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30.09.2001 19:50 • 04.02.2021 #1


77 Antworten ↓


Hallo Jürgen,
ich muß dich bewundern, denn bei Einladungen und Festen kannst Du doch gar nicht erkennen ob Milcheiweiß in den Speisen ist. Lt. meinem Partner, mache ich mir meinen Streß überwiegend selber. Ich habe schon momentan Streß in der Arbeit, aber mein eigentlicher Streß war die ganzen Jahre hindurch eine kaputte Ehe, von der ich heuer geschieden wurde. Ich war in meiner Ehe immer auf dem seelischen Sprung. Immer auf der Lauer ob was passiert. Viele Reaktionen auf bestimmte Situationen habe ich in mein "neues Leben" mitgenommen.Z.B. ich putze und habe das Gefühl es wird nie sauber, ich nerve dann den ganzen Tag meine Kinder und bin unzufrieden mit der ganzen Welt. Natürlich nervt dann auch RDS. Oder ich versuche den Putzdrang zu unterdrücken, dann laufe ich tagelang mit schlechten Gewissen durch die Gegend. Du musst nicht galuben daß ich ein Putzteufel bin, nein es sind nur solche Anfälle von schlechtem Gewissen von irgendwas. Ich weiß nicht ob du verstehst was ich damit meine, es ist ein Gefühl, daß man es jedem Recht machen muß. Damals fingen auch meine Probleme mit RDS an. Von heute auf morgen fing es an und es wurde von Jahr zu Jahr schlimmer. Jetzt habe ich einen ganz lieben Partner und er ist auch Balsam für mein RDS aber ich stresse mich trotzdem in alles rein und das macht mich kaputt. Ich kann nicht abschalten. Ich war mal ein 3/4 Jahr beschwerdefrei, doch von heute auf morgen ohne Grund war es wieder da. Ich glaube ich werde es ein Leben lang haben. Erzähl mir ein bisschen was von Dir. Tschau Gisela

30.09.2001 20:24 • #2



Reizdarm bestimmt mein Leben

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Hallo Giseala,

ja, Gisela den Streß in Form einer kaputten Ehe habe ich auch gehabt. Und der war letztendlich der Auslöser für meine verschärften RDS Symptome. Gut dies liegt jetzt knapp 4 Jahre zurück. Ich bin mittlerweile wieder in einer sehr harmonischen Beziehung und meine Partnerin hat auch viel Verständnis was RDS anbetrifft. Obwohl ich denke, das nur einer der es selber erlebt hat, RDS genau versteht. Was mich seelisch am meisten belastet hat, war die Trennung von meinen Kindern ( 13Jahre+6Jahre). Natürlich kann ich sie jederzeit sehen, aber gerade der kleinste hat lange gebraucht um mit der Trennung klarzukommen. Und dies tat mir schon sehr in der Seele weh.
Den Putzfimmel den du ansprichst hatte ich während meiner Ehe auch gehabt. Zwar nicht allzu sehr ausgeprägt, aber ich habe mich schon dabei ertappt, das ich 2mal die Woche die Fenster geputzt habe. Allerdings war dies mehr eine Ablenkung von den Problemen. Einfach beschäftigen um nicht zu viel zu grübeln.

Was die Speisen auf Feten anbetrifft, so kann ich leicht erkennen, was ich essen kann oder nicht. Fleisch, Salate ohne Dressing, Kartoffeln, Nudeln,Brot... Ja es gibt eigentlich jede Menge was da noch übrig bleibt. Aufpaßen muß man halt bei Kuchen. Denn da ist meist Butter oder Milch enthalten. Aber das kann ich auch erfragen. Ja und Soßen dürfen halt nicht mit Sahne sein.

Ja Gisela, den Streß mußt du versuchen irgendwie in den Griff zu bekommen oder gar zu vermeiden. Denn den sehe ich als Hauptgrund, zumindest ist dies bei mir so. Und wie wichtig auch eine harmonische Beziehung bzw. ein liebevoller Partner ist, hast du ja wahrscheinlich auch schon festgestellt.

