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Hallo Leute!

Ich hab gestern mal in der Roten Liste "gestöbert"... Es gibt KAUM ein Mittel
(außer den halb-pflanzlichen Präparaten wie z.B. Johanniskraut), das KEINE
Nebenwirkungen und Absetz-Erscheinungen hervorruft!

ALLEN sollte doch klar sein, die sich mit ihrer Krankheit etwas näher beschäftigen, daß fast JEDES Psychopharmakum (und Neuroleptikum),
diese und jene Nebenwirkungen hat und vor allem
EIN- und AUSGESCHLICHEN werden muß, damit ein Erfolg eintritt!

Ich bin immer wieder entsetzt wenn ich lese, daß manche - nach einer eintretenden Verbesserung ihrer Psyche - SOFORT das Medikament absetzen, OHNE die Ausschleichphase durchzuführen!

Das könnte man - grob gesagt - mit einem Führerschein-Neuling vergleichen, der gleich an einer Formel 1 teilnimmt - das geht genauso wenig gut. =:o)

Obwohl ich jeder/m abrate den Waschzettel zu lesen, steht doch auf JEDEM der o.g. Medikamentengruppe drauf, daß es eine Ein- und Ausschleichphase gibt, die eingehalten werden muß!

Wer Interesse an genaueren Info's zu diesem oder jenem Medikament hat, keine ROTE LISTE hat, kann mich ansprechen - ich suche dann die Info's raus.

24.02.2004 11:43 • 24.09.2007 #1


36 Antworten ↓


Hallo Andreas,

mir geht es ähnlich wie Dir.Ich habe Paroxat fast 2 Jahre genommen und habe es dann nach und nach reduziert und nehme seit ca. 3 Wochen nichts mehr. Was mir sehr zu schaffen macht sind die körperlichen Entzugserscheinungen wie z.B. Schwindel, Übelkeit und Muskelschmerzen.War das bei Dir auch so schlimm und wenn wie lang hielt es an. Vielleicht kannst Du mir ja helfen.Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.

Bis dann...Nicole

25.02.2004 20:52 • #2



@ ALL: Seroxat -> Rote Liste!

x 3


Für das ZDF recherchiere ich momentan zum Thema "Seroxat", weil wir an einer Dokumentation u.a. zu diesem Medikament arbeiten. Deswegen würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr mir mit Euren Erfahrungen zum Thema helfen könntet. Jeder Hinweis wird vertraulich behandelt.
Über jede Rückmeldung bin ich froh, da ich leider bisher keine Kontakt zu Benutzern hatte.
Vielen Dank!!
Astrid Randerath

26.02.2004 15:15 • #3


Hallo!

ich habe vor 4-5 Monaten paroxetin verschrieben bekommen, vom "Facharzt". So nach acht Wochen hatte ich ein paar Tage, an denen ich mich beinahe wohl fühlte. Was sich dann eingestellt hat, war Gleichgültigkeit gegenüber allem und jeden. Den Hintern hoch zu bekommen war schwerer als vorher. Ich hatte den Kanal voll und habe die Pillen vor 3 Tagen komplett abgesetzt. Psychisch geht's besser aber dafür fährt mein Blutdruck Achterbahn und ich habe kurze Schwindelanfälle. Jetzt schleiche ich das Zeug aus, endgültig. Ich halte mich nur noch an einen Rat aus dem Buch Jesus Sirach: "Dein eigenes Empfinden sagt Dir für gewöhnlich mehr als sieben Wächter, die auf einer Anhöhe Ausschau halten."

27.02.2004 10:13 • #4


Hallo,

ich nehme seit guten 1 1/2 Wochen Paroxetin. Die Schläfrigkeit kann ich absolut bestätigen. Hoffe, dass sich das aber noch legt.
Eigentlich brauche ich die Dinger, damit ich auf der einen Seite ruhiger werde, auf der anderen Seite aber auch Antrieb brauche, weil ich nix auf die Reihe bringe.
Weiß jemand, ob diese Schläfrigkeit sich legt und ob der Antrieb kommt sobald ich mich an das Zeug gewöhnt habe?

Danke für eine Antwort.

Gruß,
Sabine

27.02.2004 20:11 • #5


Hi!

