App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

K

@Kerstin
Mitglied

Beiträge:
1197
Themen:
16
Danke erhalten:
7
Mitglied seit:
Ich wünsche Euch allen einen schönen ersten Advent....



lg Kerstin

20.12.2009 #1


78 Antworten ↓
P

Pilongo
Gast

Zitat von omegaman:
Gäbe es denn ohne Jesus überhaupt eine Vorweihnachtszeit ?


Ich denke, es gäbe auch ohne Jesus irgendein Winterfest, auf das man sich freuen würde.

Der Winter ist eine dunkle und kalte Jahreszeit. Da rücken die Menschen näher zusammen, wollen es sich künstlich hell, bunt, fröhlich und warm machen, weil die Natur nix mehr her gibt.
Ich denke, darum gibt es auch die vielen Lichterketten, die Kerzen, den Baumschmuck und all das.
Die Menschen suchen einen künstlich erzeugten Ausgleich dazu, dass die Natur leblos und dunkel und kalt ist.

Feiern tun die Menschen eh gerne, und ich glaube, wenn der christliche Glaube nicht zur Weltreligion geworden wäre sondern irgendein anderer, dann würden wir trotzdem irgendwas im Winter feiern.
Egal mit welchem Hintergedanken, die Menschen würden trotzdem ein Fest haben wollen in dieser dunklen und kalten Jahreszeit.

Die Germanen haben z.B. im Winter auch ein Fest gefeiert, sie dachten nämlich, dass Odin im Winter eine riesen Jagd veranstaltet, und haben dann auch selbst gejagd und ein Fest gefeiert und die Tiere geschlachtet und gegessen, die sie auf der Jagd gefangen haben
Traditionell wurde damals in rot-weißer Bekleidung gefeiert und auch in diesen Farben dekoriert.
Weiß für den Schnee, Rot für das Blut der geschlachteten Tiere.

Später dachten die Germanen dann, dass Odin ein großes Pferd mit 8 Beinen reitet, das riesige Distanzen überwinden konnte.
Die Kinder haben ihre Stiefel vor die Tür gestellt und Karotten für das Pferd reingelegt, am Morgen hat Odin dann zum Dank irgendwas zu Essen hinterlassen und die Karotten waren weg.
Klingt irgendwie auch nicht neu, oder?

All die Geschichten, Traditionen, alles, was Weihnachten aus macht, das ist uralt. Weihnachten, wie wir es heute feiern, geht nicht auf das Christentum zurück und nicht auf Jesus, es ist viel älter, die Bräuche sind so alt, und aus so vielen Kulturen ineinander geflossen, dass man heute gar nicht mehr sagen kann, woher was genau eigentlich stammt, wer diese und jene Idee als erster hatte.

Zumindest in Deutschland gab es Weihnachten schon vor dem christlichen Glauben. Der Jesus kam dann dazu, und es wurde abgeändert und passend gemacht, angeglichen eben an die neuen Besatzer, an eine neue Weltreligion; aber alte Bräuche und Traditionen blieben gleichzeitig erhalten.

Ich denke, in 100 Jahren wird kaum einer mehr wissen, wieso wir Weihnachten überhaupt feiern. Der Nikolaus/Weihnachtsmann wird immer populärer, und er verändert sich auch mit der Zeit.
Die Menschen machen ihn so, wie sie ihn sich vorstellen.

Als die katholische Kiche noch mehr Einfluss hatte, da war der Weihnachtsmann ein Kerl mit ner Rute, der die bösen Kinder in Ketten geworfen und mit in den Wald genommen und sie ausgepeitscht hat.
(Getreu dem Erziehungsgedanken der damaligen Zeit.)
Im 19ten Jahrhundert zum Beispiel war der Weihnachtsmann noch ein alter Mann mit Rauschebart und Pfeife; heute gilt das Rauchen als gesundheitsgefährdend, also gibt man ihm eben eine goldene Brille und Pausbacken, damit er wie ein lieber netter Opa ausschaut

Früher hatte er noch eine gewisse Glaubensrichtung, hatte eine religiöse Bedeutung. Heute, in einer Zeit, in der Religion an Wert verliert, wird auch der Weihnachtsmann immer neutraler, seine religiöse Bedeutung verschwindet, er wird zu einem Allrounder, an den jedes Kind glauben kann. Ein ökomenischer Weihnachtsmann quasi.