Fühlst du dich deinen Kindern gegebüber schuldig, was deine Trennung anbetrifft? ich denke , das dein Putzfimmel schon Ausdruck von irgendetwas ist. Wie alt sind denn deine Kiddys und wie haben sie die Trennung weggesteckt. Bis demnächst

Grüße Jürgen

30.09.2001 20:58 • #3


Hallo Gisela,

ja, da stimme ich dir zu, es tut irgendwie gut zu lesen, das es noch andere mit den Beschwerden gibt.
Zur Zeit bin ich mal wieder in einer recht beschwerdearmen Phase. Blähungen, Völlegefühl und Geräusche sind bei mir mehr oder weniger fast immer vorhanden. Wenn es dann richtig akut wird, geht mir das ganze sehr auf die Psyche. Ich hab dann noch Bauchschmerzen dazu, und möchte mich eigentlich nur noch verkriechen. Gottseidank habe ich auch einen ganz lieben Partner, der viel Verständnis hat und auch das Gefühl hat, wann ich etwas "betuttel" werden will und wann man mich besser in Ruhe läßt.
Jobmäßig stört mich das Gegrummel jetzt weniger, weil ich in keine Sitzungen oder ähnliches muß. Ich arbeite in zwei Büros und kann mir meine Zeit selbst einteilen. Das erleichtert schon vieles.
Ein Stresstagebuch kenne ich jetzt nicht. Aber eines weiß ich auch so, daß Stress, Aufregung und Hektik 100%ige Auslöser für meine Beschwerden sind. Ich bin aber auch ein Mensch, der es sich selber schwer macht. Alles sehr genau machen und sich selber unter Druck setzen und setzen lassen. Verschiedene Therapien (Gesprächstherapien, Hypnose) habe ich schon unternommen. Mit mehr oder minderem Erfolg. Trotzdem würde ich sie immer wieder empfehlen.
Ich wünsche dir eine hoffentlich beschwerdearme Zeit und frag mich, wenn du weiteres wissen willst.

Liebe Grüße
Birgit

02.10.2001 08:18 • #4


Hallo Jürgen,
ich habe einen leiblichen Sohn mit 10 Jahren der äußerlich die Trennung gut weggesteckt hat. Doch Ausbrüche seelischer Art, sind schon noch zu sehen. Außerdem hat mein Partner noch zwei Buben (14 und 11 Jahre) die bei uns sind, da die Mutter verstorben ist. Die zwei haben auch noch vieles zu verarbeiten. Doch wir sind schon eine nette Familie, wir fünf. Ich mache mir schon meinen Streß selber, das ist mir schon klar. Doch ich kann das nicht abstellen. Ich habe schon noch manchmal ein schlechtes Gewissen zwecks meinem Sohn, doch anders wäre es schlimmer gewesen. Auch er wäre kaputt gegangen. Du hast recht, unsere Partner sind bestimmt verständnisvoll, doch immer nur dieses Thema ist auch für sie nervig. Außerdem kanns wirklich keiner verstehen der`s nicht erlebt hat. Ich habe mal meine Lebensmittel durchgesehen und festgestellt, daß ich sehr viel Milchprodukte habe. Ich glaube das würde ich momentan nicht auch noch hinkriegen. Ich kann dich schon verstehen, daß die Trennung von deinen Kindern dir sehr zu schaffen macht. Wenn ich mir vorstellen würde es wäre anders herum. Ich würde es auch nicht aushalten. Mein Sohn besucht seinen Vater so oft er will. Das finde ich sehr wichtig und ich hoffe du darst deine Kinder auch so oft sehen. Bis bald Gisela

02.10.2001 21:51 • #5


Hallo Birgit,
nett von dir zu hören. Ich habe mich gerade gefragt wann bei mir eine beschwerdearme Zeit ist. Aber du schreibst mir aus der Seele, mir geht es so ähnlich. Blähungen, Durchfall oder Übelkeit hab ich täglich. Bei viel Durchfall habe ich weniger Blähungen, bei nur morgendlichen Durchfall viele Blähungen. Am meisten stören mich die ewigen Bauchschmerzen.
Außerdem habe ich im Gasthaus immer Angst, vor einem Ausbruch. Wie geht es dir, wenn du fortgehst oder eingeladen wirst. Mir graut schon vor der nächsten Feier. Ich würde immer gern länger bleiben, doch vor Schmerzen kann ich es nicht mehr aushalten. Weihnachten z.B. trifft sich die ganze Familie und es gibt Sauerkraut, ich vertrage jedoch kein Sauerkraut. Um was anderes möchte ich nicht bitten, da ich ja nicht aus der Rolle fallen will. Ich möchte "normal" sein. Ich kann manchmal gar nicht fassen wie andere in sich hineinstopfen können und keine Beschwerden haben. Ich würde dies gerne mal erleben. Einfach alles probieren und sich trotzdem wohl fühlen. Ich wäre ja schon glücklich, wenn es ein bischen besser wäre und ohne zu überlegen einen Kaffee trinken und Kuchen essen könnte. (Vertrage ich auch nicht)
Was sind deine ärgsten Probleme mit RDS?
Tschau, bis bald Gisela

