise habe viele
Vorurteile, die ich in der zwischenmenschlichen Kommunikation
versuche abzubauen. Was denkst Du denn, welchen Sinn die Sprache hat?

Zitat:
Und zwar habe ich es mir eigentlich abgewöhnt, irgendwelche Ansprüche zu stellen.


Warum sind dann Deine Texte immer voll von Vorwürfen und Ansprüchen?


Zitat:
Nur leider glaube ich, wird mein Körper und insbesondere meine Psyche zu sehr von meiner Biologie beeinflusst. Freilich/Gleichwohl lässt sich dieser letzte Satz auch so auslegen, dass die Biologie nur eine Ausrede dafür
darstellt, sich selbst nicht die ganze Schuld daran zu geben.


Was bedeutet das? Bei den Intelligenten neigst Du dazu das zu zu geben.
Den anderen allen erzählst Du Käse?

Zitat:
Auf seine eigene Natur hat man nur wenig Einfluss.


Du solltest nur immer fest daran glauben. So bleibst Du garantiert unglücklich.

Zitat:
Nur wenn es um die Sachen geht, die ich mir Wünsche, werde ich faul. Seltsam.


Nicht seltsam, alles erklärbar.
Zitat:
Möchtest du weitere Beispiele für Zivilcourage hören? Wenn Menschen mich nach dem Weg fragen, verhalte
ich mich stets so, als wenn es meine persönliche Angelegenheit wäre.


Weißt Du eigentlich, was Zivilcourage überhaupt ist?

Ich finde Du sprichst mit sehr vielen Widersprüchen.
Damit wirst Du kaum erfolgreich werden können. Finde heraus, was Du wirklich möchtest und vertrete
Deine Meinung auch.

Viele Grüße

Bernhard

28.03.2016 00:04 • #11


Zitat von Richardg:
Na gut, dann werd ich es mal auflösen und die Bandwürmer sowie Fachwörter zuhause lassen. Wobei ich kaum glaube, dass mir ein anderer Mensch helfen kann (konnte bislang keiner und ich selbst will mir scheinbar nicht helfen). Aber schauen wir mal.

Danke erstmal für eure Antworten und den Willkommensgruß.

Zu meiner Anlage/Umwelt:
- 26 Jahre
- Leben in einer Großstadt in einer sozialschwachen und bildungsfernen Gegend in der die meisten Leute kein Licht mehr am Ende des Tunnels sehen (Rassismus, (Dro.)Missbrauch, Körperverletzung, Depressionen etc. spiegeln die tagtägliche Mentalität und Stimmung der Menschen hier hervorragend wider) > ich dagegen bin das komplette Gegenteil und breche die Lanze für die Vernunft hier in der Gegend
- Teilzeitarbeit bei einem ausbeuterischen Arbeitgeber mit fast nur oberflächlichen, unvernünftigen und arroganten (weiblichen) Kollegen > jedenfalls was man so mitbekommt wenn sich Kollegen unterhalten und man diese näher kennen lernt
- keine Berufsausbildung (Studium paar mal gescheitert > da wenig Motivation dafür aufgebracht > war nicht das Richtige)
- noch nicht ansatzweise Beziehung gehabt > Scheinbar zu schüchtern/sozialphobisch bzw. zu furchterfüllt oder meinetwegen ängstlich um auf das andere Geschlecht zuzugehen
- Dro.konsum (Nikotin und ähnliches) um Emotionen zu unterdrücken (edit: keine harten Dro., sonst hätte ich das nicht mit so einem klaren Geist schreiben können)
- Kräftig/Korpulente Statur mit starker sportlicher Tendenz und Entwicklung, da regelmäßig Schwimmen + Kraftsport
- introvertiertes, aber selbstsicheres Auftreten (eine Rolle die ich mir durch die Arbeit unglaublich gut angeeignet habe) inklusive des Ausstrahlens von Ruhe (bedingt u.a. durch regelmäßiges Meditieren nach dem Sport)
- Aussehen scheinbar nicht so gut (1 postives Feedback von einer Frau vor kurzem dazu, ansonsten über Jahre durchweg negativ von den oberflächlichen Hühnern)
- schlechte Ereignisse/Erlebnisse/Erfahrungen aus der Kindheit (Scheidung der Eltern, Alk. eines Elternmitglieds, Mobbing, etc.)
- Kopfmensch mit resoluten Ansätzen (mache da gerade eine äußerst positive Entwicklung durch) > Lösungsorientiertes Denken und Handeln, da der Fokus auf der Vergangenheit/des Problems meiner Glaubensansicht nach nicht die Lösung sein kann

Zur professionellen Hilfe:
- Psychotherapeutin in psychoszialer Beratung rät mir wärmstens zu einer tiefenpsychologischen Therapie, Diagnose emotionale Instabilität/Identitäsprobleme etc.
- Auf diese Problematik spezialisierte Psychotherapeutin in Großstadt schätzt mich in 5 Minuten Telefonat völlig widersprüchlich bzw. gegensätzlich zur Kollegin ein, fokussiert sich ausschließlich auf Dro.missbrauch und rät zu ambulanten Entzug in Klinik
- in ambulanter Entzugsklinik "Aufgrund der hohen Nachfrage ist es derzeit leider nicht möglich eine Therapie anzubieten"

Richtige Strategie die ich verfolgen sollte:
- Konfrontation mit Angst (z. B. Frau zum Essen, Kaffee, Kino etc. einladen) um diese schier unüberwindbare Hürde zu meistern > unabhängig des Ergebnisses (Zusage/Absage); das heißt aktiver/offensiver auf Frau zugehen um die Wahrscheinlichkeit eines "Treffers" zu erhöhen/sich entsprechend in anderen sozialen Milieus herumtreiben
- aktiv Fehler machen um daraus zu lernen und nach Niederlagen definitiv nicht aufgeben
- generell offener, freundlicher sein und auf andere Menschen zugehen und mehr Ausgehen bzw. sich unter Leute begeben (aus Komfortzone begeben)
- Therapie
- Umzug andere Gegend
- anderer Arbeitgeber
- Ausbildung/Studium
- andere Einstellung zum Leben (immerhin bin ich genauso viel wert wie jeder andere Mensch und brauche mich für nichts zu schämen, egal welchen sozialen Status ich habe oder aussehe) - (wobei ich sagen würde, dass ich das schon sehr gut lebe)

Strategie die ich jetzt gern verfolgen würde:
- Bedürfnisse nach menschlicher Nähe soweit möglich einschränken oder gänzlich beseitigen (vermute allerdings das ist kaum so einfach möglich) da mir das einfach nur tierisch auf den Kranz geht, dass mein Hormonsystem von hübschen Frauen die ich sehe regelmäßig getriggert wird

Problem:
- scheinbar will ich nichts ändern. Die unbedingte Einsicht zu erlangen was zu ändern ist mir scheinbar in diesem Leben nicht gegeben. Es gelingt mir nicht den entscheidenden Impuls zu kreieren.
- soziale Fast-Isolation (paar Freunde mit ähnlichen Schwierigkeiten/Beschwerden habe ich schon) mit Komfortzonencharakter
- dies führt meiner Ansicht nach zwangsweise zu übertriebenem Zynismus und Verbitterung (zumindest was ich so an mir feststellen konnte)

Deswegen fange ich langsam an die Hoffnung zu verlieren und es als das "Ende" zu sehen (ich weiß, dass das total übertrieben ist). Oder ich fange an dem anderen Geschlecht die Schuld an meiner Misere zu geben, was definitiv nicht immer richtig ist (wobei ich andererseits gesellschaftskritisch das Rollenverständnis Mann/Frau und die scheinbar fehlende Emanzipation der Frau in diesem Bereich in Frage stelle, aber das ist ein anderes Thema). Ich glaube manchmal bin ich einfach nur ein riesiger Pechvogel, der des Versuchens müde ist, obgleich die Anzahl der Versuche nicht aussagekräftig sein könnten

Aber gut, lassen wir das am besten. Es halft zumindest schon einmal bisschen darüber zu schreiben. Man hat halt nur bedingt Einfluss. Auch wenn viele "Traumtänzer" sagen, dass man nur das richtige Selbstbild haben muss, dann klappt es automatisch. Das Glück kann man als Faktor aber nicht beeinflussen, auch wenn man fest an sich glaubt. Viele (besonders weibliche junge Kollegen) sagten bereits zu mir der Zug ist eh schon abgefahren und langsam glaube ich das auch. Aber gut, das Leben geht weiter. Auch ohne einen Partner und eine Menge anderer Menschen Danke für's Lesen. Eine schöne Zeit euch.


