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Hallo ich bin neu hier im Forum und wollte mal Fragen ob mir jemand die genauen Unterschiede zwischen einer ängstlich vermeidenden Persönlichkeitsstörung und dem Asperger Syndrom erklären kann. Wenn ich mir die Beschreibung von beiden Erkrankungen durchlesen könnte beides bei mir zutreffen, deswegen wollte ich mal fragen ob man beide anhand von bestimmten Dingen unterscheiden kann.

03.08.2017 22:50 • 30.08.2017 #1


42 Antworten ↓


Hurt
Hallo Bimi

erstmal herzlich Willkommen hier im Forum.

Kannst Du Dein Problem näher beschreiben, weshalb Du denkst das Eine oder das andere zu haben?

LG Hurt

04.08.2017 06:37 • x 1 #2


Ich finde nicht, daß Ävps und Asperger irgendwelche Gemeinsamkeiten hätten. Warum läßt du das nicht von einem Psychiater einschätzen, ob du betroffen bist?

04.08.2017 07:34 • x 2 #3


Danke erstmal dafür das überhaupt jemand geantwortet hat. Es geht mir darum das man bei beiden Krankheiten z.B. schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen hat und mit diesen nicht so gut kommunizieren kann und generell Schwierigkeiten hat Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Das Problem habe ich nähmlich auch. Ich mache schon seit Jahren verschieden Therapien und im moment mache ich eine Verhaltenstherapie, die schon seit etwa einem Jahr läuft und mir nicht wirklich weiterhilft. Ich habe meinen Therapeuten mal auf Asperger und Ävps angsprochen, aber er meint das ich nur eine soziale Phobie habe und es nicht so schlimm ist und das es schon besser wird.

04.08.2017 16:14 • #4


Das ist schwierig das einzuschätzen. ÄVPS oder Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Störung könnte möglich sein, wenn du allgemein Schwierigkeiten mit zwischenmenschlichen Beziehungen hast.
Hattest du die Probleme schon immer, also schon in der Kindheit wenig Freunde?
Ich habe angeblichen auch nur soziale Phobie, bin aber mittlerweile überzeugt das es nicht nur sp ist.

04.08.2017 17:15 • x 3 #5


Schlaflose
Ich habe die Diagnose soziale Phobie und ÄVPS, aber mir ist es nie in den Sinn gekommen, dass es Parallelen zu Asperger habe könnte.

Zitat von Bimi:
schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen hat und mit diesen nicht so gut kommunizieren kann und generell Schwierigkeiten hat Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen.


Es ist schon richtig, dass beide Krankheitsbilder diese Symptome haben, aber aus völlig unterschiedlichen Gründen.
Bei der ÄVPS hat man Probleme mit Beziehungen und Kommunikation aus Angst sich zu blamieren, Fehler zu machen, kritisiert zu werden, nicht gut genug sein u.ä.
Der Asperger würde sich um so etwas überhaupt nicht scheren, er macht sich keine Gedanken darum, wie er auf andere wirkt und empfindet keine Schamgefühle oder Angst vor Blamage usw.

04.08.2017 17:29 • x 5 #6


Zitat von Ani33:
ÄVPS oder Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Störung könnte möglich sein, wenn du allgemein Schwierigkeiten mit zwischenmenschlichen Beziehungen hast.
Hattest du die Probleme schon immer, also schon in der Kindheit wenig Freunde?

In der Kindheit wars nicht so schlimm, habe auch Freunde gehabt, richtig schlecht ist es erst so mit 17 oder 18 geworden. Seitdem habe ich große Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen und bin immer gestresst, wenn ich nur mit anderen ein Gespräch führe.
Zitat von Schlaflose:
Der Asperger würde sich um so etwas überhaupt nicht scheren, er macht sich keine Gedanken darum, wie er auf andere wirkt und empfindet keine Schamgefühle oder Angst vor Blamage usw.

Können Asperger nicht auch eine soziale Phobie entwickeln, wenn sie merken das sie auf andere komisch wirken und andere sich von ihnen entfernen oder sie sogar herablassend behandeln?