02.10.2001 22:06 • #6


Hallo Gisela,
danke für deine rasche Nachricht.
Also zum Thema Essen gehen habe ich eigentlich nur das Problem, das ich abends keine großen Mengen vertrage. Bestimmte Lebensmittel ebenfalls nicht (Zwiebeln, Knoblauch, irgendwas mit Käse überbacken und einiges mehr). Fettes Essen vertrage ich ebenfalls nicht, aber das ist nicht schlimm, das mochte ich eh noch nie. Anfangs war es mir natürlich unangenehm, wenn ich etwas auf dem Teller zurücklassen mußte, das ist jetzt aber vorbei. Ich habe dann nämlich die Beschwerden.
Kannst du bei deiner Familie nicht "einfach" mal die Idee reinbringen, ob es nicht zusätzlich zum Sauerkraut (bekommt mir auch nicht) einen Salat zum Essen geben könnte. Also nicht, das ich mit den Unverträglichkeiten hausieren gehe, aber wenn mir etwas nicht bekommt, was ich vorher weiß, dann sage ich das auch. Auf jeden Fall in der Familie. Ich muss seit ca. 10 Jahren wegen einer anderen Erkrankung darauf achten, was ich esse, deshalb gehe ich damit mittlerweile auch recht locker um. Gibt es keine Alternative, lass ich es eben weg.
Deshalb muss ich auch sagen, ist es mir jetzt (war nicht immer so) auch egal, was und wieviel andere in sich reinstopfen. Es geht bei uns nunmal einfach nicht.
Da Kaffee auch nicht so der Bringer ist, habe ich mich schon seit Jahren auf Tee umgestellt und ich vermisse den Kaffee auch nicht. Espresso kannste mal versuchen, der ist bekömmlicher. Und wenn mein Freund neben mir auch die Sahnetorte löffelt, ist mir ein Hefekuchen mit Obst eh lieber. Du siehst, ich hab mich arrangiert. Aber das geht sicherlich nicht in jedem Fall so. Vielleicht, weil es bei mir wirklich nicht so ausgeprägt ist. Was mir allerdings sehr zu schaffen macht, ist, das es Zeiten gibt, wo dauernd irgendwas anderes ist. Mir ist schlecht, ich habe Bauchschmerzen, ich fühle mich mies, und überhaupt geht mir alles auf den Wecker. Und wenn die zeitlichen Zwischenräume noch recht eng sind, leidet meine Psyche sehr. Das sind meine ärgsten Probleme. 2 Wochen geht es gut und dann ist wieder irgendetwas.

Ich freue mich auf deine nächste Mail und wirklich alles Gute.
Birgit

03.10.2001 16:16 • #7


Hallo Birgit,
ich bin meistens im Internet wenn nichts am Ferseher kommt. Unterm Tag habe ich zuviel Streß und die Kinder beanspruchen mich total. Aber momentan ist diese Seite eine Auszeit. Ich muss dich bewundern wie du das so auf die Reihe bekommst. Ich kann manchmal alles weglassen dann bläht es mich sogar auf ein Mineralwasser. Manchmal bin ich auch schrecklich inkonsequent. Ich stopfe dann gerade die Sachen in mich hinein bei denen ich sofort reagiere. Manchmal in der Pizzeria geht es mir ehrlich gut und dann ein anderesmal bekomme ich furchtbaren Durchfall. Ich kann dann nicht einmal fertig essen, denn es geht sofort im Bauch um.
Wie heute Abend z.B., wir waren eingeladen zum Abendessen. Ich musste den ganzen Tag schon daran denken. Also ich versuche nur Sachen zu essen die ich vertrage und esse langsam. Bekomme darauf Bauchschmerzen als wenn es gleich los gehen würde, renne aufs Klo und es geht trotzdem nichts. Gehe wieder zurück und bekomme Blähungen, fühle mich gänzlich unwohl und bin froh wenn ich nach Hause komme. Solche Abende zerren an meine Psyche. Ich wäre nämlich ein geselliger Mensch. Heute waren wir im Wald Pilze suchen. 2 Stunden lang hatte ich keine Schmerzen. Mir fiel es erst auf der Heimfahrt auf, da ich Kopfweh bekam und mir schlecht wurde. Auch beim Motorradfahren (ich sitze hinten drauf) bin ich ohne Schmerzen und so entspannt, daß ich dabei einschlief.
Es gibt also Situationen bei denen ich so entspannt bin, daß ich nicht reagiere. Aber die sind selten.
Ich hoffe dir geht es weiterhin recht gut. Tschau Gisela

