App im Playstore
Pfeil rechts
140

User_0815_4711
Zitat von Windy:
Ich mag meine Wut ganz gerne, sie gibt mir immer den nötigen Schwung, den ich für Dinge nehme, die ich sonst nicht gerne mache, vor mir hergeschoben habe und wo mir die Ausdauer sonst ausgehen würde.

Wie und wann hast du das gelernt, Wut in was produktives umzuleiten?

• x 1 #81


freely
Wut entspringt für mich aus einer Anspruchshaltung.
Wer keine Ansprüche hat, Dinge so nimmt wie sie sind, kann auch nicht wütend werden.

Mir ist Wut sehr gut bekannt. Ich kann schon wütend werden wenn der Deckel von der Flasche nicht gleich richtig drauf geht wegen diesem dämlichen Plastikfaden 🤬
Gibt noch nicht mal einen Namen dafür. Vielleicht Deckel Kette aus Plastik.

Zitat von YellowFerrum:
Ich sehe das als kontinuierlichen Weg, der von 0-100 reicht.

Angewendet auf die Anspruchshaltung, steigt der Wert auf der Skala bei jedem unterdrücktem Wunsch oder Bedürfnis an die Außenwelt?
Irgendwann ist halt mal genug mit Verzicht.
Ziel wäre es in meinen Augen, diese Ansprüche erst gar nicht zu haben. Oder mir ein Umfeld zu suchen, in dem diese Ansprüche gar nicht erst entstehen weil schon befriedigt.

Mir muss keiner etwas zu trinken geben, aber ich kann darum bitten. Akzeptiere ich das Nein nicht, werde ich wütend. Hm.

Aber gut, genug vom Thema Wut. 🙂

• x 3 #82


A


Das große Psycho-Fakten-Lexikon Logik gegen das Gefühl

x 3


freely
Zitat von Windy:
und Antrieb für Veränderung zu geben. Ich mag meine Wut ganz gerne, sie gibt mir immer den nötigen Schwung, den ich für Dinge nehme, die ich sonst nicht gerne mache, vor mir hergeschoben habe und wo mir die Ausdauer sonst ausgehen würde.

Das kenne ich auch.
Wenn ich meinen Ansprüchen an mich selbst nicht gerecht werde und dann wütend auf mein Verhalten bin, kann ich schon auch ins Handeln kommen.
Also wenn der Wut dann auch eine Reaktion folgt ist das noch ok. Nur wenn daraus Groll und Selbsthass entsteht, nicht so gut.


Zitat von Windy:
Mein Psychiater sagt immer wieder, daß jedes Gefühl, richtig und auf seine eigene Art, gut ist. Man darf sich niemals dafür schämen oder es unterdrücken, sonst wird es nur noch stärker.

Wenn ein Gefühl erst mal da ist, kann es auch unbewusstes Denken aufzeigen?
Da sind Gefühle wie Wegweiser in einem dunklem Labyrinth.
Nichts anderes macht ja Psychotherapie denke ich. Welcher Gedanke verursacht ein Gefühl, das uns einschränkt oder zu unangenehmen Zeitgenossen macht.
Dann wird versucht das Denken zu ändern und damit auch das Gefühl.

• x 2 #83


Windy
Zitat von User_0815_4711:
Wie und wann hast du das gelernt, Wut in was produktives umzuleiten?

Einfach, wenn ich geladen bin, was körperliches zu machen, wie Haushalt, Putzen. Ecken die ich sonst nie mache und es eigentlich schon dringend nötig haben, mal wieder richtig ausgeräumt zu werden. Oder auch raus, eine Runde, mit einem strammen Marsch. Es ist ja alles zuviel Energie, die irgendwie verbrannt werden will. Das nutze ich jetzt für Dinge, wo man sich physisch anstrengen muß, das klappt ganz gut.

• x 3 #84


Windy
Zitat von freely:
wegen diesem dämlichen Plastikfaden

Der ist auch doof, hätten sie es mal wie früher gelassen.

• #85


Windy
Zitat von freely:
Also wenn der Wut dann auch eine Reaktion folgt ist das noch ok. Nur wenn daraus Groll und Selbsthass entsteht, nicht so gut.