Habe mit Seroxat im Dez. begonnen, weil ich nach dem Tod meiner Mutter an Depressionen litt. Es dauerte 4 Wochen bis er mir wirklich gut ging. Am Anfang waren die Nebenwirkungen sehr unangenehm z.b. Müdigkeit, Magenschmerzen, Schlaflosigkeit usw. Dann ging es mir gut obwohl ich dauernd Verdauungsprobleme hatte. Jetzt bin ich gerade dabei mich von Seroxat zu entwöhnen, weil ich mir denke, ganz gut ohne auszukommen. Doch im Moment sind die Nebenwirkungen sehr unangenhem. Sie reichen von Schlafstörungen, großer Müdigekeit am Tag, bis zu den schon mehrmals in diesen Beiträgen zitierten "Stromschlägen" sie sind am unangenehmsten. Außerdem schwitze ich in der Nacht sehr stark. Seelisch geht es mir gut. Habe die Dosis halbiert und schließlich nahm ich keine mehr. Bin aber gut Dinge bald alles überstanden zu haben.

01.03.2004 16:57 • #6


Hallo Rudi

Jetzt bin ich froh das ich deinen Beitrag gefunden habe.Das mit den Elektroschocks ist der wahre Hammer.Habe 1 Jahr lang Seroxat genommen und hatte aber zum Ende hin immer mehr Nebenwirkungen.Anfangs hat es mir aber sehr gut geholfen.Hatte ständig Sehstörungen,Schwindel usw.Jetzt soll ich Moclobeta nehmen.Habe am Mittwoch Seroxat abgesetzt,von 5mg auf 0.Seit Sonntag ist es die Hölle.Gestern habe ich nur im Bett gelegen,mit Angst,Panik,Schweißausbrüchen und halt allem was ich so hatte bevor ich Seroxat genommen habe.Kommen diese Symphtome denn jetzt auch vom absetzten oder habe ich einen solchen Rückfall das wieder alles von vorne beginnt.Konnte nämlich nach einem 5 monatigem Klinikaufenthalt endlich wieder arbeiten gehen.Jetzt kann ich nicht mal mehr einkaufen,ohne das Gefühl zu haben sterben zu müssen.
Hast du Rudi eine Ahnung wie lange diese Absetzsymphtome anhalten?
Nehme jetzt seit gestern die neuen Tabletten,hoffe das die nicht solche einschleich Schwierigkeiten machen wie damals Seroxat.

LG Shannon

02.03.2004 10:10 • #7


Hallo! Ich habe viele Jahre in Amerika gelebt und nehme Paxil (amerik. Name für Seroxat) schon seit vielen Jahren. Die Nebenwirkungen halten sich bei mir in Grenzen, solange ich nicht vergesse das Medikament zu nehmen. Die Halbwertzeit von Paxil ist nicht sehr hoch. Vergesse ich nur eine Tablette werden die Entzugserscheinungen zur Qual, die nicht auszuhalten ist. Habe viel Erfahrung mit Paxil, da lange Zeit genommen und stehe für Fragen gerne zur Verfügung. Eine email über alle Erfahrungen würde hier wohl den Rahmen sprengen. Meine Entscheidung: ich nehme es weiterhin, da ich klinische Depressionen habe und das Mittel hilft. Sollte ich absetzen, wäre es ohnehin nur, um zu einem anderen Mittel zu wechseln. Also erspare ich mir die Qualen.

03.03.2004 15:58 • #8


Hi Dorothee,

woher weißt du, dass du das Medikament noch brauchst ? Das merkt man ja erst wenn man es wirklich abgesetzt hat und die Qualen der Entzugserscheinungen überstanden hat (was ja sehr lange dauern kann).

03.03.2004 19:27 • #9


Hi Clone

Mir geht es zur Zeit so schei..Wen du sagst es kann sehr lange dauern hast du es ja möglicherweise schon hinter dir.Wann kann man denn mit Besserung rechnen?Gehe mittlerweile seit 4 Tagen durch die Hölle.

LG Shannon

03.03.2004 22:16 • #10


Hallo! Ich verstehe was Du meinst, weiss aber das ich das Medikament noch brauche, da ich mit klinischen Depressionen diagnostiziert wurde. Ich gehe regelmäßig zum Neurologen um alle Werte bestimmen zu lassen. Mein "Zustand" besteht seit etwa 20 Jahren, schließt Nervenzusammenbrüche, Therapien, Selbstmordversuche ...naja..die ganze Bandbreite ein. Habe auch längere Zeiten die Medikamente (unter ärztlicher Kontrolle!) abzusetzen. Die Panikattacken, Suicidgedanken, Depressionen und alles weitere kehren aber immer wieder zum Ursprung zurück. Letztes Mal wurde ich nach einem 1 jährigen, gescheiterten, kontrollierten Versuch, in dem ich durch die Hölle ging, wieder auf Anti-Depressiva gesetzt.