Interessant ist und bleibt aber die Gotthaftigkeit vom Weihnachtsmann.
Er weiß von jedem Kind, was es das Jahr über getan hat, weiß, wer gut und wer böse war. (Wie der allwissende Gott, der um unsere Sünden und Tugenden weiß, der uns immer beobachtet und alles sieht und weiß.)
Damit er weiß, was man von ihm will, schickt man ihm einen Brief.
(Botschaften werden übermittelt, ähnlich wie beim Gebet zu Gott.)
Und damit man sicher sein kann, dass er auch gerne kommt, lässt man einen Teller voll Plätzchen oder ein Glas Milch über Nacht stehen, das den Weihnachtsmann anlocken soll.
(Früher hat man übrigens Alk. stehen lassen, aber auch der ist jetzt unpopulär; also ist es brave und kindgerechte Milch geworden.) Ich geb dir Milch und Plätzchen, du gibst mir, was ich will.
Und der Weihnachtsmann hat übermenschliche Fähigkeiten, denn er kann in einer Nacht um die ganze Welt reißen, sich durch jeden Schornstein quetschen. Er hat auch eine Vielzahl von Helfern. (Wie Jesu Jünger.)

Das finde ich sehr interessant, dieser Gedanke:
Ich geb dem Weihnachtsmann was, dann krieg ich Geschenke, und ich bin immer brav, dann werde ich belohnt.
Das ist 1 zu 1 der Gedanke, der jeder Religion zu Grunde liegt.
Sei nett, lebe nach Gottes Gesetzen, und du wirst belohnt werden.
Bringe Opfer, und deine Gebete werden gehört.

Die Menschen schaffen sich den Weihnachtsmann so, wie sie ihn gerne haben wollen. Er verändert sich und er wandelt sich im Laufe der Zeit, wie auch wir uns wandeln.

Der Mensch schuf sich den Weihnachtsmann, wie er ihn passend fand, und der Mensch schuf auch Gott nach seinem Bilde

Jesus war trotzdem ein toller Mann, der viel Mut und viel Zivilcourage besaß. Aber an Weihnachten denke ich nicht an ihn, und ich finde es interessant, zu beobachten, wie sich die Bräuche vermischen, wie Weihnachten in den einzelnen Ländern immer ähnlicher wird; wie die Figur des Weihnachtsmannes sich mit jeder Generation etwas mehr verändert.

Bei uns in Bayern glauben wir übrigens daran, dass das christkind, ein großer Engel, die Geschenke bringt.
Das hat mich als kleines Kind immer schon stutzig gemacht:
Wir feiern die Geburt des Christuskindes, das ist der Jesus.
Und zu Weihnachten bringt uns das Christkind, eine Frau, Geschenke.
Woher kommt dieser Widerspruch?
Leider weiß ich das bis heute noch nicht so genau, und die Thesen, die ich zu dem Thema schon gelesen habe, sind auch zum Teil widersprüchlich und der Ursprung des Christkindes ist unklar.

30.11.2009 17:38 • #18


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Erste Advent

x 3


P

Pilongo
Gast

Zitat von GastB:
Zitat von Pilongo:
Er wollte mich auch dazu bringen, über die Frage nachzudenken, wer ich bin, wo ich bin, und vor Allem: Ob ich eine Seele habe oder eine Seele bin.

Das ist allerdings wirklich eine sehr wichtige Frage.

Es eröffnet einem einen ganz neuen Blick auf alles, was mit Leben, Tod, Existenz, Ewigkeit usw. zu tun hat, wenn man von der - m.E. albernen - Formulierung der christlichen Kirchen (oder ist es nur die katholische?) abgeht. Wenn man eine Seele "hat":
Wer ist dann das "Ich", das diese Seele "hat"?
Wer oder was ist der Mensch, wenn er eine Seele "hat"?

