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Guten Abend. Ich (18) bin neu in diesem Forum und ich habe mir gedacht das ich mich anmelde , um Tipps vor dem morgigen Tag zu bekommen , da ich heute eine Entscheidung getroffen habe. Ich will den Gang zum Hausarzt antreten. Mein Leben ist die reinste Hölle und so kann ich nicht mehr weiterleben. Diese verdammte Sozialphobie droht mir mein gesamtes Leben zu zerstören. Ich habe zwar noch die Chance , die Möglichkeit zu ergreifen aus dem sehr sehr tiefen Sumpf in dem mich diese Phobie gebracht hat wieder herauszukommen , aber die Zeit drängt , denn nach den Sommerferien kommt das Abitur! Die Sozialphobie ist so schlimm , dass ich mich letztes Jahr neben einem Schüler gesetzt habe , den ich nicht kannte und gleich zu beginn der ersten Aufgabe ist .... ist mein Körper wie erstarrt und ich konnte keinen Ton mehr herausbekommen bzw. man konnte mir anhören wie unsympathisch und ängstlich ich klang. Im Bus denke ich auch andauernd , dass mich jeder anguckt und mein Nacken versteift sich dann immer plötzlich , sodass ich mich kaum bewegen kann. Ein weiterer Punkt ist , dass normales Atmen so gut wie unmöglich ist , völlig egal ob in einer großen Menschenmenge oder alleine. Nur alleine gehts ein bisschen besser. Das Traurige an dem ganzen ist , dass ich erkenne , wie traurig das alles ist. Ich sehe keinen Grund Angst vor meinen Mitmenschen zu haben , weder im Bus , noch im Supermarkt oder sonst wo! Trotzdem diktiert mir diese Phobie Tag für Tag mein Leben.... in Kombination mit der Depression ist das ganze natürlich schlimmer. Den Grundstein für meine derzeitige Hölle auf Erden , hat die Tatsache gelegt das ich mich von anderen Kindern insofern abhob , dass ich lispelte. Ich konnte einfach kein vernünftiges SSSS aussprechen. Minderwertigkeitskomplexe waren die Folge. Meine Eltern hätten eigentlich zur Aufgabe gehabt , diesen Grundstein zu zerstören und mir Selbstbewusstsein zu geben , aber sie haben das genaue Gegenteil gemacht. Mich kritisiert , wenn ich mal was falsch gemacht habe z.b habe ich eines Tages eine schlechte Note nachhause gebracht und wurde sofort mit anderen Schülern verglichen Wieso bist du nicht so wie xy?! . Bis heute habe ich minderwertigkeitskomplexe und weiss nicht , wie ich mit dieser Phobie fertig werden soll.... alleine. Deswegen der Gang zum Arzt. Allerdings habe ich sehr sehr starke Angst und Schamgefühle , dem Arzt zu erzählen , dass ich schon mit 18 Psychische Probleme habe. Wird mir das überhaut was nützen? Was wird der Hausarzt machen , nachdem die Worte ich habe eine Sozialphobie und leide ebenso an einer Depression gefallen sind ...? Tut mir leid das text ein wenig lang geworden ist , aber ich bin verzweifelt

29.08.2013 20:11 • 22.09.2013 #1


8 Antworten ↓


Hey hundredyearsold! Beruhige dich erst mal, du hast in meinen Augen nämlich bereits den größten Schritt zur Besserung gemacht. Du hast gemerkt, dass etwas nicht stimmt und du hast gemerkt, dass nicht du der Fehler bist, sondern die soziale Phobie! Als ich in deinem Alter war, ging es mir ähnlich wie dir, aber ich habe immer mir die Schuld an allem gegeben und es ging mir wirklich schlecht. Also Kopf hoch! Ängste haben oft die Eigenschaft größer zu werden je mehr man sich mit ihnen beschäftigt. Das muss nicht einmal bewusst geschehen, es reicht wenn es unbewusst geschieht. Du bist dir deines Problems aber bewusst! Wenn du zu einem Hausarzt gehen möchtest, kann ich dir nur sagen, dass das halb so wild ist. Du gehst in das Arztzimmer, versuchst zu sagen was du hast und welche Folgen die soziale Phobie für dich haben könnte (Abitur), und der Arzt wird das sicher verstehen (Ausnahmen gibt es aber leider immer). Wenn du nicht weißt was du sagen sollst, dann spiel dir das was du sagen möchtest vorher mehrmals im Kopf durch, führ Dialoge und merk dir was du wie sagen möchtest. Ich befürchte, dass dir kurzfristig kein Arzt helfen kann, aber informier dich über Ängste und Hilfen im Internet und in Foren. Ich persönlich habe aus Foren, Erfahrungsberichten oder Psychologieseiten sehr viel mehr über soziale Phobie erfahren (auch Hilfe) als beim Arzt. Alles Liebe! Schneematsch

29.08.2013 21:12 • x 1 #2



Bin 18 Jahre alt und habe eine Sozialphobie &depression

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Danke für deine aufmunternden Worte , aber eine Frage hätte ich noch. Meinst du mein Hausarzt wird mir morgen ein leichtes Antidepressiva verschreiben? Weil so geht das wirklich nicht mehr weiter , mein Leben ist so stark durch diese Sozialphobie in Kombination mit der Depression eingeschränkt.

