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HeikoEN
In Frau-TV, einem Format des WDR, lief gestern ein relativ spannender Bericht einer betroffenen Frau, die von ihrem Hausarzt mit Benzodiazepinen zugeschüttet wurde, ohne weiteren Hinweis auf Wirkung, weiteres Vorgehen usw., eben das "typische" Vorgehen halt

Das führte in kürzester Zeit zur totalen Abhängigkeit, in der die Frau auf dem Schwarzmarkt das Zeugs kaufen musste, weil der liebe Hausarzt keine Rezepte mehr verschrieb...

http://www1.wdr.de/fernsehen/informatio ... ka102.html

Tja, was soll ich sagen?

Wenn Hausärzte Psychopharmaka verschreiben dürfen, ist das so, als wenn Oma 'ne Mondlandung planen müsste. Einfach Irre, dass so viel Vertrauensvorschuß gegenüber Ärzten, ihrem Tun und Handeln gegeben wird, wobei ich auch natürlich sehe, dass man nicht vom dokumentierten Einzelfall pauschal auf einen Berufsstand oder Wissenschaft schließen darf, selbst wenn das in meinen kritischen Posting hier immer so rüber kommt

09.05.2014 08:48 • 08.11.2014 #1


13 Antworten ↓


Und ich hab mich immer beschwert das meine damit so knausert und ich mir immer die Vorträge anhören musste...

09.05.2014 09:19 • #2


Also ich war bisher nur bei Ärzten, die damit vertantwortungsbewusst umgehen, kenne das aber auch von meiner Oma, die in den letzten Jahren vor ihrem Tod Tavor wie Smarties verschrieben bekommen hat.

Aber ich persönlich denke, dass zwar der Arzt aufklären muss, aber auch man selbst als Patient ist ein mündiger Bürger, der sich für die Sachen, die er verschrieben bekommt, interessieren sollte. Ich finde es unfassbar, wenn man Tavor über Jahre nimmt, ohne zu wissen, dass es abhängig macht. Ich habe mal auf den Beipackzettel geschaut und da steht mehrfach drin, dass eine Abhängigkeit nach kürzester Zeit entsteht. Da frage ich mich doch, warum die Leute das nicht lesen.
Ich wundere mich auch immer wieder, wenn Leute den Namen des Medikaments, das sie nehmen, nicht kennen. Warum nehmen so viele Tabletten, ohne sich zu informieren.
Klar, der Arzt ist der Fachmann und muss aufklären, aber ein bisschen Eigenverantwortung gehört doch auch dazu.

09.05.2014 10:33 • #3


Also ehrlich gesagt...Ich hab mich über Sertralin sehr wohl informiert...den Beipackzettel von oben bis unten gelesen..
Alleine schon wegen den krassen NWs die da drin standen...hab ich mir dann gar nichts mehr durch gelesen. Ich weiss zwar wie es heißt...aber alles andere möchte ich nicht wissen
Jedes mal wenn ich das,Zeug genommen habe musste ich automatisch an Krebs ..Herzinfarkt..Blut im Urin..usw usw denken..da hab ich fast die Panik bekommen.

09.05.2014 10:46 • #4


Ich finde das schon vernünftig den Beipackzettel zu lesen und ich kenne das auch, dass man dann Angst vor den Nebenwirkungen bekommt. Aber gerade bei abhängig machenden Mitteln sollte man schon zumindest den wichtigen Teil lesen. Und bei Tavor steht das schon ganz weit am Anfang, wo es noch gar nicht um Nebenwirkungen geht.
Ich nehme seit ein paar Jahren Mirtazapin und habe mir damals auch den Beipackzettel durchgelesen, damit ich im Falle von Nebenwirkungen Bescheid weiß.

09.05.2014 10:53 • #5


Islandfan,

da gebe ich dir recht, mit der Verantwortung für sich selbst.
Aber viele Patienten die zum Arzt kommen verlangen auch ein Medikament, eines das möglichst schnell Abhilfe schafft.
Dabei ist dann erstmal egal, was es für ein Potiental hat im Bereich Nebenwirkungen und Abhängigkeiten.

Außerdem gibts ja für alles Pillen, wird auch durch Werbung usw. suggeriert.

