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Hallo,

schon seit 8 Jahren habe ich einen Reizdarm. Angefangen hat die ganze Sache mit einem Döner. Danach musste ich sehr dringend auf Toilette und hatte keine in der Nähe. Außerdem bekam ich Blähungen die mir unkontrolliert entfleuchten. Es hat durch eine laute Geräuschkulisse glücklicherweise niemand gemerkt, aber ich floh schnell nach Hause. Seit dem hatte ich immer Angst, dass mir das wieder passiert und meine Angst steigerte sich so sehr, dass ich davon Blähungen und Durchfall bekam. Der Teufelskreis war eröffnet!
Heute reagiert mein Darm wahnsinnig sensibel auf meine Gedanken und Gefühle. Da ich den Durchfall und die Blähungen nicht kontrollieren kann, spielt sich mein Leben schon seit Jahren in einem sehr eingeschränkten Rahmen ab. Es gibt so viele Dinge die mir eigentlich Spaß machen würden, aber mein Darm sagt immer Nein zu dem Ganzen.
Es hat Beziehungen kaputt gemacht, mittlerweile habe ich auch keine Freunde mehr und es gab Zeiten für mich in denen ich fest entschlossen war, mein Leben ein Ende zu setzen. Auch heute denke ich oft darüber nach, welchen Sinn mein Leben hat, wenn ich alles Schöne nicht genießen kann.
Ich habe etliche Untersuchungen beim Arzt hinter mir, ich habe 2 Jahre lang eine Verhaltenstherapie gemacht, wegen einer Angststörung ...nichts hat etwas gebracht.
In der Therapie habe ich gelernt, dass man Situationen aushalten soll. Dadurch lernt man, dass die Situationen gar nicht gefährlich sind und man sie vielleicht sogar genießen kann.

Aber hier meine große Frage auf die ich einfach keine Antwort weis und vielleicht kann mir ja jemand helfen:

Wie soll ich in Situationen verharren, wenn ich körperlich nicht mehr kann? Ich mein....soll ich mir in die Hosen machen? Oder soll ich andauernd vor allen Pupsen?

Wie soll ich genießen können, wenn mein Bauch krampft?

Jeder kennt sicherlich das Gefühl wenn man ganz eilig auf Toilette muss...da möchte man doch ganz natürlicherweise nur noch aufs Klo!


Ich weis echt nicht wie ich das Ausharren in Situationen mit einem Reizdarm bewerkstelligen soll und ich weis auch nicht mehr wie ich das Leben noch genießen kann. Das ist kein Leben mehr.

Kann mir irgendjemand helfen?

02.03.2014 13:07 • 22.09.2022 x 1 #1


24 Antworten ↓


Ob ich Dir helfen kann weiss ich nicht.Ich habe seit 89 einen Reizdarm.....ich habe Nächte mit unerträglichen Schmerzen verbracht.Durchfälle noch und nöcher gehabt.Anfangs habe ich des öftteren den Notarzt rauskommen lassen eine Buscooan Spritze bekommen und dann war nach ner Zeit gut.Eine Darmspieglung anfang der 90ziger ergab das mein Darm spastisch geformt sei.....ich könnte ein ganzes Buch füllen aber das hilft Dir nicht weiter.
Was mir einfällt ...hast Du schonmal einen Laktose oder Fructose Test machen lassen? Buscopan probiert ob es hilft?
Mein Reizdarm ist nicht mehr so extrem seitdem ich Seroquel und Fluoxetin nehme.Ich habe gedacht ich müsste ein Leben lang damit leben.

02.03.2014 22:42 • x 1 #2



Wie soll man mit einem Reizdarm leben?!

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Danke für deine Antwort! Hast du seit dem Seroquel und Fluoextin gar keine Beschwerden mehr? Ich habe mal eine Zeit lang Citalopram genommen, aber nach einer gewissen Zeit kam der Durchfall wieder zurück...als würde mein Bauch resistent dagegen werden. Eigentlich wollte ich auch keine Antidepressiva mehr nehmen...
Buscopan hab ich auch eine Zeit lang tagtäglich in immer größeren Mengen verschlungen.Auch daran hat sich mein Körper gewöhnt gehabt. Heute nehm ich es nur noch wenn ich die Schmerzen kaum noch aushalte oder etwas wichtiges ansteht.
Darmspiegelung habe ich auch hinter mir. Ohne weiteres Ergebnis!
Ob ich irgendwelche Intoleranzen habe oder Allergien, das hab ich noch nie testen lassen....ich hatte Ernährungstagebuch geführt...aber daraus bin ich auch nicht schlau geworden. Kann man Intoleranzen auch beim Hautarzt testen lassen? ...das werde ich auch noch in Angriff nehmen...hatte mir schon mal einen Selbsttest gekauft...da kam auch nichts bei raus...

