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martha_r
Hi, ich wollte alle diejenigen unter euch, die unter Reizmagen/Reizdarm leiden, mal fragen, ob sie das auch kennen, dass es morgens am schlimmsten und schwierigsten für sie ist.
Ich leide schon sehr lange unter Reizmagen/Reizdarm, magenempfindlich war ich immer schon, ich kannte auch das Flattern im Bauch bei Aufregung, aber erst seit einer OP hatte ich die klassischen Reizdarmsymptome, Stuhldrang, Krämpfe, Durchfälle usw.
Das kam schleichend und machte mir auch nicht sofort Angst. Ich war eher erstaunt. Dann passierte es mir einmal im Kino, was wirklich unangenehm war, weil der Saal voll war und ich auch weit weg vom Ausgang saß. Ich glaube, diese Erfahrung und auch noch ein paar andere Erlebnisse ähnlicher Art beflügelten dann meine Angst, dass mir sowas nun ständig passieren könnte.
Trotzdem habe ich versucht, mich nicht unterkriegen zu lassen. Ich hatte auch immer wieder gute Phasen.
Aber was eigentlich konstant da ist (im Moment nur besonders extrem), ist, dass es mir morgens nicht gut geht. Stimmungsmäßig und vor allem magentechnisch (und oft auch darmtechnisch). Mir ist schon beim Aufstehen flau und übel und kriege eigentlich nichts runter. Wegen Medikamenteneinnahme esse ich morgens jetzt immer einige Löffel Haferbrei. Mittags weiß ich oft nicht, ob ich Magenschmerzen oder Hunger habe, aber gegen Nachmittag geht es mir besser und dann habe ich auch Hunger und esse relativ normal.
Kennt jemand auch diesen merkwürdigen Verdauungsrhythmus und wie geht ihr damit um?

GLG

30.04.2015 08:25 • 04.05.2015 #1


6 Antworten ↓


your_sista
Hallo

Ja-ein. Also bei mir variiert das stark. Manchmal ist es Morgens schlimmer als den Rest des Tages. Oft aber auch umgekehrt. Das mit der Angst kenne ich sehr gut. Anfangs war diese bei mir auch nicht vorhanden. Ich war noch jung und hatte das alles nicht so ernst gesehen. Erst mit dem Sammeln von negativen Erlebnissen, wurde die Angst immer größer und größer. Am Ende wusste ich nicht mal mehr, wer nun der größere Gegner ist. Heute halten sich die beiden die Waage. Trotz Therapie und Ernährungsberatung und medizinischer Kur usw. ist das Problem geblieben. Einmal ist es der Darm, der die Oberhand hat. Dann wiederrum die Angst. Je nach Tagesform und Situation. Das ist echt belastend. Flau ist mir auch ständig. Das Essen ist mittlerweile zu meinem Feind geworden (also ich habe auch Unverträglichkeiten). Frühmorgens nach dem Aufstehen kann ich nix essen. Da ist selbst Zähne putzen komisch. Wenn ich dann eine Stunde auf den Beinen bin, esse ich nur eine Kleinigkeit (Müsliriegel, Joghurt, o.ä.). Oft aber auch gar nix. Fakt ist, dass ich das Essen morgens schlechter vertrage und es mich eher "anwiedert" als den Rest des Tages. Wenn ich beispielsweise länger schlafe, dann kann ich auch innerhalb von 30 Minuten was essen. Je kürzer meine Schlafphase ist, desto mehr leide ich unter Übelkeit und Bauchgrummeln. Ansonsten ist es im Allgemeinen (Bauchgrummeln, Blähungen, Durchfall) wie oben schon geschrieben, mal morgens schlimmer und mal anderswann. Ich weiss nicht, ob dir das jetzt weiter hilft.

30.04.2015 16:49 • #2



Morgens am schlimmsten

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Berti
Die gleichen Symptome hatte ich auch! Nur der Magen ist seit meiner Antidepressiva beschwerdefrei! Nehmt ihr keine Medi's?

30.04.2015 17:02 • #3


your_sista
Nein, ich hatte Antidepressiva gegen den Reizdarm nehmen müssen (angeblich wegen der positiven Nebenwirkungen auf den Verdauungstrakt), aber die nehme ich schon länger nicht mehr, weil mir die Nebenwirkungen an sich zu heftig waren. Ich leide nicht an Depressionen und irgendwann wurde es mir außerdem zu konfus, Medis gegen etwas einzunehmen, worunter ich gar nicht leide, nur weil der Darm quer schlägt. Habe es dann mit anderen Medis versucht. Leider nur mit mäßigem oder kurzweiligem Erfolg.

30.04.2015 17:22 • x 1 #4


martha_r
Hallo, danke für eure Antworten. Tut gut, dass andere das auch kennen.