Dann wendest du sie gegen dich selbst, wo sie eigentlich nicht hingehört. Mit Aufstampfen kann man sie zum Beispiel körperlich ableiten. Bin da aber eher der körperliche Typ, du brauchst vielleicht eine andere Form. Da gibts unendlich viele, wie Kunst, Musik, schreiben, Yogahaltung Löwe, Putzen, Teppichklopfen, Badewanne schrubben usw...

Groll und Selbsthass wird es, wenn man sie unterdrückt und nicht ableitet.

• x 1 #86


Windy
Zitat von freely:
Wenn ein Gefühl erst mal da ist, kann es auch unbewusstes Denken aufzeigen?

Gefühle sind immer an Gedanken gekoppelt, leider sind viele wie du schreibst unbewußt, oder automatisiert. Das meiste davon kriegen wir gar nicht mehr bewußt mit, weil sonst der Organismus nicht damit fertig wird, deswegen verdrängt er ja auch einiges, das sind dann diese Anspannungen, wo man dann nicht mehr weiß, woher sie eigentlich kommen, weil das alles weggedrückt wurde und immer noch unter Verschluß gehalten wird. Mir hilft freies schreiben ganz gut, einfach aufschreiben, was gerade in den Sinn kommt, egal ob es nur ein völliges Durcheinander ist, aber so kommt das Zeug mit der Zeit an die Oberfläche und kann bearbeitet, losgelassen werden. Mich wundert immer wieder, wie voll das alles ist, es scheint kein Ende zu geben, was da alles abgelagert wurde.

• x 2 #87


Mila40
Fakt ist:

Unser Gehirn ist extrem faul und verwechselt „Vertrautheit“ mit „Wahrheit“. Wenn wir eine Information (egal wie falsch oder absurd sie ist) nur oft genug hören oder lesen, beginnt unser Verstand, sie gegenzuprüfen. Weil die Information nun leicht abrufbar ist (kognitive Leichtigkeit), stuft das Gehirn sie automatisch als wahr ein. Das ist die neurologische Basis für Fake News und toxische Glaubenssätze, die man uns in der Kindheit eingeredet hat. Oder auch Ängste.

Wenn wir uns zum ersten Mal Sorgen machen (z. B. „Was ist, wenn ich bei der Präsentation ohnmächtig werde?“oder „Was, wenn ich schwer krank bin?“), ist das wie ein kleiner Trampelpfad im Wald deines Gehirns.

Wenn wir diesen Gedanken nun aber jeden Tag 20-mal wiederholen, baut das Gehirn diesen Pfad zu einer sechspurigen Autobahn aus. Durch die ständige Wiederholung wird der Angstgedanke extrem leicht abrufbar (kognitive Leichtigkeit). Das Gehirn verwechselt diese Leichtigkeit wieder mit Realität und denkt. „Weil ich so oft und so schnell daran denke, MUSS die Gefahr real sein.“

• x 4 #88


YellowFerrum
Zitat von Mila40:
Mein eigener Text zeigt mir gerade allerdings auch, dass ich mich wohl selbst nicht ganz freisprechen kann von Aggressionen.

Das wäre schlimm und unnatürlich und zeigt die Konditionierung, dass Wut/Aggression in keinem Fall normal ist und einem angestrebten sanften Wesen entgegensteht.

• x 1 #89


User_0815_4711
Zitat von Mila40:
Das ist die neurologische Basis für Fake News und toxische Glaubenssätze, die man uns in der Kindheit eingeredet hat. Oder auch Ängste.

Und noch viel mehr.
"Der Mensch ist fähig, alles zu glauben."
(und für wahr zu halten)

• x 2 #90


YellowFerrum
Das hängt aber mit Bildung und Intelligenz zusammen. Menschen sind dann manipulierbar, wenn sie nicht verschachtelte Systeme erkennen können und nicht hinterfragen können, weil Bildung oder Interesse fehlt. Das ist nicht von oben herab zu sehen, denn das ist der Normalzustand, der von anderen ausgenutzt werden kann und wird.

• #91


Hermit
@YellowFerrum

Es hängt außerdem mit deinem Persönlichkeitstypen, deinen Bedürfnissen und der Fähigkeit/dem Willen zur Selbstreflektion zusammen. Ich habe in meinem Leben sehr gebildete Menschen kennengelernt, die einen ziemlichen Unfug glauben, weil ihre Glaubenssätze starke Bedürfnisse ansprechen, deren Befriedigung ihnen wohl wichtiger ist als ein rationaler Blick auf die Fakten. Ein weiteres Beispiel wären Menschen, die in toxischen Beziehungen verbleiben, obwohl sie längst erkannt haben, dass sie schädlich ist. Man darf die emotionale Seite und die kindlichen Prägungen hier nicht unterschätzen.