Kleine, einfache Frage: fühlst du dich autonom? (damit meine ich nicht die Linken) Laß mal die ganzen Thematiken raus, wenn du darüber nachdenkst. Fühlst du dich als Pol, der andere Menschen und Situationen polarisieren will? Bist du ein sehr sarkastischer Mensch? (herunterarbeiten komplizierter sozialer Vorgänge auf ein ziehmlich einfaches skurieles Gerüst, emotionale Vereinfachung)

28.03.2016 00:14 • x 2 #12


So, dann erstmal danke euch beiden für die Antworten.

Zitat von Hotin:
Hallo Richardg,

Natürlich nicht. Nimmst Du Deine Gesprächspartner ernst?


Klar nehm ich dich ernst. Falls du es anders aufgefasst hast, tut es mir leid. Nur scheint es hier ein Verständnisproblem zu geben, welches ich gern bereit bin aus der Welt zu schaffen, wenn du mir sagst, was du dann unter Hilfsbereitschaft verstehst.

Zitat von Hotin:
Dann wird Dir garantiert auch niemand helfen. Warum denn? Dann warte mal,
bis Du schwarz wirst.


Was ist das denn für eine Verpflichtung zu helfen die du meinst die ich nicht erfülle? Wo steht das und welchen Umfang hat das? Hast du Quellen zum Nachlesen?

Zitat von Hotin:
Für mich sind Menschen sehr, sehr unterschiedlich, sie haben jedoch überwiegend gleiche Allgemeinrechte.
Weiter bewerte ich sie stark nach ihrem sozialen Verständnis und ihrem
sozialen Engagement.


Du bewertest Menschen nach ihrem sozialen Verständnis? Wann ist ein Mensch denn deiner Ansicht nach "sozial verständig"? Was muss er dazu tun oder anhand welcher Situationen/Merkmale machst du das fest?

Ich hab den Eindruck, es hat sich bei dir ein eigener sozialer Maßstab herausgebildet. Das ist grundsätzlich natürlich begrüßenswert, auch wenn ich empfehlen würde, den eigenen Maßstab nicht als Allgemeingültig von anderen Menschen einzufordern. Immerhin haben wir alle unterschiedliche Erfahrungen gemacht und uns unterschiedlich entwickelt. Deswegen plädiere ich hier indirekt schon für etwas mehr Offenheit auch deinerseits. Vielleicht ist es ja auch etwas, was du bereits an dir festgestellt hast.

Zitat von Hotin:
Wenn Du da nicht von allein drauf kommst, tut mir das leid.


Es tut mir leid dir das sagen zu müssen, aber dieser Satz ist mir keine große Hilfe. Mit dieser Erwartung kann ich dich nur enttäuschen. Außerdem lässt es mich daran zweifeln, ob du deine Ansicht wirklich begründen kannst. Den Beweis bleibst du schuldig. Oder auch nicht, immerhin ist ja niemand gezwungen hier zu antworten.

Zitat von Hotin:
Da haben wir doch was gemeinsam. Enttäuschen kann man mich aber nicht so leicht. Ich weiß, wie wir Menschen funktionieren. Du könntest es aber auch lernen.


Indem du mir nicht sagst, wie es geht, weil ich da von alleine drauf kommen könnte? Das wird echt schwierig.

Kannst du mir dann wenigstens sagen, wie "Menschen funktionieren"? Dann hätte man doch wenigstens schon einmal einen Ansatzpunkt.

Zitat von Hotin:
Segelst Du nicht vieles gegen einen Eisberg?


Klar. Deswegen darf ich mich doch aber trotzdem über diese studierten Vollpfosten beschweren oder?

Zitat von Hotin:
Natürlich, es sind Menschen wie Du und ich. Ich beispielsweise habe viele
Vorurteile, die ich in der zwischenmenschlichen Kommunikation
versuche abzubauen. Was denkst Du denn, welchen Sinn die Sprache hat?


Über den Sinn und Unsinn von Sprache und Kommunikation habe ich lange nachgedacht. Ein Glück ist das auch hier nicht das Thema um das es geht.

Trotzdem erwarte ich einfach von Diplom-Psychologen mit Therapeutenausbildung, dass sie ein derartiges Verständnis für den Menschen besitzen, dass sie Abartigkeiten wie Rassismus, Vorurteile z. B. aufgrund der Gesinnung etc. zumindest beim professionellen Kontakt mit den Patienten gänzlich außen vor lassen. Privat können die Kasper sich meinetwegen dem rechten Mob anschließen und "Ausländah raus" gröhlen wie sie wollen. Aber einen Menschen, der ernsthaft nach Hilfe sucht, wegen dieser Sachen anders als gewöhnlich zu behandeln, ist einfach nur ungerecht und keines "Psychotherapeuten"-Titels würdig meiner Ansicht nach. Ich bleibe dabei: einfach nur ekelhaft diese Menschen. Wenn ich so einen sehe oder merke jemand ist so drauf, mach ich einen großen Bogen drum. Egal ob er Minister, Psychiater, Richter oder sonstwas ist.

Aber schön zu hören, dass du in dem Punkt an dir arbeitest. Mach weiter so

Zitat von Hotin:
Warum sind dann Deine Texte immer voll von Vorwürfen und Ansprüchen?


Die Ansprüche teils begründet in meiner Biologie (wie schon geschrieben). Was hab ich denn ansonsten für Ansprüche? Keine. Der Vorwurf bezog sich nur auf die schlechte Erfahrung, die ich mit Psychotherapeuten gemacht hab. Das sind wahrscheinlich aber wirklich nur (so hoffe ich) einzelne Ausnahmen.

Vorwürfe ansonsten gegen wen oder was? Höchstens mir werfe ich vor, meine Situation so zu akzeptieren wie sie ist und etwaige Handlungsimpulse durch diverse Sachen zu unterdrücken.

Zitat von Hotin:
Was bedeutet das? Bei den Intelligenten neigst Du dazu das zu zu geben.
Den anderen allen erzählst Du Käse?


Ich würde das jedem erzählen. Nur was kann ich für meine Biologie?

Doch das ist auch ein Kritikpunkt, den ich mir gefallen lasse. Ich bin sehr egoistisch und habe manchmal den Anspruch, dass andere genauso denken wie ich. Hier konnte ich bereits einige Akzeptanz-Fortschritte verzeichnen.

Über Intelligenz will ich gar nicht reden. Für mich hat fast jeder Mensch das gleiche Potenzial was Intelligenz betrifft. Von daher unterscheide ich gar nicht zwischen "dumm" und "schlau". Nur zwischen Menschen mit guter Neigung und schlechter Gesinnung. Das soll nichts esoterisches sein, aber hast du das nicht auch manchmal festgestellt, dass man, wenn man Menschen näher kennen lernt, diese von ihrer Art her schon in gewisser Weise in gut und böse unterteilen kann?

Zitat von Hotin:
Du solltest nur immer fest daran glauben. So bleibst Du garantiert unglücklich.


Leider hilft mir das auch nicht weiter. Ich glaube selbst daran, weil ich daran glauben will. Aber ich stelle meinen Glauben nicht als den einzig Wahren hin. Ich stelle ihn gern zur Diskussion, wie ich es eben in diesem Forum/Thread mache.

Wenn du schon kritisierst: hast du auch Verbesserungsvorschläge?

Zitat von Hotin:
Nicht seltsam, alles erklärbar.


Magst du es mir erklären oder muss ich da auch von selbst drauf kommen?

Zitat von Hotin:
Weißt Du eigentlich, was Zivilcourage überhaupt ist?


Bis jetzt dachte ich es zumindest. Und auf Wikipedia gibt es ebenfalls verschiedene Erklärungsansätze. Deswegen kann weder ich noch du sagen was wirklich Zivilcourage ist. Wir definieren bzw. legen das in unserem eigenen Kontext nach unserem eigenen Verständnis aus.

Deswegen die Gegenfrage: was ist für dich Zivilcourage? (paar Beispiele reichen für eine ungefähre Vorstellung)

Zitat von Hotin:
Ich finde Du sprichst mit sehr vielen Widersprüchen.
Damit wirst Du kaum erfolgreich werden können. Finde heraus, was Du wirklich möchtest und vertrete
Deine Meinung auch.

Viele Grüße

Bernhard


Das hat mir eine Therapeutin auch schon gesagt und fand mich deshalb unheimlich interessant.

Und ich stelle dir, Bernhard, die gleiche Frage wie ihr:

Wie finde ich heraus, was ich wirklich möchte?

Ihre Antwort teile ich ich dir dann im nächsten Beitrag mit^^

Zitat von Reenchen:
Kleine, einfache Frage: fühlst du dich autonom? (damit meine ich nicht die Linken) Laß mal die ganzen Thematiken raus, wenn du darüber nachdenkst. Fühlst du dich als Pol, der andere Menschen und Situationen polarisieren will? Bist du ein sehr sarkastischer Mensch? (herunterarbeiten komplizierter sozialer Vorgänge auf ein ziehmlich einfaches skurieles Gerüst, emotionale Vereinfachung)


Hey, schön, dass du dich eingeklinkt hast.

