Hallo zusammen. Sehr spannend das alles zu lesen. Ich finde mich sehr oft darin wieder. Bin 40, schlank, Vielsitzer, mache wegen wenig Zeit kaum Sport. Keine Zig., wenig Alk., wenig Süßes. Ausgewogenes Essen. Bei mir war alles okay. Eine Vasektomie mit anschließender Wundinfektion, mehrwöchigen Antibiotika und Ibuprofen hat einiges ins Rollen gebracht. Eine Woche nach OP hatte ich viel Stress, Schmerzen und plötzlich ein Stechen linke Brust. Panikattacke, Atemnot, Schwindel....ab ins KH. Puls ganze Nacht bei 120. Thrombose, Embolie, Herzinfarkt alles ausgeschlossen. Nächsten Tag mit "psychomatischer Diagnose" heimgeschickt. Bei dem abgehandelten Spektrum an Vermutungen bleiben viele ? und bei jedem Zucken kam meine Angst hoch. Dazu kam dann ein Daueranspannung wegen diesen fiesen Berührungsschmerzen am Hoden. Die Schmerzen vergingen, aber die Extrasystolen kamen. Alle 20-30 Sekunden, unabhängig in welchen Situationen. Selbst beim Buch vorlesen. Mega belastend und verstörend. Das verursacht dann ja wieder Anspannung, fühlt zu Blockaden, Verspannungen, die wieder zu anderen Symptomen wie Herzrasen, Beklemmungen, Brustenge, Panikattacken....ein fieser Kreislauf. Vor Weihnachten nochmal eine kleine Panikattacke nach Extrasystole auf Arbeit. Beim Hausarzt alles okay. Betablocker, nie genommen, Stress reduzieren hieß es...Weiter kleine Attacke zu Hause nach Weihnachten. Dann Dienstreise mit Arbeit. Ich habe lange überlegt ob ich das kann, habe es durchgezogen, aber es hat viel Überwindung gekostet. Man igelt sich ein, hat Lust auf nichts. Mir hat geholfen, dass mein Frau Bescheid wusste, auch einige enge Kollegen und Vorgesetzte. Unterstützung auf voller Breite. Zweiter Anlauf war Osteopath. Er hat gemerkt, dass mein Sympathikus extrem ausgeprägt war. Hat mich ordentlich eingenordet. Ich war häufig dort, die Systolen waren besser, hatte aber häufiger kleine Panikattacken/Herzrasen. Ich war dann beim Kardiologen. Stress-Echo. Alles in Ordnung. Langzeit-EKG. Systolen waren erkennbar, aber nicht gefährlich. Blutwerte super. Dazu kamen dann starke Nacken, Schulter und BWS Probleme. MRT Schulter und BWS ohne Befund. Mit Hilfe von Physio und Eigentraining hab ich das so im Griff gehabt, dass es nur alle vier Wochen Ausreißer gab. Man lässt halt die Disziplin schleifen, wenn es einen besser geht. Im Oktober dann ein Rückfall. Nebenhodenentzündung. Drei Wochen Antibiotika, parallel gleich wieder Tabletten für Darmflora genommen. Nervensystem hat sich dann wohl an die Anfangszeit erinnert und ich war wieder in alten Mustern gefangen. Das ging so weit, dass ich nach Weihnachten wieder mit Verdacht auf Herzinfarkt ins KH bin.... Überraschung, natürlich nichts. Aber mein Sympathikus wieder auf Anschlag. Letztlich hatte ich 2025 30 mal Physio, sechs Mal Osteopathie, Kardiologe, dreimal Orthopäde und natürlich Hausarzt. Warum bin ich nun hier gelandet. Das Römheld Syndrom hatte ich schon mal im Verdacht. Jetzt wieder verstärkt. Ich hab mich im Fitti angemeldet und mache dort nun gezielte und fachkundige Übungen, statt drei Stunden YouTube Gymnastik zu Hause. Schulter und BWS Blockaden werden besser. Parallel noch Beckenbodentraining wegen verspannten Beckenbodens, der, Stichwort "Prostatitis", Auslöser für viele Probleme im Unterleib sein kann. Weiterhin Atemübungen gegen meine chronische Flachatmung und Daueranspannung im Core. Beckenboden und Zwerchfell gehören ja zusammen. Wegen wiederkehrenden Schmerzen im Nebenhoden, hier Stichwort "Post Vasektomie Syndrom" oder eben Beckenboden, hab ich letzte Woche wieder mal drei Tage IBU genommen. Hinzu kam ein schöne Pollenallergie, fieser Reizhusten und ein gelegentliches, bewegungsunabhängiges Brennen im Lungenbereich. Da die Allergie meine Nebenhöhle komplett verstopft hatte, bin ich zum Doc. Kortison Tabletten und jetzt der Punkt, der mich hierher geführt hat. Pantoprazol gegen den stillen Reflux, den er als Auslöser für das Brennen in Speiseröhre sieht und für den Reizhusten der gereizten Bronchien. Zudem habe ich aktuell auch Blähungen, unregelmäßigen Stuhlgang und Schwindel/Kreislaufprobleme nach längeren Essenspausen oder unmittelbar danach. Das alles zusammen macht doch dann Sinn. Ich hatte schon immer meine Darmflora in Verdacht und eben im Zusammenspiel mit Bewegungsmängel, schwacher Muskulatur, Blockaden, schlechter Atmung ergeben sich diese Symptome. Es ist eine Mischung aus vielen und ein gemeiner Kreislauf. Ich danke euch für euren Input und werde mich als Nächstes verstärkt um die Darmflora kümmern. Ich berichte wieder. Euch allen viel Erfolg und ich hoffe, ich konnte den ein oder anderen Denkanstoß mitgeben.