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Ich möchte Euch Angsthäschen mal fragen, ob Ihr Euer Leben noch genießen könnt, oder, ob Ihr, wie ich derzeit, nur froh seid, wenn endlich Wochenende ist und Euer Partner da ist.

Also ich schleppe mich derzeit durch jeden verdammten Tag, mache drei Kreuze, wenn mein Mann abends Feierabend hat und wenn dann endlich! Freitagabend ist und nun zwei ruhige Nächte und Tage für mich kommen. Zum Abschalten. Wobei ich mich am Sonntag allerdings schon wieder verrückt mache, wie ich die nächste Woche überstehen soll, ohne komplett durchzudrehen...

Das geht nun ein Jahr so, und langsam frage ich mich, wie lange ich die Kraft noch habe, diesen ganzen Driss, der sich da "Leben" nennt, mitzumachen.

Wie geht es Euch?

Dankeschön schonmal, wenn Ihr antwortet.

10.07.2013 08:26 • 15.07.2013 #1


48 Antworten ↓


Dubist
Liebe Worrie, bei mir ist das Leben auch manchmal nur ein ertragen und aushalten durchschleppen.
Die Woche ist lang und je nach Schichterei kann auch der Abend mal etwas länger gehen.
Dann bin ich nachmittags auch ab und zu mal antriebslos und mürbe unterwegs.
Abends liege ich aber manchmal im Bett und danke Gott für die grossen und kleinen Geschenke die er mir macht. wie er mich immer wieder durchtrögt. Manchmal Trost überraschend schenkt.
MaNCHMAL FÜHLE ICH TROST UND HILFE.
In schweren Zeiten klammer ich mich immer wieder an die Zusage.




DAs Leben ist kein 'Spaziergang.
Das Leben ist SCHWIERIG.
Worrie, danken immer wieder danken für alles was du hast, jedes kleine Geschenk.
Danken, danken immer wieder.
Dubist

10.07.2013 08:45 • #2



Euer Leben genießen oder nur "aushalten" ?

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Dubist
Und immer wieder auch mal das Leben genießen. DAs ist nicht falsch Worrie.

10.07.2013 08:47 • #3


Also ich kann schon auch viele Momente genießen, aber es kommen immer mal wieder Phasen, wo ich mein Leben nur "aushalte". Schlimm ist es bei mir immer sonntags. Ich hasse diesen Tag, aber er ist notwendig, denn gäbe es ihn nicht, dann würde ich den Samstag hassen. Die Vorstellung dass Montags eine neue Woche mit neuen Herausforderungen ansteht, ist oft für mich unerträglich.

10.07.2013 08:47 • #4


Geht es denn nicht allen so, egal ob sie eine Angststörung haben oder nicht? Z.B. wenn man seine Arbeit einfach nicht mag, ist es doch auch nur "aushalten" anstatt zu genießen und man freut sich auf die freien Tage....

10.07.2013 08:57 • #5


Das warten, bis mein Mann endlich nach Hause kam/kommt habe ich schon lange aufgegeben. ich versuche, so gut wie möglich, das Leben zu genießen (alles nach meinen Möglichkeiten). Gehe allein spazieren oder in die Stadt, bestell mir mal ein Buch, mache außerdem AT und Yoga (täglich), treffe mich ab und zu mit meiner Schwester, gehe in meine Kreativgruppe im Verein, um einiges zu nennen.

Liebe Grüße

10.07.2013 09:01 • #6


Dubist
Das hast du schön geschrieben Finja, du machst das bestmöglichste aus deiner Situation und bist nicht verbittert.
Das find ich sehr gut, das du dich nie beklagst sondern dein Leben in die Hand nimmst auch wenn es nicht einfach ist.
lg

10.07.2013 09:05 • #7


Ich habe immer das Gefühl, dass ich es nicht verdient habe, das Leben zu genießen. Einerseits ist das Teil meines Problems, welches ich hoffentlich in den 12 Wochen Tagesklinik die in 20 Tagen für mich beginnen angehen kann. Andererseits denke ich: ich bin für alle nur eine Last, ich arbeite nicht, verdiene kein Geld, nerve nur die Ärzte und verwende Geld für Wohnung und Lebensmittel welches ich nicht verdient habe... Wie habe ich es da verdient, etwas zu genießen? Kennt das jemand?
Als ich das letztens meinem Hausarzt gesagt habe, als der mir riet auch während der Krankschreibung was zu machen, viel der aus allen Wolken

10.07.2013 09:13 • #8


@ Dubist

danke, ja mache das Beste draus

@ jeg

Genauso hatte ich auch mal gedacht, aber heute denke ich da anders, nämlich jeder Mensch hat es verdient, sein Leben zu genießen. und da denke ich bei dir, dass die Tagesklinik dir hierbei sehr weiterhelfen wird.