29.08.2013 21:20 • #3


Kann ich nur bestätigen. Sich seine Probleme einzugestehen ist der größte Schritt in Richtung Besserung den man machen kann. ich kann gut nachvollziehen wie unangenhem es für dich sein muss einem anderen Menschen von deinen Problemen zu erzählen. Es geht uns allen so. Versprochen. Aus dem Interet kannst du wirklcih sehr viele gute Infos zehen . haben mir auch schon sehr gut geholfen. Besonders ist das Internet immer verfügbar. Ansonsten ist aber eien Kombination aus leichten Medikamenten in Kombination mit einer guten Psychotherapie. Viel Glück

29.08.2013 21:47 • #4


Zitat von hundredyearsold:
Danke für deine aufmunternden Worte , aber eine Frage hätte ich noch. Meinst du mein Hausarzt wird mir morgen ein leichtes Antidepressiva verschreiben? Weil so geht das wirklich nicht mehr weiter , mein Leben ist so stark durch diese Sozialphobie in Kombination mit der Depression eingeschränkt.


Das weiß ich leider nicht. Meine Hausärztin hat mir damals etwas verschrieben. Die Frage ist aber, ob dein Hausarzt sich mit solchen Medikamenten auskennt. Das kann nämlich auch nach hinten los werden, wenn du z.B. extrem unruhig wirst.

29.08.2013 22:21 • #5


imkindofsick
hi, ich bin 20 und genau das selbe problem mit der angst vor dem gang zum arzt habe ich leider auch schon seit jahren, in der letzten woche wollte ich mich endlich dazu aufraffen doch nun sabotiere ich mich durch mein Dro. wieder erfolgreich selbst.

29.08.2013 22:36 • #6


Arija
Hi, ich bin 16 und auch ich habe eine soziale phobie und depressionen. Ich traue mich einfach nicht zum Arzt zu gehen. Mein Problem ist, dass ich alleine keine Gebäude betreten kann, dass ich nicht genauestens von innen kenne. Ich würde mich freuen, wenn du nochmals schreiben würdest, wenn du beim arzt gewesen bist und ob es dir geholfen hat. Vielleicht fasse ich dann auch mal den Mut zum Arzt zu gehen.
Gruss Arija

22.09.2013 15:26 • #7


Hallo,
ja es hat mir auf jeden Fall sehr geholfen. Ich habe dem Arzt gesagt , wörtlich : Guten Tag/Hallo ....Herr Doktor ich machs kurz, ich denke das ich unter einer Sozialen Phobie und ebenfalls unter Depressionen leide. Antwort : ....Und was denken sie soll ich machen? Letzendlich habe ich ihm gesagt , dass er mir ein Antidepressiva verschreiben soll und das hat mir sehr geholfen. In der Schule bin ich jetzt einer der besten. Meine Sorgen haben sich zwar nicht 100% in Luft aufgelöst aber ich sag mal so as Leben macht wieder Spaß und ich fühle mich frei! Allerdings ist mein AD nun leider zu ende und ich gehe morgen wieder zum Arzt , damit ich ihm a) meine Erfahrungen mit dem AD schildern kann und b) er mir wieder das gleiche verschreibt. Endlich habe ich einen geregelten Tagesablauf. Die Menschen schätzen mich , denn sie erkennen , dass ich zufrieden mit mir und meinem Leben bin. Ich kann jetzt humorvoll sein und dabei überzeugend vorkommen , weil der humor echt ist. Früher wäre dies aufgrund der Depression unmöglich gewesen , aber heute fühle ich mich frei. Mein nächster Schritt ist , endlich mal ein Mädchen um ein Treffen zu fragen. Das wollte ich schon früher machen , aber sie schien mir meilenweit weg. Jetzt ist sie nur noch einen Steinwurf entfernt. Das besser Leben , nach demdu dich sehnst ist auch nur einen Steinwurf entfernt , aber die Angst liegt dazwischen und deswegen kommt es dir so weit vor. Geh zum Arzt ,fasse deinen Mut zusammen, ändere dein Leben zum besseren , denn glaube mir es Lohnt sich ....

22.09.2013 17:29 • x 1 #8


Arija
Du hast mir gerade total Mut gemacht und mir echt einen Ruck gegeben! Ich habe einer Freundin geschrieben und sie sagt, sie wisse eine Anlaufstelle für Jugendliche. Ich werde jetzt nächste Woche da hingehen, soweit mich der Mut nicht wieder verlässt-wir werden sehen.
Ich danke dir wirklich
Noch einen wunderschönen Abend

22.09.2013 18:47 • #9





Dr. Reinhard Pichler