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backburner218

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Hallo miteinander,
ich bin 19 Jahre alt und habe mich in diesem Forum angemeldet, um meine Sorgen zu teilen und um mich ein wenig "auszuplaudern".

Ich leide seit gut einem dreiviertel Jahr an einer Depression. Alles fing damit an dass meine Leistungen in der Ausbildung abfielen. Ich war bis dahin immer gut in der Schule und hatte auch Spaß daran. Da die Noten in der Berufsschule nicht so toll waren hatte ich große Angst davor in meinen Betrieb zu gehen. Später wurde die Angst immer größer und ich wurde auch öfters krank. Ich bekam Schlafprobleme und kommte teils nur 3-4 Stunden schlafen. Ich quälte mich aus dem Bett und ging mit großer Angst zur Arbeit. Ich dachte dies sei nur eine Phase die jeder mal hat und hab alles immer mehr in mich "hineingefressen". Auch bekam ich noch starke Rückenschmerzen die ich mit Gymnastik ein wenig beheben konnte.
Ich machte immer weiter und mir wurde klar, dass dies keine Phase sein konnte. Es ging mir immer schlechter und meine Leistungen und die Motivation am Leben wurden auch schlechter. Ich zog mich zurück, von Freunden, Kollegen etc. Auch mit der Musik (ich spiele Gitarre und in einer Band) konnte ich nichts mehr anfangen obwohl dies meine Lieblingsbeschäftigung war.

Ich wusste nicht mehr weiter und hatte Angst über mein Probleme zu reden. Vor gut 2 Monaten hab ich dann meinen Eltern alles erzählt. Wir hatten intensive Gespräche und ich wusste dass ich auf sie zählen kann. Sie sind mir gegenüber verständnisvoll und ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu ihnen(wohne ja auch noch daheim). Darauf hin bin ich zu meinem Arzt gegangen und er meinte dass ich meine Ausbildung so nicht weitermachen kann. Ich kündigte meine Ausbildung in der Hoffnung dass es besser wird. Ja, mir fiel durch die Aufgabe meiner Ausbildung ein schwerer Brocken vom Herzen. Daraufhin öffnete ich mich gegenüber meinen besten Freunden und schilderte ihnen meine Situation. Es war sehr schwer für mich darüber zu reden obwohl es meine Freunde sind. Jetzt versuche ich mich zu erholen und nehme auch Medikamente ein, doch ich meide Kontakt zu fast jedem... Ich ziehe mich alleine in mein Zimmer zurück. Ich versuche Telefonate zu umgehen obwohl ich es eigentlich nicht will. Mein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein ist gleich 0. Ich denke über alles nach (Zukunft, Freunde, Familie, etc.) Also ich komme nie wirklich zur Ruhe. Mir machen nur noch selten Dinge Spaß und wenn ich mal unter vielen Leuten bin bekomme ich Panik und Schweißattacken. Ich wache auch immernoch Nachts auf und bekomme Panikattacken und Angst. Deswegen muss ich oft aufstehen und lege mich dann woanders hin. Seit gut 1 Monat sehe ich auch wenn ich nachts aufwache und Angst habe, Dinge und Persone, manchmal auch Geräusche die nicht wirklich da sind. Z.b versuche ich einzuschlafen und ich höre wie jemand in mein Zimmer kommt, neben meim Bett läuft und dort wartet. Ich merke dies dann und drehe mich schlagartig um und nichts ist dort... das macht mich echt zu schaffen. Ich habe Angst nie wieder aus der Depression heraus zu kommen, keine Freunde mehr zu haben weil ich mich immer mehr zurückziehe und Angst davor, nie wieder etwas anständig ausführen zu können. Ich möchte gerne schulisch weitermachen aber so nicht. Ich weis manchmal nicht mehr was ich machen soll. Ich denke ich bin ein Versager... es gibt noch weitere Probleme doch das waren die wichtigsten. Ich will nochmal meinen Arzt aufsuchen und nochmal darüber reden auch über meine "neuen" Ängste. Was würdet ihr mir empfehlen? Es tut auf jeden Fall gut auch dies mit Fremden hier im Forum zu teilen!

Viele Grüße

17.04.2018 02:59 • 17.04.2018 x 1 #1


4 Antworten ↓


TeePea

TeePea


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Es kann wirklich sehr befreiend sein, darüber zu reden und hilft auch, Lösungen für die Probleme zu finden. Von daher war es sehr richtig, deine Eltern, Freunde und Ärzte einzuweihen.

Um ehrlich zu sein, klingt das für mich nicht nach reiner Depression. Insbesondere die Ängste gegenüber anderen Leuten, Telefonaten und öffentlichen Aktivitäten klingen eher nach einer Soziophobie. Die Halluzinationen hingegen Richtung Schizophrenie? Die Diagnose kann ich natürlich nicht stellen, aber zumindest einwerfen, dass es durchaus auch etwas anderes ODER eine Mischform sein kann.

Wie auch immer, ich würde dir raten, dass du dich mit deinem Arzt in Zusammenarbeit mit einem Psychologen/Psychotherapeuten zusammensetzt, sodass ihr die Symptome in Ruhe besprechen könnt und eine klare Diagnose findet. Die richtige Diagnose ist entscheidet, um die richtigen Arzneimittel zu wählen, da man dort recht große Fehler machen kann. Sollte es wirklich Richtung Soziophobie gehen, dann wäre eine Psychotherapie (v.a. Verhaltenstherapie) recht vielversprechend.

Liebe Grüße

17.04.2018 09:31 • x 2 #2


backburner218


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Vielen Dank für eine Antwort!
Ich werde auf jeden fall nochmal zum Arzt gehen wegen einer genauen Diagnose. Einige der Probleme bestehen ja schon länger und einige wiederum erst seit kurzem. Danke dir!

17.04.2018 10:37 • x 1 #3


Flame


Das klingt wirklich stark nach Depressionen.
Besorg Dir mal dieses Buch:
"Wenn das Leben zur last wird" von Dr. Rolf Merkle.
Da kannst Du viel über Deinen Zustand erfahren und was Du dagegen tun kannst.

17.04.2018 15:19 • x 1 #4


backburner218


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Ok danke, ich werde mir das Buch mal anschauen! Ja es deutet alles darauf hin..

17.04.2018 17:35 • x 1 #5




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