Pfeil rechts

Ich möchte gerne eine Arbeit finden die mich auslastet und wo am besten gar kein Kundenkontakt ist. Ich habe das Gefühl, das ist utopisch. Habe vor ein paar Monaten mich beim Arbeitsamt gemeldet, aber werde dort immer vertröstet. Hatte noch nicht mal erstes Beratungsgespräch. Hatte gleich am Anfang von meiner Sozialphobie erzählt. Laut Beratungsgespräch bei der Arbeitslosenberatung (Argab) war das völlig verkehrt, weil die sich so nicht bemühen und da ich keine Bezüge bekomme erst recht nicht. Hatte seit der Geburt meines Sohnes, 10 J., nur Aushifsjobs wo die mit ihrem Geld nicht so gern rübergekommen sind.

Bin gelernte Rechtsanwalts- u. Notargehilfin (habe Angst zu telefonieren u. mit Mandanten zu sprechen), habe die Schule nach der 12. abgebrochen, weil ich schlechte Noten hatte und mir nicht zugetraut hatte Kunst zu studieren (dabei habe ich Talent), hab dann eine Konditorlehre gemacht und bin bei der Prüfung rausgelaufen, habe dann die ReNo-Ausbildung geschafft. Ich habe gedacht, ich könnte so meine Angst gegenüber Menschen bessern....Doch es kam schlimmer. Hab nach der Ausbildung bei einem Inkassobüro jahrelang gearbeitet und mit der Angst gelebt mit Schuldnern telefonieren zu müssen. Mein Chef sagte einmal ich würde wohl am liebsten ganz hinten im Archiv versteckt arbeiten. Ich mußte ein zeitlang auch unter der Beobachtung der Gruppenleiterin arbeiten, bis ich wieder an meinen alten Arbeitsplatz zurück durfte. MIt Kollegen habe ich nach einer langen Aufwärmphase nie Probleme. Ich falle dadurch auf, das ich auf die ruhiger wirke.

13.08.2010 16:30 • 18.08.2010 #1


10 Antworten ↓


Zitat von Feder:
meines Sohnes

Bist Du alleinerziehend?

13.08.2010 19:34 • #2



Arbeit finden ist so schwer

x 3


ich hab dem arbeitsamt,außer einer, die nicht mehr da arbeitet davon erzählt, weil die wusste das ich wo teilstationär war, nun ja gleich sagen........ich werde da auch nie mehr was sagen......man weiß ja nie, die schicken dann einen gleich zu diesem psycholgischen dienst........die schicken einen dann gleich in ne Klinik, is mal ner ehemaligen Freundin passiert, ka ob sie es je gemacht hat, hab kein kontakt mehr zu ihr

wieso bekommst du keine Bezüge du musst doch von was leben? Oder meinst du Krankengeld oder sowas?

warte doch nicht auf das amt, die machen eh nie was, und wenn geben se nur mist. Ich habe mich seit ich arbeiten gehe, immer selber um was gekümmert, weil eh die sich zucken, da würde ich schon seit jahren arbeitslos sein. Und hatte immer recht fix was neues, aber mitn kind ok, hmm er ist 10 und wenn er bis nachmittag im hort bleibt geht das ja auch oder?

13.08.2010 22:12 • #3


wieso bekommst du keine Bezüge du musst doch von was leben? Oder meinst du Krankengeld oder sowas?

Nein, bekomme kein Arbeitslosengeld, da mein Mann verdient.

14.08.2010 11:43 • #4


Wegen unserem Sohn gibt es zeittechnisch keine Probleme, wir leben im Haus der Schwiegereltern. Es sind meine Ängste die mich hemmen. Angst wieder reingelegt zu werden mit der Bezahlung, wie es beim Aufpackjob war oder als Zimmermädchen im Hotel. Außerdem Angst vor Schmerzattacken und die Ausfälle dann im Job. Bekomme durch die Anspannung Nackenschmerzen u. Migräne. Nehme wieder Antidepressiva (Citalopram.).

14.08.2010 11:58 • #5


Kann es sein, dass du bezüglich Arbeitengehenwollen etwas ambivalent bist? Gespaltene Gefühle dazu hast?

Einerseits hörst du dich so an, als wolltest du aus Spaß am Arbeiten eine Arbeit haben (eine Arbeit, die mich auslastet),
andererseits hört es sich so an, als würdest du einen unheimlichen Druck verspüren, arbeiten zu MÜSSEN und viel Geld zu verdienen, so als ob deine finanzielle Existenz davon abhinge.