03.10.2001 23:04 • #8


Hallo Gisela,
tja, mit den Blähungen ist so ne Sache. Die kommen und gehen auch bei mir. Wenn ich zu den Blähungen noch Bauchschmerzen habe, dann habe ich mit Fencheltee die besten Erfahrungen gemacht. Oder auch Pankreaplextropfen, die rein pfanzlich sind. Mit dem Essen gehts mir ähnlich wie dir. Manche Lebensmittel vertrag ich an dem einen Tag und an einem anderen Tag wieder nicht. Aber wenn ich dann dieses Völlegefühl habe, das fast in Schmerzen ausartet, nehm ich auch die Pankreaplextropfen, welche wirklich schnell helfen.
Wenn du merkst, das du in entspanntem Zustand fast keine Schmerzen mehr hast, wie wäre es denn mal mit einem Kurs "Autogenes Training"? Will ich auch schon seit langem mal wieder auffrischen, aber ich kann meinen inneren Schweinehund einfach nicht aufraffen. Ich habe vor kurzem eine Kur beantragt, und sollte sie genehmigt werden, werde ich da sicher teilnehmen. Wenn nicht, muss ich wirklich mal was machen. Aber ich bin oft einfach so müde und schlapp abends, das ich froh bin, jetzt nichts mehr machen zu müssen.
Wenn man eingeladen ist zum Essen, ist es manchmal wirklich eine blöde Situation. Wenn wir bei den Eltern meines Freundes sind, kann ich mich meistens auch nicht zurückhalten, obwohl ich bald merke, es war zuviel. Kommt Gottseidank recht selten vor. Auch das lange Sitzen macht mir Beschwerden, glaube ich zumindest. Irgendwie fühle ich mich nach einiger Zeit wie innerlich abgeknickt. Aber das geht rasch wieder weg, wenn ich dann zuhause bin und mich hinlege.
Vielleicht wäre wirklich bewußter essen, keine schlechte Idee.
So, liebe Gisela, dann wünsche ich dir möglichst bald weniger Beschwerden, bis bald

liebe Grüße
Birgit

04.10.2001 08:10 • #9


Hallo Gisela,

ja, meine Kinder kann ich zum Glück sehen, wann ich möchte. Allerdings gibt mein Dienstplan (Schichtdienst) nur jedes zweite Wochenende her. Ich versuche aber auch die Kiddys unter der Woche für einen Halben Tag zu nehmen, obwohl mein kleinster damit eine Zeitlang Probleme, da er, wenn er bei mir ist auch bei mir schlafen möchte. Habe ihn vor zwei Wochen dann Versuchsweise einen Nachmittag bei mir gehabt und es war dann auch ok für ihn, dass ich ihn abends wieder zurück gebracht habe. Von daher hoffe ich ihn öfters zu sehen. Ja die Trennung von den Kindern war am Anfang ziemlich heftig. Auf einmal kommst Du in eine leere Wohung, hörst kein Kindergeschrei oder Lachen mehr. Du fühlst selbst eine totale Leere in Dir. Mittlerweile habe ich mich aber die Situation gewöhnt und kann die Zeit mit meinen Kiddys genießen.

Was das Milcheiweiß anbetrifft, so hast du eigentlich schnell raus, was Du essen kannst und was nicht. Ja und wenn es dadurch besser geht....
Was machst Du denn, um deinen Streß in den Griff zu bekommen?

