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Hallo!
Ich leide seit ca. 10 Jahren an sozialer Phobie (Angst vorm Zittern). Dies macht sich bemerkbar durch Händezittern wenn ich mit fremden Leuten essen und trinken muß. Außerdem leide ich auch unter Redeangt, wenn ich in einer größeren Gruppe sprechen muß. Ich fühle mich dann immer beobachtet.
Ich habe mir jetzt Rat bei einem Heilpraktiker für Psychotherapie gesucht. Dieser hat mir zu einer Gruppentherapie mit vier Leuten bei Ihm geraten. Preis pro Stunde 15 Euro.
Würdet Ihr das machen oder lieber zu einem Psychotherapeuten mit Kassenzulassung gehen?

13.06.2010 12:35 • 24.08.2010 #1


4 Antworten ↓


Hallo Reiner 100,
willkommen im Club. Mir geht es so ähnlich wie Dir. Leide seit langem unter Panikattacken und habe vor ca.1,5 Jahren ein Kopfzittern bekommen. Es ist der blanke Horror und ich bin auch gerade am verzweifeln. Ständig die Angst, ob jemand das Zittern sieht. Heute ging es mir so, dass ich auf der Arbeit zu keinem klaren Gedanken fähig war, weil ich ständig die Angst vor dem Zittern habe.Also so kann es auch nicht weitergehen!!Ich bin dann so gelähmt vor Angst, dass nichts mehr geht. Und es findet alles nur im Kopf statt. Ich weiß gerade selbst nicht, wie ich da rauskommen soll??
So, aber jetzt zu Deiner Frage. Ich fange im August auch eine psychoanalytische Gruppentherapie an mit ca. 8 Leuten. Und ich denke, das bei einer Sozialphobie, wie wir es haben, das das Beste ist. Den Ängsten dort begenen, wo sie am meisten auftreten. Unter Menschen! Die Themen, die unter der Angst liegen, sind Angst vor Ablehnung, Angst, wie wirke ich auf andere, was denken andere über mich etc.?? Ich glaube, es ist wichtig dabei zu lernen, sich unabhängig von den Meinungen der anderen zu machen und ein gutes Selbstwertgefühl zu entwickeln. In der Theorie ist mir alles klar, doch meine Gefühle sprechen im Moment noch eine andere Sprache.
Ich wünsche Dir alles Liebe und probier es aus. Es kann nicht schaden, wir können nur dazu lernen.
Alles Liebe
Sushi2

23.07.2010 00:59 • #2



Angst vorm Zittern, Terapie?

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Habt ihr mal probiert eure Ängste richtig zu bearbeiten und damit meine ich richtig arbeiten?
Wie schon gesagt spielt sich die Angst im Kopf ab, daraus können dann auch äußerliche Erscheinungen auftreten (z.B. zittern).
Was mir hilft/geholfen hat, ist mit der Angst zu arbeiten. Angst an sich ist ja nicht greifbar, man kann sie nicht materialisieren, sie bedrückt einen einfach ungemein von innen.
Sobald man sich jedoch mit allen Aspekten der Angst befasst hat, wirkt sie nicht mehr so furchteinflössend.
Man muss sich nur mal Zeit nehmen sich richtig darüber Gedanken zu machen.
Also ich nehme mir immer ein Blatt Papier und versuche mein Problem in allen Facetten zu erfassen, ich schreibe alle Gedanken auf die mein Hirn so hervorbringt, alles was mit dee Angst zusammenhängt.
Das ist dann so eine Art Brainstorming, denn alles wird aufgeschrieben, woran ich in dem Moment denke, wenn ich mein Problem bearbeite, sieht dann ungefähr wie folgt aus:
ich habe Angst
- dass andere mitbekommen könnten , dass ich zitter
- Angst abgelehnt zu werden
- Angst was falsches zu sagen
- Angst mich zu blamieren
etc. etc.
Das schreib ich dann alles auf (meistens habe ich dann mehr als eine vollgeschriebene Seite) ich gucke mir alle Aspekte an, alles was mir eingefallen ist.
Und dann zerreisse oder verbrenne ich das Blatt symbolisch mit all meinen Ängsten.
Anschließend fühle ich eine extreme Erleichterung.
Je nach dem wie schlimm die Angst ist mach ich das ein paar mal die Woche manchmal täglich. Naja mir hilfts, danke fürs lesen.