03.03.2014 17:59 • #3


Ne ganz weg ist es nicht aber um einiges besser.Lactose und Fructose wurde vor ein paar Jahren positiv getestet.Habe daraufhin lange auf bestimmte Lebensmittel verzichtet...heute nicht mehr.Ob das nun mit der heutigen Besserung zu tun hat weiss ich nicht.Mir ist eben nur aufgefallen das es mit der Einnahme von Fluoxetin und Seroquel besser geworden ist.Aber nur deswegen Psychopharmaka nehmen ......na ich weiss nicht.

03.03.2014 22:26 • x 2 #4


Zitat von moeweX:
Wie soll ich in Situationen verharren, wenn ich körperlich nicht mehr kann? Ich mein....soll ich mir in die Hosen machen? Oder soll ich andauernd vor allen Pupsen?

Wie soll ich genießen können, wenn mein Bauch krampft?

Jeder kennt sicherlich das Gefühl wenn man ganz eilig auf Toilette muss...da möchte man doch ganz natürlicherweise nur noch aufs Klo!

Ganz genau, du sollst in der Situation verharren bis du dir in die Hose machst!

Ich habe genau das gleiche Problem, bei mir kommt ne mini Reaktion/Aktivität im Darm, sofort schaut der Kopf genauer hin oh jetzt gehts los, gleich bekommst du Durchfall und musst sofort aufs WC - Der Teufelskreis beginnt, die Körperreaktion wird wirklich mehr, so schaukelt sich das dann bis zu Panikattacke hoch in der ich dann auch Durchfall bekomme.
Ich habe im letzten Jahr bereits eine Verhaltenstherapie gemacht in der mir auch gesagt wurde, dass ich mich dem ganzen stellen und es aushalten muss!
Leichter gesagt als getan, ich bin während des Klinikaufenthalts beim Friseur und mir wird gerade der Kopf einschamponiert und ich merke wie die Panik und die Rebellion im Magen/Darm hochkommt und immer stärker wird. Ich überlege was ich jetzt sage um hier so schnell wie möglich wegzukommen und das es nicht so peinlich wird, doch dann denke ich mir, wenn ich das jetzt mache bin ich genauso weit wie vorher und der nächste Friseurbesuch wird noch viel schwieriger, also sage ich mir ok ich versuche es jetzt noch bis zur aller aller letzten sekunde auszuhalten, bis es wirklich 'ansteht' und ich vielleicht noch 10m aus der Tür rennen könnte. Was passiert, nach ein paar Minuten legt sich die Panik langsam und ich merke auch wie der Druck im Darm geringer wird. Jedenfalls habe ich den Friseurbesuch dann noch bis zum Ende (nach der Panik ca 20min) überstanden, bin dann zurück in die Klinik und erst dort aufs WC.
Was habe ich daraus gelernt? Ich überbewerte... selbst wenn ich eigentlich denke jetzt gehts wirklich nicht mehr, ich muss sofort weg, geht es doch noch. Und nicht nur 1minute sondern in dem Fall z.B. 20 Minuten. Kann natürlich sein das es vielleicht auch schief geht (bei mir ist es das allerdings nie wenn ich mich der Situation gestellt habe, auch wenn ich immer dachte es passiert), bei dir etwa?

Dein Worstcase wäre ja wahrscheinlich wenn es wirklich in die Hose geht, klar das möchte sicher keine unbedingt erleben, aber davon geht die Welt ja auch nicht unter, oder glaubst du alle lachen dich dann aus, zeigen auf dich und halten dich für einen schlechten Menschen? Da würde ich dagegen wetten...
Man könnte sich zu Sicherheit ja auch noch ein paar Worte für den Fall zurechtlegen um sich zu erklären, wenn du mit der Tür ins Haus fallen würdest Verdammt, mit meinem Reizdarm das ist so fiese Sache, manchmal überkommt der mich so, dass es in die Hose geht. Jeder halbwegs normale Mensch würde da doch mit Verständnis reagieren, ggf. seine Hilfe anbieten oder erzählen das er auch jemanden kennt der so dadrunter leidet...