Bis bald Grüße Jürgen

04.10.2001 15:14 • #10


Hallo Gisela,

hab mit Interesse Deine Korrespondenz mit Jürgen ( den ich auch hier durch RDS kennengelernt habe ) und Birgit gelesen. Es ist schon verrückt, wenn man feststellt, wie sich die einzelnen Fälle gleichen. Mir geht es auch in und vor Stress-Situationen verdammt schlecht. Plötzlicher Durchfall, Krämpfe, Übelkeit, Magendruck, allgemeines Unwohlsein. Aber auch vor Dingen, die Leib und Seele gut tun sollten, geht es mir schlecht. Kino-Theaterbesuche, Urlaube, Autofahrten etc. Fliegen kann ich schon lange nicht mehr. A wegen Platzangst, B weil die Toilette nicht sofort greifbar zu haben. Ich helfe mir mit Imodium, Buscopan und MCP Tropfen, wenn es ganz schlimm wird, ansonsten versuche ich ohne Medikamente auszukommen. Ich hab jetzt eine Hypnosetherapie gemacht, die schon einiges ans Licht gebracht hat, aber meineserachtens auf RDS keinen großen Einfluss gehabt hat. Auch ich lass ich stressen, durch Job, Kinder, Hund, Eltern
und lass ich mal alle 5 grade sein, dann hab ich auch ein schlechtes Gewissen. Ich denke, daran kann man auch nicht viel ändern, man ist halt, wie man ist! In eine Speisenunverträglichkeit bekomme ich auch keinen roten Faden. Mal kann ich alles essen und vertrage es auch, dann wieder bekomme ich schon durch einen Schluck Wasser Probleme. Diese Erkrankung IST ein Teufelskreis und leider gibt es immer noch nicht die richtige Hilfe. Mein Arzt, bei dem ich auch die Therapie gemacht habe, möchte nach wie vor, dass ich eine Darmspiegelung machen lasse. 2 Anläufe habe ich schon gemacht, aber immer wieder gekniffen. Ich kenne zwar einige, die das schon hinter sich gebracht haben und sagen, es sei gar nicht schlimm, aber mir graut hauptsächlich vor dem vorhergehenden Abführtag, denn da rufe ich ja künstlich Durchfälle hervor, die ich sonst vermeiden will. Außerdem weiß ich ja, wie schlecht ich mich fühle, wenn ich Durchfall habe.
Eine ganze Zeit habe ich mich auch mehr oder weniger aus dem Leben zurückgezogen, denn hatte ich Verabredungen zum Essen oder sonst was, ging es mir immer total schlecht. Jetzt versuche ich es einfach hin und wieder und meist klappt es auch ohne Probleme. Es ist aber ein ständiges Aufraffen.

So, ich wollte eigentlich keinen Roman schreiben, aber wenn man erstmal so im Reden ist...

Ich wünsche Dir und uns allen, dass es bald Hilfe gibt

Liebe Grüße

Angie

04.10.2001 18:58 • #11


Hallo Angie,
ich habe, wie du, auch die Form der Hypnosetherapie ausprobiert. Seit ca. einem halben Jahr haben wir sie wieder eingestellt, da die Therapie, wie bei dir, keinen großen Einfluss auf den RD hat. Mein Unterbewußtsein hat einfach dicht gemacht, mal ganz salopp gesagt.

Ich habe vor einiger Zeit eine Darmspiegelung machen lassen und fand es echt schlimm. Dazu muss ich aber sagen, jeder Mensch empfindet das anders. Allerdings bin ich froh, daß ich es hab machen lassen, weil ich dann wirklich organische Erkrankungen ausschließen konnte. Und das war es mir dann doch wert. Vielleicht kannst du dich doch eines Tages aufraffen und es einfach durchziehen. Es sind einige unangenehme Stunden, aber die sind einfach irgendwann rum.

Ich hoffe, du findet die Kraft. Ich wünsche dir eine hoffentlich bald beschwerdefreiere Zeit...

Liebe Grüße
Birgit

05.10.2001 11:08 • #12


Hallo Birgit,
also Tee kann ich nicht trinken. Ich habe noch nie gern Tee getrunken.
Ich habe schon alles versucht, sogar Roibushtee. Der bekam mir am ersten Tag und war auch sehr beruhigend, aber am zweiten Tag blähte es mich schon wieder darauf. Ich kann den Geschmack von Tee nicht leiden. Schon als Kind habe ich Tee verweigert. Autogenes Training wäre schon nicht schlecht, doch die Zeit dafür zu stehlen bringt mir schon wieder Streß und Bauchweh ein. Heute habe ich mich dabei erwischt, daß ich eine Einladung ausschlug. Der Grund fiel mir später erst auf. Ich hatte Angst wieder Durchfall zu bekommen. Meine Freunde wollten Pizza essen und ich liebe Pizza, aber die Angst hielt mich zurück. Zuhause habe ich mir Kartoffeln ohne Butter und Gemüse(roh) mit 0,1 % Jogurth gemacht. Jetzt habe ich Blähungen und ich fühle mich total aufgeblasen. Du siehst ich hätte wahrscheinlich in die Pizzeria gehen können, denn ich reagiere meistens.
Bis bald ,Gisela