Warum?

Warum gehst du die Arbeitssuche nicht lockerer an? Warum muss es eine Vollzeitstelle sein?

Hast du eventuell Eheprobleme, so dass du dich nicht auf deinen Mann verlassen willst? Wie steht dein Mann zu alledem?

14.08.2010 12:36 • #6


Nein, Eheprobleme habe ich nicht, mein Mann macht keinen Druck. Den Druck mach ich mir selber. Wir sind beide belastet, weil die Kohle hinten und vorne nicht langt u. mich macht es wahnsinnig, daß wir immer wieder was von Schwiegereltern leihen und zurückzahlen müssen. Es sind keine großen Summen, wir haben nie gerne Schulden u. schaffen das wenn möglich, schnell aus dem Weg. Aber auf die Dauer ist das keine Lösung. Mich belastet meine soziale Angst. Ich sehe nur Jobs mit großem Menschenkontakt oder geringer Verdienst in weiter Entfernung von Zuhause. Wenn ich mich nur überwinden könnte selber loszugehen und überall zu fragen...

17.08.2010 09:02 • #7


Zitat von Feder:
u. mich macht es wahnsinnig, daß wir immer wieder was von Schwiegereltern leihen und zurückzahlen müssen.

Ich denke, hier wäre ein zentraler Ansatzpunkt für die Lösung. Weil wenn der Haushalt finanziell selber gestemmt werden kann, dann ist auch das Abhängigkeitsgefühl nicht mehr da und das Selbstwertgefühl steigt automatisch.

Nunja, beim Thema Geld geht es - wie immer - ans Eingemachte... Was ist notwendig, was ist Luxus? Diese Entscheidungen kann euch auch nicht der Überlebenskünstler Rüdiger Nehberg abnehmen.

17.08.2010 21:45 • #8


hallo feder,

hast du einen therapeuten bzw. eine therapeutin? was sagt der/die dazu? vielleicht kannst du auch versuchen ein brainstorming zu machen, also sämtliche jobs und tätigkeiten auflisten, die du dir vorstellen könntest. und danach diejenigen, die alternativ noch ok wären, z.b. in mini-betrieben mit wenig leuten o.ä. und dann in der umgebung bewerben. initiativ. muss ja nicht gleich persönlich sein. erstmal schriftlich. alles schritt für schritt. man kann auch andere noch fragen nach ideen für solche jobs.

ich übe das auch gerade. habe angst vor`m busfahren, vertrage keine klima-anlagen, nicht zuviele menschen, keinen lärm, bin extrem lichtempfindlich, etc. aber ich weiß durch meine therapie, dass nur üben und probieren hilft. sonst bleibt man stehen wie bisher.

ich rate immer zu unterstützung durch therapie. und sage (mir selbst): schritt für schritt! kiwi

18.08.2010 00:06 • #9


Vielen Dank für Eure Tipps.

Wir haben schon so oft gegrübelt, auf was noch verzichtet werden kann, aber da bleibt nicht mehr viel.

Ich hab gerad eine Verhaltenstherapie angefangen, wir sind noch Anfang. Es sollen auch Übungen gemacht werden. Ich werd ihn übermorgen nochmal drauf ansprechen z. Thema Arbeit. Im Fragebogen hab ich es u. a. als Ziel angegeben wieder Arbeiten zu gehen.

Liebe Grüße an Euch

18.08.2010 07:30 • #10


Noch ein Tipp von mir: Halt die Augen und Ohren offen, welche Tätigkeiten mit wenigen Menschen zu tun haben.

Und sollen das bei dir immer dieselben Menschen sein oder können es auch wechselnde wenige Menschen sein?

Du hast dir mit diesem Schuldeneintreibungs-Job natürlich einen besonders ungemütlichen Kundenkontakt ausgesucht. Das fällt niemandem leicht, der etas Herz und Feingefühl hat. Es gibt ja auch SchulderInnen, die fast oder ganz schuldlos in diese Situation gekommen sind.

Fang an, dir eine Liste von Tätigkeiten zu machen, gegen die du nichts einzuwenden hättest.

Hast du einen persönlichen Mindeststundenlohn, für den du eine Arbeit akzeptieren würdest?

Ich würde notfalls sogar putzen gehen. Da gibt es meist sehr wenig Menschenkontakt.

18.08.2010 12:28 • #11



x 4




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Reinhard Pichler