Hallo liebes Forum,
ich habe mich hier gerade neu angemeldet, weil mich die Verzweiflung gepackt hat.
Vor 15 Jahren litt ich unter undefinierbaren Bauchschmerzen, die dann nach langer Diagnostik als Reizdarm identifiziert wurden. Bei mir war und ist das Bauchgefühl dauergestört. Auch wenn ich eigentlich glücklich bin meldet mein Bauchgefühl Unwohlsein, Angst und manchmal Panik.
Nachdem ich anfangs nur Bauchschmerzen hatte, gesellte sich dann nach ca. 2 Jahren eine Depression dazu. Seitdem mache ich ambulante Gesprächstherapie und war zwei mal für jeweils 8 Wochen in einer psychosomatischen Klinik.
In den letzten Jahren habe ich mein Leben stark umgebaut, um möglichst wenig von der Arbeit belastet zu sein (Reduzierung der Arbeitszeit, keine Reisetätigkeit mehr, etc.), sehr viel Sport zu machen und ein gutes Umfeld zu aufzubauen. Was das angeht kann ich nicht klagen, mal abgesehen davon, dass mich im Moment Corona die Situation sehr belastet.
Aber alles in Allem hab ich das Gefühl, dass ich da relativ wenig optimieren kann.
Wegen des Reizdarms hab ich Unverträglichkeitstests (Laktose, Fruktose, Sorbit, Histamin) und Auslassdiäten gemacht und meine Ernährung entsprechend umgestellt. Ich weiß genau was ich essen kann und sündige selten. Ansonsten habe ich zwei mal eine Darmsanierung gemacht und vom Arzt verschriebene Bakterien und Nahrungsergänzungsmittel genommen. Das grundlegende Bauchgefühl ist aber leider unverändert schlecht. Wenn ich morgens aufstehe, habe ich immer Stress im Bauch, auch jetzt, da ich seit Monaten krank geschrieben bin. Meistens wird das Bauchgefühl deutlich besser, wenn ich etwas esse, aber insgesamt fühle ich mich den ganzen Tag überreizt. Meine Strategie bisher ist, dass ich morgens 40 Minuten Yoga und 15 Minuten Meditation mache und tagsüber immer mal wieder etwas Yoga und nochmal vor dem Schlafengehen. Ansonsten versuche ich viel zu Lesen und wenig Bildschirmzeit zu verbringen. Aber letztlich geht mein Bauch dann doch wieder in den "Autopilot" und fühlt sich überreizt, nervös, ängstlich oder einfach schmerzhaft an. Das triggert dann oft auch Ängste und Panik und ich fühle mich dann total machtlos
An Medikamenten nehme ich seit langem Amitriptylin, das das Nervensystem etwas runterfährt. Außerdem ist im Januar Ritalin dazu gekommen, da in der Klinik bei mir ADHS diagnostiziert wurde. Tatsächlich hat Ritalin anfangs die Unruhe und Bauchschmerzen deutlich reduziert, aber inzwischen hat der Effekt sehr nachgelassen. Werde nächste Woche mit meinem Doc nochmal drüber sprechen.
Nun zu meiner Frage: Kennt jemand von euch die Problematik und hat Wege gefunden das Ganze zu verbessern? Ich habe einiges über Neurogastroenterologie gelesen und dass man die Nervenstörung zwischen Hirn und Darm untersuchen und behandeln kann. Hat jemand dort schon Erfahrungen gemacht?
Ich danke euch fürs Lesen und eure Zeit

Viele liebe Grüße,
Garfield