04.03.2014 20:55 • x 1 #5


Erstmal danke für deine Antwort siggi!

Also leider ist der Worst Case bei mir leider schon eingetreten. Bedeutet bei mir das ich laut pupsen muss. Das nicht mehr in die Hose geht weis ich für mich auch, aber wenn ich Durchfall hab, bekomme ich auch immer Blähungen, teilweise habe ich auch nur die Blähungen.
Dass ich mich so sehr auf meinen Körper konzentriere hat eigentlich schon begonnen als ich elf war. Da habe ich mir vor der gesamten Klasse eingepinkelt weil ich mich nicht getraut habe auf Toilette zu gehen. Ich war damals sehr ängstlich und habe mit kaum jemanden geredet. Natürlich haben mich damals alle ausgelacht und mit dem Finger auf mich gezeigt, Gesprächsthema war ich auch lange - es war schrecklich. Von da an hatte ich immer das Gefühl pinkeln zu müssen und bin zu jeder Gelegenheit auf Toilette gegangen. Damals habe ich mich dann sozusagen selber therapiert und habe, wie du schon sagst, meine Grenzen immer weiter ausgetestet und habe allmählich versucht immer seltener auf Toilette zu gehen. Es hat auch geklappt!
Dann kam ich in die Pubertät und begann mehr zu schwitzen unter den Armen. Ich habe immer mitbekommen, dass sich alle immer köstlich amüsierten über die Schweißflecken bei den Lehrern. Da bekam ich die Angst dass ich auch solche Flecken bekommen könnte. Natürlich habe ich gerade durch diese Angst besonders geschwitzt, hab mich komplett verkrampft, nie meine Arme angehoben, damit niemand hinschauen kann, denn ich hatte dann immer diese Schweißflecken. Irgendwann entdeckte ich Yerka, ein Mittel was man sich auf die Achseln schmiert. Ich habe dann selbst beim Sport nicht mehr geschwitzt. Es war wie ein Wunder für mich, ein völlig neues Lebensgefühl und ich hatte ungefähr ein Jahr lang ein wunderbar unbeschwertes Leben, es war meine glücklichste Zeit, weil mein Körper mich einfach mal NICHT stresste!
Dann begann aber das mit dem Reizdarm und ich dachte schon damals, oh nein, bitte lass das jetzt nicht das nächste sein.... eine selbsterfüllende Prophezeiung!
Es begann ja schon damit dass ich meine Blähungen nicht halten konnte. Dann ging ich aufs Gymnasium und bin gleich im ersten Jahr sitzen geblieben, weil ich mich jede einzelne Stunde nur auf meinen Darm konzentriert hab. Es gab auch Situationen da war ich in der Schule alleine auf Toilette und habe dort gepupst. Als ich rauskam, standen im Gang eine Gruppe von Schülern. Sie waren ganz still als ich vorbeilief und dann haben sie losgebrüllt. Sie haben offensichtlich alles gehört. Das hat mich total in Panik versetzt. In der folgenden Unterrichtsstunde ging ich auf Toilette, da war leider ein Mädchen aus der Gruppe auch grad und sie verließ einfach die Toilette nicht...denn ich wartete darauf alleine zu sein. Ich kühlte also als Vorwand meine Arme am Waschbecken bis sie raus war und dann ging. Daraufhin kam gleich noch ein Mädchen was auch in der Gruppe stand und plötzlich lief auch ein Junge vorbei der dabei stand, schaute zur Tür rein und lachte. Ich wartete bis sie mich endlich in Ruhe ließen und begann loszuheulen. Dann kam aus meiner Klasse ein Mädchen um zu schauen wo ich bleibe.
Als ich meinen ersten Freund zusammenkam war ich mit auf einem Konzert wo auch Freunde von ihm waren. Ich hatte extreme Blähungen und konnte sie nicht kontrollieren oder halten. Es war zum Glück egal, denn es war laut, aber ich habe für mich getestet ob ich es halten kann und es hat nicht geklappt und schließlich hat es noch einen Nachhauseweg...wir sind dann eher gegangen da mein damaliger Freund merkte dass es mir nicht gut ging.
Zu meiner Therapie ist mir vor meiner Psychologin auch ein Pups rausgerutscht als ich es aushalten wollte. Sie hat es ignoriert...aber sowas ist echt peinlich!