05.10.2001 22:10 • #13


Hallo Angie,
ich freue mich dich kennenzulernen. Wir gleichen uns in RDS wie Zwillinge.
Du schreibst mir aus der Seele. Ich fliege auch deswegen nicht mehr.
Zu deiner Darmspiegelung: Ich habe eine hinter mir. Nach mind. 3 Anläufen kam ich nicht mehr aus. Mein Arzt verschrieb mir keine Medikamente mehr, da er keine Krankheit feststellen konnte. Ich entschied mich auch dafür, weil ich eine ernsthafte Krankheit ausschliessen wollte. Es kam aber nichts dabei heraus. Ich bin kerngesund!!! Die meisten mit RDS haben diese Erfahrung gemacht. Zu den Schmerzen: Der Tag davor ist eigentlich nicht so schlimm. Zuhause hält sich der Durchfall noch in Grenzen, aber der Tag X ist nicht mehr so schön. 2 Liter Salzlösung (schmeckt wie Pampe) kriegst du nur mit eisernem Willen runter, aber es geht. Von der Darmspiegelung (Ich habe eine Magen-Darmspiegelung machen lassen, weil man da ein Hypnose bekommt) bekommt man nichts mit. Danach hatte ich wahnsinnige Schmerzen da der Bauch unnatürlich aufgebläht wird und das schmerzt. Ich musste Zuhause sofort ein warmes Bad nehmen um meine Schmerzen zu mindern. Blähungsmitteln haben nur spärlich angegriffen. Diesen Teil haben andere nicht so verspürt. Alle die ich gefragt habe, hatten danach überhaupt nichts. Ich fühlte mich als wenn ich eine Bauchoperation durchgestanden hätte. Aber ich will dich nicht beunruhigen, wie gesagt alle anderen hatten keine Schmerzen.
Übrigens habe ich die gleichen Medikamente wie du. Außerdem kann ich die noch zwei pflanzlichen Produkte empfehlen.
OmnifloraN gegen Durchfall und Elhaflatol- Tropfen gegen Blähungen.
Mit OmnifloraN mache ch zusätzlich zwischendurch immer mal wieder eine Kur. Ohne Nebenwirkungen, garantiert.
Ich würde mich freuen wieder von dir zu hören. Gisela

05.10.2001 22:27 • #14


Hallo Jürgen,
ich bin gerade dabei zu lernen meinen Streß in den Griff zu bekommen. Aber was für andere ein ruhiges Leben ist , ist für uns schon Streß.
Ich habe mir z.B. vorgenommen nur in Ruhe mit meinen Kindern Hausaufgaben zu machen. Ich lasse alles stehen und liegen bis wir fertig sind. Außerdem koche ich jeden Abend vor, um den Streß nach der Arbeit
(Meine Kinder haben schon Hunger, sie kommen kurz vor mir nach Hause)
nicht noch mehr zu vergößern. Aber mit Ihren Hobbys, Fußball und Jujutsu
bin ich dann noch die ganze Woche unterwegs. Ich habe ständig das Gefühl mit keiner Arbeit zu Hause fertig zu werden. Außerdem sind auf dem Fußballplatz die Toiletten nicht so verlockend und es kommt schon vor daß ich gerade deswegen Bauchweh bekomme.
Aber auch in sogenannten streßfreien Momenten kann es passieren daß ich reagiere. Es ist mir immer noch ein Rätsel, warum?
Ich freue mich für dich, daß du deine Kinder so oft sehen kannst wie du willst. Es ist sehr wichtig für dich und deine Kinder. Einer meiner Söhne kopiert meine Schmerzen schon im Unterbewusstsein nach. Er hat auch schon sehr starke Blähungen, Verstopfungen oder Durchfälle gehabt. Der Arzt sagt es sind wirklich Schmerzen und die Kinder die RDS mitbekommen, leiden meistens auch im Alter darunter. Ich hoffe deine Kinder haben noch keine Reaktionen. Gerade in einer Trennung sind sie sehr empfindsam.
Bis bald Gisela