• x 4 #92


Hermit
FAKT IST: Freitag ist ein guter Tag gegen Depressionen! ✌

• x 1 #93


Dunkelbunte
Zitat von Windy:
Groll und Selbsthass wird es, wenn man sie unterdrückt und nicht ableitet.


Ich kenne und kannte Menschen, die schon so verfahren waren, das sie garnicht mehr wahrgenommen haben, das ihr Antrieb fehlende Liebe und Wertschätzung für sich selbst ist. Da kommt man auch nicht bei als Außenstehender. Nichts zündet. Nichts regt bei demjenigen die Selbstreflexion an. Vornehmlich bei Menschen mit narzisstischer Tendenz.

Zitat von freely:
Wenn ein Gefühl erst mal da ist, kann es auch unbewusstes Denken aufzeigen?
Da sind Gefühle wie Wegweiser in einem dunklem Labyrinth.

Und spätestens an dem Punkt braucht man Hilfe. Entweder ist Angst oder Schmerz die Ursache glaube ich. Und wer will schon freiwillig in die Hölle zurück.

Zitat von User_0815_4711:
"Der Mensch ist fähig, alles zu glauben."
(und für wahr zu halten)

Und sie bieten dafür Maximal-Anstrengung auf. Bloß keinen Blick in den vermeintlichen Abgrund. Leider. Da passiert dann ich kein gesunder Prozess. Keine Heilung.

• x 1 #94


YellowFerrum
@Hermit Da hast du selbstverständlich recht. Spielt alles eine große Rolle.

• x 1 #95


Mila40
@YellowFerrum

Ich verstehe, worauf der Text hinauswill. Wut ist ein normales Gefühl und man sollte sie nicht unterdrücken, um krampfhaft 'sanft' zu wirken. Für mich gibt es aber einen großen Unterschied zwischen Wut und Aggression. Wütend ist jeder Mal, das ist menschlich. Aber Aggression empfinde ich oft als verletzend und destruktiv. Man kann seine Wut ja auch spüren und ausdrücken, ohne aggressiv gegen andere zu werden.

• x 1 #96


Mila40
@User_0815_4711

Ist das wirklich so?

• x 1 #97

Mitglied werden - kostenlos & anonym

Mila40
@YellowFerrum

Hochintelligente Menschen sind oft besonders gut darin, nachträglich logisch klingende Argumente für Dinge zu konstruieren, die sie eigentlich aus rein emotionalen oder ideologischen Gründen glauben wollen. Sie nutzen ihre kognitiven Fähigkeiten nicht, um die Wahrheit zu finden, sondern um ihre eigene Meinung zu verteidigen.
Manipulation funktioniert heute selten über mangelndes Wissen, sondern über die gezielte Ansprache von Identität und Emotionen (wie Angst, Stolz oder Zugehörigkeit). Wenn eine Manipulation perfekt in das Weltbild einer akademischen Schicht passt, wird sie dort genauso wenig hinterfragt wie in jeder anderen Gruppe.

Ich finde nämlich, Menschen mit hoher Bildung glauben oft von sich selbst, sie seien "zu schlau, um manipuliert zu werden". Genau diese Überheblichkeit macht sie blind für subtile emotionale Manipulation oder Framing.

• x 2 #98


User_0815_4711
Zitat von Mila40:
Ist das wirklich so?

Was?
"Der Mensch ist fähig, alles zu glauben."

Ist ja nicht von mir, ist ein Zitat 🙂 .

Aber wenn man sich umschaut, würde ich sagen: Ja!

• x 1 #99


User_0815_4711
Zitat von Mila40:
Sie nutzen ihre kognitiven Fähigkeiten nicht, um die Wahrheit zu finden, sondern um ihre eigene Meinung zu verteidigen.

Rationalisierung.
Wie gut ich das kenne. Bin ja ein Bauchmensch und hinterher lege ich mir die Gründe zurecht 😵 .

Anwaltdenke vs. Wissenschaftlerdenke, hat mir der Computer verraten 😉 .

• x 1 #100


A


x 4


Pfeil rechts



App im Playstore