Für mich ist das schlimme, dass ich meine Blähungen wenn sie besonders schlimm sind und vor allem wenn die Panik kommt, teilweise nicht mehr halten kann.
Und es ist peinlich und ja, man hat mich deswegen schon ausgelacht...das auf der Toilette damals war schon richtiges Mobbing. Und auch so ist es mir total peinlich...

In den Momenten wenn ich denke jetzt könnte mir was rausrutschen, da beruhige ich mich teilweise damit dass ich mir sage, danach kannst du dir immernoch was antun, dann bist du der Peinlichkeit entgangen! Ich weiß, das ist nicht normal... Aber es ist kaum auszuhalten. Sobald mir mal einer rausgerutscht ist, ging es mir eher schlechter und ich hab mich noch mehr unter Druck gesetzt...

04.03.2014 22:34 • #6


Okay das verstehe ich.
Zu der Situation als du 11 warst, das ist natürlich alles andere als schön bzw. sogar traumatisch. Aber so wie es abgelaufen ist, ist es ja eigentlich normal, du warst ein kleines Kind, die anderen waren kleine Kinder... ABER du bist jetzt kein kleines Kind mehr, du kannst jetzt in einer solchen Situation handeln und etwas tun! Und es ist auch eine Überbewertung wenn der Vorfall die jetzt noch solche Probleme macht, wenn man mal rumfragst sind wahrscheinlich jedem Menschen ebenfalls solche unangenehmen Sachen passiert. Ungefähr in dem Alter war ich auch auf Klassenfahrt und dann wurde mir in einem Gespräch mit der Lehrerin erklärt, dass mein Freund mit dem ich aufm Zimmer bin ab und zu sich nachts noch einnässt.
Das wollte der wahrscheinlich auch nicht, heute passierts ihm auch nicht mehr, bei Kindern ist das jetzt nicht gerade außergewöhnlich.

Bzgl. deiner Blähungen/Pupsen, die kann man auch schlecht zurückhalten, 1-2 kann man vielleicht wieder reindrücken aber dann wird der Druck ja auch extrem unangenehm. Allerdings denke ich hier, dass vielleicht Ernährung auch eine nicht unwesehentliche Rolle spielt!? Gerade bei Reizdarm, inwieweit hast du dich da schon informiert, dass z.B. Zwiebeln extrem blähen...
Damit sollte man auch schon mal etwas gegensteuern können und den Darm beruhigen. Ich bin jetzt kein Mediziner, aber ich wüsste jetzt nicht wie der Darm rein psychosomatisch Blähungen produzieren kann.
Bei Durchfall lässt er durch die Darmzellwand Wasser einströmen, davon ist im Körper ja erstmal ausreichend. Blähungen und Pupse sind entstehen ja eigentlich durch Bakterien die bei der Zersetzung der Nahrung Gase bilden. Wenn Nahrung ausgeschlossen ist, beobachte doch mal wie du atmest in solchen Situationen oder auch wie du schluckst. Evtl verschluckst du viel Luft die dann zum Teil auch im Darm landet und wieder raus will...

05.03.2014 12:23 • #7


Ob man irgendwelche Lebensmittelintoelranz hat oder nicht, das ändert bei einem Reizdarm nicht viel. Außer das sie Auslöser sein können.
Und wie man damit lebt? Das kann ich dir leider auch nicht sagen. Ich versuch das auch immer noch rauszufinden. Da sich bisher bei mir (bis auf die Li) auch kein weiterer organischer Grund aufgetan hat, reihe ich mich wohl auch entgültig unter die RDS Patienten ein.
Ich hab wegen der Sache so viele Fehltage schon während meiner Schulzeit und nun Ausbildung gesammelt... Ich warte derzeit auf den Tag, an dem es zu viele sind und ich rausfliege. Plus Fehltage wegen Panik und Depressionen...
Das ganze Problem kommt meinen Anorexiephasen (bitte nicht mit Anorexia Nervosa verwechseln. Danke. Ich bin nicht magersüchtig, ich hab Depressionen) auch nicht zu gute. So langsam hab ich nämlich nicht nur wegen den Depressionen kein Appetit mehr, sondern auch deswegen kaum noch Lust was zu essen. Dabei ess ich eigentlich ziemlich gerne. Ich zwing mich trotzdem jeden Tag dazu, aber Spaß ist auch was anderes.

