4hours
Gibt es hier vllt. jemanden oder eine, der/die ein ganz ähnliches Problem hat und so unzufrieden ist mit dem eigenen Dasein, das er/sie gerne jemand anderes sein würde? Teils sogar maladaptive Tagträume dazu hat?

Ich bin selber leider ziemlich hässlich für ein Mädchen, einige halten mich selbst heute noch für einen Jungen. Ausserdem bin ich arm und ungebildet. Habe es nur zu einem Hauptschulabschluss geschafft.
Und manchmal werde ich aus Langeweile und weil ich zu nix anderem fähig bin, deswegen sogar zu einer Sammlerin, um alles irgendwie zu verkraften. Ich sammel meist eins bis drei Bilder von Personen die mir optisch zusagen und speicher die auf einem Stick ab (mit 13 versteckte ich die Bilder in Büchern oder Schubladen), damit ich sie mir später einfach etwas länger ansehen kann, wirkt als Stütze für die Tagträume und das mache ich eben, solange bis sie mir immer unwichtiger werden ich zufällig irgendwas schöneres/edleres finde.

Die Personen darauf sind besonders auch mediale Mädchen, ungefähr in meinem Alter, die ich natürlich nicht persönlich kenne, aber mich an meine damalige Klassenkameradin erinnern, die ich sein wolllte und immer noch sein möchte.

Zum Beispiel habe ich erst vor kurzem durch die Werbung ein Mädchen entdeckt, das fiese Ähnlichkeiten mit dieser Klassenkameradin hat und bei mir löst so was gleich diesen Aha!- Effekt und dieses seltsame erhebende Gefühl plus Tunnelblick aus. Also habe ich mich so nach und nach daran gesetzt das Video und den Namen des Models herauszufinden, konnte aber als Normalsterbliche nur das Video finden und mir daraus paar Bilder von ihr ziehen, die ich auf einem Stick abgespeichert habe, um sie mir anzusehen... p:

Passiert ganz selten, dass ich mir daraus mal eine Collage erstelle. Höchstens wenn die Langeweile riesig ist. Sonst schau ich mir die Bilder etwas länger an und stelle mir höchstens mal vor wie es wäre wenn die Voraussetzungen anders wären und ich mich mit so was befreunden könnte oder eben was wäre wenn ich selber so was sein könnte.

Manchmal kommt es auch dazu, dass es sich um keine realen Personen handelt auf den Bildern. Es sind dann irgendwelche Fantasiefiguren oder Action Figuren, die ich mir nicht leisten kann und mir eigentlich auch gar nicht leisten will, weil ich mir dadurch wieder zu unweiblich vorkommen würde, ausserdem ist das Interesse zum Spielen zu schwach und dann stünden die eh nur rum.
Also ziehe ich mir deren Bilder aus dem Netz und schau mir Unboxings an, solange bis dieses Gefühl dieses Schwärmen und In Besitz nehmen wollen verschwindet. Bisher klappt das auch ganz gut.
Als Jugendliche konnte ich das nicht so gut kontrollieren, da wollt ich die Figuren sofort und physisch besitzen. Wenn ich sie dann bekam habe ich sie mir öfters länger angesehen, bewundert, gegenüber den anderen Figuren besser behandelt... Ich fand die immer sehr ästhetisch. Irgendwann habe ich sie dann aber trotzdem verstauben lassen.

Jedenfalls mache ich es mit den medialen Personen nicht wirklich anders. Ich will mit denen weder eine Beziehung noch mit denen ins Bett. Ich möchte einfach die sein, weil ich mir denke, die haben es verdammt noch mal besser als ich. Und weil ich weiss, dass ich nie die sein werde, belasse ich es dabei mir die Bilder anzusehen und mir meine Vorstellungen dazu zu machen, um mich von denen zu entwöhnen.

PS: in meinem anderen Thread hatte ich es von sexuellen Vorstellungen die sich nur auf Mädchen beziehen - damit waren nur 2! gemeint die ich real kenne, also meine damalige Klassenkameradin und eine aus der Ausbildung, die meiner Klassenkameradin ähnelt.... Weder mit den medialen, noch fantastischen Figuren stelle ich mir so was vor - es sind nur die beiden, oder eher die eine...