31.07.2010 21:03 • #3


Hallo,
ich bin 21 Jahre alt und "frisch gebackene" Krankenschwester.
Ich hab da auch so ein ätzendes Problem was wirklich belastet.
Mir ist es vor einger Zeit in hektik passiert, das ich beim aufziehen einer Spritze meine Hände gezittert haben und eine Kollegin hatte das gesehen und mich etwas verwirrt angesehen ....ich lachte da nóch drüber und sie auch....komischer weise denke ich seitdem immer darüber nach, was ist, wenn mir das nochmal passiert (dann muss die ja denken das ich bekloppt bin) und natürlich ist es beim nächsten mal wieder passiert. Seitdem steigere ich mich in mehrere Situationen rein, wo mir das auch passieren könnte...(halt überall wo ich ne relativ ruhige Hand brauche) Das ist total belastend für mich und ich weiß nicht so recht was ich tun soll. Mir ist klar das das schon eine Erwartungshaltung ist das das Zittern wieder kommt. Aber wie kann ich das erfolgreich überwinden? Ich fürchte nur das das jemand merkt und denkt das ich unsicher oder gar bekloppt bin....die Aufgaben selber (spritze aufziehen etc) stellt ja überhaupt kein Problem für mich dar. Aber ich will doch nicht das das Kollegen oder gar Patienten sehen...was müssen die bloß denken?

17.08.2010 21:57 • #4


Hallo an die Runde.
Ich habe das Problem mit dem zittern auch, zu Hause ist alles normal, aber sobald ich unter Leute bin zB. mit Familie essen gehen oder auf Geburtstagen und auch in Geschäften wird mein Leben zum einzigen Desaster.
Angefangen hat das ganze vor etwa 10 Jahren auch bei mir, wo ich eine Freundin im Krankenhaus besuchte. Die Eltern kamen kurz danach und haben mich auf eine Cola eingeladen.
Als ich das Glas heben wollte, war ich so am Zittern das ich es gleich stehen gelassen habe.
Nach etwa 20 Minuten hab ich mich dann entschlossen mir einen Strohalm zu holen und damit zu trinken. Naja wie die Eltern schauten und was die dachten über mich kann man sich ja dann denken.
Anderes Bsp.: Ich war mit meinen Eltern essen, wo ich schon mit dem Gedanken befasst habe " Oh ne gleich gehts wieder los " Schon vor dem Restaurant, fings an mit Schweissausbrüchen und Übelkeit.
Naja nach einer Weile ( ich musste noch ein wenig an der frischen Luft bleiben ) bin ich dann auch rein, ich wollte das Glas heben und war total verkrampft. Ich nahm das Glas mit beiden Händen dann und habs direkt ausgetrunken, dass ich ja nich noch eins haben bräuchte. Meine Eltern schauten nur und meinten ob ich schon 2 Hände brauche um ein Glas zu heben. (das selbe auf Feiern)
Ab diesem Zeitpunkt, habe ich kein einziges Restaurant oder eine Feier mehr betreten.
Aus dem Video was ich hier gesehen habe über die Soziale Phobie ( das erste Video) hat jemand gesprochen wo ich sagen könnte " Mensch dem gehts ja genau wie mir "
Ein paar B. zur Beruhigung, aber wo soll das hinführen?
Ich kann ja nich schliesslich immer mir vorher einen antrinken und den Mut zusammen fassen unter Leute zu gehen.
Das Video hat mir irgendwie auch den Mut gegeben bzw. hat mir klar gemacht, das es so einfach nicht mehr weitergehen kann.
Ich hab schon viel dadurch verloren, Freunde etc...

Ich werde aufjeden Fall jetzt mir Rat suchen und hoffen das es nur noch Berg auf gehen kann.



Vielen Dank fürs lesen und alles Gute Euch allen.


Carsten

24.08.2010 23:13 • #5




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