Ich weiß was du mit autonom meinst oder glaube es zu wissen. Und ich kann die Frage leider nicht vollständig beantworten, weil ich innerlich mit "Ja" und "Nein" antworte. Denn dann würde ich nämlich sagen es kommt immer drauf an, auf was du das beziehst. Soll ich es in dem Sinne verstehen, als ob ich abhängig von anderen Menschen wäre?

Ich bin wenigstens nicht der Pol, der andere Menschen irgendwie beeinflussen will. Wie ich schon schrieb, will ich eigentlich eher in Ruhe gelassen werden und lasse die meisten Menschen auch in Ruhe, es sei denn, ein Einschreiten ist unbedingt geboten (wenn jemand nach Hilfe fragt oder von gesetzeswegen). Deswegen polarisiere ich nicht. Zumindest nicht absichtlich. Ich besitze anscheinend eine sehr hohe Selbstüberwachung, das heißt ich passe mich gern an und bin deswegen beruflich erfolgreicher. Wobei es auch hier gewisse Grenzen gibt. Ich lasse nicht alles mit mir machen, sondern versuche Umstände individuell zu beurteilen und entsprechend vernünftig zu handeln.

Zur letzten Frage: Schlimmer. Ich glaub ich bin ein Zyniker geworden. Und das wollte ich eigentlich nie werden. Da mir das schon auffiel, arbeite ich bereits daran, Zynismus, Sarkasmus und Ironie aus meinen Gesprächen zu verbannen. Leider gelingt mir das noch nicht zufriedenstellend, aber das wird schon.

Ich hab mir auch noch ein paar Gedanken zu meiner Situation gemacht und ich glaube das beste wäre es zunächst, einfach nur zu handeln. Nicht kopflos, nein. Aber auch nicht Handeln in Form eines Unterlassens oder Duldens. Denn wenn ich etwas aktive Tue, ist das immerhin schon besser als nichts zu tun. Gerade "Kopfmenschen" ist es glaub ich sehr zu empfehlen, resoluter zu werden. Mehr dazu vielleicht beim nächsten mal.

Schönes Wochenende!

02.04.2016 19:08 • x 1 #13


Hotin
Hallo Richardg,

danke für Deine Antwort.
Grundsätzlich möchte ich gern alle Deine Fragen beantworten.
Dies macht in dieser Antwort jedoch für mich wenig Sinn.
Du gehst gedanklich solche weiten Wege, das Du teilweise entweder keine
klaren Ergebnisse erzielst, oder ich kann es nicht mehr verstehen.

Unter Zivilcourage schreibt der "Duden". Es ist der Mut überall und unerschrocken
seine Meinung zu vertreten.

Unter Hilfsbereitschaft verstehe ich ein Verhalten, das im Alltag oft von
Verständnis, Rücksicht und Hilfsbereitschaft geprägt ist.
Zitat:
Was ist das denn für eine Verpflichtung zu helfen die du meinst die ich nicht erfülle? Wo steht das und
welchen Umfang hat das? Hast du Quellen zum Nachlesen?


Als Mensch bist Du ein Mitglied der Gesellschaft. Im Grunde genommen haben wir alle die ungeschriebene
Verpflichtung, anderen gegenüber hilfsbereit und rücksichtsvoll zu sein. Auch hier im Forum helfen wir uns
untereinander, obwohl es nirgendwo schriftlich festgehalten ist. Nur Du selbst hast ja wiederholt gesagt,
Du bist eigentlich zu faul, anderen zu helfen.
Zitat:
Du bewertest Menschen nach ihrem sozialen Verständnis? Wann ist ein Mensch denn deiner Ansicht nach "sozial verständig"? Was muss er dazu tun oder anhand welcher Situationen/Merkmale machst du das fest?


Zitat:
Ich hab den Eindruck, es hat sich bei dir ein eigener sozialer Maßstab herausgebildet. Das ist grundsätzlich natürlich begrüßenswert, auch wenn ich empfehlen würde, den eigenen Maßstab nicht als Allgemeingültig von anderen Menschen einzufordern. Immerhin haben wir alle unterschiedliche Erfahrungen gemacht und uns unterschiedlich entwickelt. Deswegen plädiere ich hier indirekt schon für etwas mehr Offenheit auch deinerseits. Vielleicht ist es ja auch etwas, was du bereits an dir festgestellt hast.


Eine ausgezeichnete Beschreibung, die zeigt, das Du sehr intelligent zu sein scheinst.
Was willst Du mit meinem sozialen Verständnis. Ich habe keine Lust hier meine Ansichten als Maßstab für
andere vor zu geben. Dazu habe ich weder ein Recht, noch ein Interesse.
Ich kann und darf Dir nicht sagen, was Du tun sollst. Ich kann und werde hier aber immer wieder dafür
einstehen, was jemand nicht tun sollte.
Und das versuche ich auch bei Dir. Leider erfolglos.

Zitat:
Indem du mir nicht sagst, wie es geht, weil ich da von alleine drauf kommen könnte? Das wird echt schwierig.


Ich darf nicht zu stark in Deine Gedankenwelt eingreifen. Ich versuche immer
Selbstbewusstsein aufzubauen und nicht gedankliche Abhängigkeit zu erzeugen.

Zitat:
Kannst du mir dann wenigstens sagen, wie "Menschen funktionieren"? Dann hätte man doch wenigstens
schon einmal einen Ansatzpunkt.


Na klar kann ich das. Im Grunde funktioniert der Mensch sehr einfach.
Aus Deinen Wünschen und Gefühlen entsteht bei Dir im Kopf eine Zielsetzung.
Und das möchtest Du verwirklichen. Nun bist Du nicht allein auf dieser Welt.
Daher musst Du für Deine Ziele kämpfen. Und das kannst Du aggressiv oder friedlich und respektvoll tun.
Ein wesentlicher Satz meiner persönlichen Denkweise ist: " Ich möchte meine Erfolge möglichst nicht auf
Kosten meiner Mitmenschen erreichen.
Zitat:

Trotzdem erwarte ich einfach von Diplom-Psychologen mit Therapeutenausbildung, dass sie ein derartiges Verständnis für den Menschen besitzen, dass sie Abartigkeiten wie Rassismus, Vorurteile z. B. aufgrund der Gesinnung etc. zumindest beim professionellen Kontakt mit den Patienten gänzlich außen vor lassen. Privat können die Kasper sich meinetwegen dem rechten Mob anschließen und "Ausländah raus" gröhlen wie sie wollen.


So, wie Du es hier beschreibst, möchte ich Dir Recht geben.

Zitat:
Doch das ist auch ein Kritikpunkt, den ich mir gefallen lasse. Ich bin sehr egoistisch und habe manchmal den Anspruch, dass andere genauso denken wie ich.


Das ist grundsätzlich nicht falsch. Der Satz könnte auch von mir sein.

Zitat:
Wenn du schon kritisierst: hast du auch Verbesserungsvorschläge?


Klar, mehr als Du glaubst. Nur müssten wir dann mal nur über ein eng begrenztes Thema reden. So, wie wir das hier machen, kommen wir nie auf den Punkt.

Zitat:
Und ich stelle dir, Bernhard, die gleiche Frage wie ihr:

Wie finde ich heraus, was ich wirklich möchte?


Wenn Du das im Kopf nicht schaffst, viele können dass nicht. Dann höre mal in Dich
rein und schreibe es mal auf ein großes Blatt Papier:
Wofür möchtest Du gern morgens aufstehen? Welche Ziele machen Dich
zufriedener?

Viele Grüße

Bernhard

02.04.2016 23:10 • x 1 #14


Zitat von Hotin:
Hallo Richardg,

danke für Deine Antwort.
Grundsätzlich möchte ich gern alle Deine Fragen beantworten.
Dies macht in dieser Antwort jedoch für mich wenig Sinn.
Du gehst gedanklich solche weiten Wege, das Du teilweise entweder keine
klaren Ergebnisse erzielst, oder ich kann es nicht mehr verstehen.


Das tut mir leid. Das war nicht meine Absicht. Aber gut, dass du es noch einmal deutlich herausgestellt hast. Der Meinung bin ich nämlich auch. Ich verliere mich in einem Gedankenkonstrukt, welches letztlich zu keinem Ergebnis führt. Dies resultiert meiner Ansicht nach aus einer Angst heraus etwas falsch zu machen. Obwohl ich mittlerweile eingesehen habe, dass es durchaus positiv ist, wenn man etwas falsch macht, sofern man denn schlussendlich auch daraus lernt und sich nicht nur darüber beschwert, einen Fehler gemacht zu haben.