10.03.2014 14:50 • x 1 #8


Die Dinge die mir als Kind passiert sind, dafür verurteile ich mich heut auch nicht! Ich wollte damit nur deutlich machen wie lange ich schon die Fähigkeit mich selbst zu stressen in mir trage...wie lang ich es sozusagen schon trainiert habe und wie tief das in mir sitzt, so tief, dass ich es bewusst nicht mehr steuern kann und ein Automatimsus entstanden ist. Das man keine blähende Mittel essen soll und all diese anderen üblichen Tipps, dessen bin ich mir nach all den Jahren auch bewusst. Ich habe mich bezüglich diesem Thema auch sehr viel belesen. Besser ist es trotzdem nicht geworden.
where.there.is.light mir geht es mit dem Essen genauso... eigentlich liebe ich Essen und ich koche auch total gerne, aber das macht das ganze eben noch schwerer, denn wenn ich Uni habe, dann versuche ich soweit es geht den ganzen Tag gar nichts zu essen...am Wochenende gönn ich mir dann meistens mal was. Das ist echt nicht einfach. Ich glaube jemand ohne Reizdarm kann überhaupt nicht nachvollziehen wie belastend diese Krankheit ist. Wie lange machst du deine Ausbildung schon? Und seit wann hast du den Reizdarm?

15.03.2014 18:06 • #9


Bei mir hat sich das wohl durch die LI eingeschlichen. Jahrelang deswegen Probleme gehabt, jeder Arzt hat mich nur zum Psychologen geschickt statt die Sache ernst zu nehmen und erst als es nicht mehr zu übersehen war, hat sich einer erbarmt mal den Test zu machen (und selbst dann noch mit Diskussionen). Der Test war natürlich positiv. Vor ungefähr 10 Jahren war halt noch kein solch großer LI Hype. Damals kam auch grad erste die erste LI freie Milch auf den Markt abgesehen von Soja.
Die Fähigkeit mich zu stressen und so, die ist sicher angeboren^^ aber dass sich das in der Form niederschlägt, in solcher Regelmäßigkeit etc. kam eben wohl daher, dass ich weder meinem Essen, noch meinem Körper durch die unentdeckte LI trauen konnte. Man wird dann zwangsläufig sensibel dafür und erzieht sich das auch mit der Zeit an, wenn man nach jedem Essen anfägt zu überlegen ob man das nun vertragen hat oder nicht, wenn man weggeht überlegt ob es einem wieder schlecht gehen wird aus heiterem Himmel oder nicht, etc.
Ich hab noch dazu seit eh und jeh eine schnelle Verdaung und einen schnellen Stoffwechsel was die Themtik auch nicht einfacher macht.
Vorallem belastet mich das Problem eher morgens, wenn ich früh aufstehen muss. Nein, nicht wenn ich nicht ausgeschlafen bin, sondern wirklich früh. Da reagier ich besonders drauf. Und wenn ich mich sehr aufrege oder viel Stress hab, unregelmäßige Tagesabläufe und Essenszeiten (Problem ist nur - ich hasse Regelmäßigkeiten^^).
Die Ausbildung mach ich jetz seit einem dreiviertel Jahr nachdem ich mein Studium abgebrochen hab.
Angst, Depressionen und Verdaungsorgane die darauf reagieren machen einem das natürlich zusätzlich schwer.

Ich hab festgestellt, dass (Ausgeglichenheit und )ein langfristiger! regelmäßiger Tagesablauf mit etwa gleichen Essenszeiten viel viel bringt. Und nicht ganz so früh aufstehen (zumindest bei mir, die Schlafdauer ist dabei wie gesagt egal).

Aber bei Uni und co hat man nie einen Tagesablauf der gleichmäßig ist und schon gar nicht langfristig genug.
Hast du denn etwas schon gefunden, was es bei dir zumindest etwas besser macht?