Kannst ja mal in ner stillen Stunde - so zwischen Weihnachten und Neujahr vielleicht - darüber nachdenken ...


Also ich persönlich finde die Frage für mein Leben überhaupt nicht wichtig. Ob ich eine Seele bin oder eine Seele habe -solche spirituelle Fragen machen für mich wenig Sinn.
Vielleicht kommt das mal, wenn ich älter bin, aber im Moment kann ich damit rein überhaupt nichts anfangen.
Ich finde weder Trost noch Halt in Religion, und auch nicht in spirituellen Weisheiten und Fragestellungen bzw. Antwortmöglichkeiten.
Ich denke zwar viel und gerne über das Leben und die Menschen nach -aber solche Fragen finde ich nicht praktisch, sie sind zu abgehoben, gehen für mich am Leben vorbei.

Sind wir eine Seele? Haben wir eine Seele?

Vielleicht gibt es die Seele gar nicht?
Vielleicht ist das nur ein gedankliches Konstrukt, das der Mensch sich erschaffen hat, um irgendwie die unbegreifliche Begrifflichkeit des Lebens begreifbar zu machen. Um etwas zu erklären, das so unsicher und ungewiss ist, dass man es gar nicht erklären kann.
Um irgendwie der Gewissheit des Todes und Nichtseins zu entgehen, um nicht mehr Angst zu haben, dass man endlich ist. Denn der Gedanke ist ja, dass die Seele vom Körper getrennt ist, und damit wurde etwas geschaffen, das weiter lebt, das besteht, auch, wenn der Körper stirbt.

Religion und Spiritualität bieten einen Anker für Menschen.
Aber ich brauch so einen Anker nicht.
Ich steh mitten im Leben, und mein Anker sind Menschen, die mir wichtig sind, Hobbies, die ich mag, Dinge, die ich gerne tue, Dinge, die mir Spaß machen. Das Leben an sich ist so ein großes Wunder -man braucht nicht mehr, um es zu begreifen oder zu beschreiben, finde ich.
Man kann sich einfach hinein stürzen und sehen, was passiert.
Es muss meiner Meinung nach keinen Ort geben, von dem wir kommen und an den wir zurück kehren. Vielleicht kommt man nach dem Tod in den Himmel, aber sehr wahrscheinlich hört man einfach auf, zu denken, und stirbt.
Mehr nicht.
Ich weiß es nicht -und das Tolle ist: Ich muss solche Dinge auch nicht wissen, um trotzdem zufrieden mit meinem Leben zu sein
Ich brauche kein Gedankenkonstrukt, das mir Gewissheit gibt.
Mir macht die Ungewissheit nichts aus, sie macht mir keine Angst.

Von daher werde ich bestimmt auch niemals über diese Frage nachdenken, die der junge Mann mir gestellt hat.
Einfach, weil ich auch gut ohne die Antwort darauf auskomme.
(Und das weiß ich schon lange, nicht erst, seitdem ich den Kerl getroffen habe.)

Ich mach mein Ding, wie ich denke, dass es richtig ist, studiere, kümmere mich um Beziehung, Freunde und Familie, und genieße einfach mein Leben -und das kann ich auch, ohne zu wissen, ob ich eine Seele habe oder eine bin.
Getreu dem pragmatischen Zitat aus einem Buch, das ich mal gelesen hab: "Things just happen. What the hell."

Oder getreu dem Motto unseres sehr klugen Physiklehrers: "Es gibt Menschen, die denken, dass sie nach dem Tod an einen besseren Ort kommen, oder glauben, dass wir aus dem Paradies verjagt worden sind. Leute, ich sag euch eines: Es ist so unglaublich unwahrscheinlich, dass es unsere Erde überhaupt gibt, dass wir hier entstanden sind -DAS ist ein Wunder. Dass es irgendwo im Weltall einen Planeten gibt, auf dem wir leben können, einfach so, ohne viel dafür zu tun. Wenn es ein Paradies gibt, dann ist es unsere Erde. Und jetzt raus mit euch ihr kleinen Plagen, ich will euch nicht mehr sehen!"