04.03.2004 10:18 • #11


Mein Sohn hat heute das erste Mal Seroxat genommen. Nachdem ich aber jetzt Eure Beiträge im Forum gelesen habe, werde ich ganz unsicher, ob das gut ist. Er hat schon längere Zeit Depressionen und eine Soziale Phobie, es wurde immer ärger und er sagt, dass er sein Leben nicht mehr aushält und dass er sich selbst hasst. Er hat auch eine Verhaltenstherapie, die hat eben erst begonnen.
Die mögliche Abhängigkeit gibt mir zu denken, andererseit denke ich, dass er doch vielleicht beser ist, Medikamete zu nehmen als Alk. zu trinken. Mein Sohn kann nur dann etwas lockerer sein, wenn er was trinkt.
Wer kann mir was raten?

04.03.2004 10:49 • #12


Hallo Astrid,

ich nehme seit ca. 8 Monaten Deroxat, die Schweizer Form von paroxetin. Die Tagesdosis weiss ich leider nicht auswendig, es ist eine Tablette am Tag. Dazu noch eine Tablette Cipralex täglich. Nötig wurde das ganze durch einen depressivem Schub nach Überarbeitung und Mobbing am Arbeitsplatz.
Wenn ich an die ersten Wochen der Einnahme zurückdenke (mit langsamem Einschleichen), dann erinnere ich mich wie andere in der Gruppe an extremes nächtliches Schwitzen. Ich habe das damals aber eher auf den heissen Sommer zurückgeführt.
Da ich ausserdem in der Zeit meinen Job verloren hatte (keine Vertragsverlängerung meines Zeitvertrages), dauerte es eine ganze Weile, bis ich wieder einigermassen im Gleichgewicht war. Die Medikamente haben mir neben der Therapie ganz gut dabei geholfen. Eine gewisse Gleichgültigkeit konnte ich bei mir schon beobachten, aber ich habe es eher als Ausgeglichenheit empfunden. Zumindest hat mir das bei der Jobsuche eher genutzt als geschadet, sonst hätte ich es nicht so leicht verkraftet, dass ich mehr als 40 Bewerbungen schreiben musste, bis ich endlich einen neuen Job gefunden habe (ab 1.4.). Eine weitere Nebenwirkung des Medikamentes dürfte meine starke Gewichtszunahme sein (82 kg vor der Depression, 75 kg am Tiefpunkt, mittlerweile bin ich bei 93 kg), wobei sich meine Essgewohnheiten nicht geändert haben.
Da es mir inzwischen so gut geht, dass ich denke, allmählich wieder ohne Tabletten auskommen zu können, und da ich wieder von meinem Gewicht runter möchte, habe ich vor zwei Wochen damit begonnen, meine Dosis an Deroxat zu reduzieren auf 1/2 Tablette am Tag. Vorher hatte ich schon gelegentlich vergessen, die tägliche Tablette Deroxat zu nehmen und keine Nebenwirkungen festgestellt. Seit der Reduktion schlafe ich nachts ziemlich unruhig, wache alle zwei Stunden auf und habe bizarre Träume bis hin zu Alpträumen. Zudem habe ich ziemliche Motivationsprobleme, innere Unruhe und Konzentrationsschwierigkeiten.
Dass ich nun von dem Medikament abhängig bin, glaube ich eher nicht, aber ich möchte die schwierige Phase des Ausschleichens aus Deroxat hinter mich bringen, bevor ich im April meinen neuen Job antrete. Ich hoffe, dass mir dann Cipralex langt und dass dieses weniger Nebenwirkungen beim Absetzen hat.
Insgesamt möchte ich feststellen, dass mir das Medikament geholfen hat und die Nebenwirkungen leichter zu ertragen sind als die Depressionen vorher. Zudem ist es beruhigend zu lesen, dass man nicht der einzige Betroffene ist.

Gruss,
Georg

04.03.2004 15:51 • #13


Ich weiss aus Erfahrung das Medikamente besser sind als Alk.. Aber vielleicht besteht ja die Möglichkeit ein anderes Medikament als Seroxat zu nehmen. Bald möglichst den Arzt fragen. Trotz der Nebenwirkungen bei Absetzung (!)... es hilft dem Krankheitsbild.