18.03.2014 00:11 • x 1 #10


Früh geht es mir ganz genauso und wie verträgt sich die ganze Sache mit deiner Ausbildung?
Meine Lösung ist aktuell nichts zu essen. Ich esse dann abends immer eine Kleinigkeit. Ich hab das mit dem nichts essen noch nie so gut durchgezogen wie jetzt, weil ich den Hunger immer nicht mehr ausgehalten hatte. Aber wenn ich es eine Zeit lang durchziehe geht es mir richtig gut, wenn mein Bauch ruhig ist krieg ich automatisch gute Laune. Ich vermisse die Momente wo ich unbeschwert und glücklich sein kann und deswegen hunger ich auch gern mal für diese Momente.

18.03.2014 22:48 • #11


Also ich esse regelmäßig und versuch das nun auch noch regelmäßiger (Uhrzeit) denn auch zu wenig Essen schafft Verdauungsprobleme.
Hm wie ich die Ausbidung vertrage... eher mittelprächtig.

18.03.2014 23:58 • #12


Hallo!
Ich hatte sehr sehr lange die selben Probleme – auch mit der Diagnose Reizdarm und nichts half so richtig. In einer Berliner Klinik (in die ich wegen der starken Beschwerden gekommen bin) empfiehl mir dann ein Arzt die Fodmap-freie Ernährung. Dabei wird im Prinzip alles weggelassen, was Reizungen verursachen kann.. es hat wirklich unglaublich gut geholfen und ich hab mich geärgert, das ich nicht schon viel früher davon wusste.. Es gibt nur wenige Seiten auf deutsch, aber hier gibt es einen guten Blog, der das Prinzip erklärt: http://diefodmapkoechin.wordpress.com/uber-fodmap/
Ich hoffe, es hilft dir auch! Viele liebe Grüße

10.08.2014 14:08 • #13


boomerine
Darauf achten das du ausgeglichen bist, ich weiß es ist nicht immer einfach, ich lebe nun seit 35 Jahren mit dem Morbus Crohn ( chronische Darmkrankheit ) Symtome sind fast gleich. Die Ernährung umstellen, auch wenn es nicht so einfach ist, wie man meint. Aber es geht. Ich lernte es, ich mußte es lernen weil ich vor kurzem eingeliefert worden bin, Diagnose, Verdacht auf Darmverschluß, ich hatte mehr Glück wie Verstand, ich wurde mit leichtem Mitteln abgeführt und mit Schmerz und Verspannungsmittel wieder hergestellt. Ich fragte ob das wieder kommen kann, es wurde verneint, wenn ich meine Ernährung umstelle, und es ging von einer Stunde auf die andere, und mir geht es heute besser. Zu dem Thema Durchfall möchte ich noch sagen, der ist von meiner Situation abhängig, wenn ich Streß oder Ärger habe, dann geht es dahin und dann muß die Toilette gleich sein. Ich persönlich finde nur schade, das dieses Thema ein TABU Thema ist. Ich wurde auch gemieden weil man sich nicht anstecken wollte oder die Hände schmutzig machen wollte. Ich hab sehr lange damit gekämpft, es tat weh, das Unverständnis.

10.08.2014 19:04 • #14


Das stimmt, dass es ein Tabu-Thema ist macht die ganze Angelegenheit noch komplizierter. Da muss man echt kreativ werden um immer wieder Gründe zu finden und vorzugeben warum man gerade verschwindet um dann schnell auf der Toilette unterzutauchen. Da ich mittlerweile aber schon so oft in den unmöglichsten Situationen gegangen bin um auf Toilette zu gehen, habe ich mich langsam daran gewöhnt, weiß dass es passiert und habe einfach eine Akzeptanz zu diesen Körperreaktionen entwickelt. Ich hab jetzt über eine Zeit lang ein Selbstbewusstseinstraining gemacht und das hat echt ganz gut geholfen besser mit dem Durchfall klarzukommen. Ich verurteile mich nicht mehr dafür und denke mir, auch wenn jetzt alle von mir denken ich bin total unhöflich, wenn ich jetzt einfach aufstehe und gehe - nur wegen dieser einen Handlung bin ich nicht komplett ein unhöflicher Mensch und außerdem habe ich es aus einem guten Grund getan - ein Grund bei dem jeder andere wahrscheinlich genauso gehandelt hätte. Dass ich so denke ist noch relativ frisch und ich hoffe, dass sich diese Gedanken vielleicht so sehr verfestigen werden, dass ich und mein Bauch generell etwas ruhiger werden. Diese Foodmap Diät klingt sehr interessant! Im Prinzip hab ich schon intuitiv diese Diät eingehalten, aber nie komplett konsequent durchgezogen. Werd ich mal ausprobieren! Nichts essen ist wohl auf die Dauer auch nicht so gesund...
Ich kann nur sagen, je mehr Jahre vergehen, desto mehr lernt man damit klarzukommen und sich und seinen Körper zu akzeptieren ist ein wichtiger Schritt. Ich kann mir ja schließlich meinen Bauch nicht rausschneiden, ich muss mich wohl oder übel mit ihm versöhnen