Möglichst schnell wieder funktionieren ist das Ziel, leider ist manchmal der Preis dafür eine Abhängigkeit.

09.05.2014 10:55 • #6


Zitat von islandfan:
Also ich war bisher nur bei Ärzten, die damit vertantwortungsbewusst umgehen, kenne das aber auch von meiner Oma, die in den letzten Jahren vor ihrem Tod Tavor wie Smarties verschrieben bekommen hat.


Ach, na ja, wenn ich mal alt bin, stört mich eine Abhängigkeit dann auch nicht mehr. Ich hoffe, ich finde dann auch Ärzte, die großzügig sind, wenn ich Schmerzen habe oder Ängste. Und falls ich 80 werde, fange ich bestimmt endlich wieder an zu rauchen. Dann ist es auch egal, was das für Folgen haben könnte...

Für jüngere Menschen wünsche ich mir allerdings auch verantwortungsbewusste Ärzte, die ihren Patienten helfen, statt sie sie einfach nur ruhig zu stellen und gefährliche Medikamente zu verschreiben.

09.05.2014 17:59 • x 1 #7


interessant

06.11.2014 20:20 • #8


boomerine
Hallo Kern, warum ist deine Antwort, in dieser Beziehung so kurz und bündig ?

06.11.2014 22:27 • #9


Ich wollte den Strang nur aus der Vergessenheit holen.

07.11.2014 17:35 • #10


boomerine
Betrachten wir es noch von einer anderen Seite. Leider müssen wir funktionieren um mitzuhalten ob im Beruf oder privat. In der heutigen Zeit, darf man doch gar nicht mehr krankwerden / oder ausfallen im Beruf. Meine Meinung, nur aus diesem Grunde nehmen wir die Medikamente, egal ob Schmerzmittel oder Psychopharmaka.

08.11.2014 17:45 • x 1 #11


kyra96
Zitat von boomerine:
Betrachten wir es noch von einer anderen Seite. Leider müssen wir funktionieren um mitzuhalten ob im Beruf oder privat. In der heutigen Zeit, darf man doch gar nicht mehr krankwerden / oder ausfallen im Beruf. Meine Meinung, nur aus diesem Grunde nehmen wir die Medikamente, egal ob Schmerzmittel oder Psychopharmaka.


Da stimme ich dir zu.
Ich hab Verdammt Glück dass ich einen tollen Arbeitgeber habe der mich unterstützt hat auch als ich mit meiner Tumorentfernung 7 Monate nicht da war.
Ich nehme immer noch Schmerztabletten und leichtes Psychopharmaka. Ohne geht es im Moment nicht. Beginne in 2 Wochen eine Therapie beim Psychiater und gehe parallel noch zur Hypnose.

08.11.2014 18:58 • #12


juwi
Zitat von boomerine:
Betrachten wir es noch von einer anderen Seite. Leider müssen wir funktionieren um mitzuhalten ob im Beruf oder privat. In der heutigen Zeit, darf man doch gar nicht mehr krankwerden / oder ausfallen im Beruf. Meine Meinung, nur aus diesem Grunde nehmen wir die Medikamente, egal ob Schmerzmittel oder Psychopharmaka.


Hm, nein! Sicher nicht nur deswegen, sondern auch wegen des Leidensdrucks, der unabhängig von Verpflichtungen besteht.

Das mit dem unverantwortlichen Verschreiben von Benzos kann ich nur bestätigen. Mein früherer Psychiater und mein Hausarzt haben mir jahrelang hohe Dosen Tavor verschrieben und der Hausarzt tut es immer noch. Der neue Psychiater gibt mir auch Rezepte dafür, aber will, dass ich langsam ausschleiche. Ich bin immer noch nicht "clean". Es ist ein langer, mühsamer Weg. Benzos sind ein Segen und ein Fluch zugleich.

08.11.2014 19:08 • #13


kyra96
Das stimmt auch wieder Juwi. ..
Ich hatte mal Citalopram genommen. ..das ausschleichen war die Hölle. Jetzt Nehm ich opipramol 50 mg morgens und nur bei Bedarf abends.
Ganz ganz selten Nehm ich abends eine Tavor. Nur wenn es wirklich schlimm ist. Vor den Dingern hab ich Respekt

08.11.2014 19:14 • #14




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