05.10.2001 22:41 • #15


Hallo Gisela, hallo Birgit,

danke für Eure Antworten. Bislang konnte ich mich immer noch nicht durchringen den Termin für die Darmspiegelung zu machen. Vielleicht geht es mir noch nicht schlecht genug! Wie sieht es denn bei Euch überhaupt so mit Platzangst oder ähnlichen Ängsten aus? Meine Ängste in geschlossenen Räumen, beim Einkaufen, in öffentlichen Verkehrsmitteln usw. beruhen ausschließlich auf der Angst vor plötzlicher Übelkeit, Durchfall oder der Angst ohnmächtig zu werden. Bevor meine Magen-Darmbeschwerden anfingen, hatte ich damit überhaupt kein Problem. Dabei ist noch nie eine Situation eingetreten, dass ich plötzlich ein Lokal verlassen mußte o.ä. Trotzdem bereiten mir Situationen ohne Toilette oder Ausgang in direkter Nähe Probleme. Zwar zwinge ich mich mittlerweile dazu solche Situationen durchzustehen, aber es kostet unglaublich viel Kraft. Oft merke ich dann aber schon nach kurzer Zeit, dass es mir wieder ganz gut geht, beruhige mich mit dem Gedanken, dass ich alle Medikamente dabei habe sowie auch Tempo Taschentücher für Notfälle. Und siehe da, plötzlich geht es mir gar nicht mehr schlecht. Ich stelle fest, dass die Krämpfe und Blähungen in der letzten Zeit sehr zugenommen haben, dabei habe ich z.B. mein Essverhalten nicht geändert, sondern esse dann wenn ich Appetit habe und alles worauf ich Appetit habe. Lediglich Hülsenfrüchte, Zwiebeln und Vollkornbrot versuche ich zu meiden, denn da weiß ich mit 100 %iger Sicherheit, dass mein Bauch reagiert. Am besten hilft mir bei den Krämpfen mich auszustrecken, ein warmes Körnerkissen auf den Bauch und eben im Extremfall noch MCP Tropfen oder Buscopan. Meist hilft aber das Kissen schon sehr. Eine zeitlang wäre ich am liebsten mit Mundschutz vor die Tür gegangen, nur aus Angst in meiner Umgebung könnte irgendjemand einen Magen- Darminfekt haben und ich könnte mich anstecken, denn wenn ich mir so was einfange, geht es mir noch 3 x schlechter als anderen. Eigentlich brauche ich nur in meiner Umgebung von solchen Infekten hören, dann geht es mir schon automatisch schlecht. Ist doch auch nicht normal, oder?

Ich freue mich wieder von Euch zu hören

Liebe Grüße

Angie

09.10.2001 21:45 • #16


Hi Angie,

meine schlechten erfahrungen zu den MCP-tropfen hatte ich hier im forum ja bereits beschrieben ...

... aber zur darm-spiegelung konnte ich mich auch noch nicht aufraffen. mein hausarzt nervt natürlich jedesmal, wenn ich wieder wegen magen/darm-beschwerden bei ihm antanze ... aber ich habe einfach bammel vor der darm-spiegelung (wie vor so vielem).

bezüglich der geräusche ... ich saß heute in der bahn. leider musste diese, warum auch immer, permanent für minuten anhalten. in diesen war es total ruhig im wagon, so dass man auch magen/darm-geräusche hören konnte. ich war mir nicht sicher, ob es meine waren. absolut nicht. aber trotzdem war es mir total unangenehm ... habe nur darauf gewartet, dass die bahn endlich wieder lautstark weiterfährt und währenddessen mit der zeitung gewedelt um die geräusche zumindest etwas zu übertönen.

gute nacht.