Zitat von Hotin:
Unter Zivilcourage schreibt der "Duden". Es ist der Mut überall und unerschrocken
seine Meinung zu vertreten.


Danke für die Klarstellung. In so einer Extremsituation habe ich mich noch nie oder ganz selten befunden. Bisher war alles noch verhältnismäßig. Sofern ich allerdings ein Einschreiten für geboten halte (im äußersten Notfall), würde ich versuchen meine Meinung auch gegenüber anderen rigoros durchzusetzen.

Zitat von Hotin:
Unter Hilfsbereitschaft verstehe ich ein Verhalten, das im Alltag oft von
Verständnis, Rücksicht und Hilfsbereitschaft geprägt ist.


Das alles findest du bei mir. Zwar in "normalen" Situationen nicht unbedingt proaktiv, aber dennoch bemüht.

Zitat von Hotin:
Als Mensch bist Du ein Mitglied der Gesellschaft. Im Grunde genommen haben wir alle die ungeschriebene
Verpflichtung, anderen gegenüber hilfsbereit und rücksichtsvoll zu sein. Auch hier im Forum helfen wir uns
untereinander, obwohl es nirgendwo schriftlich festgehalten ist. Nur Du selbst hast ja wiederholt gesagt,
Du bist eigentlich zu faul, anderen zu helfen.


Richtig. Eigentlich schon. Aber wenn mich jemand um Hilfe fragt, lehne ich diese nicht ab. Ich helfe eigentlich so gut wie immer. Wenn ich damit meine Verpflichtung nicht erfülle, dann weiß ich es auch nicht.

Zitat von Hotin:
Eine ausgezeichnete Beschreibung, die zeigt, das Du sehr intelligent zu sein scheinst.


Eigentlich halte ich mich eher nur für erfahren und meinetwegen leicht gebildet. Ich schätze mich selbst als nicht intelligent ein (Minderwertigkeitskomplexe?). Aber danke dennoch für deine Einschätzung

Zitat von Hotin:
Was willst Du mit meinem sozialen Verständnis. Ich habe keine Lust hier meine Ansichten als Maßstab für
andere vor zu geben. Dazu habe ich weder ein Recht, noch ein Interesse.
Ich kann und darf Dir nicht sagen, was Du tun sollst. Ich kann und werde hier aber immer wieder dafür
einstehen, was jemand nicht tun sollte.
Und das versuche ich auch bei Dir. Leider erfolglos.


Deinen Ansatz finde ich sehr begrüßenswert. Lass dich bitte nicht von mir "kaputtreden". Sprich so offen und frei wie möglich. Du kannst nichts verkehrt machen. Ich versuche selbst so offen und skeptisch wie möglich auch mit meinen eigenen Ansichten zu sein. Immerhin habe ich die Weisheit nicht gepachtet und bin selbst noch ein junger Mensch in Entwicklung.

Deswegen werde ich noch einmal konkret: was hätte ich deiner Meinung nach nicht tun sollen?

Zitat von Hotin:
Ich darf nicht zu stark in Deine Gedankenwelt eingreifen. Ich versuche immer
Selbstbewusstsein aufzubauen und nicht gedankliche Abhängigkeit zu erzeugen.


Doch, ich würde sogar darum bitten, dass du mir deine Meinung mitteilst. Das ist mir wichtig, denn du bist ja immerhin der einzige Forenteilnehmer, der sich die Zeit nimmt, sich meine Beiträge durchzulesen und zu antworten. Damit hast du dir schon meinen Respekt verdient, weil es zeigt, dass du mir helfen willst. Und Menschen die anderen selbstlos helfen wollen, haben für mich zunächst erstmal eine gute Seele. Deswegen bin ich auch dankbar für jeden einzelnen deiner Beiträge. Ganz gleich ob du mich kritisierst oder lobst. Jeder Beitrag ist stets willkommen. Inwieweit ich dein Gedankengut verarbeite, obliegt mir selbst. Und wie ich schon schrieb, möchte ich gern für alles offen sein.

Zitat von Hotin:
Na klar kann ich das. Im Grunde funktioniert der Mensch sehr einfach.
Aus Deinen Wünschen und Gefühlen entsteht bei Dir im Kopf eine Zielsetzung.
Und das möchtest Du verwirklichen. Nun bist Du nicht allein auf dieser Welt.
Daher musst Du für Deine Ziele kämpfen. Und das kannst Du aggressiv oder friedlich und respektvoll tun.
Ein wesentlicher Satz meiner persönlichen Denkweise ist: " Ich möchte meine Erfolge möglichst nicht auf
Kosten meiner Mitmenschen erreichen.


Danke für deine Schilderung. Im Grunde pflichte ich dir bei. Nur wäge ich immer ab, ob dieser "Erfolg" es für mich wert ist oder nicht und wie viel Aufwand ich benötige, um ihn zu erreichen. Eigentlich möchte ich mich nämlich von einem erfolgsorientierten Denken, wie es in unserer Gesellschaft heutzutage manifestiert ist, ganz klar separieren. Immerzu nach Erfolgen zu streben ruft bei Misserfolg zwangsweise Enttäuschung und Frustration hervor.

Bezogen auf das Thema heißt das:

Für mich stellt sich dann eben die Frage, ob es die Erfahrung wert ist, sich die Mühe zu machen und eine Beziehung zu suchen. Einige meiner Freunde mit Freundinnnen erzählen mir immer wie toll es ist einen Partner und Sex zu haben. Grundsätzlich glaube ich das auch, bin aber der Meinung, dass man sich für die meisten Frauen einfach nur zum Affen machen müsste, um seine Herzensdame zu erobern. Und das ist mir nicht wert, ganz ehrlich. Ich möchte mich nicht um 180° drehen und wenden, nur um einer Frau zu gefallen. Ich verlange das aber auch nicht von der Frau. Leider habe ich bisher nur keine gefunden, die mich so nimmt wie ich bin.

Regelmäßig wird in unserer Gesellschaft in ungeschriebenen Konventionen vom Mann verlangt, dass er den ersten Schritt macht. Wer ist überhaupt auf den Quatsch gekommen? Das vermeintlich "schwächere" Geschlecht, welches aktuell durch Quoten und Rechtschreibkritik ("_innen") versucht sich innerhalb unserer Gesellschaft zu etablieren/emanzipieren? Egal. Den Feminismus zu kritisieren geht hier eindeutig zu weit.

Jedenfalls bemerke ich es auch heute noch, dass zumindest mit den Mädels auf meiner Arbeitsstelle oder näheren Umgebung etwas nicht stimmt. Da muss man nämlich auf unsichtbare Signale achten ("schaut sie zu mir rüber?") und Verhaltensweisen deuten ("wenn er mir nach unserem ersten Treffen direkt schreibt er möchte mich wiedersehen, dann ist er wohl einfach nur verzweifelt"). Ich halte dieses „Gedusel“ für ausgemachten Blödsinn. Und wenn ich merke, dass eine Frau in meinem Alter nicht fähig ist mich mehrfach zu unterschiedlichen Zeiten auch nur zu grüßen (Ich sag z. B. freundlich "Hallo" und werde dann nur komisch angeguckt und ignoriert), dann versuche ich mich von diesem Menschen fernzuhalten. Egal wie anziehend ich sie finde. Denn dann glaube ich haben die Frauen auch ein riesiges Problem mit sich selbst und ihrem eigenen Selbstwertgefühl. Und das ist das, was ich von meiner künftigen Partnerin (im nächsten Leben ) fordere: ein Mindestmaß von sozialem Umgang mit anderen. Leider beherrschen das die meisten Frauen in meiner Arbeitsstelle nicht. Und wenn ich dann mal eine treffe, die wirklich aufgeschlossen und freundlich ist, dann hat die schon einen Freund oder ist nicht an mir interessiert. Pechvogel eben

Zitat von Hotin:
So, wie Du es hier beschreibst, möchte ich Dir Recht geben.


Danke

Zitat von Hotin:
Das ist grundsätzlich nicht falsch. Der Satz könnte auch von mir sein.


Schön, dass wir da einer Meinung sind

Zitat von Hotin:
Klar, mehr als Du glaubst. Nur müssten wir dann mal nur über ein eng begrenztes Thema reden. So, wie wir das hier machen, kommen wir nie auf den Punkt.


Recht hast du. Deswegen habe ich versucht es weiter oben schon ein wenig konkreter auszuformulieren. Das Thema um das hier geht ist ja: wie schaffe ich es mich selbst dazu zu motivieren, mir eine Partnerin zu suchen?