04.08.2017 19:05 • #7


Dann gibt es in diesem auffälligen Diagnosekreis auch noch die schizoide PS und damit ist nicht Schizophrenie gemeint. Es kann vorkommen, daß sogar Fachleute der Psychiatrie Schwierigkeiten haben, die Schizoidie von Asperger zu unterscheiden. Schizoidie ist nun aber das genaue Gegenstück zur sozialen Phobie, den Schizoiden ist es völlig wurscht, wie andere Leute unterwegs sind. Mangelnde Sozialkompetenz hindert Schizoide am gesellig sein. Der übliche stinkende Satz lautet: ...sind nicht in der Lage Freude oder Trauer zu zeigen. Die Wahrheit ist viel schlimmer, denn sie können es schlicht einfach nicht. Schizoidie wird häufig mit Asperger verwechselt. Im Gegensatz zu Asperger wissen Schizoide aber um ihre Situation.

Therapeuten diagnostizieren nicht, sondern arbeiten auf der Grundlage eines ärztlichen Konzils. Psychiater diagnostizieren und erstellen das ärztliche Konzil für den Psychotherapeuten. Wie wäre es, wenn du einen Psychiater einschätzen läßt, was mit dir los ist. Von Amts wegen wird das nur gemacht, wenn du nach SGB an der Teilhabe gehindert bist.

Frag erstmal einen Psychiater, auf welchem Dampfer du eigentlich unterwegs bist.

04.08.2017 19:10 • x 1 #8


Zitat von Bimi:
Können Asperger nicht auch eine soziale Phobie entwickeln, wenn sie merken das sie auf andere komisch wirken und andere sich von ihnen entfernen oder sie sogar herablassend behandeln?

Asperger sind Authisten und die merken nun wirklich nichts. Schizoide merken alles.

04.08.2017 19:13 • x 1 #9


Wollte mal fragen da du Ävps hast, wie sich das auf dein Leben auswirkt und wie du die Diagnose bekommen hast. Bin mir jetzt nähmlich sicher, auch durch infos aus diesem Forum, das es bei mir auch ävps ist und nicht asperger. Die Frage geht an Schlaflose.

05.08.2017 23:55 • #10


la2la2
Hey,
die Frage ist, ob du einen Leidensdruck hast oder dir zwar bewusst ist, dass du anders bist, aber dennoch mit deinem Leben so glücklich bist?
Wenn du zufrieden bist, gibt es keinen Grund irgendeinen Arzt aufzusuchen um irgendeine Diagnose zu bekommen.

Sofern du darunter leidest, macht es Sinn, was dagegen zu unternehmen. Statt zuerst zum Psychiater zu gehen, ist es meist viel sinnvoller in solchen Fällen nur zum Psychologen zu gehen. Psychologen arbeiten eher am Problem des Patienten als innerhalb von 20-40 min. den Patienten in irgendeine Schublade zu stopfen (F-Diagnose). Und wenn du mit ner Diagnose vom Psychiater beim Psychologen auftauchst, sind viele voreingenommen.

06.08.2017 00:00 • x 1 #11


Ich leide schon darunter, deswegen habe ich ja verschiene Therapien gemacht und bin im Moment auch bei einem Verhaltenstherapeuten. Werde auch bei der nächsten Sitzung mal das Thema ävps ansprechen.

06.08.2017 00:30 • #12


Aufmerksam
Schon interessant was hier geschrieben wird.
Es gibt den Unterschied von Asperger und Autismus schon.
Auch da sehe ich wirklich eine -für mich nicht relevante-Kommunikationsunfreiheit- halt weniger auf gezielte Fragen eingehen können etc
Drum versuch ichs grad oft nicht Aber wenn ich ne Antwort bekomme- so schön.
Dennoch weiß ich , daß Asperger sehr sehr treue Menschen sind
Ein Inselwissen und auch viel Gefühle j
haben.

Zitat:
Schizoide merken alles.

Das finde ich jetzt ungut ausgedrückt
Für mich stimmt das so nicht
Vielleicht liegts an der komletten Wahrnehmung
Auch da ist sich oft ein Asperger treuer und ehrlicher Mensch
Das ist nicht verstellt und irgendwie zwischen 2 Welten schaut
Vertrauen haben können - ja das wünschen sich doch alle
Hi Bibi Hoffe Du kannst mit Smilies

06.08.2017 01:48 • x 2 #13


Schlaflose
Zitat von Bimi:
Wollte mal fragen da du Ävps hast, wie sich das auf dein Leben auswirkt und wie du die Diagnose bekommen hast. Bin mir jetzt nähmlich sicher, auch durch infos aus diesem Forum, das es bei mir auch ävps ist und nicht asperger. Die Frage geht an Schlaflose.