09.10.2001 23:35 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Hallo Gisela,
ärgerlich mit dem Ausschlagen der Einladung und wer weiß, vielleicht hätte dir dein RD einen Strich durch die Rechnung gemacht und dieses Mal beim Pizza essen keine Probleme gemacht.
Ich habe zur Zeit auch mal wieder ziemliche Probleme mit meinen RD. Es kommt so plötzlich, wie es auch wieder verschwindet. Aber wenn ich dann auf der Nase liege, dann richtig. Trotzdem hoffe ich, daß ich morgen wieder fit zum arbeiten bin. In letzter Zeit muss ich mich häufiger aus dem Verkehr ziehen, weil bei mir dann nur noch Ruhe gut tut. Das geht dann so 2-3 Tage und ist dann wieder wech. Gottseidank habe ich einen verständnisvollen Chef, noch. Naja, aus dem Grund habe ich ja auch eine Kur beantragt. Mal sehen, ob sie genehmigt wird.

Ich überlege, was ich heute abend zu essen machen kann. Manchmal, so wie heute, traue ich mich fast an garnichts mehr ran, obwohl ich eigentlich Hunger hätte.

Trotzdem liebe Grüße und hoffentlich kaum Beschwerden

Birgit

10.10.2001 12:42 • #18


Hallo Angie.
obwohl ich schon öfter Kaufhäuser, Restaurants usw., zwecks Durchfällen verlassen musste, versuche ich es jedesmal wieder. Gestern z.B. beim IKEA. Ich hatte so ca. 2 Stunden überhaupt nichts. Wirklich gar nichts. Dann wurde ich Leichtsinnig und gönnte mir mit meiner Freundin einen Salat. Eine viertel Stunde später hatte ich Bauchkrämpfe, ein kleines bischen Platzangst, Bauchgeräusche und ein unruhiges Gefühl (zum davonlaufen). Ich wollte meine Freundin nicht drängen und den Rest durch den IKEA rennen.(Vom Klo waren wir schon vorbei und der Weg wäre wieder durchs ganze Haus gegangen). Ich sprach ständig leise mit mir selber um mich zu beruhigen und siehe da es ging mir besser. Aber Spaß hatte es mir zum Schluss nicht mehr gemacht. Also ich schwöre auf MCP-Tropfen und Buscopan hilft auch zur rechten Zeit. Ich hatte jetzt ein paar TaGE NUR MIT Durchfällen und jetzt 3 Tage weniger. Im Moment bläht es mich das es weh tut. (Rohes Gemüse mit Dipp) Bei Blähungen versuche doch mal die ELHAFLATOL Tropfen. Es ist eine Mischung aus verschieden Pflanzen und gibts in jeder Apotheke. Aber du hast schon Recht. Am schlimmsten sind die seelischen Zustände. Platzangst würde ich es nicht unbedingt nennen (bei mir) sonder eher aus der Haut fahren. Wie wenn ich es bei mir selber nicht mehr aushalten würde.
Aber mit der Darmgrippe stimmt schon. Ich glaube wir dind dafür anfälliger. Ich stecke mich auch bei jedem Infekt an.

Bis bald Gisela

12.10.2001 21:24 • #19


Hallo Gisela,

tatsächlich hatte ich jetzt schon 1 Woche keinen Durchfall mehr, sondern eher harten Stuhlgang. Das Eigenartige ist nur, dass ich trotz "stundenlanger Sitzungen" nie das Gefühl habe "fertig zu sein". Der Druck im Darm bleibt , sodass ich manchmal nach 1-2 Stunden noch mal zur Toilette gehe. Mir ist auch aufgefallen, dass mein Stuhl immer hell gefärbt ist. Das muß doch auch irgendetwas bedeuten, ich habe aber nirgendwo etwas finden können, wo die Stuhlfärbung erklärt ist. Vielleicht weiß ja hier jemand Bescheid. Eine Freundin meinte, dass wäre ein Zeichen für einen schnellen "Durchgang, aber es ist selbst wenn ich 1 Tag Verstopfung hatte so. Seit einigen Tagen tut mir wieder der Blinddarmbereich weh, aber ich habe allmählich das Gefühl, dass das gar nichts mit RDS zu tun hat, sondern irgendwie von der Wirbelsäule ausstrahlt. Aber da der Bauch dann schmerzt ( punktmäßig ), denke ich natürlich sofort an meinen Darm und RDS. Im nächsten Leben werde ich einen Kippschalter erfinden, den man gleich betätigen kann, wenn diese Gedanken aufkommen. Ich glaube, damit wär uns allen am meisten geholfen.

In meine Essgewohnheiten oder psychische Belastungen bekomme ich jedenfalls was RDS anbelangt keinen roten Faden.

Liebe Grüße und bis bald

Angie

15.10.2001 18:10 • #20



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