Zitat von Hotin:
Wenn Du das im Kopf nicht schaffst, viele können dass nicht. Dann höre mal in Dich
rein und schreibe es mal auf ein großes Blatt Papier:
Wofür möchtest Du gern morgens aufstehen? Welche Ziele machen Dich
zufriedener?

Viele Grüße

Bernhard


Sehr guter Schluss Bernhard. Die Sache ist nur die, dass ein Blatt Papier dafür nicht ausreichen würde glaub ich. Ich bin mittlerweile mit so vielen Themen in Kontakt gekommen (Ernährung, Fitness, Programmierung, Romane/Weltliteratur, Psychologie, Philosophie, Wirtschaft. etc)., dass ich glaube, dass ich in allen Bereichen mit genügend Übung mehr oder weniger erfolgreich sein könnte. Und du oder andere Leser hier übrigens auch. Da vertrete ich die bereits angesprochene "Prototypen"-Mensch-Theorie, die aber auch völlig daneben sein könnte. Das macht mich so unsicher.

Was viel schlimmer ist: ich habe mir eine Lebensweise angeeignet, bei der ich kaum noch unglücklich sein kann. Ein Coach nannte dies mal "Befreiung aus der sozialen Matrix". Ich würde es mal auf "Pfeif auf die Gesellschaft und die Meinung vieler Leute" herunterbrechen. Dies half mir aber unter anderem, mich zum Schwimmen zu motivieren oder allgemein viel aggressiver/freier im Hinblick auf mein Verhalten innerhalb der Gesellschaft zu agieren. Deswegen kategorisiere ich diese Denkrichtung als fast schon evolutionär.

Deswegen habe ich auch keine "Lebensziele". Aber leider habe ich auf der anderen Seite auch keine wirkliche Leidenschaft, die mich erfüllt. Ich gewinne jeder Sache etwas Gutes ab und schaffe es hervorragend, mich in andere Menschen hineinzuversetzen und mich anzupassen. Das lässt mich und meine Persönlichkeit allerdings so transparent wirken, dass ich kaum noch Eckpunkte besitze, an denen andere sich reiben können (Profil/Charakterlos). Quasi "everybody's darling" hat man das früher genannt. Wobei ich es in den letzten Jahren stark gelernt habe, für meine Ansicht einzustehen. Aber ein Rest Unsicherheit ist immer noch vorhanden.

Doch ich glaub ich bin auf dem richtigen Weg. Außer was Frauen angeht. Da entferne ich mich als der selbsternannte "Sonderling" regelrecht von ihnen. Es fällt mir schwer, locker zu sein. Dies lerne ich gerade. Wünsch mir Glück, vielleicht klappt es ja zufällig irgendwann doch

Ein schönes Wochenende noch!

09.04.2016 19:08 • #15


Hotin
Hallo Richardg,

Zitat:
Die Sache ist nur die, dass ein Blatt Papier dafür nicht ausreichen würde glaub ich. Ich bin mittlerweile mit so vielen Themen in Kontakt gekommen (Ernährung, Fitness, Programmierung, Romane/Weltliteratur, Psychologie, Philosophie, Wirtschaft. etc)., dass ich glaube, dass ich in allen Bereichen mit genügend Übung mehr oder weniger erfolgreich sein könnte. Und du oder andere Leser hier übrigens auch. Da vertrete ich die bereits angesprochene "Prototypen"-Mensch-Theorie, die aber auch völlig daneben sein könnte. Das macht mich so unsicher.


Das meiner Meinung nach wichtigste hast Du für mich nicht, oder nicht erkennbar aufgeführt.
Dich selbst, oder besser gesagt – Der Mensch.
Es ist doch klar, das Dich das alles unsicher macht. Der Handel und die Industrie versuchen uns immer
mehr zu entmenschlichen.
Wenn Dich das unsicher macht (ich arbeite übrigens in vielen Bereichen
gegen das materielle Denken) kann ich Dich verstehen.

Was verstehst Du denn unter der "Prototypen"-Mensch-Theorie?

Zitat:
Was viel schlimmer ist: ich habe mir eine Lebensweise angeeignet, bei der ich kaum noch unglücklich sein kann.


Das stimmt doch gar nicht.

Zitat:
Ich würde es mal auf "Pfeif auf die Gesellschaft und die Meinung vieler Leute" herunterbrechen.
Deswegen kategorisiere ich diese Denkrichtung als fast schon evolutionär.


Was bedeutet der zweite Satz auf Deutsch?

Zitat:
Deswegen habe ich auch keine "Lebensziele". Aber leider habe ich auf der anderen Seite auch
keine wirkliche Leidenschaft, die mich erfüllt.


Dies drückst Du hier schriftlich aus. Ich bin aber auch gleichzeitig sehr davon
überzeugt, dass Du das auch äußerlich ausstrahlst.
Nur, welcher Mensch und vor allem welche Frau wünscht sich jemanden als Freund und Partner,
der nichts anziehendes ausstrahlt?

Zitat:
Ich gewinne jeder Sache etwas Gutes ab und schaffe es hervorragend, mich in andere
Menschen hineinzuversetzen und mich anzupassen.


Dies ist wieder ein Widerspruch. Ich glaube es nicht, das Du eine nennenswerte
Anpassungsfähigkeit besitzt.
Zitat:
Außer was Frauen angeht. Da entferne ich mich als der selbsternannte "Sonderling" regelrecht von ihnen.
Es fällt mir schwer, locker zu sein. Dies lerne ich gerade. Wünsch mir Glück, vielleicht klappt es ja zufällig
irgendwann doch.

Ich wünsch Dir lieber etwas anderes. Ich wünsche Dir, dass Du schnell selbstbewusster wirst. Und auch
wieder lernst zu entscheiden, was Du willst im Leben. Damit kommen dann sehr viele ganz positive
Eigenschaften wieder hervor.

Zitat:
Ich verliere mich in einem Gedankenkonstrukt, welches letztlich zu keinem Ergebnis führt.
Dies resultiert meiner Ansicht nach aus einer Angst heraus etwas falsch zu machen.


Starke Aussage. Wenn dies ehrlich gemeint ist, dann ändere es sofort.
Viele Menschen können Deine vielen Worte und Sätze gar nicht aufnehmen und verarbeiten.
Welche Partnerin soll Dich verstehen?
Außerdem denken Frauen nicht immer logisch und dann scheiterst Du mit
Deinen verschachtelten Sätzen, bevor eine Freundschaft überhaupt erst
richtig begonnen hat.

Zitat:
Obwohl ich mittlerweile eingesehen habe, dass es durchaus positiv ist, wenn man etwas falsch macht,
sofern man denn schlussendlich auch daraus lernt und sich nicht nur darüber beschwert, einen Fehler
gemacht zu haben.


Absolut richtig. Das meiste lernt der Mensch aus Fehlern. Deshalb sollte man ständig etwas probieren,
was man noch nicht gut kann und sich somit verbessern.
Dadurch entsteht Zufriedenheit.

Zitat:
Lass dich bitte nicht von mir "kaputtreden". Sprich so offen und frei wie möglich. Du kannst nichts verkehrt machen. Ich versuche selbst so offen und skeptisch wie möglich auch mit meinen eigenen Ansichten zu sein. Immerhin habe ich die Weisheit nicht gepachtet und bin selbst noch ein junger Mensch in Entwicklung.


Zitat:
Deswegen werde ich noch einmal konkret: was hätte ich deiner Meinung nach nicht tun sollen?


Das kann ich im Moment nicht sagen. Du nennst mir kein klares Ziel. Folglich
kann ich nicht sagen, was Du da machen sollst.
Sag mir bitte, was Du machen willst, was aber nicht klappt.
Auf so etwas allgemeines wie "Ich möchte eine Partnerin finden", kann ich kaum
antworten.

Zitat:
Für mich stellt sich dann eben die Frage, ob es die Erfahrung wert ist, sich die Mühe zu machen und eine Beziehung zu suchen. Einige meiner Freunde mit Freundinnen erzählen mir immer wie toll es ist einen Partner und Sex zu haben.


Ja, meine Erfahrung war folgende. Die schönsten Phasen meines Lebens waren die, wo ich eine Frau an
meiner Seite hatte, die ich liebte und die mich liebte.
Leider bin ich ein Mensch der sich ständig weiter entwickelt. Ist die Entwicklungsgeschwindigkeit der
Partner aber unterschiedlich, wird eine Partnerschaft selten
dauerhaft sein. So war es auch bei mir.
Also habe ich große Zeiten allein gelebt, jetzt auch wieder. Suche aber
wieder eine Partnerin, die sich in zwischenmenschlicher Kommunikation
hervorragend auskennt.

Zitat:
Ich möchte mich nicht um 180° drehen und wenden, nur um einer Frau zu gefallen. Ich verlange das aber
auch nicht von der Frau. Leider habe ich bisher nur keine gefunden, die mich so nimmt wie ich bin.