Ja, ich war auch bald auf die Info gestoßen, dass man SSRIs oder auch Amitryptillin bei Reizdarm versuchen könnte. Amitriyptillin habe ich auch versucht, aber das habe ich nicht vertragen und nach 3 Tagen aufgehört. Jetzt probiere ich Citalopram, obwohl ich persönlich mich nicht völlig depressiv finde, wie es mein HA dargestellt hat.

@your_sista: Also in "guten Zeiten" hat mir Sport geholfen, das wirkte auch appetitanregend. Im Urlaub war es oft auch besser, weil ich da regelmäßig gegessen habe und sicher auch entspannter war. Aber mir ging es auch so, dass ich nie so ganz unbefangen war, weil ich ja nicht wusste, ob wieder Durchfälle einsetzen oder ich etwas nicht vertrage. Noch dazu war ich mir in der Therapie auch immer uneins, weil ich eben nicht bestätigen konnte, dass nur emotionale Prozesse das RDS beeinflussten. Für mich war es einfach auch eine sehr körperliche Sache. Genau wie die Angst übrigens auch.

@Berti: Welches Medikament hat denn deine Magenproblem so günstig beeinflusst? Ich finde das immer so schwierig. Klar, wahrscheinlich haben Stress und emotionale Belastungen die Magenprobleme bei mir auch mit ausgelöst, aber die Magenprobleme, diese ständige Übelkeit wirken ja auch emotional belastend. Es ist schwierig, sich gut zu fühlen, wenn einer ständig übel ist.
Das Citalopram scheint den Darm eher still zu legen, dafür habe ich jetzt kontinuierlich Magenschmerzen und Übelkeit. HA dazu: "Das hatten Sie ja vorher schon, das können Sie dem Citalopram nicht zuschreiben." Naja, das stimmt, aber ich rätsele schon, ob das Citalopram nicht zusätzlich den Magen reizt, weil er mir jetzt so dauerhaft weh tut. Vorher war es nicht andauernd so. Blöde Situation.

GLG

01.05.2015 09:43 • #5


your_sista
Ich finde es auch nicht in Ordnung, wenn jemand sagt, das RDS hauptsächlich psychische Auslöser hat. Die hat es nämlich nicht alleinig! Selbst wenn es mir total gut geht und ich total entspannt bin, passiert es hin und wieder schon mal, dass mein Bauch das eben nicht so empfindet. Warum? Das weiss ich nicht! Aber irgendwas wird es schon sein, dass mein Bauch nicht gut findet. Wenn ich aber Erdbeerwoche habe, dann hab ich grundsätzlich schon Tage zuvor und währenddessen Bauchbeschwerden en masse. Da bei mir auch die Unverträglichkeiten eine große Rolle spielen, kann ich ebenfalls entspannt und relaxt sein wie ich will; sobald ich einen Kakao trinke und ein Stück Torte dazu esse, habe ich Action ala "Alarm für Cobra 11" Ich streite aber definitiv nicht ab, dass auch zahlreiche psychische Komponenten als Auslöser in Frage kommen. Wenn ein Termin bevor steht, werde ich angespannt. Mir gehen tausend Dinge durch den Kopf "Was wäre wenn...", "Wie verhalte ich mich dann und dann...", "Wie komme ich schnell aus der Situation wieder raus..." usw. Dann schleicht sich langsam schon wieder diese Angst ein. Und wenn die erstmal so richtig da ist, dann hilft auch kein Ablenken mehr; nur noch aushalten. Und das hatte ich in meiner Therapie gelernt; gewisse Dinge auszuhalten. Wobei es halt manchmal ganz gut gelingt. Und dann mal wieder überhaupt nicht. Das RDS selbst kann man nicht als Strichliste mit do und don´t sehen. Und deswegen gibt es DAS Geheimrezept eben nicht - leider

03.05.2015 10:48 • #6


martha_r
Also RDS hat meiner Meinung nach nicht nur psychische Auslöser. Auch der Reizmagen nicht. Aber natürlich, wenn es einer nicht gut geht, leidet man unter den Symptomen mehr als wenn alles einigermaßen okay ist. Also wenn es mir gut ging, konnte ich es besser ertragen. Dazu kam, dass mit dem Wissen, wie leicht der Darm überreagiert, manche Termine halt angstbesetzt werden. Vielleicht gibt es Menschen, denen das überhaupt nichts ausmacht, wenn sie plötzlich Darmkrämpfe bekommen, obwohl sie einen Termin haben, aber in der Regel überlegt man sich dann schon, wie man damit umgeht. Das Aushalten - damit habe ich auch zahlreiche unterschiedliche Erfahrungen. Manchmal legen sich die Krämpfe auch durch Atmen und Beruhigen wieder, manchmal hilft es nur, das nächstmögliche Klo irgendwann doch aufzusuchen. Leider hat mir das Citalopram jetzt auch nicht wirklich geholfen. Mir ist jetzt dauerübel wie ich das eigentlich nur aus der Schwangerschaft kenne

04.05.2015 07:42 • #7




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