15.10.2014 17:21 • #15


Hallo moewe,

Ich habe deine Einträge gerade gelesen und finde es toll das du so an deinen Ängsten gearbeitet hast.
Ich bin 25 und habe seit 9 Jahren einen Reizdarm und musste mich nach schlimmen schmerzhaften Monaten mit Durchfall usw auch regelrecht zwingen unter Menschen zu gehen.
Lass dich nicht unterkriegen. Wenn dir wieder was peinlich ist, denk daran du bist nicht allein.
Es geht so vielen Menschen wie dir.
Auch ich habe Angst das mein Körper mich verrät, mit so peinlichen Dingen.
Aber die Menschen die dich wirklich lieben lernen, wird das nicht mehr abschrecken.

Liebe Grüße

15.12.2015 22:56 • x 1 #16


Hallo moewe,

auch ich habe deine Beiträge erst jetzt gelesen und bin total beeindruckt darüber, dass du so offen und ehrlich berichtest! Danke!
Mein Reizdarm begleitet mich schon seit 28 Jahren und hat mir v.a. in der Schulzeit ähnlich krasses Mobbing beschert wie dir. Bis heute ist es an vielen Tagen so, dass ich unkontrolliert pupse - erst vorgestern ist es wieder passiert, und mein Bürokollege hat es bestimmt gehört. Mittel wie Talcid oder Lefax helfen kaum. Noch mehr plagen mich Durchfallschübe, die seit ein paar Wochen wieder täglich auftreten. Auch hier habe ich viele Medikamente (Imodium etc.) ohne Erfolg durchprobiert, und das einzige Mittel, das mir noch ansatzweise hilft, ist Uzara. Die üblichen Untersuchungen und Tests bez. Lebensmittelunverträglichkeiten haben kein Ergebnis gebracht. Auskunft der Ärzte: Typischer stressbedingter Reizdarm! Am schlimmsten ist, dass ich ein paarmal öffentlich in die Hose gemacht habe...
Trotz allem versuche ich rauszugehen, Sport zu treiben, mich mit Freunden zu treffen, denn es stimmt: Diejenigen, die mir nahe stehen, mögen mich trotzdem. Einfach ist der Alltag aber nicht, und momentan kostet mich das Aufstehen an jedem Morgen eine Menge Kraft. Angstzustände und Depressionen als Folge meines Reizdarms und des Mobbings in der Schule sind bis heute die Folge.

09.01.2016 23:28 • #17

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reizdarmfrau72
Hallo allerseits,

habe euren Thread gerade entdeckt und bin ganz gespannt auf einen Austausch.

Kurz zu mir: nach einem sehr heftigen Autounfall wurde u.a. auch ein RDS festgestellt. Das ist jetzt über 20 Jahre her. Die erste Zeit nach dem Unfall habe ich so gut wie aus meinem Gedächtnis gestrichen, ich weiss nicht mehr genau bei welchen Ärzten ich war, weil es mich mit Anfang 20 schlichtweg überfordert hat. Ich wollte damals nicht den chronisch krank Stempel abbekommen. Dies ging wohl einigermaßen eine gewisse Zeit gut. Mit Anfang 30 gab es eine berufliche Neuorientierung, ich musste viel lernen, ständig hin und herpendeln und täglich nach jedem Essen extreme Bauchschmerzen. Ergebnis der Magen/Darmspiegelung Polypen, bzw. ein Geschwür, das sich wohl weiter ausbreiten würde, wenn ich den Stress nicht reduziere. Meine Antwort: ich stehe kurz vor den Prüfungen, keine Chance den Stress zu reduzieren und bin gegangen. Prüfung natürlich geschafft.