Eine meiner schwierigsten Aufgaben im Leben war für mich, zu akzeptieren
das meine Partnerin so völlig anders denkt und empfindet.
Doch trotzdem kann man wunderbare Zeiten erleben, auch wenn man
sehr unterschiedlich ist.

Zitat:
Regelmäßig wird in unserer Gesellschaft in ungeschriebenen Konventionen vom Mann verlangt,
dass er den ersten Schritt macht. Wer ist überhaupt auf den Quatsch gekommen?


Nach meiner Erfahrung macht der Mann selten den ersten Schritt. Wenn man genau hinschaut, trifft
meiner Meinung nach die Frau die erste Entscheidung.
Offiziell macht es aber der Mann.

Zitat:
Jedenfalls bemerke ich es auch heute noch, dass zumindest mit den Mädels auf meiner Arbeitsstelle
oder näheren Umgebung etwas nicht stimmt. Da muss man nämlich auf unsichtbare Signale achten


So ist das. Ich sagte es gerade.

Zitat:
Denn dann glaube ich haben die Frauen auch ein riesiges Problem mit sich selbst und ihrem eigenen
Selbstwertgefühl. Und das ist das, was ich von meiner künftigen Partnerin (im nächsten Leben ) fordere:
ein Mindestmaß von sozialem Umgang mit anderen.

Ja klar, Du hast Recht. Nur Männer haben das gleiche Problem.


Es ist eben alles nicht so einfach, aber auch nicht so schwierig.

Bitte versuche Deinen Weg zu finden. Es lohnt sich.

Viele Grüße

Bernhard

09.04.2016 23:04 • x 1 #16


Hallo Hotin, danke erstmal für deinen Beitrag.

Zitat von Hotin:
Hallo Richardg,
Das meiner Meinung nach wichtigste hast Du für mich nicht, oder nicht erkennbar aufgeführt.
Dich selbst, oder besser gesagt – Der Mensch.
Es ist doch klar, das Dich das alles unsicher macht. Der Handel und die Industrie versuchen uns immer
mehr zu entmenschlichen.
Wenn Dich das unsicher macht (ich arbeite übrigens in vielen Bereichen
gegen das materielle Denken) kann ich Dich verstehen.


Das finde ich äußerst begrüßenswert (Arbeit gegen das materielle Denken). Mach weiter so, das ist auch aus meiner Sicht nicht verkehrt.

Das Wichtigste für mich sollte ich selbst sein? Ist das nicht ziemlich egoistisch?
Zitat von Hotin:
Was verstehst Du denn unter der "Prototypen"-Mensch-Theorie?


Da bin ich mal so frei, mich selbst zu zitieren, anstatt einfach bereits Gesagtes erneut wiederzugeben:

Zitat:
[...] ich (bin) der Meinung [...] oder (vertrete) die Laien-Theorie [...], dass alle genetisch gesunden Menschen Prototypen darstellen, die sich in ihrer Umwelt unterschiedlich entwickeln. Und je mehr Einfluss wir auf unsere Umwelt haben (z. B. die genialste Erfindung unserer Zeit > das Internet mit freiem Zugang zum Wissen/den Erfahrungen der Menschheit), desto mehr Kontrolle haben wir darüber, wer wir sind. Natürlich gibt es gewisse (genetische) Grenzen. Manche haben eben eine Veranlagung für Aktivität XY und können sich daher dort durchsetzen. Doch bis zu einem gewissen Grad schätze ich uns so ein. Und damit meine ich nicht nur mich, sondern dich und alle anderen heimlichen Mitleser hier (falls es die gibt).


Zitat von Hotin:
Das stimmt doch gar nicht.


Mit Einschränkung. Natürlich ist der Verlust eines Angehörigen oder ähnliches schon ein Grund, auch mal unglücklich zu sein. Ansonsten rede ich mehr von Alltagssorgen, die die meisten Menschen plagen (Geld zum Beispiel).

Zitat von Hotin:
Was bedeutet der zweite Satz auf Deutsch?


Der Mensch ist ja grundsätzlich ein soziales Wesen. Für mich stellt die Separation von gesellschaftlichen Werten und Vorgaben eine ganz entscheidende Wende dar. Andere sind wahrscheinlich schon viel weiter. Dann ist es in erster Linie für mich "geistig evolutionär".

Zitat von Hotin:
Dies drückst Du hier schriftlich aus. Ich bin aber auch gleichzeitig sehr davon
überzeugt, dass Du das auch äußerlich ausstrahlst.
Nur, welcher Mensch und vor allem welche Frau wünscht sich jemanden als Freund und Partner,
der nichts anziehendes ausstrahlt?


Das kann schon sein. Die Ausstrahlung spielt auch für mich eine erhebliche Rolle. Hier wirke ich in der Öffentlichkeit in der Regel sehr ernst. Einfach nur, weil das derzeit meiner Wesensart entspricht und ich mich nicht verstellen möchte. Auch wenn dies gleichzeitig abweisend wirkt, werde ich oft nach Hilfe gefragt (was mich sehr verwundert). Und dann bin ich nämlich super nett und freundlich und strahle das auch so aus. Das ist bei mir auch immer ein bisschen abhängig von meiner derzeitigen Gefühlslage.

Zitat von Hotin:
Dies ist wieder ein Widerspruch. Ich glaube es nicht, das Du eine nennenswerte
Anpassungsfähigkeit besitzt.


Da würde ich sagen: kommt drauf an. Von welchen Anpassungsfähigkeiten sprechen wir?

Zitat von Hotin:
Ich wünsch Dir lieber etwas anderes. Ich wünsche Dir, dass Du schnell selbstbewusster wirst. Und auch
wieder lernst zu entscheiden, was Du willst im Leben. Damit kommen dann sehr viele ganz positive
Eigenschaften wieder hervor.


Danke. Das wünsche ich mir auch. Aber an Selbstbewusstsein mangelt es mir glaube ich nicht. Im Gegenteil. Ich erwische mich (leider) in letzter Zeit dazu, Situationen mit Mimik, Gestik und Worten kontrollieren zu wollen. Weil der Großteil der Menschen denen ich bisher begegnet bin sehr berechenbar ist. Das ist eine Tendenz, die mir viel Angst macht, weil ich sowas nicht ausnutzen will.

Zitat von Hotin:
Starke Aussage. Wenn dies ehrlich gemeint ist, dann ändere es sofort.
Viele Menschen können Deine vielen Worte und Sätze gar nicht aufnehmen und verarbeiten.
Welche Partnerin soll Dich verstehen?
Außerdem denken Frauen nicht immer logisch und dann scheiterst Du mit
Deinen verschachtelten Sätzen, bevor eine Freundschaft überhaupt erst
richtig begonnen hat.


Ja und genau das ist es. Ich glaub ich bin mittlerweile so "sonderbar" geworden, dass nur ein ähnlicher weiblicher Sonderling zu mir passen könnte. Damit beschränke ich die Auswahl höchstwahrscheinlich auf eine Handvoll Menschen. Gepaart mit meiner Passivität stelle ich so sicher, dass ich diesen "Sonderlingen" sicherlich nicht begegnen werde. Wobei, ein Erlebnis blieb mir im Kopf: ich traf einst eine Arbeitskollegin mit eidetischem Gedächtnis. An ihr habe ich viel Interesse geäußert und gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge waren. Wenn sie nicht schon einen Freund hätte und sehr egozentrisch wäre (Hochbegabte halt), dann hätte ich es definitiv bei ihr versucht! Leider hatte ich da wieder Pech. Aber wenn ich nochmal so einer Frau begegnen sollte und die Umstände bessere sind, werde ich definitiv mutig sein.

Die Aussage habe ich übrigens ehrlich gemeint. Ändern würde ich es ja gern, aber es fehlt der entscheidende Impuls.

Zitat von Hotin:
Absolut richtig. Das meiste lernt der Mensch aus Fehlern. Deshalb sollte man ständig etwas probieren,
was man noch nicht gut kann und sich somit verbessern.
Dadurch entsteht Zufriedenheit.


Da gab es mal so ein schönes Bild... "Entweder ich gewinne oder ich lerne aus meinen Fehlern". Passt ganz gut finde ich.

Es ist zwar sehr mühsam, aber da hab ich mittlerweile eingesehen, dass es sich lohnt und wirklich langfristig Zufriedenheit bringt.

Zitat von Hotin:
Das kann ich im Moment nicht sagen. Du nennst mir kein klares Ziel. Folglich
kann ich nicht sagen, was Du da machen sollst.
Sag mir bitte, was Du machen willst, was aber nicht klappt.
Auf so etwas allgemeines wie "Ich möchte eine Partnerin finden", kann ich kaum
antworten.