Ich habe die Diagnose erst vor 6 Jahren von meinem damaligen Therapeuten bekommen.
Auf mein Leben hat es sich insofern ausgewirkt, dass ich einen Beruf hatte (Lehrerin), der total ungeeignet und für mich der pure Horror war. Ich hatte schon Jahre vorher Panik davor, irgendwann vor einer Klasse stehen zu müssen, dachte aber immer, dass sich das mit der Zeit und mit der Erfahrung legen wird. Hat es aber nicht. Ich bekam vom ersten Tag an im Beruf extreme Schlafstörungen. Nur mit Medikamenten habe ich es 20 Jahre lang geschafft, irgendwie durchzuhalten, aber gegen Ende ging nichts mehr und ich war fast ein Jahr krank geschrieben. Während dieser Zeit war ich in Therapie und mit Hilfe des Therapeuten habe ich den Mut gefasst, den Beruf aufzugeben. Ich arbeite jetzt in der Verwaltung, wo ich schön allein in meinem Büro sitze mit nur sehr wenig mit Menschen zu tun habe. Seitdem geht es mir hervorragend.
Die ÄVPS hat sich auch auf mein Privatleben ausgewirkt. Ich hatte noch nie eine Beziehung/Partnerschaft und auch sonst recht wenig soziale Kontakte. Unverbindliche Bekanntschaften sind für mich OK, aber echte Feundschaften mit engeren Bindungen und Verpflichtungen kann ich nicht eingehen. Das stellt aber für mich kein Problem dar.

06.08.2017 13:56 • x 1 #14


Zitat von Aufmerksam:
Hi Bibi Hoffe Du kannst mit Smilies

Hallo Aufmerksam, ja ich kann auch mit Smilies .
Hast du selber Asperger?

06.08.2017 22:59 • #15


Zitat von Schlaflose:
Ich habe die Diagnose erst vor 6 Jahren von meinem damaligen Therapeuten bekommen.
Auf mein Leben hat es sich insofern ausgewirkt, dass ich einen Beruf hatte (Lehrerin), der total ungeeignet und für mich der pure Horror war. Ich hatte schon Jahre vorher Panik davor, irgendwann vor einer Klasse stehen zu müssen, dachte aber immer, dass sich das mit der Zeit und mit der Erfahrung legen wird. Hat es aber nicht. Ich bekam vom ersten Tag an im Beruf extreme Schlafstörungen. Nur mit Medikamenten habe ich es 20 Jahre lang geschafft, irgendwie durchzuhalten, aber gegen Ende ging nichts mehr und ich war fast ein Jahr krank geschrieben. Während dieser Zeit war ich in Therapie und mit Hilfe des Therapeuten habe ich den Mut gefasst, den Beruf aufzugeben. Ich arbeite jetzt in der Verwaltung, wo ich schön allein in meinem Büro sitze mit nur sehr wenig mit Menschen zu tun habe. Seitdem geht es mir hervorragend.
Die ÄVPS hat sich auch auf mein Privatleben ausgewirkt. Ich hatte noch nie eine Beziehung/Partnerschaft und auch sonst recht wenig soziale Kontakte. Unverbindliche Bekanntschaften sind für mich OK, aber echte Feundschaften mit engeren Bindungen und Verpflichtungen kann ich nicht eingehen. Das stellt aber für mich kein Problem dar.


Danke erstmal für deine Antwort. Ich erkenne mich darin auch wieder, im beruflichen wie auch im privaten Bereich. Habe im Moment auch eine Stelle bei dir ich komplett alleine arbeite. Habe vorher verschiedene Arbeitsstellen gehabt bei denen ich es nicht lange durchgehalten habe, aber nicht der Arbeit wegen sondern weil ich mit den anderen Kollegen nicht klargekommen bin und das war auch unabhängig von der größe der Firma. Vorallem in den Pausen war es besonders stressig.
Mit Medikamenten habe ich auch meine Erfahrungen gemacht nur war es bei mir dann so das ich gar nicht mehr das bedürfnis hatte mit anderen zu reden und mir im gegenteil egal war was andere von mir denken, was mich dann auch isoliert hat von den anderen.
Und im Privatleben siehts bei mir genauso aus, habe eigentlich nur Kontakt zu meinen Eltern und Geschwistern.