04.12.2009 20:36 • #33


Zum Beitrag im Thema ↓


S
ach ja, heute darf man ja die erste kerze anzünden

#2


P
Wir haben unsere Kerze auch schon angezündet heute

Geht heute jemand auf einen Weihnachtsmarkt?
Ich war am Freitag mit Freundinnen und Freunden bei der Eröffnung des Nürnberger Chtistkindlesmarkts dabei und gestern mit der Familie in Rothenburg. Heute lass ichs dafür ruhiger angehen

#3


K
@pilongo,welches rothenburg meinst du?

nein wir gehen nicht auf den weihnachtsmarkt,bekommen heute nachmittag noch besuch,wollen schönen advents kaffee machen und mit den kids noch spazieren gehen....euch einen schönen sonntag...

#4


wunna
Wenn das mal keine Kerze ist...!

Wow!

Ich wünsche euch auch einen schönen ersten Advent!

Ich kann es kaum erwarten das erste Türchen vom Kalender aufzumachen. Und Montag gibt's auch noch Weihnachtsgeld, juchu!

LG

#5


P
Zitat von Kerstin40:
@pilongo,welches rothenburg meinst du?

nein wir gehen nicht auf den weihnachtsmarkt,bekommen heute nachmittag noch besuch,wollen schönen advents kaffee machen und mit den kids noch spazieren gehen....euch einen schönen sonntag...



Das berühmte Rothenburg ob der Tauber, die mittelalterliche Stadt, in der man auch bei 30°C im Juli schon Christbaumschmuck und Weihnachtsdeko kaufen kann.

#6


S
Hallo meine liebe Kerstin 40 dir und deiner Familie und den Forenmitgliedern hier alle einen schönen besinnlichen ruhigen friedvollen,, angstfreien 1 . Advent

wünscht Euch von Herzen


Suma

#7


K
@pilongo,ach so,ich kenn ja nur das rothenburg an der wümme,ist ja bei mir ummer ecke

@summa,danke.....
war ein schöner tag heute und natürlich auch gestern,wir haben den ersten advent in vollen zügen mit den kids genossen und der abendliche spaziergang war auch herrlich,die vielen bunten lichter an den fenstern und gärten fand der kleine total lustig

#8


O
Wisst ihr eigentlich, wessen wir an Weihnachten und der Adventszeit gedenken ?

#9


K
Der Advent beginnt 4 Wochen vor Weihnachten und wird als Vorbereitungszeit auf die Geburt Jesu am 25. Dezember begangen. Advent kommt vom lateinischen "adventus" ("Ankunft") und soll eben auf die Geburt Christi hinweisen.
Älteste Spuren für die vorweihnachtliche Vorbereitungszeit finden sich in der jungen Kirche in Gallien und Spanien. Damals begann der Advent bereits am Tag nach dem Martinsfest (11. November). Er hatte mit Blick auf die Wiederkunft Christi einen Bußcharakter, und so wurde während dieser Zeit gefastet.
Erst seit 1570 setzte sich der römische Brauch durch, den Advent am vierten Sonntag vor dem Fest zu beginnen.
Im Gegensatz zu früheren Zeiten gilt der Advent heute nicht mehr als reine Bußzeit. Die violette Farbe der Messgewänder und der bescheidene Kirchenschmuck weisen jedoch noch heute darauf hin. Mit Roratemessen im Kerzenschein, Vespergottesdiensten, geistlicher Musik und anderen Feiern bereiten sich die Christen auf Weihnachten vor.

Reicht Dir das Omega
oder ziehst du es lieber vor alles schwarz zu machen?!