Wie konkret soll das deiner Meinung nach denn aussehen? Ich würde schon gern die Erfahrung einer Beziehung machen. Allerdings nicht um jeden Preis.

Oft wird geraten, dass wenn man ein Ziel hat, dass man es in Teilziele zerlegen, sich einen Plan machen und dann agieren soll. An Punkt 1 + 2 scheitert es nicht. Aber wenn ich nicht handle, dann will ich es noch nicht wirklich. Doch wie soll man das jemals wirklich herausbekommen (was man wirklich will)?

Letztlich gleicht die Frage nach dem "wirklichen Willen" eher der Frage nach einer sinnstiftenden Tätigkeit im Leben. Und bekanntlich wird uns das Leben ja nicht offenbaren, welche Aufgabe wir zu erfüllen haben (auch wenn ich mittlerweile fast schon von der Sinnlosigkeit des Lebens überzeugt bin). Das reißt viele in eine Sinnkrise. Möglicherweise ist diese Identitätskrise von mir auch nur ein Ausdruck nach (Selbst)-Verwirklichung im Leben. Das halte ich derzeit für am wahrscheinlichsten.

Zitat von Hotin:
Ja, meine Erfahrung war folgende. Die schönsten Phasen meines Lebens waren die, wo ich eine Frau an
meiner Seite hatte, die ich liebte und die mich liebte.
Leider bin ich ein Mensch der sich ständig weiter entwickelt. Ist die Entwicklungsgeschwindigkeit der
Partner aber unterschiedlich, wird eine Partnerschaft selten
dauerhaft sein. So war es auch bei mir.
Also habe ich große Zeiten allein gelebt, jetzt auch wieder. Suche aber
wieder eine Partnerin, die sich in zwischenmenschlicher Kommunikation
hervorragend auskennt.


Dann danke zunächst für deinen Erfahrungsbericht. Gern würde ich wissen, wie sich die Partnersuche bei dir gestaltet. Vielleicht gelingt es mir ja, durch deine Schilderung ein wenig die Angst zu verlieren.

Auch wenn mir das für dich und deine ehemalige Partnerschaft leid tut. Das kannst du mir glauben. Aber es ist auch sehr schön zu sehen, dass du am Ball bleibst. Das unterstütze ich sehr

Zitat von Hotin:
Eine meiner schwierigsten Aufgaben im Leben war für mich, zu akzeptieren
das meine Partnerin so völlig anders denkt und empfindet.
Doch trotzdem kann man wunderbare Zeiten erleben, auch wenn man
sehr unterschiedlich ist.


Denke ich auch. Nur hast du nicht auch manchmal den Eindruck, die meisten Männer verstellen sich, um eine Partnerin zu bekommen? Ich rede genau von diesem Balzgehabe, auf das ich keine Lust habe. Wie handhabst du das, wenn du in der "Kennenlern-Phase" steckst?

Zitat von Hotin:
Nach meiner Erfahrung macht der Mann selten den ersten Schritt. Wenn man genau hinschaut, trifft
meiner Meinung nach die Frau die erste Entscheidung.
Offiziell macht es aber der Mann.


Dann sprechen wir von unterschiedlichen ersten Schritten. Beginnt der erste Schritt bei dir bereits beim Hingucken? Selten habe ich es erlebt, dass eine Frau, wenn sie Interesse an einem Mann hat, diesen nach seiner Telefonnummer oder einem Treffen in einem Cafe, Kino oder Restaurant fragt. Hier warten die Frauen (zumindest in meiner Umgebung/Großstadt) immer auf denjenigen, der sie als erstes anspricht. Dass eine Frau jemanden anspricht, habe ich so noch nie gesehen. Von solchem Rollendenken rede ich. Ist das bei dir anders?

Zitat von Hotin:
So ist das. Ich sagte es gerade.


Das halte ich aber ehrlich gesagt für unnötiges Gehabe. Das ist alles zu schwammig. Man weiß nie, ob man die Signale richtig deutet oder nicht. Und in den meisten Fällen erwartet einen dann eine Enttäuschung.

Zitat von Hotin:
Ja klar, Du hast Recht. Nur Männer haben das gleiche Problem.


Ja stimmt. Wir sind halt alles Menschen. Sorry.

Zitat von Hotin:
Es ist eben alles nicht so einfach, aber auch nicht so schwierig.

Bitte versuche Deinen Weg zu finden. Es lohnt sich.

Viele Grüße

Bernhard


Mach ich, vielen Dank. Es ist immer nur so einfach oder schwierig, wie man es sich machen möchte. Objektiv gesehen ist ein erster Kontakt/ein erstes Gespräch mit einer potenziellen Partnerin eine Sache von Sekunden. Subjektiv gesehen ist es eine riesige (völlig unbegründete) Angst davor, etwas falsch zu machen/enttäuscht oder verletzt bzw. abgewiesen zu werden.

Dann heißt nämlich die eigentliche Frage: wie werde ich risikofreudiger?

Ich wünsch dir einen schönen Abend

16.04.2016 20:45 • x 1 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Hallo Richardg,

wenn du erlaubst würde ich gerne den Aspekt Frauen herausgreifen und dir etwas dazu antworten. Ich selbst bin eine Frau und kann das, was du über das weibliche Geschlecht schreibst, genauso auf das männliche übertragen. Es gibt eben so viele Männer, die nur oberflächlich sind, sich auf das Aussehen der Frau fixieren, die seinen Vorstellungen entsprechen muss. Die sich verschiedene Kandidatinnen warmhalten, weil sie denken, es könnte immer eine bessere, heißere etc. kommen, ohne sich eingehend mit der Persönlichkeit der Frau beschäftigt zu haben. Die es ebenso armselig finden, wenn eine Frau sich direkt nach dem Date meldet und sie dann gleich abschießen, weil sie denken, sie ist zu anhänglich.

Du hast einfach Pech, dass du in der Arbeit von den "oberflächlichen Hühnern" umgeben bist. Aber es sei dir gesagt, es gibt viele Frauen, die sich nach einer ernsthaften Beziehung sehnen, die dazu bereit sind, sich mit der Persönlichkeit des Partners auseinanderzusetzen und die es toll finden, wenn der Mann sich gleich nach dem Date meldet und nicht ein Spielchen daraus macht.
Aber diese Frauen sind oftmals eher introvertiert, stechen nicht so aus der Masse heraus wie die ausgeflippten und sind bisher vielleicht unsichtbar für dich gewesen. Wenn du eine Frau finden möchtest, die für eine Beziehung in dich in Frage kommt, musst du deinen Blick vielleicht schärfen und offener sein. Vielen sieht man an, dass sie ein wenig schüchterner sind, deshalb solltest du dich nicht scheuen, sie mal anzusprechen.

Möglicherweise solltest du einmal andere Orte und Plätze aufsuchen. Aber den Typ Frau, der für dich in Frage kommen würde für ein näheres Kennenlernen, den gibt es definitiv.

Was im Hinblick auf eine Beziehung lediglich problematisch sein könnte, ist der Punkt mit der Sucht. Du hattest Nikotin aufgezählt und gemeint, du würdest keine harten Dro. nehmen, aber ein genaues Bild konnte ich mir jetzt nicht davon machen. Ich weiß nicht, wie sehr die Problematik bei dir ausgeprägt ist, aber diese solltest du zunächst mit all deiner Kraft angehen, damit du auch diesbezüglich frei für eine Beziehung bist.

Viele Grüße,
magna

17.04.2016 09:26 • x 2 #18


Hallo magna,

als erstes danke ich dir für deine Antwort. Entschuldige bitte meine verspätete Antwort, aber ich habe mir in letzter Zeit wenig Zeit für das Forum hier genommen.

Zitat von magna:
Hallo Richardg,

wenn du erlaubst würde ich gerne den Aspekt Frauen herausgreifen und dir etwas dazu antworten. Ich selbst bin eine Frau und kann das, was du über das weibliche Geschlecht schreibst, genauso auf das männliche übertragen. Es gibt eben so viele Männer, die nur oberflächlich sind, sich auf das Aussehen der Frau fixieren, die seinen Vorstellungen entsprechen muss. Die sich verschiedene Kandidatinnen warmhalten, weil sie denken, es könnte immer eine bessere, heißere etc. kommen, ohne sich eingehend mit der Persönlichkeit der Frau beschäftigt zu haben. Die es ebenso armselig finden, wenn eine Frau sich direkt nach dem Date meldet und sie dann gleich abschießen, weil sie denken, sie ist zu anhänglich.