LG

10.07.2013 09:18 • #9


Dubist
Was zu machen Jeg?


nein, du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben.
Denkst du andere wollten mit dir tauschen?
würdest du nicht lieber auch arbeiten gehen können, stabil udn gesund sein?


Sei dankbar, das du die Möglichkeit hast für eine wohnung und essen.
ABer gemütsschwach zu sein ist auch ein harter stein auf dem rücken.


Deshalb lerne es dein Leben zu genießen. du darfst die kleinen und grossen geschenke des Lebens annehmen udn dich daran freuen.
Denn dazuz heilt dein inneres und du kannst andere Menschen viel mehr liebe und gutes tun,

10.07.2013 09:20 • #10


Vielen Dank an Euch bis hierher erstmal.

Ja, liebe jeg, das Gefühl überflüssig und nutzlos, nur eine Belastung zu sein, das Gefühl, meinem Mann das Leben zu vergällen, kenne ich zur Genüge. So zur Genüge, daß ich monatelang nur noch den ZG hatte, mich und vor Allem meinen Mann von mir zu erlösen, mich auf irgendeine Weise, die schnell geht und keine Sauerei hinterlässt, zu verabschieden. Ich habe keine Familie und außer meinem Mann niemanden mehr, what else.... Ich denke, daß er ohne mich ein schöneres Leben haben kann, mit einer Frau, die ihn auch verdient und ihn nicht noch belastet.

Daher sehne ich auch freie Tage herbei, das sind die einzigen Tage, an denen ich noch bin wie "früher", vor der Angst. Wie geschrieben, bis Sonntags, dann geht das Grübeln, wozu das alles noch, wieder los. Wieder eine neue Woche, wieder derselbe Mist... Wie lange noch....? Ich bin mittlerweile 52 Jahre alt, zwei Drittel hinter mir, wenn alles "gutgeht", oft denke ich, es reicht einfach....

10.07.2013 09:24 • #11


Dubist
Ach Worrie, du mußt unbedingt selbstbwußter werden.
Du kennst doch deine Qualitäten als Frau oder etwa nicht?
Soll jetzt nicht eingebebildet klingen aber so eine Frau wie mich findet mein mann nicht so schnell.
Ich weiß waS ER AN MIR HAT.

Früher stellte ich wie worrie auch mein Licht unter den scheffel und duckte mich mehr als ich sollte.


Liebe worrie, stelle dein >Licht auf den scheffel und lasse es leuchten vor den Leuten auch vor deinem Mann.


Und eines mag ich dir mitgeben, nicht die frau die, die längsten beine hat, die makelloseste haut.
Nein.
die liebenswürdigste Frau wird letzendlich auch immer die schönste für ihren >Mann sein.


Altern tun wir alle auch der mann.


Liebe Grüße

10.07.2013 09:30 • #12


waage
guten morgen, das gefühl mit dem"aushalten", kenne ich .Wenn die Ängste und Beschwerden so schlimm sind, daß ich mir wünsche der Tag wäre schnell vorbei. Schade es geht durch diese Ängste soviel Zeit und Lebensqualität an uns vorbei. Aber man sollte die "kleinen" Dinge des Alltags,unbedingt genießen. Wenn möglich gehe ich so oft es geht raus, spazieren, Kaffee trinken , mir was nettes kaufen. Wie Finja schreibt, Dinge alleine erledigen , finde ich sehr wichtig, man kann ja nicht immer warten , bis der Mann nach Hause kommt..... Diese Abhängigkeit egal von wem finde ich schrecklich ( bin schon finanziell abhängig). Zu dir jeg; Laß ganz schnell diese Gedanken aus deinem Kopf, du bist keine Last, du bist ein wertvoller Mensch wie jeder andere auch! Jeder hat es verdient glücklich und gesund zu leben.
Es kommt immer drauf an, was du aus deinem Leben machst. Also ganz schnell weg mit diesen negativen Gedanken.
Alles Gute für die Tagesklinik, gehe auch bald in eine Klinik ( stationär)

L. G. Waage

10.07.2013 09:31 • #13


Dubist
Worrie hast du eigentlich Kinder?
sorry, falls ich da was überlesen habe, aber ich habe doch in Erinnerung das du kinder hast.

