Es fällt mir so schwer, zu akzeptieren, dass ich eine soziale Phobie habe. Ich hatte immer die Illusion, wenn ich das Abitur schaffe, wenn ich das Studium schaffe, wenn wenn wenn..., dann wird mein Leben leichter werden.
So unrealistisch das auch sein mag, aber es hat mir Hoffnung gegeben. Wenn ich aber akzeptieren muss, dass ich Angst vor dem habe, das mir am meisten fehlt in meinem Leben - Menschen, die mir nahe sind, bedeutet das, dass ich auch akzeptieren muss, dass man Leben nie einfacher werden wird. Das bedeutet, dass ich immer werden kämpfen müssen, dass mir die normalsten Situationen immer schwer fallen werden.
Seit ich denken kann, ist mir der Umgang mit andern Menschen schwer gefallen. Aber ich habe immer irgendwelche Gründe gefunden, die ich dafür verantwortlich machen konnte. Entweder war es mein Aussehen, das was ich sagte, das was ich tat... aber das gab mir auch das Gefühl, dass ich das ja ändern kann.
Aber wenn ich selbst der Grund dafür bin, dass ich diese Probleme habe, wenn ich mir selbst im Weg stehe, dann fühl ich mich einfach nur noch machtlos und hilflos. Hab ich dann überhaupt eine Chance da je wieder raus zu kommen? Ist es dann noch realistisch zu glauben, dass ich irgendwann ein normales Leben führen kann - das was ich mir so sehr wünsche?

Ich weiß, dass ich es akzeptieren muss. Ich muss akzeptieren, dass ich Angst vor anderen Menschen habe, Angst vor Ablehnung, Angst nicht gemocht zu werden. Aber im Moment weiß ich noch nicht, wie ich mit dieser Tatsache umgehen soll. Hauptsächlich deshalb, weil ich nicht weiß, wie ich da wieder raus kommen soll.
Ich müsste wieder auf andere Menschen zugehen, wieder offener werden für andere Menschen. Aber das macht mir solche Angst. Ich hab Angst davor, wieder verletzt zu werden. Das was mir am meisten im Weg steht, um auf andere zugehen zu können, ist die Tatsache, dass ich mich nicht liebenswert fühle. Aber wie kann ich dieses Gefühl los werden?

05.09.2008 10:05 • 10.09.2008 #1


3 Antworten ↓


hallo lucia!

du sprichst mir aus der seele!
ich habe das selbe problem.ich wurde zwar eigentlich aussergewöhnlich stark verletzt oder abgelehnt aber dennoch habe ich probleme mich freundschaftlich zu binden.

die einzigen freunde die ich im moment habe sind freundinnen von meiner freundin.ich dachte auch immer dass ich halt etwas schüchtern bin aber dass das eine krankheit ist, bei der man sich eigentlich nur selbst helfen kann ist ziemlich erdrückend.

ich fühle mich im moment auch in einem teufelskreis der angst aus dem ich nicht herauskomme.ich würde gerne neue freundschaften eingehen, habe aber angst das man mir meine angst anmerkt und ich dann abgelehnt werde.

mein therapeut sagt mir dass ich mich selbst lieben und annehmen soll, doch das fällt mir schwer.ich habe dennoch die hoffnung, dass man mit dieser starken angst nicht dauerhaft leben muss.ich wünschte mir nur so seeligst, dass man einfach eine blaue kapsel schluckt und diser alptraum zu ende ist!
wie sieht es bei dir mit freundschaften oder bekannten aus?

bist du in einer therapie?

09.09.2008 21:06 • #2


sorry,
ich habe erst jetzt deinen "hallo ich bin neu hier" gelesen.
das ist wirklich keine schöne geschichte, die du durchlebt hast!

aber ich finde es wahnsinnig stark, dass du das alles hinter dich gebracht hast und die bulimi überstanden hast.

das solltest du dir immer vor augen halten und stolz auf dich sein!
ich denke das dir auch dein psychologie studium weiterhilft!

liebe grüße aus dem norden

09.09.2008 21:27 • #3


Hallo Jan!

Erstmal danke für deine lieben Worte!
Ich habe mir auch deine "Geschichte" durchgelesen und ich glaube, auch du bist stark. Ich denke, es kostet viel Überwindung, sich mit 23 Jahren in eine Therapie zu begeben, sich seinen Problemen zu stellen und daran zu arbeiten.

So schwer es uns auch fallen mag, aber wir werden das Risiko abgelehnt zu werden, eingehen müssen, um wieder Freundschaften schließen zu können. Wenn man sich wieder auf Menschen einlässt, besteht immer die Möglichkeit, dass man nicht gemocht wird oder verletzt wird. Aber das gilt nicht nur für uns, das kann jedem passieren - oder?

Ich glaube, dass es darauf ankommt, welches Gefühl überwiegt - die Angst abgelehnt zu werden oder der Wunsch nach Nähe. Wenn der Wunsch nach Nähe größer ist, kann man seine Ängste überwinden und wieder versuchen auf andere zuzugehen.
Ich hoffe, dass der Wunsch nach Freundschaften bei mir wieder groß genug ist, um mich wieder zu trauen...

Und dir wünsche ich viel Kraft und Mut, dich von deiner Isolation zu befreien!

Lg, Lucia

10.09.2008 17:44 • #4





Dr. Reinhard Pichler