Zunächst finde es toll, dass du dich hier als Frau äußerst. Leider hast du Recht mit deinen Ausführungen. Musstest du die Erfahrung bereits machen? Dann tut es mir leid für dich. Die meisten Männer sind glaub ich fast sogar noch schlimmer als Frauen und das ist wirklich ein Armutszeugnis. Ich selbst habe schon den einen oder anderen Mann dieser Art kennengelernt und halte mich von solchen Typen eher fern, weil da meist eh nicht viel dahintersteckt. Doch es gibt viele Frauen, die sich scheinbar von diesem Typus Mann abhängig machen (wollen). Warum? Weil sein imponierendes Gehabe Stärke vermittelt, welche man möglicherweise bei sich selbst vergebens sucht?

Zitat von magna:
Du hast einfach Pech, dass du in der Arbeit von den "oberflächlichen Hühnern" umgeben bist.


Danke. Damit hast du meine Vermutung leider auch bestätigt. Das beruhigt mich jedoch etwas.

Zitat von magna:
Aber es sei dir gesagt, es gibt viele Frauen, die sich nach einer ernsthaften Beziehung sehnen, die dazu bereit sind, sich mit der Persönlichkeit des Partners auseinanderzusetzen und die es toll finden, wenn der Mann sich gleich nach dem Date meldet und nicht ein Spielchen daraus macht.


Das finde ich interessant. Denn ich bin fest überzeugt, dass es durchaus auch Frauen gibt, die sich für mehr als nur das Aussehen des Mannes interessieren. Nur müsste man diese Frauen erstmal finden. Meistens kollidieren dabei jedoch die Erwartungen der betreffenden Personen selbst. Wer sollte sich deiner Meinung nach zuerst melden? Der Mann oder die Frau? Und was sagt das deiner Meinung nach über die andere Person aus? Denn wenn man will, kann man quasi allein über diese Reaktionen dem anderen z. B. Desinteresse am Partner unterstellen, wenn man will (sonst hätte er sich ja gemeldet). Ein filmreifes Dilemma.

Zitat von magna:
Aber diese Frauen sind oftmals eher introvertiert, stechen nicht so aus der Masse heraus wie die ausgeflippten und sind bisher vielleicht unsichtbar für dich gewesen.


Unsichtbar? Weniger. Im Gegenteil würde ich sogar sagen. Introvertierte Frauen finde ich sehr anziehend, weil ich mir dann insgeheim immer erhoffe, dass auch mehr hinter diesem Menschen steckt (dass er z. B. tiefgründig denkt). Allerdings aktiviert dies scheinbar auch parallel den unentdeckten Helferkomplex vieler anderer Männer, die sich dann wie wild auf das Weibchen stürzen und balzartig um sie buhlen (zumindest habe ich das regelmäßig so erlebt). Das empfinde ich dann beispielsweise als reines Affentheater, an dem ich mich definitiv nicht beteiligen werde. Die meisten introvertierten Frauen lassen sich scheinbar davon beeindrucken und selbst wenn sie behaupten, nicht auf dieses Getue zu stehen, tun sie es (heimlich) im Endeffekt dann doch. Das habe ich jetzt wirklich schon des Öfteren mitbekommen und das ist einfach nur traurig.

Meinst du die meisten Frauen sind von Natur aus schüchtern? Dann wären wir Männer nämlich quasi von Natur aus auch dazu verdammt, den "Eroberer" zu spielen und der Frau die Sicherheit zu suggerieren, die sie benötigt, um sich auf eine Beziehung einzulassen.

Zitat von magna:
Wenn du eine Frau finden möchtest, die für eine Beziehung in dich in Frage kommt, musst du deinen Blick vielleicht schärfen und offener sein. Vielen sieht man an, dass sie ein wenig schüchterner sind, deshalb solltest du dich nicht scheuen, sie mal anzusprechen.


Ich glaub das ist die Quintessenz dieser Thematik und ich gebe dir auch vollkommen Recht. Ich habe nur den Eindruck, dass viele schüchterne Frauen jedoch gar kein Interesse daran haben, überhaupt jemanden kennenzulernen oder angesprochen zu werden. Warum sollte man sie deshalb ansprechen? Denn ich zum Beispiel möchte niemanden ungefragt auf die Nerven gehen.

Zudem hat die Frau an ihren zukünftigen Partner auch gewisse (nicht nur oberflächliche) Ansprüche. Welche Frau geht nicht mit den Erwartungen in ein Gespräch, dass ihr Gegenüber, ein potenzieller Partner, möglichst charmant/wortgewandt, gebildet/intelligent und vor allem humoristisch passend ist?

Wenn ich mal von mir ausgehe, dann erwarte ich sicher nicht von einer Frau, dass sie z. B. besonders hübsch ist oder mich besonders oft zum Lachen bringt oder extrem gebildet ist oder reich oder wie auch immer. Mir ist es zum Beispiel wichtig mit einer Partnerin eine gemeinsame Zukunft aufzubauen. Gemeinsam ihre und meine Ziele zu verwirklichen. Sich gegenseitig unter anderem auch in schwierigen Zeiten zu unterstützen und zusammenzuhalten. Möglichst gerecht zu sein und auch mal Zugeständnisse zu machen. Immerhin sind wir alle nur Menschen und bei weitem nicht perfekt.

Ich weiß nicht ob das für die meisten Frauen möglicherweise schon zu viel verlangt ist. Wenn dem so ist, bleibe ich lieber allein.

Wunderbar aber auch die Frauen bei mir in der Arbeit, die bereits einen Freund besitzen. Wenn ich mich mit denen unterhalte oder mich mit ihnen auf ein Abendessen treffe (ja das kommt auch vor), dann befrage ich sie zwar zu ihrer Person, allerdings prahlen sie dann lieber mit den Erfolgen ihres Freundes. Als wenn sie nicht selbst auch etwas erreicht hätten. Das finde ich dann immer sehr schade, weil es den Eindruck vermittelt, dass Frauen generell nur Interesse an erfolgreichen Männern haben.

Zitat von magna:
Möglicherweise solltest du einmal andere Orte und Plätze aufsuchen. Aber den Typ Frau, der für dich in Frage kommen würde für ein näheres Kennenlernen, den gibt es definitiv.


Das ist glaub ich auch die richtige Strategie. Die Reichweite erweitern, indem man sich auch mal in anderen sozialen Milieus herumtreibt und so direkt die Chance zu erhöhen, einen passenden Partner zu finden.

Zitat von magna:
Was im Hinblick auf eine Beziehung lediglich problematisch sein könnte, ist der Punkt mit der Sucht. Du hattest Nikotin aufgezählt und gemeint, du würdest keine harten Dro. nehmen, aber ein genaues Bild konnte ich mir jetzt nicht davon machen. Ich weiß nicht, wie sehr die Problematik bei dir ausgeprägt ist, aber diese solltest du zunächst mit all deiner Kraft angehen, damit du auch diesbezüglich frei für eine Beziehung bist.

Viele Grüße,
magna


Das hast du wirklich gelesen? Respekt! Hätte nicht gedacht, dass sich mal noch einer an die langen Texte herantraut. Du scheinst sehr erfahren bzw. reif oder meinetwegen auch vernünftig zu sein. Darf ich fragen: wie alt bist du?

Auf diese Problematik wollte ich eher weniger Bezug nehmen, da ich die Ursache der Beschwerde anderswo verorten würde. Deswegen bin ich nicht weiter darauf eingegangen, tut mir leid.

Denn ich weiß schon fast ganz sicher, dass ich mich aktuell von einer lähmenden Furcht beherrschen lasse. Und dann stellen sich mir Fragen wie: ist es das überhaupt wert?
Oder ich entwickle Gedanken wie: welche Frau möchte sich schon auf solch ein Chaos wie mich einlassen?

Deswegen auch mein Beitrag in diesem “Soziale Angst“-Forum. Leider ist es mit „du musst dich überwinden“ nicht so einfach getan. Und so verharre ich weiter in eine Art „Stasis“ und suche nach der alles entscheidenden Antwort, die ich doch eigentlich schon längstens besitze. Vielleicht ist auch ganz gut so. Vielleicht ist das aber auch nur eine Ausrede meines Gehirns, sich die Welt schönzureden. Ich weiß es nicht.

Wie auch immer. Eine schöne Zeit für dich!

05.05.2016 18:13 • #19


Ich denke, ob Mann oder Frau, man hat so seine unterbewußte individuelle Wahl auf einen bestimmten Typ. Vielleicht findet der eine ja nur 'oberflächliche Hühner', weil er immer wieder ein bestimmtes Hühnchen bevorzugt und so manche findet nur 'oberflächliche Gockel', weil die anderen 'Hähnchen' zu "Broiler" sind? Ich habe das mal irgendwo gelesen, daß Mensch bevorzugte Typen auswählt.
Nur mal so ein Gedanke.

05.05.2016 19:39 • #20



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