04.03.2004 16:11 • #14


Ich hatte vor mehreren Jahren über ein Jahr lang Seroxat aufgrund von Depressionen genommen.
Da ich im Laufe der Zeit eine Veränderung meiner Persönlichkeit feststellte, habe ich aufgehört, es zu nehmen (runterdosiert bis auf null).
Danach ging es mir fast eine Woche körperlich sehr, sehr schlecht. Extreme Übelkeit, Hitze- und Kältewallungen, plötzliche starke Müdigkeit, Fieber.
Ich würde es mit kaltem Dro. vergleichen.
Psychisch ging es mir danach genauso wie vorher. Nach einiger Zeit sogar besser, weil ich nicht mehr das Gefühl hatte, nicht ich selbst zu sein.

Als ich wieder Depressionen bekam (ca. 1 Jahr später), wurde mir Citalopram verschrieben. Das habe ich ein Jahr genommen und von heute auf morgen abgesetzt. Entzugserscheinungen gab es keine.
Wenn ich wieder an Depressionen leide, würde ich nie wieder auf Seroxat zurückgreifen, zumal ich mit Citalopram auch weniger Nebenwirkungen (bezüglich meiner Sexualität) hatte.
Zugenommen habe ich aber auf beide Medikamente nicht.

04.03.2004 21:26 • #15


Mein Sohn nimmt Seroxat jetzt seit drei Tagen und ist bereits wesentlich besser aufgelegt, Wirkt das so schnell? Oder ist das Zufall?

07.03.2004 09:08 • #16


Nachdem ich mir die meisten Eurer Postings nun durchgelesen habe fällt mir auf, dass offenbar ein und dasselbe Medikament bei jedem eine andere Wirkung hat. Mein Sohn hat bisher keine Nebenwirkungen und ich lustig und gut drauf. Wenn das so bleibt, wird er natürlich das Seroxat eine Zeit lang nehmen. Es ist das erste Mal, dass er sowas nimmt. Ich bin sehr gegen solche Medikamente, aber meinem Sohn ging es so schlecht, dass ich keinen Rat mehr wusste.

07.03.2004 09:23 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

seht euch mal diese webseite an, da steht jede menge fachlich qualifiziertes über abhängigkeitserscheinungen /entzug

08.03.2004 22:22 • #18


Nehme inzwischen seit 8 Jahren ein SSRI (Trevilor, Wirkstoff Venlafaxin) mit mind. 4 vergeblichen Absetzversuchen. In den 8 Jahren war ich umzugsbedingt bei vier verschiedenen Ärzten. Keiner hat mich bisher darüber aufgeklärt, was wirklich hinter meinen fehlgeschlagenen Absetzversuchen steckt.

Bei mir steht jetzt inzwischen die Familienplanung an. Also habe ich letztes Jahr einen erneuten Versuch gestartet, die Dosis langsam zurückzufahren. Leider wurden die Beschwerden auch dieses Mal wieder so schlimm, dass ich aufgeben musste. Ich kam zu dem Schluss, dass es ohne Medikament wohl doch nicht geht und habe angefangen, mich im Internet zu informieren, ob eine Schwangerschaft auch mit dem Medikament möglich ist. Bei der Recherche habe ich Entsetzliches festgestellt:
1. Nach telefonischer Auskunft einer Forschungsstelle in Berlin ist eine Schwangerschaft bei Einnahme von Trevilor zu vermeiden
2. Bei meinen fehlgeschlagenen Absetzversuchen handelt es sich wahrscheinlich nicht um eine Rückkehr der Symptome, sondern um Entzugserscheinungen! (siehe die www.antidepressiva-forum.de;)

Aufgrund der Recherche im Internet habe ich mehr erfahren, als von den vielen Ärzten in den 8 Jahren meiner Psychopharmakakarriere. Vom dritten Arzt war nur mal zu hören, dass ich die Medikamente wohl für immer nehmen muss, wie ein Zuckerkranker sein Insulin. Jetzt weiß ich auch warum: weil es so schwierig ist, wieder davon los zu kommen. Immer die gleiche Leier: Aber sie machen doch nicht abhängig... Auch in den Medien keine Aufklärung! Während anscheindend in Irland bereits 2002 eines dieser SSRIs (Seroxat) vom Markt genommen wurde und in GB im Fernsehen (BBC) und Zeitungen und Zeitschriften zahlreich darüber berichtet wird, geschieht in DE nichts dergleichen. Es ist doch ein Skandal, was hier abläuft. Da werden tausende von Menschen auf Dro. gesetzt, ohne über die Probleme beim Absetzen informiert zu werden. Bis vor einigen Tagen dachte ich noch, ich wäre krank und jetzt stelle ich fest, dass ich ein Junky bin. Auch wenn mir das Medikament während der Einnahme der vollen Dosis gut geholfen hat, wobei ich schon einige Zeit das Gefühl habe, dass die Wirkung mit der Zeit nachlässt, hätte ich es auf keinen Fall genommen, wenn ich gewußt hätte, dass es abhängig macht. Ich komme mir vor wie ein Versuchskaninchen und mein Leben ist kaputt. Die einzige, wenngleich auch schwache Hoffnung ist jetzt lediglich noch der Absetzplan des Antidepressiva-forums.