#10


O
Na, ich wollte es doch richtig (und angemessen) bunt machen

#11


K
niemand hindert dich daran.....dann mal zu

#12


P
Für mich hat die Vorweihnachtszeit wenig mit Jesu Geburt zu tun.
Für mich ist es einfach eine Zeit, die man voller ausgelassener Vorfreude auf Weihnachten verbringt, in der man sich von der angeregten Stimmung auf Weihnachtsmärkten, von Glühwein und Räucherkerzli berauschen lässt, in der man auch mal Daheim sitzen, eine Tasse Tee trinken und sich besinnen kann -wie man will
Vorweihnachtszeit kann bunt, aufregend, spannend und übertrieben bis kitschig sein, aber auch melancholisch, nachdenklich, entspannt, gemäßigt -wie man's halt will.
Weihnachten an sich ist für mich eine schöne Möglichkeit, mit der Familie zusammen zu kommen, zu reden und zu feiern.
An Jesus denk ich dabei wenig -zumal der einigen Geschichtsforschern zufolge ja eh angeblich irgendwann im Frühjahr geboren ist.

#13


O
Gäbe es denn ohne Jesus überhaupt eine Vorweihnachtszeit ?

#14


K
ich denke ...nein...

#15


S
Zitat von Kerstin40:
ich denke ...nein...


Stimme dir voll zu Kerstin

LG dat Suma

#16


C
hallo...

unsere Weihnachtsmärkte,die wir hier haben erinnern mehr an Kirmes dazu muss man noch aufpassen das einem nicht noch das Portmone entwendet wird... .
ich war Samstag in der Innenstadt und nach ner halben Stunde fertig,aber mehr mit meinen Nerven,die Menschen rennen kreuz und quer,trampeln einen in die Hacken und und .
Trotzdem liebe ich das Weihnachtsfest...besonders die Vorfreude darauf.

ich versuche immer alles schön ruhig hin zu bekommen,wenn ich keine Kinder hätte,würde ich, denke mal. noch nicht mal nenTannenbaum kaufen,die sind übringens in diesem Jahr auch wieder teuerer geworden!.
Ich hat mal einen aus Plastik, ohhh der sah selbst voll behangen scheusslich aus...
Für mich bedeutet die Weihnachtszeit, Ruhe und Besinnung ...
und anderen Menschen eine freude zu machen....
Es gibt bei uns eine Wunschbaumaktion....bei unserem Optiker um die Ecke,dort hängen kleine Wunschzettel von Kinderheimkindern und jeder der möchte kann sich einen odere mehrere Wünsche mit nach Hause nehmen...und muss dann bis zum 23.12 sein Geschenk dort wieder unterm Baum legen...wo ich einige Wünsche las,kamen mir die Tränen,wie bescheiden andere Kinder sind...BettwäscheHandyaufladekarte oder ne Nachttischlampe waren zb.dabei...
nix mit Play stadion3 oder ipod...wie bei meinen eignen.

wir haben uns entschlossen,was heisst wir,ich habe mich entschlossen diesmal ein wenig auf unnützen Kram zu verzichten um diesen Kindern auch eine kleine Freude zu machen...

aber natürlich wird im Fussballverein gefeiert,da sag ich nicht nein und die ein oder andere Flasche Glühwein muss auch dran glauben...

und ja ne Krippe hab ich auch und ich denk auch an unser Jesuskind ...

lg.Eva

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

P
Zitat von omegaman:
Gäbe es denn ohne Jesus überhaupt eine Vorweihnachtszeit ?


Ich denke, es gäbe auch ohne Jesus irgendein Winterfest, auf das man sich freuen würde.

Der Winter ist eine dunkle und kalte Jahreszeit. Da rücken die Menschen näher zusammen, wollen es sich künstlich hell, bunt, fröhlich und warm machen, weil die Natur nix mehr her gibt.
Ich denke, darum gibt es auch die vielen Lichterketten, die Kerzen, den Baumschmuck und all das.
Die Menschen suchen einen künstlich erzeugten Ausgleich dazu, dass die Natur leblos und dunkel und kalt ist.

Feiern tun die Menschen eh gerne, und ich glaube, wenn der christliche Glaube nicht zur Weltreligion geworden wäre sondern irgendein anderer, dann würden wir trotzdem irgendwas im Winter feiern.
Egal mit welchem Hintergedanken, die Menschen würden trotzdem ein Fest haben wollen in dieser dunklen und kalten Jahreszeit.