10.07.2013 09:32 • #14


Danke für die lieben Antworten.
Ich denke das zum Einen, weil ich als Kind und auch als Jugendliche von meinem Vater nichts anderes gehört habe und ich glaube, für jede Kleinigkeit die ich "falsch" mache, zb. mich mal im Ton vergreife o.ä. nichts verdient habe. Das geht manchmal so weit, dass ich glaube, nichts leckeres Essen zu dürfen oder so.
Ich liege dann halt den ganzen Tag nur rum und versuche nichts zu verwenden, zu benutzen oder auf zu Fallen. Und da das natürlich nicht immer geht, habe ich dann ein schlechtes Gewissen.
Der Arzt sagte, ich soll, auch wenn ich krankgeschrieben bin raus gehen, wenn ich es schaffe auch ins Kino oder so.
Aber mir klingelt es dann immer im Ohr, was bei mir irgendwie so eingeimpft ist: Du hast nichts verdient

Ich hoffe sehr, dass mir die Tagesklinik hilft

10.07.2013 09:38 • #15


Liebe Dubi,

nein, ich habe keine Kinder. Es gab in meinem Leben nie die guten Voraussetzungen dafür, so, wie ich es mir vorgestellt hätte.

Mein Mann sagt auch immer, ich solle "mein Licht nicht so unter den Scheffel stellen", er meint ja auch, daß ich schwachsinnige Gedanken habe, wenn ich sie mal äußere. Ich merke ja auch, daß er mich über Alles liebt, er tut alles, was er kann für mich. Und gerade deswegen habe ich wohl so ein schlechtes Gefühl, weil ich derzeit nicht so richtig funktioniere.

Ich heule ja auch nicht den ganzen Tag vor mich hin, oder ziehe eine Flunsch. Und sicher habe ich Spaß an den kleinen, schönen Dingen. Dennoch überwiegt die "schlechte" Phase schon so lange... Ich hatte, wie so viele hier, ein schlechtes, schweres Leben, die ersten drei Jahre mit meinem Mann waren sooo schön, und seit einem Jahr nun die Angst, die mir mein ganzes Leben vergällt... Eben dieses von "frei zu frei" schleppen, ertragen, und zwischendurch ein wenig Entspannung. Reicht das, um weiterzumachen? Und wenn ja, wtf, wie lange noch.... ?

Liebe jeg, ich sage oft auch zu meinem Mann: "das ist zu schade für mich".. Irgendwie sitzt es bei mir auch noch aus dem Elternhaus. Ich verstehe Dich da sehr gut...

10.07.2013 09:44 • #16


waage
hallo worrie, versuch dich unbedingt mehr abzulenken von deinen negativen Gedanken, habe das auch oft, sicher hat das auch mit den WJ zu tun. Ich bin 50j. und habe das auch jetzt vermehrt. Diese Phase ist ja ein ständiges Auf und Ab. Du hast ja einen lieben Mann, das ist doch sehr schön und sehr wichtig. Ich merke bei mir, wenn ich zuviel alleine bin, daß diese blöden Gedanken kommen und die Angst dazu. Ich hatte auch schlimme Erlebnisse in der Kindheit, später Scheidung ect. kommt jetzt vieles wieder hoch. Wir müssen jeden Tag so gut es geht genießen. .... Bist du in Therapie? Ich habe eine Kur vor mir, vielleicht hilft es was......

L.G. Waage

10.07.2013 10:00 • #17

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Peppermint
es gibt Phasen in meinem leben da halte ich es auch nur aus...nicht wegen der Angst ,sondern wegen Kummer und sorgen die ich mir mache...Falle da schnell in ein tief...und vielleicht bemitleide ich mich auch ein wenig selber....

Lg. Und worrie lass dich nicht unterkriegen....es kommen auch wieder bessere Zeiten ...

10.07.2013 10:09 • #18


Dankeschön Peppi

Du hast ja auch Kummer genug, ich habe ja soweit mitgelesen... Und ein wenig Selbstmitleid ist nicht so schlimm, man kann nicht immer nur die "Harte" mimen, auf Dauer geht sowas böse in die Hose.

Liebe waage, meinst Du, daß die Wechseljahre noch zusätzlich eine Rolle spielen?

Ich bin austheraoeirt, habe zwei hinter mir. Es hat auch soweit gut geholfen, zu verstehen, warum ich so bin, wie ich bin, warum und woher, ich habe alles verarbeiten können, da ist nichts mehr "offen".

10.07.2013 10:18 • #19


waage
liebe Worrie, ja meine ich , stammt nicht von mir , schon öfter gelesen, dass die WJ zusätzlich zu den Ängsten und Symptomen eine Rolle spielen. Ich fange jetzt wieder mit Therapie an, aber immer alles hochholen und wieder erzählen , davor hab ich auch wieder Angst. Gut das du alles verarbeitet hast, bei mir ist es leider nicht so. ...
Es ist in den letzten Jahren zuviel negatives passiert..., leider.
Naj muß ich wohl durch. Das Leben ist nicht immer leicht, besonders für sensibele Menschen , die andere "Art" hat es leichter im Leben. Deswegen versuche ich mich auch viel abzulenken,so gut es geht, sonst dreht man ja durch.

L.G. Waage

10.07.2013 11:37 • #20



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