08.03.2004 23:16 • #19


Liebe Maria,

Auch ich habe Seroxat wegen Familienplanung abgesetzt, im Laufe eines Monats (Dezember). Ich bin jetzt 36, und sozusagen unter Zeitdruck. Die Entzugserscheinungen sind allerdings erst schleichend aufgetreten. Seit zwei Wochen leide ich an steigenden Angstzuständen, Panikattacken und wachsendem No-Future-Syndrom (mit der aufgesteigenen Obsession nicht Schwanger werden zu können). Ich habe jahrelange Therapiearbeit hinter mir und fühle mich verzweifelt. Doch ich will das Zeug nicht mehr einnehmen. Gerne hätte ich mehr von deinen Erfahrungen gehôrt!
Gruss NikiMaria schrieb:

Nehme inzwischen seit 8 Jahren ein SSRI (Trevilor, Wirkstoff
Venlafaxin) mit mind. 4 vergeblichen Absetzversuchen. In den 8
Jahren war ich umzugsbedingt bei vier verschiedenen Ärzten.
Keiner hat mich bisher darüber aufgeklärt, was wirklich hinter
meinen fehlgeschlagenen Absetzversuchen steckt.

Bei mir steht jetzt inzwischen die Familienplanung an. Also
habe ich letztes Jahr einen erneuten Versuch gestartet, die
Dosis langsam zurückzufahren. Leider wurden die Beschwerden
auch dieses Mal wieder so schlimm, dass ich aufgeben musste.
Ich kam zu dem Schluss, dass es ohne Medikament wohl doch nicht
geht und habe angefangen, mich im Internet zu informieren, ob
eine Schwangerschaft auch mit dem Medikament möglich ist. Bei
der Recherche habe ich Entsetzliches festgestellt:
1. Nach telefonischer Auskunft einer Forschungsstelle in Berlin
ist eine Schwangerschaft bei Einnahme von Trevilor zu vermeiden
2. Bei meinen fehlgeschlagenen Absetzversuchen handelt es sich
wahrscheinlich nicht um eine Rückkehr der Symptome, sondern um
Entzugserscheinungen! (siehe die
www.antidepressiva-forum.de;)

Aufgrund der Recherche im Internet habe ich mehr erfahren, als
von den vielen Ärzten in den 8 Jahren meiner
Psychopharmakakarriere. Vom dritten Arzt war nur mal zu hören,
dass ich die Medikamente wohl für immer nehmen muss, wie ein
Zuckerkranker sein Insulin. Jetzt weiß ich auch warum: weil es
so schwierig ist, wieder davon los zu kommen. Immer die gleiche
Leier: Aber sie machen doch nicht abhängig... Auch in den
Medien keine Aufklärung! Während anscheindend in Irland bereits
2002 eines dieser SSRIs (Seroxat) vom Markt genommen wurde und
in GB im Fernsehen (BBC) und Zeitungen und Zeitschriften
zahlreich darüber berichtet wird, geschieht in DE nichts
dergleichen. Es ist doch ein Skandal, was hier abläuft. Da
werden tausende von Menschen auf Dro. gesetzt, ohne über die
Probleme beim Absetzen informiert zu werden. Bis vor einigen
Tagen dachte ich noch, ich wäre krank und jetzt stelle ich
fest, dass ich ein Junky bin. Auch wenn mir das Medikament
während der Einnahme der vollen Dosis gut geholfen hat, wobei
ich schon einige Zeit das Gefühl habe, dass die Wirkung mit der
Zeit nachlässt, hätte ich es auf keinen Fall genommen, wenn ich
gewußt hätte, dass es abhängig macht. Ich komme mir vor wie ein
Versuchskaninchen und mein Leben ist kaputt. Die einzige,
wenngleich auch schwache Hoffnung ist jetzt lediglich noch der
Absetzplan des Antidepressiva-forums.

09.03.2004 16:37 • #20



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