06.08.2017 23:27 • #16


Zitat von Bimi:
so das ich gar nicht mehr das bedürfnis hatte mit anderen zu reden und mir im gegenteil egal war was andere von mir denken, was mich dann auch isoliert hat von den anderen.
Und im Privatleben siehts bei mir genauso aus, habe eigentlich nur Kontakt zu meinen Eltern und Geschwistern.

Ich finde die Formulierung "nicht das Bedürfnis hatte" interessant. Darüber mußte ich angestrengt nachdenken. Ist es nicht so, daß man als Ävps, Sozialphobiker oder Asperger schon das Bedürfnis hat, mit anderen zu reden und in Kontakt zu treten? Den ersten hindert seine Zurückhaltung daran, den zweiten die Angst vor Blamage und ein Asperger hat Schwierigkeiten, angemessen zu reagieren. Aber das Bedürfnis nach Gesellschaft ist vorhanden und es erzeugt Leidensdruck, wenn sie sich isolieren oder isoliert werden. Es geht in meinen Gedanken um die wörtliche Wahl "Bedürfnis".
Kein Bedürfnis mit anderen zu reden oder Kontakt außerhalb der Familie zu haben ist ein schizoider Wesenszug. Leidensdruck entsteht dabei nur dann, wenn erzwungen Kontakt (z.B. am Arbeitsplatz) herzustellen ist. Kein Leidensdruck entsteht, wenn man allein sein kann. Wobei der Kontakt zur Familie auch dadurch erschwert sein kann, weil eben kein Bedürfnis besteht.

07.08.2017 07:25 • #17


Schlaflose
Zitat von Bimi:
Mit Medikamenten habe ich auch meine Erfahrungen gemacht nur war es bei mir dann so das ich gar nicht mehr das bedürfnis hatte mit anderen zu reden und mir im gegenteil egal war was andere von mir denken, was mich dann auch isoliert hat von den anderen.


Die Medikamente nehme ich allein wegen den Schlafstörungen und damals halfen sie mir auch gegen die aus dem Schlafmangel resultierenden Depressionen.
Mit Kollegen hatte ich allerdings nie Probleme und es immer genossen, in ihrer Gesellschaft zu sein. Es ist aber nie zu Kontakten außerhalb der Arbeitszeit gekommen.

07.08.2017 08:36 • #18


Zitat von Bimi:
Ich finde die Formulierung "nicht das Bedürfnis hatte" interessant. Darüber mußte ich angestrengt nachdenken. Ist es nicht so, daß man als Ävps, Sozialphobiker oder Asperger schon das Bedürfnis hat, mit anderen zu reden und in Kontakt zu treten?

Das war bei mir so als ich etwa ein Jahr lang Paroxetin eingenommen haben, das ich nicht mehr das Bedürfnis hatte, aber habe es wieder abgesetz wegen Nebenwirkungen. Jetzt ist es so wie vorher das ich schon mehr Kontakt mit Menschen will, nur bin jetzt auch wieder sehr unsicher und mache mir negative Gedanken und das merken dann die anderen auch.

08.08.2017 04:52 • #19


Zitat von Reenchen:
Die Medikamente nehme ich allein wegen den Schlafstörungen und damals halfen sie mir auch gegen die aus dem Schlafmangel resultierenden Depressionen.
Mit Kollegen hatte ich allerdings nie Probleme und es immer genossen, in ihrer Gesellschaft zu sein. Es ist aber nie zu Kontakten außerhalb der Arbeitszeit gekommen.

Achso sorry dachte du hast Antidepressiva gemeint. Interessant das es mit den Kollegen so gut geklappt hat, das war bestimmt auch ein Grund warum du den Beruf so lange gemacht hast.

08.08.2017 05:01 • #20




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