Haben Fußballer eigentlich Ängste?
Sie sind doch unsere Helden,unsere Vorbilder!
Sie gehen in aller Seelenruhe zum Elfmeterpunkt,wenn´s um den entscheidenden Elfer geht.Vor 100.000 Menschen im Stadion und vor Millionen am Bildschirm und verwandeln(in aller Regel)das Ding so entspannt,wie wir eine Stulle essen.Wahnsinn.
Ich muß bei der Gelegenheit immer an Paul Breitner denken,der sich 1974 bei der WM im eigenen Lande einfach den Ball im Finale(!)schappte,als ganz junger Spieler wohlgemerkt,und den Elfer verwandelte.
Ein Mann ohne Nerven anscheinend.
Erst Jahre später erfuhr ich mehr:Am Morgen nach dem Spiel saß Breitner vor dem Fernseher zuhause und verfolgte eine Wiederholung des Spiels im österreichischen TV.Er sah sich selber den Ball auf den Elfmeterpunkt legen und bekam eine Panikattacke!Der Schweiß lief im runter,er begann zu zittern und die Gedanken rasten durch seinen Kopf:"Bist Du denn wahnsinnig?Was ist, wenn ich den Ball verschieße?Wie kann ich als junger Spieler so leichtsinnig sein?"
Mich erinnert das immer an den Satz:"Der Ängstliche hat
vor der Situation Angst,der Feige
während der Situation und der Mutige
nach der Situation!"
Für Paul Breitner stimmt dieser Satz sicher.
Und wie siehts mit Angsterkrankungen aus bei den Profis?
Da halten sich die meisten immer noch bedeckt.Ich weiß nur von zwei Profis,die davon sprachen.
Vielleicht ist es kein Zufall,daß es in beiden Fällen eine Flugphobie war.Die Flugphobie ist am nächsten dran an einer Realangst,und läßt sich noch einigermaßen in der Öffentlickeit vermitteln.
Gerd Müller litt unter extremer Flugangst,mußte aber mit dem FC Bayern häufig national oder international spielen und somit auch fliegen.
Er stellte fest,daß ihm der Genuß eines hochprozentigen Kräuterlikörs entscheidend über seine Flugangst hinweghalf.Leider bescherte ihm das in der Folgezeit ein Alk.,das aber wohl immer noch gesellschaftskonformer war, als eine Angsterkrankung.
Aber die Zeiten änderten sich.
Dennis Bergkamp war ein sehr erfolgreicher holländischer Nationalspieler,der auch lange im Ausland kickte.Unter anderem spielte er in Italien und das sehr gut.
Er beendete seine Karriere verfrüht mit dem offenen Verweis auf seine Flugangst,die ihm seine Existenz als Fußballprofi zur Hölle machte.Permanente Flugreisen zu Auswärtsspielen im europäischen Wettbewerb hatten ihn mürbe gemacht.
Man darf sich bei der Gelegenheit einmal fragen,auf wieviel Geld Herr Bergkamp dadurch verzichtet hat.
Frei nach dem Motto:"für lumpige 10 Million Euro Jahresgehalt konfrontier ich mich nicht mehr mir meiner Angst.........."
Naja,das waren also ein paar Überlegungen von mir zum Thema "Fußballer und Angst".
Vollständig ist es sicher nicht,nehmt es also als Fragment.....