Während meiner Selbständigkeit vor ein paar Jahren habe ich mich wg. angeblicher Belanglosigkeiten einem Mega-Allergietest unterzogen. Ergebnis: Heuschnupfen hat sich vervielfacht, von leichten Frühblühern anfangs ist ein sehr starker ganzjähriger Heuschnupfen geworden + allergisches Asthma. Plus zahlreiche Lebensmittelallergien/unverträglichkeiten, die sich über Haut (knallrotes Gesicht + kleine juckende Allergie-Pickelchens)+ Darm (Durchfall) auswirken (Sesam - Soja - Schwein - Haselnuss - Mais. Nicht zu vergessen die Kreuzallergien! Hm!

Die Selbständigkeit ist leider weg, die gesundheitlichen Risiken ständig fast den ganzen Tag draußen zu verbringen waren mir einfach zu hoch.

Neu sind für mich die Blähungen, die meistens auch nur 10 min nach der Mahlzeit kommen und gehen. Das ist für mich die größte Einschränkung, da es nicht nur 1 Wind ist sondern solange weht bis eben alles an Luft wieder draußen ist. Und ein Blähbauch ist gerade für eine Frau, die was auf sich hält, extrem schwer. Musste eigentlich ständig in Schwangerschaftsklamotten rumlaufen, da ich alle paar Stunden im 3. oder auch im 5. Monat bin. Schwanger bin ich natürlich nicht! Aber vielleicht scheinschwanger - so lt. Freund, der Gott sei Dank nicht mit mir zusammen wohnt. Der wiederum akzeptiert dies ganz und gar nicht, es ist im peinlich und nein, wir sind seit fast 20 Jahren zusammen.

Zu guter Letzt wurde jetzt noch etwas gesundheitliches von div. Ämtern untersucht mit dem Fazit, dass ich evtl. eine komplexe posttraumatische Bewusstseinsstörung habe. (Kindheit war keine und es war alles andere als gut + der Autounfall, der von meiner damals besten Freundin verursacht wurde und durch dessen Hängenlassen im Auto wohl meinen Zustand auch nicht gerade verbessert wurde und die täglichen Alltagsproblemchens nicht zu vergessen). Naja, wenigstens bin ich im Kopf sehr klar, nur definiere ich meine seelischen Traumen wohl über meinen Körper. Ob es dies wirklich si ist ist noch nicht ganz abgeklärt, da muss noch ein Spezialist ran.

Soviel zu meinem kleinen Steckbrief und nein, ich nehme keine Medikamente gegen den RZ. Nur gegen meine Allergien, Asthma + Schilddrüsenunterfunktion.

So, dann bin ich mal auf Nachrichten von euch gespannt.

24.01.2016 22:05 • #18


Strickliesel
ich habe diesen Thread erst jetzt entdeckt

mich würde interessieren, wie es euch inzwischen so geht.

ich lebe schon seehr lange mit einem Reizdarm, wobei zu beginn meiner Beschwerden ein am ehesten Morbus Crohn diagnostiziert wurde, und auch geraume Zeit entsprechend behandelt.
die Darmspiegelungen der letzten Jahre ergaben aber keine Entzündungszeichen.
am meisten plagt mich der Durchfall, speziell, wenn Stress und Angst überhand nehmen.

25.05.2022 10:28 • #19


Hallo ‍️

habt ihr denn schon mal von sibo gehört nicht alle haben einen Reizdarm ist ein atmegastest. Auserdem wurde bestätigt dass Reizdarm nichts mit der Psyche zu tun hat sondern wirklich organisch ist , dass ist der Test den man machen kann der heißt anti vinculin oder anti ctdb .

Meist kommt sowas zustande nach einen Magen Darm Infekt oder Lebensmittelvergiftung .

Ich habe eine sibo heißt auch dünndarmfehlbesiedlung und postinfektiösen Reizdarm .

Lg

Gestern 09:13 • x 1 #20



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