Die Germanen haben z.B. im Winter auch ein Fest gefeiert, sie dachten nämlich, dass Odin im Winter eine riesen Jagd veranstaltet, und haben dann auch selbst gejagd und ein Fest gefeiert und die Tiere geschlachtet und gegessen, die sie auf der Jagd gefangen haben
Traditionell wurde damals in rot-weißer Bekleidung gefeiert und auch in diesen Farben dekoriert.
Weiß für den Schnee, Rot für das Blut der geschlachteten Tiere.

Später dachten die Germanen dann, dass Odin ein großes Pferd mit 8 Beinen reitet, das riesige Distanzen überwinden konnte.
Die Kinder haben ihre Stiefel vor die Tür gestellt und Karotten für das Pferd reingelegt, am Morgen hat Odin dann zum Dank irgendwas zu Essen hinterlassen und die Karotten waren weg.
Klingt irgendwie auch nicht neu, oder?

All die Geschichten, Traditionen, alles, was Weihnachten aus macht, das ist uralt. Weihnachten, wie wir es heute feiern, geht nicht auf das Christentum zurück und nicht auf Jesus, es ist viel älter, die Bräuche sind so alt, und aus so vielen Kulturen ineinander geflossen, dass man heute gar nicht mehr sagen kann, woher was genau eigentlich stammt, wer diese und jene Idee als erster hatte.

Zumindest in Deutschland gab es Weihnachten schon vor dem christlichen Glauben. Der Jesus kam dann dazu, und es wurde abgeändert und passend gemacht, angeglichen eben an die neuen Besatzer, an eine neue Weltreligion; aber alte Bräuche und Traditionen blieben gleichzeitig erhalten.

Ich denke, in 100 Jahren wird kaum einer mehr wissen, wieso wir Weihnachten überhaupt feiern. Der Nikolaus/Weihnachtsmann wird immer populärer, und er verändert sich auch mit der Zeit.
Die Menschen machen ihn so, wie sie ihn sich vorstellen.

Als die katholische Kiche noch mehr Einfluss hatte, da war der Weihnachtsmann ein Kerl mit ner Rute, der die bösen Kinder in Ketten geworfen und mit in den Wald genommen und sie ausgepeitscht hat.
(Getreu dem Erziehungsgedanken der damaligen Zeit.)
Im 19ten Jahrhundert zum Beispiel war der Weihnachtsmann noch ein alter Mann mit Rauschebart und Pfeife; heute gilt das Rauchen als gesundheitsgefährdend, also gibt man ihm eben eine goldene Brille und Pausbacken, damit er wie ein lieber netter Opa ausschaut

Früher hatte er noch eine gewisse Glaubensrichtung, hatte eine religiöse Bedeutung. Heute, in einer Zeit, in der Religion an Wert verliert, wird auch der Weihnachtsmann immer neutraler, seine religiöse Bedeutung verschwindet, er wird zu einem Allrounder, an den jedes Kind glauben kann. Ein ökomenischer Weihnachtsmann quasi.

Interessant ist und bleibt aber die Gotthaftigkeit vom Weihnachtsmann.
Er weiß von jedem Kind, was es das Jahr über getan hat, weiß, wer gut und wer böse war. (Wie der allwissende Gott, der um unsere Sünden und Tugenden weiß, der uns immer beobachtet und alles sieht und weiß.)
Damit er weiß, was man von ihm will, schickt man ihm einen Brief.
(Botschaften werden übermittelt, ähnlich wie beim Gebet zu Gott.)
Und damit man sicher sein kann, dass er auch gerne kommt, lässt man einen Teller voll Plätzchen oder ein Glas Milch über Nacht stehen, das den Weihnachtsmann anlocken soll.
(Früher hat man übrigens Alk. stehen lassen, aber auch der ist jetzt unpopulär; also ist es brave und kindgerechte Milch geworden.) Ich geb dir Milch und Plätzchen, du gibst mir, was ich will.
Und der Weihnachtsmann hat übermenschliche Fähigkeiten, denn er kann in einer Nacht um die ganze Welt reißen, sich durch jeden Schornstein quetschen. Er hat auch eine Vielzahl von Helfern. (Wie Jesu Jünger.)