03.01.2019 17:33 • 29.10.2019 #1


4 Antworten ↓


FeuerWasser
Zitat von 4hours:
Gibt es hier vllt. jemanden oder eine, der/die ein ganz ähnliches Problem hat und so unzufrieden ist mit dem eigenen Dasein, das er/sie gerne jemand anderes sein würde? Teils sogar maladaptive Tagträume dazu hat?

Wünschen kann man sich viel aber wenn die eigene Realität nicht mehr auszuhalten ist würde ich mich fernab von Träumereien damit beschäftigen wie ich meinen Ist-Zustand positiv verändern kann.

05.01.2019 13:44 • #2


MsVerständnis
Naja, 4hours, ich habe schon oft gehört, dass manche ernsthaft mit diesem Gedanken spielen - hier und da denkt sicher jeder einmal danach, ob das Leben als X und Y nicht einfacher wäre und ob es jemand Anderer nicht immer leichter hatte, etwas zu werden oder zu schaffen. Aber insgesamt, auch wenn ich das gerne etwas ausführlicher ausdrücken möchte, hat FeuerWasser da natürlich Recht.

Du darfst halt nie vergessen, dass du bei anderen immer nur die Vorderseite, also quasi das Schaufenster, siehst und wenig über ihre inneren Probleme weißt und über ihre Sorgen und wie unsicher sie vielleicht selbst sind. Natürlich wird es aber immer Leute geben, die schöner und erfolgreicher und wohlhabender als du sind, das ist nicht auszuschließen und auch völlig normal. Manche haben es auch einfach schwieriger und mehr Pech und alles und ja, das Dasein kann oft unfair sein. Aber man sollte deshalb nie zu viel Zeit und Energie damit "vergeuden", was man alles nicht hatte und vielleicht nie haben wird und Selbstmitleid ist auch bittersüß. Vielmehr sollte man stattdessen danach streben, die beste Version von SICH SELBST zu sein und versuchen, immer ein wenig mehr das beste daraus zu machen, was frau ist und was frau aus sich machen kann.

05.01.2019 23:28 • #3


Hoffnungsblick
Es gibt auch schöne und nach außen großartige Mnschen, die, leider, Selbstmord begangen haben.Warum? Das Glück hat also nicht immer mit dem was zu tun, was man sieht. Und andererseits gibt es äußerlich unscheinbare Menschen, auch manche Heilige, sorry, die von anderen Menschen weit über ihren Tod hinaus vereehrt werden. Es ist wirklich Zeitverschwendung, auf andere zu schauen. Blick auf dich selber. Verändere, was dir nicht gefällt. Zum Beispile kannst du viel lesen. Ich erinnere mich noch an mein erstes Buch und an mein erstes Fachbuch, die ich gelesen habe. Das hat wirklich viel Mühe gemacht! Aber danach folgten Hunderte, sorry. Nicht jeder Mensch hat die selbe Lebensaufgabe. Mutter Theresa - bin ich leider auch nicht - hat zum Beispiel Sterbende von der Straße aufgelesen. Man kann auch etwas völlig Einfaches mit Liebe für andere tun. Das reicht schon. Aber anderen über ihre Bilder noch durch Anschauen zusätzliche Energie geben, hilft das dir wirklich? Gib dir die Energie.

29.10.2019 10:58 • #4


Hoffnungsblick
Vielleicht hilft dir auch die Arbeit mit dem Bild, da du ja gerne Bilder anschaust. Schau dich selbst liebevoll täglich im Spiegel an und sage dir etwas Nettes. Oder lass dich fotografieren. Dann siehst du dich vielleicht anders, denn jeder hat auch hübsche Seiten. Du könntest vielleicht selber fotografieren lernen und deine Bilder anschauen. Oder vielleicht malst du lieber?

29.10.2019 11:36 • #5




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