Das finde ich sehr interessant, dieser Gedanke:
Ich geb dem Weihnachtsmann was, dann krieg ich Geschenke, und ich bin immer brav, dann werde ich belohnt.
Das ist 1 zu 1 der Gedanke, der jeder Religion zu Grunde liegt.
Sei nett, lebe nach Gottes Gesetzen, und du wirst belohnt werden.
Bringe Opfer, und deine Gebete werden gehört.

Die Menschen schaffen sich den Weihnachtsmann so, wie sie ihn gerne haben wollen. Er verändert sich und er wandelt sich im Laufe der Zeit, wie auch wir uns wandeln.

Der Mensch schuf sich den Weihnachtsmann, wie er ihn passend fand, und der Mensch schuf auch Gott nach seinem Bilde

Jesus war trotzdem ein toller Mann, der viel Mut und viel Zivilcourage besaß. Aber an Weihnachten denke ich nicht an ihn, und ich finde es interessant, zu beobachten, wie sich die Bräuche vermischen, wie Weihnachten in den einzelnen Ländern immer ähnlicher wird; wie die Figur des Weihnachtsmannes sich mit jeder Generation etwas mehr verändert.

Bei uns in Bayern glauben wir übrigens daran, dass das christkind, ein großer Engel, die Geschenke bringt.
Das hat mich als kleines Kind immer schon stutzig gemacht:
Wir feiern die Geburt des Christuskindes, das ist der Jesus.
Und zu Weihnachten bringt uns das Christkind, eine Frau, Geschenke.
Woher kommt dieser Widerspruch?
Leider weiß ich das bis heute noch nicht so genau, und die Thesen, die ich zu dem Thema schon gelesen habe, sind auch zum Teil widersprüchlich und der Ursprung des Christkindes ist unklar.

#18


P
Zitat:
Das finde ich sehr interessant, dieser Gedanke:
Ich geb dem Weihnachtsmann was, dann krieg ich Geschenke, und ich bin immer brav, dann werde ich belohnt.
Das ist 1 zu 1 der Gedanke, der jeder Religion zu Grunde liegt.
Sei nett, lebe nach Gottes Gesetzen, und du wirst belohnt werden.
Bringe Opfer, und deine Gebete werden gehört.


Das ist aber eigentlich die Entstellung des christlichen Glaubens.
Ein Zerrbild, das die Kirche bisweilen auch missbraucht hat, um die Menschen von sich abhängig zu machen, z.B. mit der Verfügungsgewalt über die Sakramente. Von daher bin ich mit Überzeugung evangelisch.

Genau andersrum ist nämlich das Verhältnis von Handeln und Geboten: wegen des Wissens darum, dass man angenommen ist, obwohl man unweigerlich ständig gegen Gottes Gesetze verstößt, wird man sich (idealerweise) aus eigenem Antrieb gut, zumindest besser, verhalten.

Grüße, pc

#19


wunna
Also, ich bin aus Überzeugung Atheist und feiere trotzdem Weihnachten.

Richtig erklärt, Pilongo. Und gut gesprochen.
Insbesondere: Nicht Gott schuf dem Menschen nach seinem Bilde, der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde. Wer sagte das? Gelesen habe ich es auf jeden Fall bei Marcel Reich-Ranicki, meine ich.

Genaugenommen haben sich die Christen die germanischen Feiertage und Kultstätten und teilweise auch die Rituale usw. geschnappt und sie einfach in ihrem Sinne umgewandelt.

Vielleicht sollte das besser dazu gesagt werden. Ansonsten: Pilong sagte es ja bereits, der Mensch rückt zusammen. Nicht nur der Christ.

Es gibt auch ein Weihnachten ohne Jesus.

#20


A


x 4


Pfeil rechts



App im Playstore